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Über dieses Buch

Warum geht man in ein Wiener Kaffeehaus? Um sich wohl zu fühlen. Und um die Welt in lockerer Runde zu betrachten und zu besprechen: Wie wird das Wetter? Wieso platzen Wiener Würstel längs? Ist ein Fußballergebnis Zufall? Ist Telefonieren gefährlich? Welcher Kaffee kühlt schneller: ein Espresso oder eine Melange?

In diesem Buch werden solche Alltagsfragen gestellt – in einem typischen Wiener Kaffeehaus: Der Leser begegnet Frau Hofrat, dem Maestro, dem Studenten, der Chefin, dem Professor und vielen mehr. Die Gäste diskutieren Bedeutendes und Unwichtiges, Lustiges und Ernstes, Persönliches und allgemein Gültiges. Sie bringen ihre Meinung und ihr Wissen ein und entdecken gemeinsam Dahinterliegendes.

Idee und Inhalt dieses Buches ist die Darstellung verschiedenster Alltagsphänomene auf zwei Ebenen: eine anregende Diskussion der Kaffeehausbesucher und ein erklärender, physikalischer Blickwinkel. Leopold Mathelitsch weckt so die Neugierde der Leserinnen und Leser und animiert sie dazu, physikalische Zusammenhänge tiefer und genauer verstehen zu wollen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Heißer Kaffee

Zusammenfassung
Aus aktuellem Anlass ergibt sich die Frage, ob ein Kaffee schneller Trinktemperatur erreicht, wenn man die kalte Milch sofort oder erst kurz vor dem Trinken hinzugibt. Das Newtonsche Abkühlungsgesetz besagt, dass eine Flüssigkeit umso rascher abkühlt, je größer die Temperaturdifferenz zur Umgebung ist. Wenn man einen Kaffee möglichst rasch kühlen möchte, so soll man deshalb kalte Milch nicht zu Beginn in den Kaffee geben, sondern erst knapp vor dem Trinken. Milchschaum auf einer Melange verlangsamt das Abkühlen. Eine dicke Kaffeetasse nimmt relativ viel Wärme auf, sodass der Kaffee damit rascher trinkbar ist.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 2. Ein Hauch von Parfum

Zusammenfassung
Frau Hofrat steht auf und bewegt sich Richtung Toilette. Der Prokurist atmet tief durch und meint: „Uii, die Dame ist heute wohl ins Parfumflascherl gefallen. Die zieht ja eine schöne Duftschleppe mit sich herum.“ Frau Hofrat hat heute wohl etwas zu viel Parfum aufgetragen. Es wird diskutiert, wie sich der Duft ausbreitet. Geht man völlig zufällig einen Schritt nach vorne oder zurück und wiederholt man diesen Vorgang, so gelangt man allmählich vom Ausgangspunkt weg. Diese Gesetzmäßigkeit zeigt sich unter anderem in der Brownschen Bewegung und wurde von Albert Einstein 1905 theoretisch abgeleitet. Dem Diffusionsgesetz folgt die Ausbreitung von Gerüchen, die Durchmischung von Substanzen, es trägt aber auch zur Erklärung der Art der Bewegung von Tieren in Schwärmen und der Preisentwicklung auf dem Finanzmarkt bei.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 3. Klavierklänge

Zusammenfassung
Wegen des Klaviers in der Mitte des Kaffeehauses muss Herr Oskar viele Kilometer an Umweg absolvieren und wünscht sich ein handlicheres Piano an einer Wand des Raums. Daraus ergibt sich die Frage, ob und warum ein großer Flügel einen schöneren Klang hervorbringt als ein kleineres, hochstehendes Piano. Merkbare Unterschiede gibt es aus mehreren Ursachen: Die Saiten des Pianos sind kürzer (mit dickeren Saiten für tiefere Töne). Die Instrumente unterscheiden sich in Größe und Form des Resonanzbodens und der Fläche der Abstrahlung. Der Anschlagmechanismus ist anders – beim Piano schlagen die Hämmerchen horizontal auf die Saiten und werden mit Federn zurückbewegt, beim Flügel vertikal, wobei die Schwerkraft die Rückbewegung bewirkt.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 4. Wetterkapriolen

