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2023 | Buch

Perspektivenwechsel in der Digitalisierung

Interdisziplinäre Ansätze für die digitale Epoche

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Über dieses Buch

Dieses Buch bietet einen wertvollen Ansatz für eine neue, ganzheitliche Herangehensweise zur erfolgreichen Gestaltung der Digitalisierung. Diese wird häufig mit technologischem Fortschritt gleichgesetzt oder nur aus technologisch-wirtschaftlicher Sicht betrachtet. Aber sie ist viel mehr als das: Die Digitalisierung beeinflusst alle Bereiche unseres Lebens - wie wir arbeiten, wie wir lernen, wie wir miteinander kommunizieren und vieles mehr. Um die digitale Epoche jedoch gestalten zu können, ist der Dialog und die Zusammenarbeit von Menschen aus unterschiedlichen Bereichen erforderlich.

Der Autor deckt hierzu eine Vielzahl von Themen ab, bietet Lösungsvorschläge für die Herausforderungen, die mit der Digitalisierung einhergehen, und gewährt eine erweiterte Sicht auf die technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte der Digitalisierung. Denn gerade in der interdisziplinären Zusammenarbeit und der Einbeziehung des kulturellen Kontextes liegen Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Gestaltung der Digitalisierung. Er fordert entsprechend einen Perspektivenwechsel für eine neue Zusammenarbeit, um eine ganzheitliche Betrachtung der Digitalisierung zu fördern. Dazu geht das Buch den Fragen nach, welche Anforderungen hierfür zu erfüllen sind und welche Auswirkungen dieser neue Ansatz haben wird.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Einleitung
Zusammenfassung
Die Digitalisierung wird häufig mit technologischem Fortschritt gleichgesetzt. Aber sie ist viel mehr als das. Wie ein kurzer Ausflug in die Geschichte zeigt, ist sie in ihren Auswirkungen durchaus mit der neolithischen und der industriellen Revolution vergleichbar und stellt somit letztendlich eine echte soziale Revolution dar. Wie die beiden vorangegangenen sozialen Revolutionen übt sie einen umfassenden Einfluss auf alle Bereiche unseres Lebens aus: Sie beeinflusst, wie wir arbeiten und lernen, wie wir produzieren und Handel treiben, wie wir Eigentumsrecht definieren, wie wir Freundschaften schließen, wie wir miteinander kommunizieren und vieles, vieles mehr. Um die gestalterischen Maßnahmen entwickeln und umsetzen zu können, die erforderlich sind, um den Auswirkungen einer solchen sozialen Revolution gerecht werden zu können, bedarf es einer ganzheitlichen Betrachtung und Herangehensweise durch Experten unterschiedlichster Disziplinen.
Detlef Wallenhorst

