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22.08.2019 | Personalmanagement | Infografik | Onlineartikel

Chefetagen von Dax-Unternehmen werden internationaler

Autor:
Andrea Amerland

So hoch war der Ausländeranteil in Vorständen von Dax-Unternehmen noch nie. Wie eine aktuelle Studie zeigt, holen sich immer mehr börsennotierte deutsche Unternehmen Expertise aus dem Ausland ins Haus.

Laut der Studie "Internationalität und Frauenanteil der Dax-30-Vorstände" der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners haben derzeit 70 der 198 Manager in den Vorstandsgremien der 30 Dax-Konzerne einen ausländischen Pass. Der Ausländeranteil erreicht damit in den Führungsetagen börsennotierter deutscher Unternehmen ein Rekordhoch von 35,4 Prozent. "Der erneute Anstieg auf den Rekordwert von über 35 Prozent bestätigt den langjährigen Trend", kommentiert Studienautor Christoph Lesch, Senior Director bei Simon-Kucher & Partners, die Ergebnisse. Ein Jahr zuvor waren es mit Stichtag 1. Juli noch 30,9 Prozent. Die Analyse wird in dieser Form seit 2005 jährlich veröffentlicht.

Neun Unternehmen mit 50 Prozent ausländischen Vorständen

Neun Konzerne im Deutschen Aktienindex haben demnach sogar einen Vorstand, der mindestens zur Hälfte aus ausländischen Managern besteht. Es handelt sich dabei um den Versicherer Allianz, den Konsumgüterriesen Beiersdorf, den Gesundheitskonzern Fresenius sowie Fresenius Medical Care, aber auch um den Waschmittel- und Kosmetikproduzenten Henkel, den Baustoffkonzern Heidelberg Cement, den Technologie-Konzern Linde sowie das Zahlungsdienstleistungsunternehmen Wirecard.

Wie bereits in den Vorjahresuntersuchungen weist Fresenius Medical Care unter den Dax-Unternehmen mit 86 Prozent den höchsten Ausländer-Anteil auf. Dax-Neuling Wirecard kommt auf einen Anteil in Höhe von 75 Prozent, da drei der vier Vorstandsmitglieder aus Österreich stammen. Die größte Diversität gibt es im Vorstand der Allianz. Drei der zehn Manager im Führungsteam stammen aus Deutschland, jeweils zwei aus Österreich und Italien, jeweils einer aus Spanien, Südafrika und Sri Lanka. 

Ausländer an der Unternehmensspitze noch die Ausnahme

Auch wenn in den Vorständen der Dax-Firmen bunte Vielfalt bei den Nationalitäten herrscht, sind Ausländer an der Konzernspitze bislang noch die Ausnahme. Derzeit werden sieben der 30 Konzerne von ausländischen Unternehmenslenkern geführt:

  • Adidas: Kasper Rorstedt, Dänemark
  • Daimler: Ola Källenius, Schweden
  • Fresenius Medical Care: Rice Powell, USA, 
  • Henkel: Hans van Bylen, Belgien
  • Linde: Steve Angel, USA,
  • SAP: Bill McDermott, USA
  • Wirecard: Markus Braun, Österreich

Rein deutsche Vorstände und Frauen in der Minderheit

Nur noch fünf Unternehmen kommen komplett ohne internationale Unterstützung im Top-Management aus: Die Energieriesen RWE und Eon, Halbleiterherrsteller Infineon, Werkstoffproduzent Covestro und der Automobilzulieferer Continental haben einen rein deutschen Vorstand. Insgesamt stammen die ausländischen Vorstände der Dax-Konzerne aus 22 verschiedenen Ländern. Die mit Abstand meisten Chefs stammen dabei aus den USA. 

Für die kommenden Jahre geht Simon-Kucher-Experte Lesch davon aus, dass der Anteil ausländischer Vorstände in deutschen Unternehmen weiter steigen und langsam die Marke von 40 Prozent erreichen wird. 

Auch die Zahl der Frauen in den Chefetagen erreicht laut der Untersuchung ein Rekordhoch. Aktuell sitzen 28 Frauen in den Führungsriegen der Dax-30-Unternehmen. Prozentual beläuft sich ihr Anteil auf 14,1 Prozent. Da es erst seit rund zehn Jahren gezieltes Talentmanagement für Frauen in den deutschen Unternehmen gibt, dauere es nach Einschätzung von Lesch noch mindestens 20 Jahre ein Frauenanteil von 25 bis 30 Prozent in den Führungsetagen erreicht wird. 

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