Zusammenfassung
Frau Karla wird vom Wetterumschwung überrascht und erscheint völlig durchnässt. Die Vorhersage von Wettergeschehen war seit jeher nicht nur für die Landwirtschaft äußerst wichtig. Aus langjähriger Beobachtung und Überlieferung entstanden Wetterregeln, zum Teil in Form von Lostagen oder Kalendern. Solche Regeln sind einerseits physikalisch begründet, andererseits ziemlich willkürlich und ohne Aussagekraft. Durch den weltumspannenden Einsatz verschiedenster Messmethoden (auf der Erde, mit Ballons und Satelliten) werden enorme Mengen von Daten gesammelt und mit komplexen Computerprogrammen in Hochleistungsrechnern zu Prognosen verarbeitet. Das Wetter kann heute für sieben Tage etwa so genau vorhergesagt werden wie vor fünfzig Jahren für einen Tag.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 5. Wiener Würstel

Zusammenfassung
Warum heißen ähnliche oder dieselben Würste in Frankfurt Wiener und in Wien Frankfurter? Nach einer Erörterung des Unterschieds von Frankfurter und Wiener Würstel wird der Begriff der „Opferwurst“ erklärt. Würste verlieren beim Kochen Geschmack, weil Wasser nach innen und Saft nach außen gelangt. Ist das Wasser durch eine in Stücke geschnittene (Opfer)Wurst gesättigt, findet der Prozess in geringerem Ausmaß statt. Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten dieser Osmose sind in den zwei Fickschen Gesetzen formuliert. Würstel, wie auch Rohre und Kessel, springen bei Überdruck meist in der Längsrichtung auf, nicht quer. Dies ergibt sich aus Berechnungen der Spannungen in der Oberfläche.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 6. Beam me up

Zusammenfassung
Wird es jemals möglich sein, Gegenstände oder Menschen zu beamen? Teleportation von Menschen ist Science-Fiction. Allerdings ist es bereits gelungen, Photonen, das sind Lichtteilchen, zu teleportieren. Grundlage dafür sind die Gesetze der Quantenmechanik, im Besonderen die Superposition von Zuständen bzw. deren Verschränkung. Auch die Quantenkryptografie, die abhörsichere Übertragung von Daten, beruht auf diesen Grundlagen. Graham Bell hat mit seiner Ungleichung gezeigt, dass zumindest einer der klassischen Begriffe „Objektiver Realismus“ und „Lokalität“ in der Quantenwelt nicht gültig ist.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 7. Fußball Derby

Zusammenfassung
Was beeinflusst den Ausgang eines Fußballspiels am meisten, Einzelspieler, Teamarbeit, Balltechnik, Athletik, Training, Trainer – oder Glück? Fußball ist in weit stärkerem Ausmaß vom Zufall geprägt als andere Sportarten. Der Hauptgrund liegt in der geringen Anzahl von Toren, die pro Spiel fallen. In einem theoretischen Modell wird Fußball mit radioaktivem Zerfall verglichen: Bei einer bestimmten Quellenstärke kann mittels der Poissonverteilung errechnet werden, mit welcher Wahrscheinlichkeit wie viele Kerne pro Zeiteinheit zerfallen. Nimmt man als Quellenstärke eines Fußballteams die mittlere Anzahl der geschossenen Tore der vergangenen Spiele, so kann man Wahrscheinlichkeiten für den nächsten Spielausgang berechnen.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 8. Eine schöne Stimme

Zusammenfassung
Renée fasziniert mit ihrer Stimme die Gäste des Kaffeehauses bei ihrer Darbietung zur Geburtstagsfeier der Chefin. Eine im klassischen Sinn ausgebildete Singstimme unterscheidet sich in manchen, physikalisch messbaren Parametern von einer Sprechstimme: Die Energiezufuhr über den Luftstrom erfolgt bei einer Singstimme effizienter und kontrollierter; die Obertöne sind stärker ausgeprägt; bei etwa 2500 – 3000 Hz gibt es eine zusätzliche Resonanz, den sogenannten Gesangsformanten. Damit ist es möglich, dass eine Singstimme hörbar ist, obwohl gleichzeitig ein Orchester mit großer Lautstärke spielt. Affen sind anatomisch, aufgrund der Beschaffenheit des Kehlkopfs, nicht in der Lage zu artikulieren. In der Menschheitsgeschichte dürfte der Cro-Magnon-Mensch, aber zum Teil auch der Neandertaler, bereits sprechfähig gewesen sein.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 9. Dann wird champagnisiert