Merkmale, Ausprägungen und Auswirkungen der Digitalisierung

Frontmatter
Grundlagen der Digitalisierung
Zusammenfassung
Um die Digitale Epoche gestalten zu können, ist der Dialog und die Zusammenarbeit von Menschen aus unterschiedlichen Bereichen erforderlich. Dies setzt eines voraus: ein gemeinsames Verständnis über die Wirkzusammenhänge der Digitalisierung. Zwei Fragestellungen sind dabei von besonderem Interesse: Was sind die – positiven wie negativen – Auswirkungen der Digitalisierung? Was sind die spezifischen Anforderungen der Digitalisierung? Damit das Fundament für das gemeinsame Verständnis stabil und belastbar ist, gilt es, die charakteristischen Merkmale, die in ihrem Zusammenspiel letztendlich für die epochale Wucht der Digitalisierung verantwortlich sind, aus natur-, wirtschafts- und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen herzuleiten. Infolge dieser charakteristischen Merkmale ergeben sich die prägnanten Auswirkungen der Digitalisierung, die sich von der individuellen über die organisationale bis zur gesellschaftlichen Ebene erstrecken und die nahezu alle Aspekte unseres Lebens beeinflussen – ob zum Guten oder zum Schlechten wird davon abhängen, ob und wie wir die Digitalisierung gestalten werden. Infolge dieser Merkmale ergeben sich ferner die spezifischen Anforderungen aus der Digitalisierung, die sich von der technologischen über die unternehmerische bis zur volkswirtschaftlich-politischen Ebene erstrecken und die es als Grundvoraussetzung zu beherrschen gilt, um überhaupt eine aktive Gestaltung der Digitalisierung zu ermöglichen.
Detlef Wallenhorst
Digitale Plattformen
Zusammenfassung
In der Plattformökonomie macht man sich ein Phänomen zunutze, das in der Volkswirtschaftslehre als „Netzwerkeffekt“ bezeichnet wird und das bedeutet, dass der Nutzen eines Systems überproportional mit der Anzahl seiner Teilnehmer wächst. Um Netzwerkeffekte instrumentalisieren zu können, benötigt man Informationen über die Teilnehmer. Dies macht die Digitalisierung zur idealen Ergänzung der Plattformökonomie. Auf den zunehmend entstehenden digitalen Plattformen kommt mit den Netzwerkeffekten eine weitere treibende Kraft zu den fünf charakteristischen Merkmalen der Digitalisierung hinzu, infolge derer sowohl die Auswirkungen als auch die Anforderungen der Digitalisierung erheblich zunehmen. Die positiven Auswirkungen zeigen sich dabei in einem überproportional steigenden Nutzen, der sich prinzipiell in beliebiger Form manifestieren kann – sei es als bessere Informationsbasis, höhere Qualität oder günstigerer Preis. Digitale Plattformen fördern allerdings auch die Konzentration von Macht, was letztendlich dazu führt, dass der Nutzen oftmals sehr einseitig in Anspruch genommen wird. Die negativen Auswirkungen, die von psychologischen Problemen bis hin zu Tendenzen gesellschaftlicher Zersplitterung reichen, zeigen sich dabei vor allem auf den sozialen Medien, da sie hier als externe Effekte auftreten. Die Fähigkeit, solche negativen Auswirkungen zu mitigieren, ist in Form der Plattform-Governance gleichwohl schon inhärent in den digitalen Plattformen angelegt. Neben den Anforderungen, die unterschiedlichen Akteure einer digitalen Plattform vernetzten und orchestrieren zu können, gilt es mithin vor allem einer Anforderung Rechnung zu tragen: nämlich einer adäquaten Plattform-Governance.
Detlef Wallenhorst
Künstliche Intelligenz
Zusammenfassung
Mit der Digitalisierung stehen hinreichenden Datenmengen und Datenverarbeitungskapazitäten zur Verfügung, damit künstliche Intelligenzen brauchbare Lösungen selbst für sehr komplexe Probleme generieren können. In der Konsequenz kann somit in unterschiedlichsten Bereichen – von Verbesserungen in der medizinischen Diagnostik über Steigerungen des Sicherheitsniveaus kritischer Infrastrukturen bis hin zur Erhöhung des Automatisierungspotenzials per se – sehr hoher Nutzen geschaffen werden kann. Diese Problemlösungen werden erreicht, indem das mathematische Verfahren der Korrelation angewendet wird. Ob eine auf diese Art und Weise generierte Lösung sinnvoll und richtig ist, kann nicht zu 100 % sichergestellt werden – sollte diese Sicherheit erforderlich sein, bedarf es weiterer Maßnahmen. Eine dieser Maßnahmen ist das Etablieren einer kollaborativen Intelligenz, im Rahmen derer menschliche und künstliche Intelligenz kombiniert werden, wobei die KI weniger als ein Werkzeug, sondern vielmehr wie ein Wissensarbeiter mit speziellen Fähigkeiten betrachtet wird. Die für den Einsatz kollaborativer Intelligenz erforderlichen Kompetenzen liegen dabei weniger im Bereich der Mathematik, sondern vielmehr darin, durch adäquate Strukturen und Prozesse die optimale Vernetzung von Mensch und Maschine zu schaffen. Mit einer kollaborativen Intelligenz können nicht nur die Nachteile des Korrelationsverfahrens mitigiert und Wettbewerbsvorteile generiert werden, sondern es kann vor allem das Problem der nicht-monetarisierbaren Produktivität adressiert werden, das sich im Rahmen einer KI-basierten Automatisierung deutlich verschärft – es können mithin ökonomische und ethische Kriterien gleichermaßen adressiert werden!
Detlef Wallenhorst

