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Über dieses Buch

Der Band versammelt Beiträge der Arbeitsgruppe Hermeneutische Politikdidaktik zum Thema Politik und Kunst. Politik hat sich schon immer ästhetischer Mittel bedient, um sich zu inszenieren. Umgekehrt ist Kunst ein Reflex auf die politische Verfasstheit der Gesellschaft. Kunst eröffnet damit einen Zugang zur Politik mit hohem Potential für die politische Bildung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Kunst und Politik stehen in einem speziellen und wechselseitigen Verhältnis. Einerseits muss Politik sich präsentieren und inszenieren, andererseits braucht Kunst Öffentlichkeit und sucht sie auch. In diesem Raum treffen daher Politik und Kunst zusammen. Der Kontakt ist jedoch nicht einfach symbiotisch, denn neben einer „Kunst der Macht“ entfaltet sich auch eine „Gegenmacht der Kunst“. Dieses Verhältnis und die damit verbundenen Nutzungschancen für die Politische Bildung sind Gegenstand der vorliegenden Publikation.
Thomas Goll, Werner Friedrichs

Politisch-ästhetische Bildung durch künstlerisch-forschende Praxis

Zusammenfassung
Werner Friedrichs erörtert in seinem Beitrag die Möglichkeiten, durch künstlerisch-forschende Praxis einen Beitrag zu politisch-ästhetischen Bildungen zu leisten. Im Zentrum steht die sinnliche Ordnung, in der Wahrnehmungsweisen die Welt strukturieren. Politische Bildungsprozesse müssen sich mit diesen modulierten Epistemologien auseinandersetzen. Eine künstlerisch-politische Bildung – eine Bildungskunst – verfährt nicht im Modus des Belehrens und einweisenden Zeigens. Sondern sie versucht das, was gesehen werden soll, zu „zer-zeigen“, und damit das, was ungesehen, unvernommen ist, sichtbar zu machen.
Werner Friedrichs

Groteske und Satire im DDR-Roman als didaktische Momente in der politischen Bildung

Zusammenfassung
Ingo Juchler setzt sich am Beispiel des Romans „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ (1999) von Thomas Brussig mit „Groteske und Satire im DDR-Roman als didaktische Momente in der politischen Bildung“ auseinander. Nach der Einführung in den Roman erörtert er dessen politischen Sinngehalt, den er in der Auseinandersetzung mit den literarischen Leitfiguren des Romans, Friedrich Schiller und Jean-Paul Sartre, im besonderen Wert der Freiheit findet. Den Toten der Berliner Mauer, die davon Zeugnis geben, setzt Juchler im abschließenden Kapitel ein Denkmal.
Ingo Juchler

George Grosz Lithographien – „Glotzt nicht so romantisch!“

Ein Ausstellungsprojekt zur kulturellen und politischen Bildung
Zusammenfassung
Ausgehend von der Annahme, dass das Verständnis von ästhetischer Erfahrung im Sinne einer Weltorientierung verstanden werden kann, befasst sich der Beitrag von Waltraud Meints-Stender mit dem Spannungsverhältnis zwischen Politik und Kunst im Kontext der sie hervorbringenden Tätigkeiten, wie es in den Schriften von Hannah Arendt vorliegt. (2) In einem zweiten Schritt wird der Künstler George Grosz mit seinen Mappenwerken Ecce homo (1923) und Hintergrund (1928) kurz skizziert, um dann (3) das Ausstellungsprojekt „George Grosz Lithographien – „Glotzt nicht so romantisch!“, das an der Hochschule Niederrhein im Masterstudiengang Kulturpädagogik und Kulturmanagement im Wintersemester 2014/2015 und Sommersemester 2015 durchgeführt wurde, vorzustellen.
Waltraud Meints-Stender

Musik und Politik

Politisch-kulturelles Lernen als Zugang Jugendlicher zur Politik?! Hermeneutische Aspekte eines doppelten Zusammenhangs
Zusammenfassung
Der Beitrag thematisiert das Verhältnis von Musik und Politik. Hintergrund bildet ein Entwicklungsprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung. Anhand einer Ballade von Wolf Biermann wird das Potenzial hermeneutischer Zugänge entfaltet. Der Verweis auf hermeneutische Methoden (Stufenmodell, Analyseraster, Lesarten, Metaphern usw.) zielt ab auf die Erweiterung sozialwissenschaftlicher Zugänge und Methoden im Politikunterricht. Kontrovers können dabei Potenziale, aber auch Ambivalenzen diskutiert werden.
Hans-Werner Kuhn

Die Bedeutung der kleinen Dinge – von der politischen Symbolik im Alltag

Zusammenfassung
Thomas Goll zeigt am Beispiel der deutschen „Europa“-Briefmarken, dass politische Lerngelegenheiten sich auch an alltäglichen Gebrauchsgütern festmachen lassen. Nach einer theoretischen Grundlegung werden wird die Auswahl von Briefmarken als Untersuchungsgegenstand begründet. Dem folgt die Beschreibung des konkreten Motivprogramms der Europamarken, das danach in Hinsicht auf das Forschungsparadigma politische Kultur im Lichte des symbolzentrierten Ansatzes der hermeneutischen Politikdidaktik gedeutet wird, bevor eine Analyse seines Ertrags für die politische Bildung erfolgt. Unterrichtspraktische Überlegungen runden den Beitrag ab.
Thomas Goll

Persönlicher und politischer Stil – Aspekte für die Politikanalyse

Zusammenfassung
Die politikdidaktische Entwicklung des Stilbegriffes, welche sich u. a. an dem symbolischen Interaktionismus von Blumer und Mead orientiert, zeigt emotionale und normative Verwendungen des Stilbegriffes im Alltag. Die weitergehende Ausdifferenzierung des Stilbegriffes erschließt dessen Bedeutung als politikdidaktische Kategorie. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, in welcher Weise die politisch Lernenden ihre eigene politische Rolle, andererseits die politisch Handelnden in deren politischer Rolle unter den institutionellen und den politisch–kulturellen Bedingungen, aber auch im jeweiligen Regel- und Wertesystem wahrnehmen. Hieraus wird die Bedeutung der Kategorie „politischer Stil“ für die Praxis der politischen Bildung abgeleitet und veranschaulicht.
Carl Deichmann
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