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08.05.2019 | Personalführung | Im Fokus | Onlineartikel

Fehlende Konsequenzkultur macht agile Teams träge

Autor:
Bianca Fuhrmann

Wer agil auf Marktsituationen reagieren will, muss permanent aus Fehlern lernen und die richtigen Konsequenzen ziehen können, sonst wird aus dem Schnellboot ein träger Dampfer. Ein Gastbeitrag von Springer-Autorin und Beraterin Bianca Fuhrmann.


Die agile Transformation verspricht viel, doch umsetzen können es in der Realität nur wenige Teams. Ob die Reorganisation zum agilen Unternehmen gelungen ist, lässt sich unter anderem an der signifikanten Verkürzung von Lieferzeiten feststellen, an der flexiblen Erfüllung von Kundenwünschen und besonders an der Fähigkeit, aus Fehlern lernen und die richtigen Konsequenzen ziehen zu können. Gerade am letzteren Punkt scheitern viele Teams, was schlussendlich agile Teams träge macht und für die Unternehmen teuer wird.

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Konsequenzkultur als Basis für Erfolg und nachhaltiges Wachstum

Deshalb brauchen agile Teams Führungskräfte, die stark führen , die ihre Teams befähigen, aus Fehlern zu lernen und eine bessere Handlungsalternative zu finden und konsequent umzusetzen. Hierzu muss die Führungskraft als gutes Vorbild vorangehen und selbst mit Klarheit und Konsequenz führen und gleichzeitig ihre Mitarbeiter zu einem konsequenten Miteinander ermutigen.

Fehler- und Lernkultur funktioniert nur mit Konsequenzkultur

Hierzu muss das Team lernen, dass ein Fehler nur dann ein guter Fehler ist, wenn daraus gelernt wird und konsequent Wege eingeschlagen werden, mithilfe derer der Fehler nicht mehr entstehen kann. Dafür braucht es eine positive Einstellung zu Feedback und Fehlern. Keiner handelt absolut fehlerfrei. Niemand ist allwissend. Nur ein bewusster Umgang mit den Fehlern macht agile Teams stark und schnell. Gerade wer an Schnelligkeit gewinnen will, sollte Fehler bewusst erlauben und konsequent die richtigen Schritte daraus ableiten.

Wie lässt sich eine Fehler-, Lern- und Konsequenzkultur etablieren?

Gerade in agilen Teams gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sich optimal dafür anbieten, wie beispielsweise das Retrospektiv-Meeting, einen Lessons-Learned-Workshop, die Feedback Loops oder ganz banal das Eins-zu-Eins-Gespräch zwischen Teammitgliedern oder Mitarbeiter und Führungskraft.

Ziel ist es, das Team durch eine Systematik zu befähigen, aus Fehlern zu lernen und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Dafür braucht es eine kritische Reflexion der Fehler, um die entsprechenden Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Deshalb müssen Abhängigkeiten und Engpässe sichtbar gemacht werden. Im Anschluss daran sollte der Fehler stets noch einmal bewusst wahrgenommen werden und die Herleitung der Konsequenzen für alle Teammitglieder eindeutig dargestellt werden. So kann jedes Mitglied des Teams aus Fehlern anderer lernen, ohne sie selbst begangen zu haben.

Drei Dinge sind dabei besonders wichtig:

  1. Derjenige, der den Fehler begangen hat, sollte nicht an den Pranger gestellt werden. Stattdessen sollte demjenigen im Namen des Teams gedankt werden. Denn so hat das Team die Chance zu wachsen.

  2. Jedem Teammitglied muss klar sein, warum diese Konsequenzen gezogen wurden. Ist das Warum nicht für jeden einleuchtend, kommt es mangels Verständnis zum Widerstand gegen die Umsetzung und im schlimmsten Fall zu keiner Umsetzung.

  3. Die Verbesserungsmaßnahme muss konsequent umgesetzt werden, da der Lerneffekt sonst verpufft. Hier ist es hilfreich, wenn bis zum nächsten Meeting eine Fehlerverfolgung, die Erfolgsdarstellung und Erfolgsmessung stattfinden.

Fazit: Ohne Konsequenzkultur werden agile Teams träge und teuer

Damit eine Konsequenzkultur ihre volle Kraft entfalten kann, müssen alle Teammitglieder, die Führungskräfte und die Geschäftsleitung eine Konsequenzkultur vorleben. Hierfür braucht es das richtige Mindset, das dafür sorgt, dass zum einen keine Angst vor Fehlern besteht und zum anderen die richtigen Schlussfolgerungen aus den Fehlern gezogen und die entsprechenden Schritte konsequent umgesetzt werden. Denn immer dann, wenn ein Fehler mehrmals begangen wird und keine Konsequenzen erfolgen, zahlt letztendlich das Unternehmen drauf.

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Quelle:
Überlebenselixier Agilität

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