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Über dieses Buch

Dieses Buch informiert sie eingehend über die Verbraucherforschung
Das Konsumentenverhalten ist für Unternehmen eine wichtige Kennzahl, um Marketingstrategien erfolgreich gestalten zu können. Nur wer seine Zielgruppe kennt, kann auf deren Bedürfnisse und Wünsche eingehen. Die wissenschaftliche Konferenz des Netzwerks Verbraucherforschung aus dem Jahr 2017 hatte zum Ziel, Paradoxien, Widersprüche und Ambivalenzen im Consumer Behaviour aufzudecken. Die Ergebnisse der Konferenz wurden in diesem Buch zur Verbraucherforschung festgehalten und analysiert.Neben der Thematisierung des verbraucherwissenschaftlichen Kontextes waren auch Sprecher aus der Politik an der Konferenz beteiligt. Aus diesem Grund werden auch die politischen Konsequenzen des Verhaltens von Verbrauchern in diesem Tagungsband diskutiert. Das Buch über die Verbraucherforschung berücksichtigt aktuelle Forschungsergebnisse. Gleichzeitig identifiziert es Forschungspotentiale für die Zukunft. Den Autoren ist es wichtig, nicht nur Wissenschaftlern einen Zugang zu diesem Wissen und den Erfahrungen zu liefern, sondern auch praxisbezogene Leser anzusprechen.Folgende Thematiken werden behandelt:Privatheit und Datenschutz beim Online-Shopping
Paradoxien der Nutzung von IT-Systemen
Das Spannungsverhältnis von Mode und nachhaltigem Konsum
Widersprüche der Digitalisierung und des nachhaltigen Konsums
Verbraucherpolitische Implikationen
Konsequenzen für die Verbraucher- und Konsumforschung

Die Podiumsdiskussionen der Konferenz von 2017 werden in diesem Buch zur Verbraucherforschung aus allen Sichten dargestellt, sodass der Leser ein differenziertes Bild aktueller Diskussionen erhält.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Keynote

Frontmatter

Vom autonomen Verbraucher zum vernetzten Nutzer: Wie verändert die digitale Gesellschaft den Verbraucherschutz?

In dem nachfolgenden Beitrag befasst sich Udo Di Fabio mit der Kehrseite der Medaille des technologischen Fortschritts à la Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und „Big Data“. Di Fabio sieht hierin eine neue erfolgreiche Wertschöpfungskette mit der Tendenz zur Durchdringung aller Konsumentenbereiche und einer tief greifenden Umorganisierung realwirtschaftlicher Produktions- und Distributionsbedingungen. Allerdings drängen sich mit diesem Entwicklungsprozess auch Fragen für Wirtschaft und den regulierend tätig werdenden Staat, insbesondere im Verbraucherschutz, auf. Privatautonomie und Vertragsfreiheit müssten im Zeitalter von „Open-Source-Denken“ und „Sharing-Economy“ ausreichend entfaltet und geschützt werden. Di Fabio warnt jedoch auch vor einer antidigitalen Stimmungslage in Deutschland. Es dürfe nicht soweit kommen, dass man zunächst eine technische Entwicklung verschlafe, sodann überkritisch werde und schließlich die Entwicklung einbremse. Nicht nur Deutschland, sondern auch die Europäische Union müssten sich institutionell mit dem Thema der Digitalisierung beschäftigen. Man müsse sich nach Di Fabio Gedanken machen, wie denn eine kontinentaleuropäische Wettbewerbsordnung im Umgang mit Daten und Nutzerverhalten sowie digitalen Geschäftsmodellen sinnvollerweise aussehen könne.
Udo Di Fabio

Privatheit

Frontmatter

Privatheit beim Online-Shopping?

