Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Die Kontingenz von Politik stellt die Politikwissenschaft und Policy-Forschung vor empirische und theoretische Herausforderungen. Mit den explorativen Überlegungen zu einem Policy-Making in Möglichkeitsräumen entwickelt der Autor in diesem Buch einen neuen kontingenzsensiblen theoretischen Rahmen für die Policy-Forschung. In diesem Ansatz wird Kontingenz in moderner Politik und modernem Politik-Machen über Möglichkeitsräume und deren Begrenzung durch bestehende – aber letztlich veränderliche – Einflussasymmetrien und damit verbundene indeterministische Pfadabhängigkeiten fassbar, erklärbar und als Spektrum des Möglichen prognostizierbar. Obwohl die Überlegungen ihren expliziten Ausgangspunkt im empirischen Wandel des stark politisch und staatlich normativ geprägten Politikfelds Innere Sicherheit nehmen, ist die vom Autor vorgenommene theoretische Exploration anschlussfähig für die Policy-Forschung im Allgemeinen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Sicherheit im Allgemeinen und Innere Sicherheit als ein Aspekt im Besonderen haben in den letzten Dekaden zusehends an gesellschaftlicher und politischer Relevanz gewonnen. So bezeichnet Christopher Daase (Daase, 2010a, S. 1) – im Rahmen seiner Betrachtungen einer Sicherheitskultur und eines erweiterten Sicherheitsbegriffs – Sicherheit auch als „zentralen Wertbegriff moderner – und postmoderner – Gesellschaften [...], [als] Goldstandard des Politischen“. Hierbei bezieht er sich nicht nur auf eine Zunahme bzw. ein Primat des engen Verständnisses von Sicherheit, im Sinne der klassischen Äußeren Sicherheit, sondern auch auf eine inhaltliche Ausweitung der Sicherheitsbegrifflichkeit.
Tobias John

Kapitel 2. Wandel im Politikfeld Innere Sicherheit und Ordnung – Pluralisierung, Heterogenität und Konvergenz

Zusammenfassung
Im aktuellen sozialwissenschaftlichen Diskurs wird in vielfacher Hinsicht einWandel des Politikfeldes Innere Sicherheit und Ordnung thematisiert. Unter anderem wird eine s.g. Pluralisierung der Sicherheitsarchitektur und -produktion (vgl. u.a. Devroe und Terpstra, 2015; Terpstra und Stokkom, 2015; John, 2013; Jones und Newburn, 2006a) bzw. eine Entmonopolisierung polizeilicher Sicherheitsproduktion (Schuilenburg, 2015, S. 30) diskutiert. Ferner existiert eine weitergefasste, nicht auf die Innere Sicherheit fokussierte Debatte bzgl. einer Veränderung des gesellschaftlichen Verständnisses und der allgemeinen Bedeutung von Sicherheit (vgl. u.a. Daase, 2010a; Daase, Offermann und Rauer, 2012; Buzan, Wæver und Wilde, 1998) und Unsicherheit bzw. Risiken (vgl. Beck, 1986).
Tobias John

Kapitel 3. Mikrofundierung für die theoretische Betrachtung kontingenten Wandels und Policy-Makings

Zusammenfassung
Vielfalt, Heterogenität und in Teilen eine Konvergenz der konkreten Entwicklungen auf lokaler Ebene sind zentrale Aspekte der Pluralisierung der Sicherheitsproduktion, welche im Rahmen der aktuellen empirischen Forschung zum Politikfeld Innere Sicherheit diskutiert wird. Wie in Kapitel 2 anhand des Forschungstandes in empirischen vor allem deskriptiv ausgerichteten Betrachtungen und Studien zum Wandel der lokalen Sicherheitsproduktion und Sicherheitspolitik diskutiert, kann dieser politische Wandel und auch das jeweils zugrundeliegende Policy-Making als von Kontingenz geprägt interpretiert werden.
Tobias John

Kapitel 4. Policy Making in Möglichkeitsräumen – Eine pragmatistisch mikrofundierte policy-analytische Perspektive

Zusammenfassung
Grundsätzlich ist der Bezug zur pragmatistischen Perspektive bzw. der Denkschule des Pragmatismus in der Policy-Forschung nichts Neues. Analogien, Parallelen und Bezüge zum Pragmatismus werden an diversen Stellen herausgestellt (Blum und Schubert, 2018, S. 15–20; Bandelow und Hegelich, 2011, S. 425; Howlett, Ramesh und Perl, 2009, S. 10; Schneider und Janning, 2006, S. 11). Insbesondere Schubert (2014; 2003, S. 103–104) verweist auf die zentrale ideengeschichtliche Bedeutung des Pragmatismus für die Politikfeldanalyse, welche er als „Ziehkind des Pragmatismus“ (Schubert, 2003, S. 103) bezeichnet und die ganz der pragmatistischen Tradition folgend – zumindest in ihrer beratenden Funktion – zukunftsoffen angelegt ist und sich in der Praxis zu bewähren habe.
Tobias John

Kapitel 5. Pluralisierung im Politikfeld Innere Sicherheit und Ordnung aus pragmatistischer policy-analytischer Perspektive

Zusammenfassung
Die angestellten Überlegungen bzgl. einer kontingenzsensiblen policy-analytischen Perspektive und die Entwicklung des theoretischen Konzeptes bzw. Rahmens eines Policy-Makings in Möglichkeitsräumen bewegen sich bis hierher auf einer theoretischen und abstrakten Ebene. Ausgehend von der pragmatistischen, nichtteleologischen und indeterministischenMikrofundierung erfolgt das Policy-Making – erfolgen politisches Handeln und politische Prozesse – in Möglichkeitsräumen.
Tobias John

Kapitel 6. Schlussbemerkungen

Zusammenfassung
Die konzeptionellen Überlegungen hinsichtlich einer pragmatistisch mikrofundierten theoretische Perspektive eines Policy-Makings in Möglichkeitsräumen eröffnet eine alternative, erweiterte und kontingenzsensible policy-analytische Blickweise. Diese knüpft explizit an die Überlegungen bei Schubert (2003, S. 163) zu einer pragmatistischen Theorie der Politik und die Perspektive an, „dass der pragmatistische Möglichkeitsraum und damit der politische Handlungs- und Entscheidungsraum weit größer ist als bislang oder üblicherweise politikwissenschaftlich-theoretisch und politikwissenschaftlich-methodisch ausgeleuchtet bzw. genutzt wird”. Zentrale Bezugspunkte sind hierbei der pragmatistische Möglichkeitsraum nach Schubert (2003) und die pragmatistische Mikrofundierung nach Joas (1996).
Tobias John

Backmatter

Weitere Informationen