Gestaltung der digitalen Epoche

Frontmatter
Informationstechnologie
Zusammenfassung
Digitalisierung, digitale Plattformen und künstliche Intelligenz können erheblichen Nutzen stiften, sie tragen aber auch Gefahren in sich. Um sie adäquat gestalten zu können, gilt es verschiedene Anforderungen zu erfüllen. Neben den grundsätzlichen Anforderungen der Digitalisierung nach Agilität, Offenheit, Skalierbarkeit und Schnelligkeit bestehen im Kontext digitaler Plattformen und künstlicher Intelligenzen vor allem die Anforderungen, Mensch und Maschine zu vernetzen, Plattform-Akteure zu orchestrieren und eine geeignete Governance zu etablieren, sowie die generellen Anforderungen nach Sicherheit, Datenschutz und Souveränität, wobei zwischen den verschiedenen Anforderungen typischerweise Spannungsfelder und Zielkonflikte bestehen, die für zusätzliche Komplexität sorgen. Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, müssen geeignete Strukturen und Prozesse geschaffen und die erforderlichen Kompetenzen aufgebaut werden. Spätestens mit der Digitalisierung kommt der Informationstechnologie dabei eine besondere Rolle zu: Sie ist nicht mehr lediglich operatives Werkzeug, sondern sie bildet das strategische Fundament für die übergreifende Organisations-Architektur. Um dieser strategischen Rolle Rechnung zu tragen, wird die Informationstechnologie hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Komplexität beherrschbar zu machen, zu gestalten sein, wobei sich Cloud-Architekturen als besonders geeignet erweisen, diese Fähigkeit während des kompletten Lebenszyklus zu gewährleisten.
Detlef Wallenhorst
Unternehmen und Wirtschaft
Zusammenfassung
Die disruptiven und häufig völlig neuartigen Anforderungen und Auswirkungen der Digitalisierung betreffen nicht nur die Marktseite von Unternehmen und bewirken hier eine Verschiebung vom Produkt- zum Service-Geschäft, eine Verschiebung zu datengetriebenen Organisationen und eine Verschiebung vom Wertketten- zum Plattform-Geschäft, sondern sie betreffen komplette Organisations-Architekturen und erfordern typischerweise die Weiterentwicklung vorhandener beziehungsweise die Entwicklung neuer Kernkompetenzen. Dies erfordert eine unternehmensweite Transformation im Rahmen eines integrativen Managements, das neben den Anforderungen des Marktes auch die Entwicklungsmöglichkeiten und Entwicklungsrichtung der Kernkompetenzen eines Unternehmens sowie den gesellschaftlichen Kontext, in den ein Unternehmen eingebettet ist, berücksichtigen muss. Sowohl die Transformation an sich als auch die als Ergebnis einer solchen Transformation entwickelten Kernkompetenzen bedürfen dabei einer ganzheitlichen Vernetzung und eines kontinuierlichen, Feedback-Schleifen nutzenden Vorgehens, das auf operativer, strategischer und normativer Ebene in unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu durchlaufen ist.
Detlef Wallenhorst
Staat und Gesellschaft
Zusammenfassung
Um die Digitalisierung gestalten und ihren Anforderungen begegnen zu können, gilt es auch und vor allem für Staat und Gesellschaft, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen und einen geeigneten Rahmen zu setzen. Drei Aspekte rücken hierbei in den Fokus: Bildung, Innovationen und ein partizipativer politischer Prozess, der nicht zuletzt deshalb erforderlich wird, weil die Digitalisierung sehr grundsätzliche Fragestellungen aufwirft. Zwei Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausgestaltung von Bildung, Innovation und partizipativer Politik werden durch die Digitalisierung selbst geschaffen: zum einen Zeit, die im Sinne eines öffentlichen Gutes genutzt werden kann, und zum anderen das Konzept digitaler Plattformen, innerhalb dessen die gesellschaftliche Governance wahrgenommen und durch die Einbindung vieler, diverser Akteure gleichzeitig großer Nutzen generiert werden kann – aufgrund der Neuartigkeit der Auswirkungen und Anforderungen der Digitalisierung werden in diesem Zusammenhang vor allem auch Künstler zu idealen Partnern für die Entwicklung einer gesellschaftlichen Vision innerhalb des partizipativen politischen Prozesses. Für ein föderales, durch dezentralen Mittelstand und soziale Marktwirtschaft geprägtes Land wie Deutschland zeichnet sich dabei eine Erfolgsposition für die Digitalisierung ab, die sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Ebenen zieht: die ganzheitliche Vernetzung, die Menschen und technische Systeme ebenso umfasst wie wirtschaftliche Organisationen und gesellschaftlichen Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene.
Detlef Wallenhorst
Backmatter
Metadaten
Titel
Perspektivenwechsel in der Digitalisierung
verfasst von
Detlef Wallenhorst
Copyright-Jahr
2023
Electronic ISBN
978-3-658-42268-4
Print ISBN
978-3-658-42267-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-42268-4

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