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25.11.2021 | Personalmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Qualifizierte Finanzfachkräfte sind äußerst begehrt

Autor:
Sylvia Meier
3:30 Min. Lesedauer

Um ihre berufliche Zukunft müssen sich Finance-Experten derzeit kaum sorgen. Vor allem für Compliance Manager, Finanzanalysten und Risikomanager gibt es zahlreiche Jobangebote. Viele davon kommen aus der IT-Branche.

Der Hays Fachkräfteindex für das dritte Quartal 2021 steigt gegenüber dem Vorquartal wieder deutlich an (plus neun auf 147 Punkte). Damit wird wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht. Finanzfachkräfte sind also auf dem Stellenmarkt wieder sehr gefragt. 

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Doch welche Positionen werden im Moment besonders häufig ausgeschrieben? Einen Überblick gibt die nachstehende Tabelle:

Compliance-, Risiko- und Controlling-Experten gesucht

Besonders häufig werden Jobs für folgende Positionen ausgeschrieben: 

  • Compliance Manager (+34 Punkte auf 243) 
  • Finanzanalysten (+18 Punkte auf 144)
  • Risikomanager (+16 Punkte auf 166)
  • Controller (+ 12 Punkte auf 139)
  • Wirtschaftsprüfer (+10 Punkte auf 171)

Auch Buchhalter (gesamt), Bilanzbuchhalter und Finanzbuchhalter werden deutlich mehr gesucht als noch im Vorquartal. Eher stagnierend zeigt sich die Zahl der Stellenausschreibungen allerdings für Finanzberater. Etwas rückläufig sind die Jobangebote für Tax Manager (minus zehn Punkte). Doch mit 249 Punkten insgesamt ist das Niveau weiterhin sehr hoch, denn das sich stetig verändernde Steuerrecht und seine Risiken sind ein ständiger Begleiter bei Managemententschlüssen.

Corona und Lieferketten sind Sorgenkinder im Finance-Bereich

Immer stärker rückt das Risikomanagement in den Fokus der Entscheider. So sorgt die Corona-Pandemie auch weiterhin für viele Unsicherheiten und global kämpfen Unternehmen mit Problemen in der Lieferkette. Das sind Gründe, warum häufiger Stellen für Compliance und Risikomanagement ausgeschrieben werden. Unternehmen müssen jederzeit mögliche steuerliche oder rechtliche Risiken identifizieren und präventiv vorgehen. 

Warum, das erläutern Springer-Autoren Andreas Biegel und Pascal Müller in ihrem Buchkapitel "Corporate Governance und Compliance" (Seite 235): 

Corporate Governance und Compliance haben in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Grund dafür waren pressewirksame Vorfälle, die hohe Geldstrafen, Klagen und Reputationsverlust für die betroffenen Unternehmen zur Folge hatten."

Know-how für komplexe finanzielle Sachverhalt gefragt

Dass auch Buchhalter und Controller weiterhin gefragt sind, überrascht kaum. Vor allem die Finanzbuchhaltung gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Unternehmens. Für das externe Rechnungswesen sind Finanzbuchhalter im Einsatz, die nicht nur fit in buchhalterischen, sondern auch in komplexen bilanziellen Sachverhalten sein müssen. So definieren beispielsweise die Springer-Autoren Werner H. Engelhardt, Hans Raffée und Barbara Wischermann in ihrem Buchkapitel "Die Finanzbuchhaltung als Teil des Rechnungswesens" (Seite 2): 

Die (Finanz-)Buchhaltung erfasst in einer ganz bestimmten Methodik die reinen Zahlungsvorgänge sowie die Veränderungen im Bereich der Wirtschaftsgüter und Verpflichtungen, wobei - soweit möglich - an Zahlungen angeknüpft wird. Sie ermittelt den Erfolg (Gewinn oder Verlust) für einzelne Zeiträume und gibt darüber hinaus eine Übersicht über bestimmte Vermögens- und Eigenkapitalbestände sowie über die Schulden einer Unternehmung in der Bilanz."

Auslandsgeschäft erfordert zusätzliche Tax-Kenntnisse

Entscheider müssen steuerliche Stolpersteine vermeiden. Doch damit das gelingt, wird eine entsprechende Fachexpertise benötigt. Zur ohnehin schwierigen Steuerrechtsproblematik kommen grenzüberschreitende Aktivitäten. Und das internationale Steuerrecht bringt eine Reihe schwieriger Fragestellungen mit sich, aktuell beispielsweise bei den umsatzsteuerlichen Neuregelungen seit 1. Juli 2021 durch das Mehrwertsteuer-Digitalpeket. 

Hierfür benötigen vor allem größere Mittelständler sowie Konzerne ausgewiesene Experten für die unterschiedlichen Sachverhalte. Und nach der Bundestagswahl formiert sich derzeit eine Ampelkoalition. Es ist zu vermuten, dass diese neue Koalition viele Vorhaben auf den Weg bringen wird - mit erheblichen Auswirkungen auf strategische Unternehmensentscheidungen.

IT-Branche sucht die meisten Finanzexperten

Der Hays-Fachkräfteindex belegt, dass sich die Zahl der ausgeschriebenen Stellen für Finanzfachkräfte allerdings branchenbezogen uneinheitlich entwickelt: Eine außergewöhnliche hohe Nachfrage ergab sich in der IT-Branche (+112 Punkte auf 388). Auch im verarbeitenden Gewerbe (+12 Punkte auf 134) und im Handel (+10 Punkte auf 163) wurden mehr Jobs ausgeschrieben. Leicht rückläufig war die Entwicklung bei Versicherungen (–12 Punkte auf 140) und bei freiberuflichen Dienstleistern für Unternehmen (–3 Punkte auf 147).

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