Zusammenfassung
Als Dank für die gelungene Geburtstagsfeier spendet die Chefin eine Runde Champagner. Um Schaumwein geht es auch in diesem Kapitel. Champagner wird in einem mehrstufigen Prozess hergestellt: Einer ersten, offenen Gärung folgt eine zweite in Flaschen. Dabei werden die Flaschen mit dem Hals nach unten mehrmals am Tag gedreht, sodass sich die Hefeteilchen unten ansammeln. Nach Einfrieren des Halses wird der Pfropfen durch den Druck nach außen gesprengt. Danach wird die Flasche mit einem Kork geschlossen und mittels einer Metallbefestigung gesichert, weil sich in der Flasche ein Druck von etwa 6 bar aufbaut. Das im Champagner gelöste Kohlenstoffdioxid kann sich nicht von selbst zu Bläschen zusammenschließen, weil der Innendruck von kleinen Bläschen zu groß ist. Die Bläschenbildung setzt an kleinen Gas- und Luftbläschen in Glasritzen und winzige Stofffäden an.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 10. Die Zukunft steht in den Sternen

Zusammenfassung
Der Prokurist glaubt nicht an das Horoskop in den Tageszeitungen, jedoch an eine gewisse Vorhersagekraft ernsthafter Astrologen. Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass kein Einfluss des Mondes oder von Planeten auf das Schicksal einzelner Menschen nachzuweisen ist. Zwischen der Zahl der Geburten, den Komplikationen bei Operationen, Selbstmorden, der Anzahl von Hundebissen gibt es keinerlei Korrelation zum Mondzyklus. Eine Studie mit namhaften Astrologen hat bewiesen, dass diese keinen Zusammenhang zwischen Geburtsdaten und Charakter der jeweiligen Personen herstellen konnten. Die Gravitationskräfte der Planeten und deren Gezeitenkräfte sind viel zu gering, um einen merkbaren Einfluss auf Menschen auf der Erde zu haben, geschweige denn auf individuelle Unterschiede.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 11. Chaotisches Billard

Zusammenfassung
Im Nachbarraum soll ein Billardsaal eingerichtet werden, was den Unmut der Gäste des Kaffeehauses hervorruft. Werden in einem rechteckigen Billardtisch runde Elemente eingebaut, so wird die Bahn der Kugel nach einigen Kontakten mit der Bande nicht mehr vorhersagbar. Dies entspricht einem deterministischen Chaos, wo kleine Änderungen der Anfangsbedingungen in weiterer Folge sehr große Unterschiede bewirken. Mittels der Verhulst Gleichung kann man den Weg in ein deterministisches Chaos nachvollziehen: Es gibt Bereiche mit einem stabilen Endzustand, mit zwei oder mehreren Endzuständen, die abwechselnd eingenommen werden, und einen nicht vorhersagbaren Bereich. Deterministisches Chaos tritt in der Natur vielfach auf: in der Entwicklung von Tierpopulationen, im Wettergeschehen, aber auch in der Herz- und Gehirntätigkeit.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 12. Dreidimensionale Bilder

Zusammenfassung
Frau Hofrat möchte zuhause auf ihrer Couch sitzen und dennoch am Geschehen im Kaffeehaus teilnehmen. Obwohl die Holografie bereits um 1940 entdeckt wurde, kam der Durchbruch erst durch die Erfindung des Lasers, weil damit erstmals ein intensives phasengleiches Licht erzeugt werden konnte. Bei einer holografischen Aufnahme wird ein Lichtstrahl geteilt: Ein Teil fällt auf ein Objekt, das dabei reflektierte Licht wird mit dem zweiten Teil des Strahls überlagert. Damit können die Phasenlagen des reflektierten Strahls in einem Film festgehalten werden. Wird dieser Film mit gleichem Laserlicht durchstrahlt, kehrt sich der Aufnahmeprozess um und das Bild erscheint dreidimensional. Durch eine besondere Technik könnten auch Prägehologramme erzeugt werden, die Geldscheine und Dokumente fälschungssicherer machen.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 13. Tarock

