Skip to main content
main-content

13.04.2021 | Plattformökonomie | Gastbeitrag | Onlineartikel

Die Fertigung der Lohndienstleister in Echtzeit im Blick

Autor:
Nicole Thielen
2:30 Min. Lesedauer

Viele produzierende Unternehmen lagern Teile ihrer Fertigung an Lohndienstleistern aus. Eine ans Logistiksystem angeschlossene Plattform macht externe Bestände und Fertigungsfortschritte transparent.

Subcontracting spielt in nahezu allen produzierenden Wirtschaftsbereichen eine wichtige Rolle, beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau, in der Fahrzeugindustrie, der Bauwirtschaft oder der Chemiebranche. In den letzten Jahren hat sich die Lohnbearbeitung in einigen Branchen wie dem Automobilbau immer mehr ins Ausland verlagert. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Durch die Auslagerung selbst komplexer Produktionseinheiten können die Unternehmen viel flexibler auf volatile Märkte und saisonale Besonderheiten reagieren. So verkürzt sich die Vorlaufzeit, und die Kosten sinken.

Empfehlung der Redaktion

2021 | OriginalPaper | Buchkapitel

Shop-Floor-Management in SAP-Systemlandschaften

Die betriebswirtschaftlichen Lösungen von SAP sind in unterschiedlichsten Branchen der Fertigungsindustrie im Einsatz. Zunächst werden im ersten Kapitel Unterscheidungsmerkmale von Fertigungen diskutiert. Im weiteren Verlauf des Kapitels werden wesentliche Elemente eines intelligenten Shop-Floor-Managements beschrieben.

Eine große Herausforderung liegt nun darin, dass Unternehmen für den ausgelagerten Teil ihrer Fertigung die Fäden nicht mehr in der Hand halten. Per se wissen sie nicht, ob der Subcontractor termingerecht produziert und die Lieferfristen einhält. Auch bei ungeplanten Änderungen, beispielsweise wenn der Lohnbearbeiter kurzfristig zusätzliches Vormaterial benötigt, ist der Hersteller auf dessen Information angewiesen. Dadurch verursachte Verzögerungen können die eng getakteten Produktionsabläufe durcheinanderbringen. Eine mögliche Lösung besteht in einem intensiven, kontinuierlichen Informationsaustausch zwischen Herstellern und Unterauftragnehmern.

Bestände und Fertigungsfortschritte automatisiert erfassen

Jedoch ist es aufwendig, beim Dienstleister ständig den Bearbeitungsstand abzufragen, insbesondere wenn ein Unternehmen mit mehreren Lieferanten zusammenarbeitet. Außerdem ist der Aufwand nicht erforderlich, solange alles nach Plan läuft. Zudem sind Produktionsleiter oder Schichtführer gerade im Maschinen- und Anlagenbau unternehmensintern zeitlich stark gebunden. In der Regel haben sie ihre Kommunikationskanäle deshalb nicht ständig im Blick. Besser wäre es deswegen, wenn der Informationsaustausch automatisiert abläuft und die Informationen gleich an der jeweils richtigen Stelle landen. Kommt es seitens des Lohndienstleisters zu einem Lieferverzug, sollte beispielsweise auch die Logistikabteilung Bescheid wissen, um den Transport zu verschieben. Geht es stattdessen um die Zusendung von Material, muss möglicherweise der Einkauf involviert sein.

Es bedarf also einer Lösung, mit der Informationen über die eigenen Bestände oder die Fertigungsfortschritte beim Lohndienstleister in Echtzeit, automatisiert und kontinuierlich in die Unternehmenssoftware des Herstellers gelangen. Doch in der Regel möchte man seinen Vertragspartnern keinen Zugang zum eigenen ERP-System gewähren. Sicherheitsaspekte, Datenschutz, Compliance-Regeln und die technische Komplexität sprechen dagegen.

Vorteile der cloudbasierten Plattform für die Warenwirtschaft

Die Alternative ist eine Plattform, die dem Lohnbearbeiter als Warenwirtschaftstool und zur Fertigungsrückmeldung dient und das mit dem Logistikmodul des Unternehmens verknüpft ist. Die Daten werden dann automatisiert über Standardschnittstellen vom Logistiksystem übernommen. Damit erhöhen sich nicht nur die Planungssicherheit und Handlungsfähigkeit auf Auftraggeberseite, auch die Effizienz der zwischenbetrieblichen Kommunikation steigt.

Der Hersteller soll jederzeit schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren können, etwa indem er rechtzeitig eine Spedition beauftragt, um hergestellte Halbfabrikate abzuholen, oder indem er bei Bedarf eine direkte Belieferung seines Kunden vom Subcontractor aus veranlasst. Dafür müssen ihm alle relevanten Informationen in Echtzeit vorliegen. Das gelingt am besten mit einer cloudgestützten Lösung, die zudem kostengünstig und skalierbar ist und sich auch über mobile Endgeräte bedienen lässt. Von Vorteil sind darüber hinaus übersichtliche, leicht erfassbare Darstellungen des Fertigungsfortschritts oder der aktuellen Gesamtsituation. Eine Ampelfunktionalität kann zudem auf kritische Aufträge hinweisen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

    Marktübersichten

    Die im Laufe eines Jahres in der „adhäsion“ veröffentlichten Marktübersichten helfen Anwendern verschiedenster Branchen, sich einen gezielten Überblick über Lieferantenangebote zu verschaffen. 

    Bildnachweise