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24.08.2018 | Personalmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Steuerfachleute sind heiß begehrt

Autor:
Sylvia Meier

Die Zahl der Stellenangebote für Finanz- und Controlling-Fachkräfte in Unternehmen und Kreditinstituten bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau. Gesucht sind derzeit vor allem Tax Manager. 

Der Fachkräfte-Index des Personaldienstleisters Hays für das zweite Quartal 2018 zeigt, dass Finanzprofis immer noch sehr gefragt sind. Zwar wurden die Rekordwerte aus dem ersten Quartal 2018 nicht erreicht (minus acht Punkte). Der Indexwert ist jedoch mit 149 Punkten der zweithöchste, wenn man die vergangenen drei Jahre betrachtet. 

Viele Unternehmen suchen Tax Manager 

Interessant ist, dass erneut Tax Manager bei der Analyse hervorstechen. Bereits im ersten Quartal 2018 wurde mit 208 ein enorm hoher Indexwert erreicht. Im zweiten Quartal stieg dieser Wert erneut um 13 Punkte auf 221. Dass gerade diese Fachkräfte in den Unternehmen und Banken sehr gefragt ist, hat seine Ursache in der komplexen und aufwendigen Prüfung und Einhaltung der steuerrelevanten Vorschriften im Rechnungswesen. Verstöße hiergegen kommen den Unternehmen teuer zu stehen.  

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Bei der Umsetzung der einzelnen Bausteine des Tax CMS sollte sich jeder Anwender zunächst vier grundlegender Fakten bewusst werden, die für jedes Tax CMS wichtig sind.


So stellt Springer-Autor Walter Pielke in seinem Buch "Tax Compliance" fest: "Die Rahmenbedingungen für die Behandlung von Unregelmäßigkeiten in der Besteuerungspraxis haben sich durch eine Verschärfung der Rechtsprechung und des Rechtsrahmens zuungunsten der Steuerpflichtigen verändert." Unternehmen brauchen deshalb Know-how. Dies spiegelt sich auf dem Stellenmarkt mit den vielen Ausschreibungen für Tax Manager offensichtlich wieder.


Politische Unsicherheit beeinflusst Unternehmen

Etwas weniger gesucht im Vergleich zum Vorquartal wurden Finanzberater, Risikomanager und Wirtschaftsprüfer. Deutlich weniger Ausschreibungen gab es für Finanzbuchhhalter und Controller. "Die Nachfrage nach Spezialisten bewegt sich nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Im letzten Quartal hat sich jedoch das weltweite Klima durch die Einführung von Zöllen und politische Ungereimtheiten auf den Stellenmarkt ausgewirkt. Unternehmen sind bei der Einstellung neuer Mitarbeiter vorsichtiger gewesen und warten ab, wie sich die Großwetterlage entwickelt", kommentiert Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender von Hays, den aktuellen Index.

Betrachtet man die einzelnen Branchen, zeigt sich, dass vor allem Finanzdienstleister im zweiten Quartal 2018 Stellen im Finance-Bereich ausgeschrieben haben. Doch auch IT-Unternehmen und Unternehmen im Handel haben an diesen Fachleuten Interesse. Weniger Stellenanzeigen wurden dagegen von Personaldienstleistern (minus 18 Punkte) und Versicherern (minus 25 Punkte) aufgegeben.

Frankfurt liegt bei Gehältern an der Spitze

Spitzenreiter bei der Vergütung bleibt für Finance-Jobs die Bankenmetropole Frankfurt am Main. Laut der aktuellen Gehaltsübersicht von Robert Half für das Jahr 2018 planen mehr als 90 Prozent der Finanzverantwortlichen, ihren Mitarbeitern mehr zu bezahlen. Ein Mitgrund hierfür könnte sein, dass Finance-Fachkräfte in den Unternehmen stärker gefordert sind als bisher. Denn laut Robert Half sind aufgrund der zunehmend digitalisierten Arbeitsprozesse in den Finanzabteilungen IT-affine Mitarbeiter besonders wichtig. Das gilt vor allem für die Bereiche Finanzplanung, Lohn- sowie Kreditorenbuchhaltung. Auf diese Sparten wirkt sich die Digitalisierung laut den befragten Unternehmen in den kommenden fünf Jahren am stärksten aus. 

