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24.01.2022 | Organisationsentwicklung | Gastbeitrag | Online-Artikel

Die Zukunft der Arbeit ist digital und human

verfasst von: Gordon Geisler

4:30 Min. Lesedauer

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In einer zunehmend digitalisierten und technologiegetriebenen Welt können sich Unternehmen langfristig nur durchsetzen, wenn sie die Menschen in den Fokus ihres wirtschaftlichen Handelns stellen. Sechs Ansätze für den Wandel der Arbeitswelt.

Die Geschwindigkeit steigt. In den vergangenen pandemiegeplagten Monaten hat sich der Wandel unserer Arbeitswelt stark beschleunigt. Laut einer Manager-Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey haben die Unternehmen die Digitalisierung der Kunden- und Lieferketteninteraktionen sowie der internen Abläufe um bis zu vier Jahre beschleunigt. 

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2020 | Buch

Zukunft der Arbeit – Perspektive Mensch

Aktuelle Forschungserkenntnisse und Good Practices

Dieses Fachbuch beschreibt Chancen und Risiken für Mitarbeitende und Führungskräfte in einer modernen Arbeitswelt. 

So ein rasanter Wandel hat Auswirkungen auf die Art der Zusammenarbeit, die Rollenverteilung, Organisationstrukturen und letztlich auch die Unternehmenskultur. In der Belegschaft greifen oftmals erst die Abwehrmechanismen eines klassischen Change-Prozesses: Ablehnung, Einsicht, Akzeptanz, Erkenntnis, Beteiligung. In einer zunehmend dynamischen Wirtschaftswelt sollten allerdings Erkenntnis und Beteiligung von vornherein greifen. Folgende sechs Schritte sind dafür notwendig:

Für das Morgen offen für transformative Ansätze sein

Die Pandemie bietet Unternehmen die einmalige Möglichkeit, sich freizumachen von alten Denkmustern und Handlungsweisen – und das Gestern und Heute hinter sich zu lassen. Ein neues Mindset ist erforderlich. Unternehmen sollten den liebgewonnenen Status quo einreißen und die Komfortzone verlassen. Richten Verantwortliche ihren Blick konsequent Richtung Zukunft und sind sie völlig neuen, transformativen Ansätzen gegenüber offen, kommen sie schon heute im Morgen an. Dafür ist es aber notwendig, sich zu vom Alten zu lösen – auch, wenn es sich nach einem vermeintlichen Kontrollverlust anfühlt.   

Zukunftsstrategie im Kollektiv entwickeln

Die Zukunft ist digital und human. Wer mit einem neuen digitalen Geschäftsmodell erfolgreich sein möchte, muss die Belegschaft in den Entwicklungsprozess einbinden. Einerseits werden die Mitarbeitenden dann zu Beteiligten, erkennen die Sinnhaftigkeit ihres Handelns und arbeiten motivierter an der Zielerreichung mit. Die direkte Einbindung der Belegschaft hat noch einen weiteren Vorteil: Da sich die Rahmenbedingungen heute immer schneller verändern, ist es nur nützlich, im Kollektiv an der Strategie zu arbeiten. Wenn eine möglichst vielfältige Gruppe gemeinsam eine neuen Strategie entwickelt, kommen kreativere und innovativere Lösungsansätze dabei heraus. Und Kreativität ist eine menschliche Komponente, die keine Künstliche Intelligenz ersetzen kann, denn: Sie sprießt nach konstruktivistischen Prinzipien auf dem Boden der individuellen Lebenserfahrungen.

Future Leader sind Enabler

Die Rolle der Führungskraft verändert sich in einer zunehmend digitalen Welt. Führungskräfte treffen keine Entscheidungen mehr allein, sondern gemeinsam mit ihrem Team. Sie befähigen die Mitarbeitenden, eigenverantwortlich an ihren Themen zu arbeiten. Dabei sind sie Mentor und Enabler, sie räumen ihren Leuten Steine aus dem Weg und halten ihnen den Rücken frei. Sie schaffen Freiräume, innerhalb derer sich das Team ausprobieren und neue Ansätze entwickeln kann. 