Zusammenfassung
In der Tarockrunde sind Spieler ausgefallen, sodass Gefahr besteht, dass seit 15 Jahren die Tarockpartie zum ersten Mal ausfallen muss. Tarock ist ein altes Spiel der österreichisch-ungarischen Monarchie. Das Besondere dabei ist, dass es neben den bekannten Spielfarben, Pik, Herz, Kreuz und Karo, noch eine fünfte Art, „Tarocke“, gibt. 21 von ihnen sind mit römischen Ziffern von I bis XXI gekennzeichnet. Dazu kommt der Sküs, eine Figur ähnlich dem Joker – der höchste Tarock. Mit viermal acht Farbkarten ergeben sich damit insgesamt 54 Karten. Mit Mitteln der statistischen Mathematik kann berechnet werden, wie viele unterschiedliche Möglichkeiten der Kartenverteilung es gibt, aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass neu geteilt werden muss, weil einer der vier Spieler keine oder nur eine von drei besonderen Tarockkarten zugeteilt erhalten hat.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 14. Papierln

Zusammenfassung
Kugelförmige Wassertropfen erzeugen zur Verwunderung des Prokuristen längliche nasse Spuren auf Zeitungspapier. Grundlage der Papiererzeugung waren früher Stoffe aus Baumwolle oder Leinen, heute ist es Holz oder Altpapier. Holz kann mechanisch oder chemisch zerkleinert und dann die Zellulose gewonnen werden. In Altpapier liegt die Zellulose bereits vor, muss vor der Verarbeitung aber noch gereinigt werden. Nach dem Bleichen wird die wässrige Lösung gesiebt, gepresst und getrocknet. Bleichstoffe sorgen für weiße Farbe und Leimstoffe für gewünschte Oberflächeneigenschaften. Die Festigkeit von Papier beruht zum Großteil auf Wasserstoffbindungen zwischen den Zellulosefasern, die durch Wasser aufgelöst werden können.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 15. Gefährliches Telefonieren

Zusammenfassung
Eine Nichte Karlas hat Probleme mit ihrer Freundin, die nach dem Aufstellen eines Sendemasts für Mobiltelefone Schlafstörungen hat. Die Strahlungswirkung von Sendestationen von Mobiltelefonen ist so gering, dass damit eine gesundheitliche Schädigung für Personen in der Umgebung praktisch ausgeschlossen werden kann. Außerdem wurde noch keine Beeinträchtigung nachgewiesen. Es ist allerdings in vielen Fällen unmöglich zu beweisen, dass es etwas nicht gibt (z. B. eine Wirkung von solchen Masten auf die Gesundheit von Menschen). Aufgrund der geringen Distanz ist die Strahlenbelastung durch ein Mobiltelefon direkt am Kopf größer als die, welch eine Person von einem Sendemast erreicht. Allerdings konnte auch diesbezüglich noch keine eindeutige Beeinträchtigung nachgewiesen werden. Auch Elektrosensibilität von Personen konnte nicht nachvollzogen werden, allerdings kann das subjektive Gefühl einer Strahlungseinwirkung bereits Krankheitssymptome hervorrufen.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 16. Groß und Klein

Zusammenfassung
Frau Karla ist erschüttert, weil ein junges Elternpaar mit ihrem nur sehr leicht gekleideten Baby im Freien unterwegs war und auf einen diesbezüglichen Hinweis aggressiv reagiert hat. Die Größe von Tieren beeinflusst auch deren Gestalt bzw. hat Auswirkungen auf deren Lebensweise und Alter. Ein großes Tier hat ein größeres Volumen. Allerdings hängt die Tragfähigkeit von Knochen und die Kraft von Muskeln von ihrer Querschnittfläche ab. Da das Volumen eines Körpers stärker zunimmt als eine Fläche, müssen Beine immer relativ dicker werden, je größer ein Tier ist: Elefanten haben überproportional dicke Beine, Ameisen dünne. Die Wärmeerzeugung erfolgt im ganzen Körper, die Abfuhr über die Oberfläche: Darum verlieren kleine Tiere viel Wärme und müssen diese durch viel Nahrungsaufnahme ausgleichen, große Tiere haben Probleme die Wärme abzuführen. Um die Energie, die aus der Nahrung gewonnen wird, im Körper zu verteilen, muss das Herz von kleinen Tieren mehr arbeiten, diese haben deshalb eine kürzere Lebensdauer.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 17. Ein Traum aus Schaum

