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Über dieses Buch

„Private Schulen“ bieten ein breites schulisches Angebot mit ganz unterschiedlichen Schulformen und pädagogischen Ausrichtungen. Es finden sich leistungsorientierte Gymnasien, Gesamtschulen mit besonderen Förderprogrammen, reformpädagogisch-alternative und international/bilinguale Schulen. Diese Schultypen werden an je einem konkreten Beispiel mit quantitativen und qualitativen Methoden und unter Einbeziehung von Theorien zur Schulentwicklung und zum Elternwahlverhalten untersucht. Dabei geht es um die Frage, was Eltern dazu führt, für ihre Kinder Alternativen zu dem staatlichen System zu suchen, und es wird untersucht, in welcher Weise das schulische Angebot mit der soziokulturellen Verortung der Eltern und ihrem pädagogischen Anspruch einhergeht.
Im Ergebnis zeigen sich zwei entscheidende Strukturmomente für die Attraktivität privater Schulen: die Verheißung der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler_innen und ihrer individuellen pädagogischen Förderung sowie das Versprechen an die Eltern, mit der Schulwahl in eine Schulgemeinde gleichgesinnter Eltern eingebunden zu sein.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Private Schulen als Anbieter, Eltern als Abnehmer: Theoretische Überlegungen und Forschungsdesign

Allgemein bildende private Schulen in Deutschland haben Konjunktur. Diese Feststellung durchzieht in jüngerer Zeit Fachpublikationen sowie die Presse und wird durch Bildungsstatistiken belegt. Sieht man etwas genauer hin, so stellt sich schnell heraus, dass das Spektrum der privaten Schulen sowohl inhaltlich als auch schulformbezogen sehr groß ist: konfessionelle, reformpädagogisch geprägte und seit einigen Jahren vermehrt auch internationale Schulen auf der einen Seite und Förderschulen, Grundschulen, Haupt- und Realschulen und Gesamtschulen, aber auch exklusive Gymnasien auf der anderen Seite.
Margret Kraul

Kapitel 2. Anbieter und Abnehmer: Quantitative Annäherung an das Feld

Für die Anbieterseite der Schulen steht eine Reihe von Daten aus der deskriptiven Schulstatistik zur Verfügung: die Anzahl der Schulen wie die Anzahl der Schüler_innen, jeweils aggregiert und in ihrer Verteilung auf private und öffentliche Trägerschaft sowie bestimmte Schulformen dargestellt. Diese Daten bilden den Ausgangspunkt für eine Vermessung des Feldes privater Schulen. Sie setzen den Rahmen und verdeutlichen die Strukturen, die jeweils für die öffentlichen und privaten Schulen und ihre Schüler_innen gelten. Die Daten zu Deutschland werden als Ausgangspunkt genommen und in einem zweiten Schritt auf das Bundesland L und auf L-Stadt, die ausgewählte nordwestdeutsche Großstadt innerhalb des Bundeslandes L, bezogen.
Margret Kraul

Kapitel 3. St. Teresa: ein konfessionelles leistungsorientiertes Gymnasium

Für den Typus des leistungsorientierten Gymnasiums steht die St. Teresa-Schule, ein konfessionelles katholisches Gymnasium, dessen Gründung, ursprünglich als eine von Ordensfrauen getragene (höhere) Mädchenschule, ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Seit Beginn der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts ist sie auch für Jungen geöffnet. Die Schule fühlt sich der Tradition ebenso verbunden wie der Offenheit für neue gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen und rekurriert mit ihrem Programm auf Angela Merici (1470/75–1540), die Gründerin der Ursulinengemeinschaften, die mit kritischer Distanz gegenüber weltlicher Autorität und der Verteidigung von Autonomie, Freiheit und Eigenverantwortung der Frauen führend in der katholischen Reformbewegung der Neuzeit war.
Margret Kraul

Kapitel 4. August Neander: eine Gesamtschule mit besonderem Profil

Mit der August Neander-Schule wird ein zweiter Typus privater Schulen in L-Stadt vorgestellt, der der Gesamtschulen und Schulen mit mehreren Bildungsgängen, die sich über einen expliziten Förderanspruch definieren. In L-Stadt finden sich drei solcher Schulen; sie haben ihren Schwerpunkt in der Sekundarstufe I, die Sekundarstufe II hingegen ist, wenn überhaupt vorhanden, weniger stark ausgebaut. Kennzeichnend für diese Schulen in L-Stadt ist es, dass sie jeweils auf eine bestimmte Klientel, die in besonderer Weise gefördert werden soll, zugeschnitten sind und sich dadurch von den öffentlichen Gesamtschulen unterscheiden.
Margret Kraul

Kapitel 5. Die SIBILL*: eine internationale bilinguale Schule

Ebenfalls in einem der besseren Wohnviertel von L-Stadt findet sich die SIBILL, eine private Schule, getragen von einer gemeinnützigen Bildungsgesellschaft. Sie beginnt mit Krippe und KiTa, bedient dann vorrangig die Grundschule und soll mit dem Gymnasialabschluss enden. Ihre Alleinstellungsmerkmale sind Bilingualität und Internationalität, die sich durch alle Schulstufen hindurchziehen.
Margret Kraul

Kapitel 6. Christian Morgenstern: eine Waldorfschule

Bei der Christian Morgenstern-Schule handelt es sich um eine Freie Waldorfschule. Die Waldorfschulen sind geprägt von der Orientierung an der Anthroposophie und den mit ihr verbundenen Entwicklungsstufen, die sich in einem Kulturstufenlehrplan niederschlagen; daneben zeichnen sie sich durch klassisch reformpädagogische Elemente aus: kritisch der Moderne gegenüber, subjektorientiert, mit einer ganzheitlichen, an Kreativität sowie Kunst und Handwerk ausgerichteten Lernkultur, einem engen persönlichen Verhältnis zwischen Lehrer_innen und Schüler_innen, das sich in dem Klassenlehrerprinzip spiegelt, und der Einbeziehung der gesamten Schulgemeinde (vgl. Idel 2014; Kunze 2013).
Margret Kraul

Kapitel 7. Eltern und Schulen: Ergebnisse

Betrachtet man die privaten Schulen und ihre jeweilige Elternschaft im Vergleich, so offenbaren sich zunächst einmal Gemeinsamkeiten: Alle Eltern, die eine private Schule für ihre Kinder wählen, haben einen bestimmten pädagogischen Anspruch und wollen ihr Kind in besonderer Weise fördern, hinsichtlich der Entwicklung seiner Persönlichkeit ebenso wie in Bezug auf seine spätere Lebenstüchtigkeit. Zugleich wünschen sie sich eine glückliche Kindheit für ihre Kinder. Dazu gehört für die meisten Eltern, dass die Kinder, ihr kostbarstes Gut, in ihrer Individualität wahrgenommen werden und ihren jeweiligen Bedürfnissen und Empfindsamkeiten hinreichend Rechnung getragen wird.
Margret Kraul

Backmatter

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