Hybride Arbeitsformen erforden neue Denkweisen

In der neuen Normalität setzten sich neue Arbeitsmodelle durch. Hybride Arbeitsformen werden zunehmend implementiert. Mitarbeitende arbeiten einen Teil der Woche im Homeoffice und einen anderen Teil in der Firma. Damit entstehen andere Herausforderungen, wie sogenannte Proximity Bias: Führungskräfte bevorzugen unbewusst diejenigen Mitarbeitenden, die direkt in ihrer Nähe sind – und nicht im Homeoffice. Wer diese Komponente unterschätzt, kann die Organisationskultur nachhaltig schädigen. Richtig angewandt, stärkt diese Arbeitsform aber die Produktivität und Resilienz des Unternehmens.

Auch andere Organisationsansätze wie Holocracy oder Netzwerkorganisationen können implementiert werden, um die kreative Zusammenarbeit im digitalen Kontext zu fördern. Auch diese Strukturen fordern neue Denkweisen und ein Mindset, das offen für Neues ist und die Menschen befähigt, als Entrepreneure im Unternehmen neue Themen zu entwickeln und voranzutreiben. Sonst scheitert die Umsetzung.

Future Business ist Purpose

Zahlreiche Studien zum Thema Future Business und Arbeit der Zukunft klingen so, als sei die künftige Entwicklung ein vorgezeichneter Zustand, den wir nur akzeptieren oder ablehnen können. Dabei kann sich jeder Mensch aktiv an der Zukunftsgestaltung beteiligen. Diesen Anspruch sollte jedes Unternehmen haben: Wir wollen mit unserem unternehmerischen Handeln eine Zukunft schaffen, die von Nachhaltigkeit, Wertschätzung, Kreativität und Austausch geprägt ist. Das sollte der Purpose sein. Zukunft wird von den Menschen gemacht.

Das eigene Geschäftsmodell angreifen

Wer die Zukunft mitgestalten möchte, sollte sich im Klaren sein: Ein Geschäftsmodell ist – ebenso wie die Märkte – niemals statisch, sondern in kontinuierlicher Veränderung. Darum lohnt sich auch der Blick auf Branchen, die schon frühzeitig aufgrund disruptiver digitaler Geschäftsmodelle eine Transformation durchlaufen mussten: Die Medienbranche zum Beispiel, die sich aufgrund der zunehmenden Nutzung mobiler Endgeräte von einem starken Rückgang der gedruckten Zeitungen konfrontiert sah. 

Viele Medienhäuser haben daraufhin digitale Produkte und Dienstleistungen entwickelt, obwohl sie damit auch ihr eigenes klassisches Geschäftsmodell kannibalisierten. Die Kannibalisierung des eigenen Business Models dürfen Verantwortliche nicht scheuen: Wenn sie sich selbst nicht angreifen, wird es früher oder später jemand anderes tun. Auch darum sollte die Belegschaft die Möglichkeit haben, sich mit innovativen Ideen einzubringen.

Fazit: Menschen mitnehmen in die digitale Zukunft

Menschen, Mindset, Leadership und Kultur spielen auch in einer digitalen Welt eine wichtige Rolle für erfolgreiche Geschäftsmodelle. Das Zusammenspiel zwischen Menschen, Technologie, Organisation und Markt ist dabei entscheidend. Routinearbeiten werden bald von künstlichen Intelligenzen übernommen – also sollten menschliche Komponenten wie Intuition, Empathie und Kreativität gefördert werden. Wenn Verantwortliche sich freimachen von altbekannten Herangehensweisen und Experimentierräume für die Belegschaft schaffen, können sie neue Geschäftsmodelle entwickeln und die Zukunft aktiv mitgestalten.

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