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06.09.2019 | Personalentwicklung | Im Fokus | Onlineartikel

Was Generation X, Y und Z vom Job erwarten

Autor:
Annette Speck
4 Min. Lesedauer

Natürlich stehen 20-Jährige dem Arbeitsleben anders gegenüber als Mitvierziger. Junge Berufseinsteiger heute suchen etwa verstärkt nach verantwortungsbewussten Arbeitgebern. Zudem sind sie besonders karriereorientiert.

 

Der Generation Z, also den 18- bis 24-Jährigen, haftet nicht das beste Image auf dem Arbeitsmarkt an: Defizite bei Grundkompetenzen, wenig fokussiert, ohne Karrierewillen, geringe Belastbarkeit, aber hohe Ansprüche an Vergütung und Arbeitszeiten, lauten einige Kritikpunkte. Doch kommen Arbeitgeber kaum drumherum, aus dieser Generation ihren Nachwuchs zu rekrutieren – und machen womöglich selbst ganz andere Erfahrungen mit den Berufsanfängern.

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Erfolgsfaktoren im Kampf um die Besten

Talente werden knapp auf dem Arbeitsmarkt. Der demographische Wandel und der wirtschaftliche Aufschwung haben die Zahl der auf dem Arbeitsmarkt verfügbaren Fachkräfte stagnieren lassen – und diese Entwicklung verschärft sich.

 

Babyboomers legen größten Wert auf das Gehalt

Denn die Employer-Brand-Studie 2019 von Randstad stellt beispielsweise fest, dass die Generation Z karriereorientierter ist als der Durchschnitt der 18- bis 64-jährigen Arbeitskräfte in Deutschland. Gleichzeitig spielen für die junge Generation Kriterien wie finanzielle Sicherheit, Flexibilität und Arbeitsplatzsicherheit bei der Jobwahl eine geringere Rolle als bei den älteren Arbeitskräften. So ist ein attraktives Gehalt nur für 53 Prozent der 18- bis 24-Jährigen das Top-Kriterium gegenüber 57 Prozent bei den 25- bis 34-Jährigen (Millennials), 61 Prozent bei den 35- bis 54-Jährigen (Generation X) und 65 Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen (Babyboomers). Ferner nennen auch nur 48 Prozent der jungen Generation Jobsicherheit als entscheidenden Faktor (Millennials: 53 Prozent; GenX: 62 Prozent; Babyboomers: 66 Prozent).

Wie die Randstad-Studie, für die in Deutschland 6.312 Personen zwischen 18 und 64 Jahren im Dezember 2018/Januar 2019 befragt wurden, außerdem ergab, legt die Generation Z vergleichsweise großen Wert auf die Corporate Social Responsibility des potenziellen Arbeitgebers. 24 Prozent würden sich bei ihrer Bewerbung für ein verantwortungsbewusst agierendes Unternehmen entscheiden. In den anderen Altersgruppen ist es jeweils unter ein Fünftel. Unterschiede gibt es zudem beim Thema Diversity und Inklusion. Auch dies ist den Nachwuchskräften deutlich wichtiger als allen anderen Generationen.

Work-Life-Balance für junge Leute wichtig

Auffällig ist ferner, dass nur für 28 Prozent der alten Hasen ab 55 Jahren die Work-Life-Balance ein wichtiges Jobkriterium ist. Generation Z und Millennials sehen das ganz anders. Für vier von zehn Unter-35-Jährigen ist die Freizeit ein entscheidendes Kriterium für die Jobwahl. Wenig Abweichungen gibt es hingegen in punkto Reputation der Firma. In allen Altersgruppen ist dies für rund ein Fünftel der Befragten ein relevanter Aspekt bei der Arbeitgeberwahl. 

Einen Einblick speziell in die Arbeitsweltvorstellungen von Studierenden liefert darüber hinaus der Universum Student Survey 2019. Und auch er zeigt, dass Jüngere und Ältere sich in ihren Wünschen und Erwartungen unterscheiden. So ergab die Umfrage unter 46.904 Studierenden in Deutschland zwischen Oktober 2018 und April 2019, dass fachübergreifend für die Generation Z ein sicherer Job das Top-Karriereziel ist. An zweiter Stelle steht die Work-Life-Balance. Letzteres hat hingegen für die Millennials höchste Priorität. Auch in der Beurteilung dessen, was einen Arbeitgeber attraktiv macht, unterscheiden sich die Altersgruppen.

Diese Eigenschaften machen Arbeitgeber für Studierende attraktiv

Für Generation Z

Rang

Für Generation Y / Millennials

Hohes Einkommen in der Zukunft

1

Attraktives Grundgehalt

Attraktives Grundgehalt

2

Hohes Einkommen in der Zukunft

Vielfältige Arbeitsaufgaben

3

Professionelles Training & Weiterentwicklung

Sichere Anstellung

4

Sichere Anstellung

Möglichkeiten, Führungsaufgaben zu übernehmen

5

Vielfältige Arbeitsaufgaben

Quelle: Universum Student Survey 2019

Passende Mitarbeiter durch Employer Branding finden 

"Die Ergebnisse des Student Survey 2019 deuten darauf hin, dass sich zukünftige Angestellte in ihren Vorstellungen und Erwartungen durchaus unterscheiden, je nachdem zu welcher Generation sie gehören. Für Unternehmen sind diese Ergebnisse spannend, um Talente besser zu verstehen und gezielt mit den passenden Inhalten anzusprechen“, sagt Tina Smetana, Country-Managerin Deutschland bei Universum.

Mit dem Generationenwechsel geht ganz offensichtlich auch ein Wertewandel einher. "Weiche Faktoren wie das Betriebsklima, flexible Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden immer wichtiger, während harte Faktoren wie die Karrieremöglichkeiten und das Gehalt an Bedeutung einbüßen",  erklären Franz-Rudolf Esch et al. in dem Buchkapitel "Employer Branding: Right Potentials gewinnen" (Seite 962). Um im War for Talents nun die richtigen Kandidaten zu gewinnen, müsse auch der Fit zwischen den grundlegenden Werten des potenziellen Bewerbers und denen der Unternehmensmarke stimmen. Darüber hinaus kommt dem Employer Branding große Bedeutung zu.

Die Springer-Autoren empfehlen folgende fünf Schritte für ein erfolgreiches Employer Branding (Seite 971ff):

  1. Status quo Analyse als Grundlage der Employer Brand Definition
  2. Ableitung der Employer Branding Strategie und der Employer Value Proposition
  3. Interne Verankerung der Employer Brand
  4. Externe Umsetzung der Employer Brand
  5. Erfolgskontrolle 

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