Die Privatheit der Nutzerinnen und Nutzer von Online-Shopping Angeboten ist ein relevantes Thema der heutigen digitalisierten Gesellschaft und stellt eine Herausforderung sowohl für die Wissenschaft als auch für die Politik dar. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind um Ihre Privatheit besorgt, weisen jedoch unzureichendes Wissen sowie einen Mangel an Motivation bezüglich des Schutzes ihrer Privatheit auf. Aus diesem Grund besteht akuter Handlungsbedarf der Entwicklung und Untersuchung nutzerorientierter und nutzerfreundlicher Schutzmaßnahmen bezüglich der Privatheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Berücksichtigung psychologischer Mechanismen zur Verarbeitung privatheitsrelevanter Hinweisreize und verhaltensbeeinflussender Einflussgrößen der Individuen sollten dabei beachtet und für die Entwicklung interdisziplinärer und nutzerorientierter Ansätze zum Schutz der Privatheit beim Online-Shopping herangezogen werden.
Johanna Schäwel, Nicole C. Krämer

Selbstbestimmungspraktiken in der Datenökonomie: Gesellschaftlicher Widerspruch oder ‚privates‘ Paradox?

Seit mehr als zehn Jahren stellen Studien immer wieder grundlegende Diskrepanzen zwischen Verbraucherpräferenzen und -verhalten im Internet fest: Privatheitssorgen übersetzten sich kaum in datenschutzaffines Verhalten. Unser Beitrag lokalisiert die Gründe für dieses sog. Privacy Paradox’ auf Ebene gesellschaftsstruktureller Widersprüche: Er argumentiert mithilfe Giddensscher Praxistheorie, dass Verbraucherinnen in den datenökonomischen Strukturen digitaler Gesellschaften mit der doppelten und widersprüchlichen Anforderung konfrontiert sind, einerseits Daten großzügig mit anderen Instanzen zu teilen, um sich als digital-vernetzte Subjekte zu konstituieren; während sie andererseits doch datensparsam agieren sollen. Der Widerspruch zwischen diesen beiden Formen informationeller Selbstbestimmung kann nicht alltagspraktisch vermittelt werden. Um Selbstbestimmung zu gewährleisten, muss deshalb nach neuen Formen der Verbraucherbeteiligung auf Ebene der Infrastruktur-Gestaltung gesucht werden.
Jörn Lamla, Carsten Ochs

Information

Frontmatter

Kontinuierliches A/B-Testing zur Optimierung von Spielerbindung und Monetarisierung bei „Freemium“-Spielen

Handyspiele sind beliebt bei Kindern und Jugendlichen. Viele davon enthalten jedoch Mechanismen, die ganz gezielt eingesetzt werden, um die Spielzeit oder Spielhäufigkeit zu erhöhen („Aufmerksamkeitsheischer“). Andere Mechanismen erhöhen die Bereitschaft zu ‚in-App-Käufen‘ („Geldzieher“). Hier zeigen wir an zwei bekannten Handyspielen den Einsatz einiger dieser Mechanismen auf und diskutieren, wie Spieledesigner ihre Effektivität mit sogenannten A/B-Tests ständig verbessern können. Im Extremfall könnten diese Test sogar dafür genutzt werden, um für jede Nutzerin die für sie am stärksten wirksame Mischung an Aufmerksamkeitsheischern und Geldziehern zu identifizieren. Während die entsprechenden Firmen immer mehr Erfahrung über die Wirksamkeit dieser Mechanismen sammeln, weiß die Öffentlichkeit fast nichts darüber – hier ist dringend mehr Forschung notwendig, um Verbraucher zu informieren und insbesondere Kinder und Jugendliche wirksam schützen zu können.
Katharina A. Zweig, Bernd Lachmann, Christian Montag, Marc Herrlich