Zusammenfassung
Salzburger Nockerln sind eigentlich nur süßer Schaum, aber köstlich. Bei Nassschaum befindet sich bewegliche Flüssigkeit zwischen den Blasen. Darum können diese eine Gestalt mit minimaler Oberfläche annehmen, sie sind meist rundlich. Bei Trockenschaum trennen sehr dünne Lamellen die Blasen. Diese können verschiedene Gestalt aufweisen, gehorchen aber immer den Plateauschen Regeln: Es stoßen immer nur drei Flächen an einer Kante zusammen. Der Winkel zwischen zwei Flächen beträgt 120 Grad. Am Endpunkt einer Kante treffen immer nur vier Kanten zusammen. Die weiße Farbe von Schaum ergibt sich aus den vielfältigen Reflexionen von Licht an den Oberflächen der Bläschen.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 18. Alles fließt

Zusammenfassung
Frau Hofrat hat solche Schmerzen in den Beinen, dass sie es kaum von der Wohnung bis in das Kaffeehaus schafft. Im großen Kreislaufsystem wird Blut durch Arterien aus dem Herzen in den Körper und durch Venen wieder zurück in das Herz befördert. Der Blutdruck zu Beginn der Arterie ist bei Kontraktion der Herzkammer am größten, er sinkt aber auch nach Erschlaffen des Herzmuskels nicht auf null, weil Arterien elastisch ausgedehnt werden und so ein Druck entsteht. Die Arterien verzweigen sich in immer kleinere Äste bis zu Kapillaren mit einem Durchmesser von 0,006 mm. Danach vereinigen sich die Adern Schritt für Schritt wieder und münden in einer großen Vene, die zum Herzen führt. Damit das zähflüssige Blut durch die sehr engen Kapillaren fließen kann, ordnen sich die roten Blutkörperchen hintereinander wie Münzen in Geldrollen an.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 19. Unter Donner und Blitz

Zusammenfassung
Erfolgen Blitz und Donner fast gleichzeitig, so erschrecken auch Besucher in einem Kaffeehaus. In Gewitterwolken sammeln sich meist negativ geladene Teilchen an der Unterseite und positive an der Oberseite an. Durch Blitze wird negative Ladung auf die Erde befördert. Dies geschieht in einem mehrstufigen Prozess: Ein Stufenleitblitz bahnt sich in Stufen von etwa 10 – 200 m eine gezackte Bahn nach unten. Dann erfolgt die Rückentladung, die den Blitzkanal auf bis zu 30.000 Grad erhitzt. In diesem Blitzkanal können noch mehrere Entladungen folgen. Der Donner entsteht durch eine explosionsartige Erweiterung des Blitzkanals. Die unterschiedliche Lautstärke ergibt sich daraus, dass sich der Schall normal zur Blitzbahn stärker ausbreitet als in Blitzrichtung.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 20. Gebogenes Holz

Zusammenfassung
Der Student erhält einen Innovationspreis für eine individuelle Gestaltung von Stühlen. In einem Baumstamm werden außen im Bast unter der Rinde Nährstoffe nach unten transportiert, weiter innen im Splintholz wird Wasser aus den Wurzeln in die Blätter geliefert. Für den Wassertransport ist neben Kapillarität und osmotischen Druck zu einem großen Anteil die Verdunstung von Wasser in den Blättern verantwortlich. Das Wasser ist ein wesentlicher Grundstoff der Photosynthese, in der mit Sonnenlicht Kohlenstoffdioxid in Zucker umgewandelt wird. Die Wasserkanäle sind auch dafür verantwortlich, dass Holz gebogen und zu kunstvollen Möbeln verarbeitet werden kann.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 21. Farben – das Lächeln der Natur

