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26.07.2022 | Personalmanagement | Infografik | Online-Artikel

Kandidaten misstrauen Arbeitgebern bei Bewerberdaten

verfasst von: Andrea Amerland

2:30 Min. Lesedauer
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Der Bewerbermarkt boomt. Denn Nachfrage trifft auf Wechselbereitschaft. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Mit den vielen Möglichkeiten, den Job zu wechseln, geht die Furcht vor Datenmissbrauch im Recruiting-Prozess einher, hat eine Studie ermittelt.

Etwa ein Viertel der Bewerber in Deutschland (28 Prozent) vertraut nicht darauf, dass ihre Daten bei Arbeitgebern gut aufgehoben sind. Das zeigt die Studie "Datenschutz aus Kandidatensicht", für die im Auftrag Königsteiner Gruppe rund 1.000 Teilnehmer im Februar 2022 befragt wurden. 

Insbesondere Start-ups und kleinen Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitenden misstrauen Kandidaten beim Datenschutz. So haben 34 Prozent starke und 50 Prozent leichte Bedenken im Umgang mit ihren Bewerbungsunterlagen. Ähnlich hoch ist das Misstrauen beim Datenschutz bei kleineren Firmen. Hier haben 31 Prozent starke und 48 Prozent leichte Bedenken.

Am besten schneidet der Öffentliche Dienst in Hinblick auf die Vertraulichkeit im Recruiting ab. 93 Prozent der Befragten machen sich hier keine Sorgen, wenn es um ihre personenbezogenen Informationen geht. 

Allerdings sieht nicht jeder den Datenschutz in Bewerbungsverfahren kritisch. Sechs von zehn Kandidaten gäben für einen passenden Job auch mehr persönliche Daten preis als bei der sonstigen Internetnutzung. Das gilt insbesondere bei jungen Bewerbern (68 Prozent).

Schnelle Löschung und sorgfältiger Umgang 

Die Hauptsorge der Skeptiker ist, dass ihre Bewerbungsunterlagen intern weitergeleitet werden (73 Prozent). 36 Prozent haben Angst, dass ihre Angaben zu Marketing- und Verkaufszwecken der Unternehmensprodukte und -services missbraucht werden. Ein Drittel geht sogar davon aus, dass ihre personenbezogene Daten an Dritte veräußert werden.

Daher ist 23 Prozent der Umfrageteilnehmer wichtig, dass ihre Unterlagen sofort nach dem Auswahlverfahren gelöscht werden, 24 Prozent wünschen sich das nach einem Monat und 20 Prozent nach höchstens drei Monaten. 24 Prozent haben kein Bauchweh, wenn ihre Informationen länger als sechs Monate in Bewerberdatenbanken gespeichert werden. 

Bei 87 Prozent der Erwerbstätigen kommt es gut an, wenn DSGVO-Regeln eingehalten werden, etwa die Einholung ihrer Zustimmung, um Daten in einem Bewerberpool zu speichern. Ebenso positiv bewerten Kandidaten es, wenn Bewerbungsunterlagen nur an Personen weitergegeben werden, die am Auswahlverfahren beteiligt sind (78 Prozent).

Mehr Transparenz auf Karriereseiten gewünscht

Unternehmen können zudem im Recruiting punkten, wenn sie transparente Informationen zum Datenschutz auf ihren Karrierewebseiten kommunizieren, zeigt die Studie. So würden sich zwei Drittel eher bei einem Arbeitgeber bewerben, wenn dieser das Thema proaktiv anspricht. 71 Prozent käme es entgegen, Informationen dazu auf der Karriereseite zu finden, 58 Prozent finden, die Stellenanzeige sei dafür der geeignete Ort. 

Unterschätzen sollten Unternehmen auf diesem Gebiet die Macht der Arbeitgeberportale nicht, warnen die Studienautoren. Denn diese werden auch in Hinblick auf den Umgang mit Bewerbungsunterlagen von potenziellen Mitarbeitern gescannt. Demnach prüfen 25 Prozent der Befragten regelmäßig entsprechende Bewertungen auf Kunnunu oder Glassdoor, 43 Prozent immerhin gelegentlich.

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