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Outsourcing bleibt Schlüsselstrategie der Finanzbranche

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Finanzdienstleister setzen verstärkt auf Outsourcing. Damit wollen sie effizienter arbeiten und Kosten sparen. Doch fehlende Transparenz vernebelt vielerorts den Einsparerfolg und regulatorische Hürden erschweren das Auslagerungsmanagement.

Das Zusammenspiel von Kostenkontrolle, technologischer Innovation und regulatorischer Compliance macht Auslagerungsprojekte erfolgreich.


Outsourcing wird für die Finanzindustrie im Zuge fortschreitender Digitalisierung, technologischer Innovationen und steigender regulatorischer Anforderungen immer wichtiger. Durch die Auslagerung von Aufgaben und Geschäftsprozessen wollen Banken und Versicherer ihre Kernkompetenzen stärken und zugleich Effizienzgewinne realisieren. "Outsourcing ist nicht mehr nur eine Option, sondern eine strategische Notwendigkeit. Es bietet Institutionen die Flexibilität, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren und innovative Technologien zu nutzen", so Tomas Rederer, Leiter Management Consulting Financial Services bei Pricewaterhouse Coopers (Pwc) Deutschland. Doch das gelingt ihnen nur zum Teil, wie die Beratungsgesellschaft in einer aktuellen Umfrage herausgefunden hat. 

Kostentreiber im Auslagerungsprozess oft nicht erkennbar

​Die Befragung unter den insgesamt 161 Finanz- und Kreditinstituten sowie Dienstleistern offenbart eine Lücke zwischen den angestrebten und den tatsächlich erreichten Kosteneinsparungen. Bei mehr als die Hälfte (57 Prozent) sinken die Ausgaben kaum oder nur teilweise. Die fehlende Transparenz über die Treiber der Aufwände im Auslagerungsprozess machen die Studienautoren hierfür verantwortlich. Lediglich 21 Prozent der Unternehmen haben in diesem Bereich eine vollständige Übersicht über ihre Ausgaben. 79 Prozent führen hingegen keine umfassende Bewertung der Outsourcing-Kosten durch.

Zudem evaluieren nur 31 Prozent der Befragten alle aufgewendeten Mittel im Zusammenhang mit neuen oder bestehenden Auslagerungsprojekten vollständig oder größtenteils. Das macht ein umfassendes Kostenmanagement für Finanzinstitute immer wichtiger, zumal erst ein knappes Drittel (28 Prozent) der Befragten die Leistung ihrer Dienstleister regelmäßig anhand von Einsparungszielen überprüfen und die Ausgaben für entsprechende Auslagerungsdienste steigen.​

Cloud-Technologien rangieren vor KI

Technologisch rangieren beim Outsourcing Cloud-Technologien vor Künstlicher Intelligenz (KI). Obwohl generative KI vor allem 2024 im Mittelpunkt vieler Diskussionen stand, machen die Datenwolken bei vielen Befragten das Rennen. Allerdings betreiben fast zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten ihre Anwendungen fast ausschließlich on-premise - also Daten werden nicht außerhalb des Unternehmens gehostet. Gut ein Drittel (35 Prozent) hat bereits bestimmte Funktionen in die Cloud migriert.

Besonders zentrale IT-Funktionen weisen mit 55 Prozent einen hohen Grad der Cloud-Auslagerung auf, während Bereiche wie Vertragsmanagement (22 Prozent) sowie Back-Office-Funktionen, etwa Wertpapierabwicklung und Zahlungsverkehr, mit 27 Prozent deutlich seltener genannt werden. In den nächsten zwei Jahren planen die Befragten, den durchschnittlichen Grad des Cloud-Sourcings auf etwa 45 Prozent zu erhöhen, wobei Bedenken hinsichtlich der Vertraulichkeit von Kunden- und Mitarbeiterdaten insbesondere beim Vertragsmanagement bestehen bleiben.​

Regulatorik hemmt Outsourcing-Projekte

Eine Hürde stellt dabei das regulatorische Umfeld dar: Fast alle Unternehmen (95 Prozent) sagen, dass ihr Auslagerungsmanagement "sehr" oder "extrem" unter entsprechnenden Anforderungen leidet. Mehr als 80 Prozent verfügen daher Rahmenwerke, um ein regulatorisch konforme Outsourcing-Prozesse sicherzustellen.

Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) wurde in den letzten zwölf Monaten einer besonderen aufsichtsrechtlichen Prüfung des Auslagerungsmanagements unterzogen. Immerhin 23 Prozent erhielten dabei eine sogenannte F4-Feststellungen - also schwerwiegende Mängel. Laut Studienautoren handelt es sich dabei um ein solides Niveau der regulatorischen Vorbereitung. Jedoch seien kontinuierliche Anpassungen angesichts sich ständig weiterentwickelnder Vorschriften notwendig.​

Nachhaltigkeit für Auslagerung relevant

Zudem gewinne in den kommenden ein bis zwei Jahren die Integration von Nachhaltigkeitskriterien bei der Zusammenarbeit mit Outsourcing-Dienstleistern an Bedeutung. Davon geht die große Mehrheit (80 Prozent) der Teilnehmenden aus. Für 60 Prozent spielen die Auslagerungspartner bei der Erreichung eigener Nachhaltigkeitsziele eine wichtige Rolle. "Erfolgreiches Outsourcing in der Finanzbranche erfordert heute mehr denn je ein ausgewogenes Zusammenspiel von Kostenkontrolle, technologischer Innovation und regulatorischer Compliance. Nur so können Institutionen nachhaltig wettbewerbsfähig bleiben", lautet das Fazit von Torsten Eistert, Partner der Strategieberatung Strategy & Germany.

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