Paradoxien der Nutzung von IT-Systemen

Paradoxien: Paradoxien sind in den Wissenschaften weithin geläufig, auch wenn in den Kulturwissenschaften Paradoxien häufig durch Präsuppositionen bedingt sind, die selten einer Problematisierung unterzogen werden. Paradoxien haben für die Wissenschaft einen hohen Stellenwert, da sie es ermöglichen, die Begründungstiefe von Aussagen zu erhöhen. Auch die Offenlegung von denkmöglichen Präsuppositionen, die existieren müssen, um aus einer Aussage ein Paradoxon werden zu lassen, wird als zusätzliche Begründung verstanden. Es wird deutlich, in welchem Zusammenhang resp. Kontext die Aussagen gelten.
Unternehmen: Der Einsatz von Informationstechnologien in Unternehmen hat eine lange Tradition und es wird i. d. R. die Erwartungshaltung geteilt, dass der Einsatz von Technologien zu einem positiven Produktivitätseffekt führt. Die mangelnde Sichtbarkeit von Investitionen in IT in Produktivitätsstatistiken hat zu der Formulierung des sogenannten Produktivitätsparadoxons der Informationstechnik für Unternehmen geführt. Es wird diskutiert, ob und unter welchen Bedingungen eine solche Aussage paradox ist.
Individuum: Die Nutzung von Informationstechnologien durch Individuen ist insbesondere im Zuge der Verbreitung des Smartphones weithin sichtbar geworden. Dabei ist die Nutzung von IT-Systemen durch Subjekte in einem beruflichen Kontext seit geraumer Zeit Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und findet nicht zuletzt auch in der Diskussion des Produktivitätsparadoxons für Unternehmen seine implizite Würdigung. Es scheint aber begründete Zweifel zu geben, ob die Nutzung individueller Informationssysteme die Vorteile nach sich ziehen, wie dies aktuell propagiert wird. Anhand des Leistungs- und Verhaltensparadoxons der individuellen Nutzung von Informationstechnologien sollen mögliche paradoxe Situationen untersucht werden.
Gesellschaft: Aus einer übergeordneten Perspektive, der Gesellschaft, ist der Einsatz von Informationstechnologien hinsichtlich der dortigen institutionellen Arrangements zu analysieren. Gibt es Paradoxien bei der Nutzung von Informationstechnologien, die die Kerne einer freiheitlichen Gesellschaft, zu der die Demokratie mitsamt einer entsprechenden Wettbewerbsordnung gehören, gefährden? Die Forderung nach mehr IT-Einsatz wäre dann vor dem Hintergrund der Grundwerte einer freiheitlichen Ordnung paradox.
Reinhard Schütte

Nachhaltiger Konsum

Frontmatter

Wider „besseres“ Wissen? Zum Spannungsverhältnis von Mode und Nachhaltigkeit aus Sicht von Verbraucher*innen

Der folgende Beitrag bietet zunächst einen Einblick in die Nachhaltigkeitsprobleme des Bekleidungssystems, um daraus Ansätze für einen nachhaltigeren Bekleidungskonsum abzuleiten. Daran schließt sich die Vorstellung empirischer Ergebnisse zu dem Problembewusstsein privater Konsument*innen über die ökologischen und sozialen Wirkungen der Produktion von Kleidung an. Einen Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Konsument*innen mit dem Spannungsverhältnis von Mode und Nachhaltigkeit umgehen. Diskutiert werden die Bedeutung der räumlichen Trennung von Produktion und Konsum sowie verschiedene Strategien zur Vermeidung kognitiver Dissonanzen. Darüber hinaus lässt sich die Diskrepanz zwischen einem eher abstrakten Wissen über die ökologischen und sozialen Probleme in der textilen Kette einerseits und unzureichenden Informationen über die konkreten Kleidungsstücke auf dem Ladentisch anderseits zeigen. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die allgemeinen Informationen in das Alltagshandeln übersetzt und eingeordnet werden müss(t)en, wofür bislang jedoch geeignete Unterstützungsformen fehlen.
Ines Weller

Auf dem Weg in die vernetzte (Verbraucher-)Zukunft – Widersprüche der Digitalisierung für den nachhaltigen Konsum

