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2018 | Buch

Politik und Ökonomie

Betrachtung eines schwierigen Verhältnisses in Theorie und Wirklichkeit

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Über dieses Buch

​Politik und Ökonomie sind unauflösbar miteinander verknüpft. In der Wissenschaft sind sie einander fremd. Dieses Buch schildert die wichtigsten Stränge der für die Gegenwart bedeutsamen Wirtschaftstheorien und das Verhältnis der Politikwissenschaft zur Wirtschaftspolitik. Weitere Kapitel schildern die Bedeutung der Ideologien, der Notenbanken, der Regierungen und der Finanzmärkte an den Beispielen der USA, Deutschlands, Japans und der Eurozone. Dabei werden unter anderem die Ursachen und Folgen der großen Finanzkrise von 2008, die Eurokrise und das Problem der schuldenfinanzierten Staatshaushalte erörtert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Einleitung
Zusammenfassung
Politik und Ökonomie sind in der Wissenschaft einander fremd. Dieses Buch schildert zunächst die wichtigsten Wirtschaftstheorien und die für die Bearbeitung von Wirtschaftsfragen geeigneten politikwissenschaftlichen Ansätze. Es folgen Kapitel über die Rolle nachfrage- und angebotsorientierter Wirtschaftsideologien in der wirtschaftspolitischen Praxis.
Jürgen Hartmann
Kapitel 2. Die Wertewelt des Wirtschaftsdenkens. Politische Ökonomie und Wirtschaftswissenschaft
Zusammenfassung
Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung der Wirtschaftstheorie von den Klassikern bis hin zu Keynes und den Neoliberalen. In den Ideen eines Homo oeconomicus und des sich selbst steuernden Marktes stellt es grundlegende Prämissen des gegenwärtigen Wirtschaftsdenkens vor. Die Theorien werden kritisch auf ihr Menschenbild, ihr Wirkungsmodell (Nachfrage, Angebot) und auf die Rolle des Staates hin befragt.
Jürgen Hartmann
Kapitel 3. Politikwissenschaft und Ökonomie
Zusammenfassung
Wirtschaftspolitik ist für die Politikwissenschaft ein Thema wie viele andere. Dieses Kapitel stellt kurz die wichtigsten Blickwinkel vor, unter denen sich ökonomische Themen bearbeiten lassen, darunter das Bild einer politischen Arena, in der sich das politische Kerngeschäft mit seinen Akteuren aus Regierung, Parlament, Parteien und Interessengruppen abspielt. Gerade mit Blick auf die neoliberale Wirtschaftsideologie drängt sich die Frage auf, ob die Nicht-Entscheidung, der bewusste Verzicht auf politisches Handeln, politisch motiviert ist.
Jürgen Hartmann
Kapitel 4. Die Wirtschafts- und Geldpolitik
Zusammenfassung
Dieses Kapitel thematisiert die historische Weltwirtschaftskrise und die Währungsordnung von Bretton Woods. Als Lehren aus der Vergangenheit fließen sie in das gegenwärtige Denken über wirtschaftliche Zusammenhänge ein. Ferner werden die Bedeutung des Geldes als Produkt sozialer Konvention und die Entwicklung der Notenbanken zu unabhängigen Institutionen erörtert.
Jürgen Hartmann
Kapitel 5. Die USA: Fiskalpolitik, Geldpolitik, der Finanzsektor und die Finanzkrise
Zusammenfassung
Die USA sind ein Schlüssel zum wirtschaftlichen Weltgeschehen. Was dort geschieht, strahlt über Kurz oder Lang auf den Rest der Welt aus. Themen dieses Kapitels sind die ideologischen und institutionellen Grundlagen der US-Wirtschaftspolitik, die Ursachen der hohen Staatsverschuldung, darunter die parteiübergreifende Akzeptanz neoliberaler Maximen, ferner die Deregulierung – insbesondere des Finanzmarktes-, die Bedeutung der Notenbank „Fed“ und schließlich die große Finanzkrise des Jahres 2008.
Jürgen Hartmann
Kapitel 6. Die Folgen des neuen Finanzmarktes: Unternehmen unter dem Diktat des Börsenwerts