Zusammenfassung
Karla ist beim Stricken eines Pullovers die Wolle ausgegangen. Sie hat jedoch große Probleme, Wolle gleicher Farbe zu erhalten. Farben können in der Natur durch unterschiedliche Methoden erzeugt werden, z. B. durch gitterartige Strukturen, durch die Licht hindurchgeht oder an denen Licht reflektiert wird. Häufige Ursachen sind atomare Vorgänge, also Übergänge von Elektronen zwischen verschiedenen Energieniveaus. Der Mensch kann etwa 20 Millionen Farbtöne unterscheiden. Für technische Anwendungen sind Farbsysteme, das sind Ordnungssysteme für Farben, sehr wichtig. Das Auge kann Farben durch den Einsatz von drei verschiedenen Sehzellen auflösen. Farbkonstanz eines Körpers ist durch die Einbeziehung der Farben der Umgebung des Körpers gegeben.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 22. Hopfen und Malz

Zusammenfassung
Herr Oskar droht zu kündigen, wenn er zusätzlich Bier vom Fass ausschenken muss. Der Prozess des Bierbrauens ist komplexer als etwa Schnaps zu brennen. Es muss nämlich in einem ersten Vorgang die Stärke eines Getreides in Zucker umgewandelt werden, ehe dieser zu Alkohol vergärt. Bier war über viele Jahrhunderte nicht nur ein Genuss-, sondern auch Nahrungsmittel, weil es keimfreier als manches Wasser in Städten war. Der Energiegehalt einer Flasche Bier ist etwa so hoch wie der einer Semmel. In Stout-Bieren wird Stickstoff verwendet, um die Bläschen haltbarer und den Schaum cremiger zu gestalten.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 23. Ein Diamant für die Ewigkeit

Zusammenfassung
Frau Hofrat will nach ihrem Tode ihre Asche zu einem Diamanten verarbeiten lassen. Ein Diamant besteht aus reinem Kohlenstoff, wobei die Atome in Tetraederform angeordnet sind. Dies ergibt einen sehr hohen Härtegrad, aber auch einzigartige optische Eigenschaften. Für einen Diamant sind die vier C wichtig: Carat (Größe), Colour (Feuer), Clarity (Reinheit), Cut (Schliff). Der berühmte Brillantschliff wurde erst 1919 kreiert und bewirkt, dass möglichst viel einfallendes Licht reflektiert wird. Künstlich wird ein Diamant aus Kohlenstoff durch ein HPHT-Verfahren (high pressure high temperature) gefertigt.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 24. Schnee und Eis

Zusammenfassung
Norbert rutscht auf dem Eis aus und sein Hut wird von der Straßenbahn überrollt und ruiniert. Eis ist deshalb so rutschig, weil sich an der Oberfläche eine ganz dünne wasserartige Schicht bildet, die bei sinkender Temperatur dünner wird und unter -30 °C verschwindet. Schneekristalle können verschiedene Formen aufweisen und nur in einem bestimmten Temperatur- und Feuchtigkeitsbereich bilden sich die wunderbar sechsstrahligen Flocken aus. Diese formen sich in den Wolken, wobei die Kristalle durch Aufwinde in den Wolken mehrmals wieder nach oben getragen werden können.
Leopold Mathelitsch

Kapitel 25. Finales Feuerwerk

Zusammenfassung
Zum Abschluss des Jahres finden sich alle wieder zusammen. Glückwünsche werden gegenseitig, im Besonderen aber von der Chefin an die Gäste und die Bediensteten ausgesprochen. Feuerwerkskörper gibt es entweder in Form von Raketen oder von Kugeln, die aus Mörsern abgefeuert werden. Bei Raketen sind in einer Treibladung aus Schwarzpulver sogenannte Sterne eingebettet. Darin befinden sich weitere Treibladungen, die die Sterne in unterschiedliche Richtungen beschleunigen. Zusätzlich enthalten sie Chemikalien, die nach Zündung unterschiedlich farbiges Licht abstrahlen. In Raketen werden die Sterne durch die Treibladung gezündet, bei Kugeln sind Zeitzünder eingebaut.
Leopold Mathelitsch

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