Viele der für diese Jobs wichtigen Kompetenzen, zum Beispiel Software- und Programmierfähigkeiten, sind laut der Analyse von Robert Half in den Finanzabteilungen noch stark ausbaufähig. Zusätzlich zum IT-Know-how werden Mitarbeitern auf allen Ebenen aufgrund des digitalen Wandels in den Unternehmen auch ein digitales Verständnis, strategisches Denken, erhöhte Problemlösungskompetenz sowie Kreativität abverlangt. Aus Sicht von Christian Umbs, Managing Director beim Personaldienstleister Robert Half, müssen sich "Fachkräfte im Finanz- und Rechnungswesen in immer kürzeren Zyklen neue Kompetenzen aneignen." Benötigte Software-Kenntnisse zu SAP oder Datev verdeutlichten diese Entwicklung, erklärt er im Interview mit Springer Professional. 

Controller noch immer gesucht

Auch wenn im zweiten Quartal weniger Jobs in derzeitigen Stellenanzeigen auf Controller entfallen, ist der Wert dennoch relativ hoch. Schaut man sich die Funktionen beispielsweise in Dax-Unternehmen an, hat sich das Berufsbild stetig gewandelt und in den vergangenen Jahren zunehmend ausdifferenziert, schreiben Frank Bensberg, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Osnabrück, und Gandalf Buscher, Produkt Manager bei der Deutschen Telekom, in ihrem Beitrag "Controller gesucht! Kompetenzen und Berufsbilder" in der Zeitschrift Controlling & Management Review (August-Ausgabe 2017, Seite 8 ff.) Kosten-Controller seien primär bei den traditionellen Industrieunternehmen tätig, während Risiko-Controller im Finanzdienstleistungssektor Karrierechancen haben.

Der Bedarf an Mitarbeitern über alle Branchen hinweg könnte mit den gestiegenen Anforderungen an das Finanz- und Rechnungswesen zusammenhängen, allen voran im Controlling. So stellt Springer-Autor Ralf Schmid-Gundram in seiner Einleitung zum Buch "Controlling-Praxis im Mittelstand" (Seite 3) fest: "Ein Unternehmen lässt sich heutzutage nur durch fundierte und nicht durch instinktive bzw. willkürliche Geschäftsentscheidungen dauerhaft erfolgreich führen. Die beste Basis hierzu sind Fakten, Prognosen und Trends – mit einem Wort: Controlling." Er stellt jedoch auch fest (Seite 7):

Analog zur Bedeutung des Controllings haben sich in den letzten Jahrzehnten auch die Anforderungen, die an das Controlling und ein für das Unternehmen zweckmäßiges Controllingsystem zu stellen sind, gewandelt."

Fachkräftemangel verändert Bewerberverhalten 

Der Fachkräftemangel führt bei den Finanzvorständen bereits zu Kopfzerbrechen. Das zeigt der aktuelle Deloitte CFO Survey. Hier wird das Fehlen qualifizierter Mitarbeiter als derzeit größter Risikofaktor identifiziert. Unbesetzte Stellen, vor allem in der Finanzabteilung, belasten das gesamte Unternehmen. Laut einer Analyse von Robert Half führt dies bei der Belegschaft zu Produktionsverlusten (37 Prozent), einer schlechteren Work-Life-Balance (19 Prozent) und einer niedrigen Arbeitsmoral (15 Prozent). 

Doch Bewerber für freie Stellen sind nicht nur schwer zu finden, sondern auch ungeduldig. Robert Half hat 200 CFOs befragt und festgestellt: Unternehmen mit einem langfristigen Bewerbungsprozess riskieren, dass potenzielle Kandidaten abspringen. "Den meisten Bewerbern liegen mehrere Angebote parallel vor. Sie können sich das beste aussuchen", beschreibt Sladjan Petkovic, Managing Director bei Robert Half, den Kampf um die begehrten Finanzfachkräfte. 

Banken suchen Spezialisten

In vielen Banken werden Stellen massiv abgebaut. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) hat in einer aktuellen Beschäftigtenerhebung bekannt gegeben, dass die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe im Jahr 2017 um 3,8 Prozent auf 586.250 gesunken ist. Viele Filialen wurden geschlossen und einfache Tätigkeiten automatisiert. Der AGV Banken weist jedoch auch darauf hin, dass der Bedarf an hoch qualifizierten Beschäftigten, die an der Schnittstelle zwischen IT und Bankgeschäft neue Produkte und Prozesse gestalten, gestiegen ist. 

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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Quelle:
Tax Compliance

01.11.2017 | Schwerpunkt | Ausgabe 8/2017

Controller gesucht! Kompetenzen und Berufsbilder

01.10.2016 | Controller und Manager | Ausgabe 5/2016

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