Zusammenfassung
Der Wandel in der Unternehmenswelt korrespondiert eng mit gewachsenen Bedeutung der Finanzwirtschaft in der Gesamtökonomie. In der Vergangenheit wurde ein übermächtiges Management diskutiert, hinter das die Kapitaleigner zurückzutreten hatten. Heute hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass Aktionäre die eigentlichen Eigentümer der Kapitalgesellschaft sind. Vom Management wird erwartet, dass es den Börsenwert der Firma steigert und dem Anteilseigner stets einen Gewinn auszahlt.
Jürgen Hartmann
Kapitel 7. Wirtschaftspolitik in Deutschland und seinem europäischen Umfeld
Zusammenfassung
In Deutschland ist das Verhältnis der Politik zur Wirtschaft maßgeblich von der ordoliberalen Ideologie bestimmt. Es lässt aber Raum für den Sozialstaat. Diese soziale Marktwirtschaft ist Konsens aller maßgeblichen politischen Kräfte. Sie wurde im Laufe der Zeit zunächst mit nachfrage-, später mit angebotspolitischen Akzenten kombiniert. Kontrovers wird darüber diskutiert, ob die Priorität schuldenfreier Haushaltsführung nicht dogmatisch überzogen ist und zugunsten steigender öffentlicher Investitionen gelockert werden sollte.
Jürgen Hartmann
Kapitel 8. Japan: Von der staatlich moderierten Exportmaschine zur Marktwirtschaft
Zusammenfassung
Japan ist eine erfolgreiche Wirtschaftsnation. Mit dem Aufwachsen starker ostasiatischer Konkurrenten auf den Exportmärkten, dem Ende einer traditionell engen Kollaboration von Regierung und Unternehmen und nicht zuletzt mit steigender Überalterung laboriert das Land seit bald drei Jahrzehnten an schwachem Wirtschaftswachstum. Obgleich das Land kulturell auf kein liberales Gesellschaftsbild abonniert ist, sucht die Regierung die Lösung der Probleme in neoliberaler Politik.
Jürgen Hartmann
Kapitel 9. Die Eurozone, die europäische Wirtschaftspolitik und die EZB
Zusammenfassung
Die Eurozone der EU ist das Unikum eines Wirtschaftsraums mit gemeinsamer Währung, aber pluralistischer Fiskalpolitik. Die fiskalpolitische Vielfalt wird zum Problem. Die wirtschaftlich stärkeren Länder setzen auf Haushaltsdisziplin, die schwächeren Länder im Süden der Eurozone haben ein Interesse, auch mit stärker schuldenfinanzierten Haushalten Wachstum und Beschäftigung zu stimulieren. Der Versuch, die nationalen Politiken abzustimmen, um den Euro zu stabilisieren, charakterisiert die Politik der letzten Jahre.
Jürgen Hartmann
Kapitel 10. China: Kontrollierter Kapitalismus
Zusammenfassung
China ist zum einzigen weltweit starken Wirtschaftsakteur avanciert, der sich auf Markt und Wettbewerb eingelassen hat. Es schränkt aber die Freiheit privaten Kapitals durch die Existenz eines starken Sektors staatsnaher Banken und Unternehmen ein und lenkt die Gesamtwirtschaft auf politisch gewollte Schwerpunkte hin.
Jürgen Hartmann
Kapitel 11. Fazit
Zusammenfassung
Das Kapitel zieht ein Resümee aus den vorausgehenden Kapiteln und kommt zu dem Ergebnis, dass politisches Kalkül vorübergehend obsiegt, wenn sich die Alternative aufbaut, konsequent im Sinne der minimalstaatlichen Wirtschaftsideologie zu handeln, dabei aber die Macht zu verlieren. Das Kapitel verweist auf historisch gewachsene Unterschiede in den Erwartungen an den Staat. Aus diesen ergeben sich unterschiedliche Risiken des Machtverlusts.
Jürgen Hartmann
Backmatter
Metadaten
Titel
Politik und Ökonomie
verfasst von
Prof. Dr. Jürgen Hartmann
Copyright-Jahr
2018
Electronic ISBN
978-3-658-18812-2
Print ISBN
978-3-658-18811-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-18812-2

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