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Über dieses Buch

Angesichts der doppelten Alterung der Bevölkerung und der Kostenzunahme medizinischer Behandlungen ist der Sozialstaat gefordert, den Gesundheitssektor zukunftsfest zu machen. Allerdings führte die in den vergangenen Jahren erfolgte Deregulierung in diesem Bereich weder zu den erhofften Kosteneinsparungen noch zu Qualitätsverbesserungen. Mittels der organisationalen Pfadabhängigkeitstheorie zeigt Thomas Rosog die dafür verantwortlichen iterativen Mechanismen auf. Am Beispiel des Vertragsarztbereiches stellt er dar, wie sich die etablierte Regelversorgung gegenüber effizienteren Lösungen der integrierten Versorgung behauptet, wobei der ärztlichen Freiberuflichkeit eine zentrale Rolle zukommt. Ebenso geht er der Frage nach, wie der Sozialstaat mittels Innovationsregulierung auf eine Pfadbrechung hinwirken kann.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Einleitung

Zusammenfassung
Krankheit ist bis heute ein nicht gelöstes Problem menschlichen Daseins. Sie ist Inhalt des Gesundheitswesens, welches mittels einer Vielzahl von Instrumenten auf eine Minimierung der durch Krankheit induzierten negativen Folgen zielt. Bei einer Auseinandersetzung mit der Thematik fallen einerseits die Produktinnovationen in den letzten Jahrzehnten auf und andererseits die gleichbleibende Organisation der Leistungserbringung.
Thomas Rosog

II. Leistungserbringung im deutschen Gesundheitswesen

Zusammenfassung
Der Begriff Gesundheitswesen umfasst die „Gesamtheit der Einrichtungen und Personen, welche die Gesundheit der Bevölkerung fördern, erhalten und wiederherstellen sollen“. Hauptträger sind die gesetzlichen Krankenversicherungen, bei denen ca. 70 Millionen Bundesbürger versichert sind, was ca. 85% der Bevölkerung entspricht.
Thomas Rosog

III. Zur Anwendung der Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften im Gesundheitswesen

Zusammenfassung
Das Gut Gesundheit ist aufgrund seines Ermöglichungscharakters und der Tatsache, dass es sich wie bei Frieden, Freiheit oder Sicherheit um ein transzendentales Gut handelt, für jeden einzelnen Menschen von zentraler Bedeutung. Demnach wird die Bereitstellung des Gutes Gesundheit, bzw. der Umgang mit dem konträren Phänomen Krankheit, in keiner Industrienation den freien Marktkräften überlassen.
Thomas Rosog

IV. Pfadtheoretische und methodische Grundlagen

Zusammenfassung
Wie in Kapitel II dargelegt, erfüllt das deutsche Gesundheitssystem die gesteckten Effizienzerwartungen nicht, was auch daran liegt, dass der vom Gesetzgeber erweiterte Möglichkeitsraum kaum durch die Leistungserbringer genutzt wird. Potenziell effizientere Instrumente der Integrationsversorgung, welche nunmehr seit dem Jahr 2000 zur Verfügung stehen, kommen allenfalls stark mängelbehaftet zur Anwendung.
Thomas Rosog

V. Pfadabhängigkeiten vertragsärztlicher Leistungserbringung

Zusammenfassung
Mittels des SGBs V und insbesondere der BÄO determiniert der Gesetzgeber den Möglichkeitsraum für vertragsärztliche Leistungserbringung. Da die Regelungen demokratisch legitimierten Instanzen entstammen, spiegeln sie die Gerechtigkeitsüberzeugungen und den Wertekanon der Solidargemeinschaft wieder.
Thomas Rosog

VI. Pfadbeeinflussung durch den Gesetzgeber

Zusammenfassung
Das Klärungsinteresse an der Überwindung von Pfadabhängigkeiten wäre gering, wenn sie nicht eine schlechtere medizinische Versorgung determinieren würden, als sie theoretisch möglich wäre. Zwar sind durch Pfadabhängigkeiten stabilisierte Ineffizienzen in erster Linie ein Problem der ressourcenbereitstellenden Versichertengemeinschaft, allerdings trägt der Gesetzgeber in seiner Funktion als gewährleistender Sozialstaat die Verantwortung für die Rahmenbedingungen.
Thomas Rosog

VII. Schlussbetrachtung

Zusammenfassung
Ausgangspunkt für die vorliegende Arbeit war die Feststellung, dass Vertragsärzte die durch Deregulierung des SGB V eröffneten Möglichkeiten zur Integrationsversorgung nicht nutzen. Dies überrascht, da mindestens zwei gewichtige Faktoren dafür sprechen. Einerseits können Ärzte durch Integrierte Versorgung ihr ethisches Standesversprechen einer optimalen Patientenbehandlung besser erfüllen, andererseits werden für sie dadurch potenzielle Einnahmesteigerungen möglich.
Thomas Rosog

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