„Alles wird sich ändern, es wird eine neue Welt!“ Dieser prophetische Ruf aus der IT-Branche ist inzwischen zur gängigen öffentlichen Einschätzung der gesellschaftlichen Tragweite der Digitalisierung geworden. Unzählige Zeitungsartikel und Blogbeiträge zur Digitalisierung beginnen mit der Aussage, dass diese unser Leben von Grund auf umkrempeln wird. Der Bereich des individuellen Konsums ist augenscheinlich ein gutes Beispiel, welche ambivalenten Wirkungen der gesellschaftliche Megatrend der Digitalisierung mit Blick auf die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung üben kann. Der folgende Beitrag geht der Frage nach, welche Chance und Risiken Digitalisierung für den nachhaltigen Konsum bereithält, und welche politischen Maßnahmen einen ‚nachhaltigen digitalen Konsum‘ begünstigen können. Online-Shopping gehört in den früh industrialisierten Ländern längst zum Alltag eines signifikanten Anteils der Bevölkerung. Wie wirkt sich die Digitalisierung darauf aus, welche Produkte und Dienstleistungen wir konsumieren? Und wie beeinflusst sie das Konsumniveau insgesamt? Für eine sozial-ökologische Transformation unserer Konsumweisen wären zwei Entwicklungen wichtig: Es müssten zum einen verstärkt nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen konsumiert werden. Zum anderen müsste das Konsumniveau in Deutschland und vielen anderen Ländern insgesamt sinken.
Tilman Santarius

Podiumsdiskussion

Frontmatter

Paradoxien des Verbraucherverhaltens – Verbraucherpolitische Implikationen

Unter dem Titel „Paradoxien des Verbraucherverhaltens – Verbraucherpolitische Implikationen“ diskutierten die Vortragenden Frau Prof. Dr. Dorothea Kübler, Frau Elisabeth Roegele, Herr Prof. Dr. Konrad Ost, Herr Dr. Wilhelm Eschweiler sowie Herr Prof. Dr. Erik Hölzl über aktuelle Phänomene und verbraucherpolitischen Handlungsbedarf. Der vorliegende Beitrag gibt den Verlauf der von Herrn Prof. Dr. Peter Kenning moderierten Diskussion in wesentlichen Punkten wieder und schließt mit der Integration von Beiträgen aus dem damals anwesenden Publikum.
Peter Kenning

Schlusswort

Frontmatter

Paradoxien des Verbraucherverhaltens und Konsequenzen für die Verbraucherforschung

Der Beitrag greift das Leitthema der Konferenz „Paradoxien des Verbraucherverhaltens“ auf und setzt zentrale Erkenntnisse in Bezug zu dem Forschungsprogramm „Normative Paradoxien“ des Frankfurter Instituts für Sozialforschung. Dafür wird das Forschungsprogramm kurz skizziert, es werden das Ausgangsproblem benannt, die zentral genutzten theoretischen Konzept angeführt und die notwendigen Elemente einer Sozialforschung aufgezählt, die in der Lage ist, derartige Paradoxien zu identifizieren und zu verstehen. In der Konsequenz wird deutlich, dass auch Verbraucherforschung nicht allein am Individuum ansetzen kann, sondern dass strukturelle Gegebenheiten und institutionelle Rahmenbedingungen in ihren je spezifischen Dynamiken und Wechselwirkungen Entscheidungsarchitekturen darstellen, die es kritisch zu erforschen gilt. Der Wissenschaft kommt so auch die Aufgabe zu, fundierte Forderungen an die beteiligten Akteure zu formulieren, die sich aus der geteilten Orientierung an normativen Ansprüchen ergeben und die dazu beitragen sollen, unerwünschte Effekte bzw. normative Paradoxien zu vermeiden. Am Ende des Beitrages werden einige Konsequenzen für die zukünftige Verbraucherforschung benannt.
Birgit Blättel-Mink
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