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Über dieses Buch

In diesem Open-Access-Buch liefert Viviane Schachler die erste umfassende Bestandsaufnahme dazu, wie die Mitwirkung und Mitbestimmung in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) jenseits der rechtlichen Vorgaben tatsächlich ausfällt. Werkstatträte sind die gewählte Interessenvertretung von rund 300.000 Menschen mit Behinderungen in WfbM, wozu seit 2001 die Werkstätten-Mitwirkungsverordnung besteht. Mit einer Mixed-Methods-Studie kann – u. a. in Form von Indizes, Zusammenhangs- und Regressionsanalysen – nachgezeichnet werden, wie aktiv, autonom und durchsetzungsstark die Gremien arbeiten. Damit gelingt es, das Postulat der Partizipation von Menschen mit Behinderungen mit einer konkreten Beteiligungsform näher auszuführen und diese empirisch fundiert in den fachlichen Diskurs der Teilhabeforschung einzuordnen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Open Access

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Wozu gibt es Werkstatträte in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)? Wie charakterisieren sich die dortigen Arbeitsbeziehungen? Wie arbeiten Werkstatträte und gelingt es ihnen, ihre Rechte zu mobilisieren? Kann sich in einem separierenden System Partizipation vollziehen und ist es gerechtfertigt, den Beteiligungsanspruch in WfbM bzw. dessen Einlösung als Partizipation zu bezeichnen? Fragen wie diese gaben den Impuls dazu, die Thematik der Werkstatträte in dieser Arbeit aufzugreifen. Nach Artikel 27 Abs. 1 UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist eine gleichberechtigte Erwerbsarbeit von Menschen mit Behinderungen in einem „integrativen“ Umfeld normativ intendiert. Gleichwohl vollzieht sich in Deutschland die berufliche Realität für derzeit rund 300.000 Personen mit Behinderungen in WfbM (Bundesarbeitsgemeinschaft WfbM e. V. [BAG WfbM], 2020a).
Viviane Schachler

Open Access

Kapitel 2. Partizipation und betriebliche Beteiligung

Zusammenfassung
Als Modus der Beteiligung ist Partizipation ein „Kernelement demokratischer Systeme“ (Alcántara, Bach, Kuhn & Ullrich, 2016, S. 1) und in den verschiedensten Zusammenhängen anzutreffen. Neben dem politischen System (ebd.) findet sich der Begriff als „Argumentationsfigur“ (Pluto, 2007, S. 25) im schulischen Bereich (Palentien & Hurrelmann, 2003), in der Arbeitswelt (siehe Abschnitt 1.2) und vielen Bereichen mehr (Schnurr, 2011, S. 1069). Auch das „Engagement von Werkstatträten“ (Schlummer, 2015) bzw. deren Beteiligung (Cannizzaro, Hartmann & Olivia, 2020; Berg, 2020) oder die „Subjektperspektive“ der Werkstattratsmitglieder (Nieß, 2016) werden unter dem Slogan von Partizipation verhandelt.
Viviane Schachler

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Kapitel 3. Betriebliche Beteiligung in Werkstätten für behinderte Menschen

Zusammenfassung
Wenngleich nach dem SGB IX verschiedene Möglichkeiten und Nachteilsausgleiche zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen möglich sind, dominieren WfbM die Leistungserbringung. Die Entwicklung der Werkstätten in der heutigen Form begann Ende der 1950er-Jahre. In Abschnitt 3.1 wird dieser Arbeitsort aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Im darauf folgenden Abschnitt 3.2 wird der besondere Status der Werkstattbeschäftigten betrachtet, aus dem sich schließlich die werkstattspezifischen Vorgaben für Werkstatträte ergeben.
Viviane Schachler

Open Access

Kapitel 4. Betriebliche Beteiligung in der Umsetzung

Zusammenfassung
In Abschnitt 2.2 wurden die Merkmale des deutschen Modells der Arbeitsbeziehungen vorgestellt und die rechtlichen Grundlagen zur Einbindung und Arbeitsweise von Betriebsräten skizziert. Abschnitt 3.3 stellte die in Analogie dazu entstandene betriebliche Interessenvertretung in WfbM und die verordnungsrechtlichen Befugnisse von Werkstatträten vor. Zunächst die gesetzliche Ausrichtung der Arbeit von Betriebsräten zu behandeln und anschließend die Vorgaben zur Arbeit der Werkstatträte zu fokussieren war erforderlich, da die WMVO in Anlehnung an die Regelungen des BetrVG entstanden ist (Cramer, 2009, S. 387) und sich die Vorgaben so besser nachvollziehen lassen.
Viviane Schachler

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Kapitel 5. Methodische Konzeption und Durchführung der empirischen Studie

Zusammenfassung
Um ein umfängliches Wissen über den Forschungsgegenstand zu generieren, das sowohl in einer fallorientierten Sichtweise die alltäglichen Handlungserfahrungen der Beteiligten abbildet als auch aussagekräftige Aussagen erlaubt, wurde ein Mixed-Methods-Ansatz verwendet. Diese Vorgehensweise wird in Abschnitt 5.1 erläutert und begründet. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde ein exploratives sequenzielles Design (Verallgemeinerungsmodell) gewählt, das mit einer qualitativen Erhebungsphase begann.
Viviane Schachler

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Kapitel 6. Qualitative Erhebungsergebnisse

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der qualitativen Erhebungsphase dargestellt. Auf Basis der deskriptiven Übersicht über die Diskussionsinhalte und Kategorienbeschreibungen (Abschnitt 6.1) erfolgt in Abschnitt 6.2 eine Analyse der Inhalte, um Antworten auf die qualitativen Forschungsfragen zu finden. Die Einordnung in vorhandene Forschungsergebnisse und in theoretische Bezüge ist als integrierte Analyse und Interpretation der qualitativen und quantitativen Erhebungsergebnisse in Kapitel 8 enthalten.
Viviane Schachler

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Kapitel 7. Quantitative Erhebungsergebnisse

Zusammenfassung
In diesem Teil der Arbeit erfolgt die deskriptive Ergebnisdarstellung (Abschnitt 7.1) und die konfirmatorische Ergebnisanalyse (Abschnitt 7.2).
Viviane Schachler

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Kapitel 8. Integrierte Datenanalyse und Interpretation

Zusammenfassung
Um Werkstattratsarbeit umfänglich zu untersuchen und die Fragen dieser Arbeit mehrperspektivisch beantworten zu können, wurde ein qualitativ-quantitatives Vertiefungsdesign gewählt. Die sequenziell gewonnenen Ergebnisse wurden in den vorangegangenen Kapiteln im Detail vorgestellt und analysiert. Um umfassende empirische Antworten auf die leitenden Fragen der Arbeit zu finden, werden die Ergebnisse nun gemeinsam betrachtet.
Viviane Schachler

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Kapitel 9. Resümee, Handlungsempfehlungen und Forschungsbedarfe

Zusammenfassung
Dieses Zitat aus den durchgeführten Erhebungen deutet die Auslegung von Werkstattratsarbeit aus Sicht einer Vertrauens-/Assistenzperson an. Diese Deutungsperspektive betont die Entwicklungsprozesse, die sich für Werkstattbeschäftigte durch die Arbeit der Interessenvertretung in eigener Sache ergeben. Die Worte lassen an das Potenzial für Selbstwirksamkeitserfahrungen denken, die mit Werkstattratsarbeit verbunden sind.
Viviane Schachler

Backmatter

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