Wenn Weiterbildung verpufft
- 02.12.2025
- Personalentwicklung
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Berufliche Weiterbildungsprogramme gibt es zwar fast überall, doch sie laufen ins Leere, wie eine globale Studie zeigt. HR steht vor der Herausforderung, veraltete Ansätze zu überwinden und skill-basierte Strategien zu etablieren.
Fast allen Mitarbeitenden fällt es schwer, ihre Fähigkeiten richtig einzuschätzen, so das Ergebnis einer Studie. Die Aufgabe von Organisationen ist, Wissenslücken zu erkennen und mit gezielten Programmen zu schließen.
izusek / Getty Images / iStock [Sujetbild mit Modellen]
Künstliche Intelligenz (KI), digitale Transformation, neue Geschäftsmodelle: Die Anforderungen an Mitarbeitende verändern sich rasant und Weiterbildungsinitiativen sind auch in deutschen Unternehmen keine Mangelware, nur bleibt ihre Wirkung weitgehend aus.
Lediglich zehn Prozent der HR- und L&D-Fachkräfte (Learning & Development) weltweit sind überzeugt, dass ihre Belegschaft über die erforderlichen Kompetenzen verfügt, um die Geschäftsziele in den nächsten zwölf bis 24 Monaten zu erreichen.
Das ergibt die globale Skillsoft-Umfrage "2025 Global Skills Intelligence Survey". Befragt wurden weltweit 1.000 Personaler und Weiterbildungsexperten, die in ihren Unternehmen Weiterbildungsprogramme einsetzen oder deren Einführung in den nächsten zwölf Monaten planen.
Weiterbildung läuft sich selbst hinterher
Auf den ersten Blick scheinen Unternehmen weltweit um die Personalentwicklung bemüht. Rund 85 Prozent der Befragten bieten ein entsprechendes Programm an. Doch der Schein trügt. Die Studie zeigt nämlich auch, dass veraltete Ansätze an der Tagesordnung sind. Nur sechs Prozent aller Befragten bewerten ihr Programm als "hervorragend" und lediglich 20 Prozent glauben, dass es mit den Unternehmenszielen übereinstimme.
Die Ursachen für dieses Scheitern sind vielfältig: Die bestehenden Programme und Systeme können nicht mehr mit dem Tempo des Wandels Schritt halten. Sie sind zu fragmentiert, zu manuell, zu wenig individualisierbar. Weniger als ein Viertel der Befragten (24 Prozent) setzt auf eine einheitliche Plattform, die einen klaren Überblick über die Fähigkeiten der Belegschaft liefert. Diese Einschränkungen erschweren es, die Fähigkeiten von Mitarbeitenden zu messen, ihre Defizite zu beheben und die Belegschaft für das Tempo des Wandels fit zu machen.
Wo die Talententwicklung in deutschen Unternehmen an ihre Grenzen stößt:
Organisatorische Hürden: | Zukunftssorgen: |
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Dunning-Kruger-Effekt verhindert Unternehmensziele
Eine weitere Herausforderung kommt erschwerend hinzu: 96 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, dass Mitarbeitende ihr Wissen und Können überschätzen. Die objektive Beurteilung des eigenen Knowledge-Gaps wird am häufigsten in den Bereichen Führung, Technologie und KI-Fachwissen vermisst.
Verzerrte Selbstwahrnehmung, auch Dunning-Kruger-Effekt genannt, hat konkrete Folgen: Sie beeinflusst Projektzeitpläne (35 Prozent), beeinträchtigt den Teamzusammenhalt (34 Prozent) und sorgt für unrealistische Erwartungen (34 Prozent). Überhaupt messen nur 18 Prozent der Befragten weltweit und in Deutschland die Erfolge ihrer Weiterbildungsprogramme regelmäßig. Was tun?
Personalentwicklung ist der Schlüssel zur Transformation
Um Wissenslücken zu füllen und ihre Mitarbeitenden mit gezielten Weiterbildungsmaßnahmen auf Zukunftsthemen vorzubereiten, sollten Unternehmen nach Empfehlung der Studienexperten:
- Skills-Intelligence implementieren,
- auf integrierte Plattformen statt fragmentierter Lösungen setzen,
- KI-gestützte Lernformate nutzen.
- Alignment mit Geschäftszielen herstellen.
Die Transformation von Unternehmen hängt letztlich von der Stärke, Anpassungsfähigkeit und dem Know-how der Belegschaft ab und damit von dem Wollen und Können aller Personalverantwortlichen, diese systematisch zu entwickeln.