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Über dieses Buch

Andy Räder untersucht erstmals alle Regiearbeiten des beliebten DEFA-Schauspielers Ulrich Thein (1930-1995) für das Fernsehen der DDR. Er weist nach, dass Thein mit seinen acht Fernsehfilmen und Mehrteilern als einer der bedeutendsten Protagonisten der DDR-Television der 1960er und 1970er Jahre angesehen werden kann. Er prägte den Programmbereich der Fernsehdramatik und setzte wichtige Akzente in der Programmentwicklung. Der Autor nutzt für seine Analysen einen ganzheitlichen Forschungsansatz, der mithilfe der theoretischen und methodologischen Überlegungen zur Historischen Pragmatik des Fernsehdramatischen und zur Historischen Poetik des Neoformalismus das Verhältnis von Fernsehtext, Akteuren, institutionellen Strukturen, politischer Lenkung und Kontrolle sowie Zuschauerinteresse medienhistorisch neu beleuchtet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Am 7. April 1990 gratulierte Manfred Wekwerth, der Präsident der Akademie der Künste (Ost), dem Schauspieler, Autor und Regisseur Ulrich Thein zu dessen 60. Geburtstag.
Andy Räder

Kapitel 2. Theorien und Methode

Zusammenfassung
Dieses Zitat aus Hans J. Wulffs kommunikations- und medientheoretischen Überlegungen zur Filmanalyse in Darstellen und Mitteilen. Elemente der Pragmasemiotik des Films (1999) beschreibt die vielfältigen theoretischen und methodologischen Ansätze, um sich medialer Strukturen und Bedeutungskonstruktionen eines einzelnen oder mehrerer Film- und Fernsehtexte zu widmen. Zugleich fragt es nach dem kommunikationstheoretischen Verhältnis der einzelnen Aspekte und Akteure zueinander.
Andy Räder

Kapitel 3. Zur Geschichte des Fernsehens in der DDR (1963- 1976)

Zusammenfassung
Als sich das Fernsehen in den 1960er Jahren als Massenmedium etablierte, weckte es zunehmend das Interesse des DDR-Herrschaftsapparates. Mit steigender Bedeutung erfolgte eine immer engere Verzahnung mit der SED-Machtelite. Bereits am 23. Januar 1961 bezeichnete Intendant Heinz Adameck in einem Schreiben an den Leiter der Agitationskommission beim Politbüro des ZK der SED Albert Norden den Fernsehfunk als der Partei dienendes „Instrument der Agitation und Propaganda“ (SAPMO-BArch DY 30/IV 2/2.028/92: 2).
Andy Räder

Kapitel 4. Ulrich Thein (1930-1995)

Zusammenfassung
Am 7. April 1930 in Braunschweig geboren, wuchs Ulrich Thein mit zwei Brüdern bei seiner Mutter Else auf. Vater Wilhelm Thein, ein Theaterkapellmeister, starb bereits 1934. Während des Krieges verbrachte er einen Teil seiner Schulzeit in der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola) Ballenstedt im Harz.
Andy Räder

Kapitel 5. Historische Schuld, Aufarbeitung und Völkerverständigung: Der andere neben dir (1963)

Zusammenfassung
Ulrich Theins zweiteiliger Debütfilm Der andere neben dir (1963) ist eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem schwierigen Verhältnis zwischen der DDR und der Tschechoslowakei. Diese erste Produktion der Filmgruppe Berlin-Johannisthal war zugleich auch der erste große Fernsehfilm, der in den neuen Studios in Johannisthal gedreht wurde. Die verantwortlichen Programmplaner wählten Der andere neben dir, um an den 25.
Andy Räder

Kapitel 6. Bitterfelder (Irr-)Weg und Zensur: Columbus 64 (1966)

Zusammenfassung
Ulrich Theins dritte Regiearbeit für das DDR-Fernsehen stellt hinsichtlich seiner Produktions- und Rezeptionsgeschichte eine Besonderheit in seinem OEuvre sowie in der DDR-Fernsehgeschichte dar. Zunächst war der Fernsehfilm als Fünfteiler unter dem Arbeitstitel Granit geplant (vgl. AdK, AF, HS, Nr. 9). Die Geschichte über die individuelle Entdeckungsreise des Journalisten Georg Brecher (Armin Mueller-Stahl), der durch die Arbeit im Bergbauunternehmen Wismut seinen Platz in der DDR-Gesellschaft findet, geriet in die Mühlen der Kulturpolitik rund um das 11. Plenum des ZK der SED Mitte Dezember 1965.
Andy Räder

Kapitel 7. Geschlechterrollen und Generationskonflikte: Unbekannte Bürger (1969)

Zusammenfassung
Nach dem Ausflug in die filmische Vergangenheit wählte Ulrich Thein für seinen nächsten Fernsehfilm Unbekannte Bürger (1969) wieder einen eigenen Gegenwartsstoff. Hinsichtlich thematischer, narrativer und bildgestalterischer Elemente, aber auch in Bezug auf Produktions- und Rahmenbedingungen war der Fünfteiler für die Weiterentwicklung der Gegenwartsdramatik bedeutsam. Hier wurden dokumentarische Inszenierungsstrategien – in Theins OEuvre bereits erprobt, im Kontext der Fernsehdramatik noch ungewöhnlich – auf eine fiktive Entwicklungsgeschichte angewendet, um grundsätzliche, philosophische Fragen über privates und berufliches Glück, Liebe, Familie und die Generationskonflikte zu verhandeln.
Andy Räder

Kapitel 8. Sozialistischer Antiheld: Broddi (1975)

Zusammenfassung
Ulrich Theins nächster Fernsehfilm Broddi (1975) unterscheidet sich im Hinblick auf die Produktions- und Rezeptionsgeschichte stark von früheren Arbeiten des Fernsehregisseurs. Erstmals verfilmte Thein das Szenarium eines anderen Autors. Mit Benito Wogatzki traf der zum narrativen Abschweifen tendierende Autor Thein auf einen breit erzählenden Schriftsteller, der die Fabel seiner Geschichten häufig über Dialoge aufbaute und bisher wenig Interesse an filmischen Erzählformen gezeigt hatte.
Andy Räder

Kapitel 9. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zusammenfassung
Wie die hier durchgeführte Analyse der Fernsehfilme und Mehrteiler gezeigt hat, kann dem Fernsehregisseur Ulrich Thein eine eigene formale und filmstilistische Handschrift zugesprochen werden. Seine ersten Regiearbeiten bis Mitte der 1960er Jahre sind noch geprägt von der Suche nach diesem eigenen Stil, einer eigenen Form, die sich zunächst noch an den produktionstechnischen, institutionellen und kulturpolitischen Rahmenbedingungen aufrieb. Sowohl Publikum als auch Fernsehschaffende und sogar Kulturpolitiker würdigten diese Versuche.
Andy Räder

Backmatter

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