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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Organisatorische Grundproblematik aus betriebswirtschaftlicher Sicht

Zusammenfassung
In diesem Beitrag wird der Stand der Organisationstheorie primär aus betriebswirtschaftlicher Sicht betrachtet. Die Auswahl der zu berücksichtigenden Ansätze orientiert sich deshalb zum einen am vorherrschenden betriebswirtschaftlichen Erkenntnisinteresse, der Vorbereitung von Gestaltungshandlungen, und zum anderen am Erkenntnisobjekt, dem Betrieb als wirtschaftlicher Einheit.
Erich Frese

II. Ansätze zur Erklärung von Organisationsstrukturen

Zusammenfassung
Organisationsstrukturen sind künstliche Gebilde; sie sind letztlich das Ergebnis menschlichen Handelns. Die Möglichkeiten und Grenzen planvollen Gestaltungshandelns durchziehen deshalb als Grundthema alle Ansätze zur Erklärung der Entstehung und Veränderung von Organisationsstrukturen. Der Stellenwert, der dem Gestaltungsaspekt zugewiesen wird, ist in den verschiedenen Erklärungsansätzen allerdings sehr unterschiedlich. Bezeichnenderweise wird in den geschlossensten Theorien zur Erklärung von Organisationsstrukturen der Gestaltungsprozeß am wenigsten ausdifferenziert. In dem durch Rückgriff auf die statistische Auswertung möglichst großer Stichproben im Rahmen der “vergleichenden Organisationsforschung” geprägten “situativen Ansatz” erübrigt die These von der situativ bedingten (determinierten) Anpassung der Organisationsstruktur weitgehend die Einbeziehung der Gestaltung als Erklärungselement. Die Deutung der Entstehung und Veränderung von Organisationsstrukturen in Analogie zu biologischen Selektionsprozessen (Population Ecology) negiert sogar weitgehend die Anpassungsfähigkeit und damit die planvolle Gestaltung von organisatorischen Systemen. Im Transaktionskostenansatz wird zwar die Organisationsstruktur durch Rückgriff auf das marginalanalytische Instrumentarium der Mikroökonomie auf einen Kostenkalkül zurückgeführt; insofern bildet die Gestaltungsentscheidung den Kern der Erklärung. Der Gestaltungsprozeß selbst wird jedoch — wenn überhaupt — nur in sehr globaler Weise abgebildet.
Erich Frese

III. Steuerung arbeitsteiliger Handlungen durch Organisationsstrukturen

Zusammenfassung
Bei der wissenschaftlichen und praktischen Auseinandersetzung mit zielorientierten arbeitsteiligen Systemen kommt der Steuerung des individuellen Handelns zwangsläufig eine große Bedeutung zu. Angesichts der Vielschichtigkeit der organisatorischen Problematik und der Heterogenität der Organisationstheorie kann es jedoch nicht überraschen, daß die durch die Zweck-Mittel-Beziehung begründete planvolle Beeinflussung der Handlungen individueller Organisationsmitglieder in den einzelnen Ansätzen einen unterschiedlichen Stellenwert hat. Eine gewisse Strukturierung der verschiedenen Beiträge ist durch Rückgriff auf die Differenzierung zwischen “rationalen Systemen” (rational systems) und “natürlichen Systemen” (natural systems), die Gouldner 1959 zur Kennzeichnung zweier Betrachtungsweisen organisatorischer Systeme eingeführt hat, möglich.
Erich Frese

IV. Individuelle Selbstentfaltung und Organisationsstrukturen

Zusammenfassung
Den in den vorangegangenen Abschnitten dargestellten Theorien zur Entstehung von Organisationsstrukturen liegt eine primär instrumentelle Sichtweise zugrunde: Organisationsstrukturen werden als Systeme von Regelungen verstanden, die das Handeln in arbeitsteiligen Systemen auf das übergeordnete Betriebsziel ausrichten sollen. Die Bedürfnisse und Wertvorstellungen der Individuen werden, wenn sie überhaupt explizit berücksichtigt werden, als einzugrenzende Störgrößen oder als durch Anreizmaßnahmen zu kontrollierende Eigengesetzlichkeiten betrachtet. Demgegenüber hebt die emanzipatorische Sichtweise die Ansprüche des Individuums, die Gewährung von Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung in den Rang einer selbständigen Zielsetzung, die in Konflikt zu dem Betriebsziel geraten kann.
Erich Frese

V. Organisationsgestaltung bei unvollkommenem Informationsstand

Zusammenfassung
In den vorangegangenen Abschnitten wurde der Versuch unternommen, einen Überblick über den Stand der Organisationstheorie aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu vermitteln. Es bot sich dabei ein vielfältiges Bild: Der Zugang zu dem komplexen Phänomen “Organisation” wird von den einzelnen Autoren auf den unterschiedlichsten Wegen gesucht. Von der Analogie zu biologischen und technischen Systemen über die Übertragung nationalökonomischer Erkenntnisse auf organisatorische Fragestellungen, die Entwicklung mathematischer Modelle, die Verwertung praktischer Managementerfahrungen, die Verfolgung soziologischer, sozialpsychologischer und psychologischer Perspektiven bis hin zur engagierten Auseinandersetzung mit den Prinzipien einer “neuen organisatorischen Ethik” spannt sich der Bogen organisationstheoretischer Beiträge.
Erich Frese

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