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Über dieses Buch

In diesem Kompendium führen 40 Politik- und Wirtschaftswissenschaftler aus insgesamt 25 Hochschulen gemeinsam in die wichtigsten Bereiche der Politischen Ökonomie ein und beleuchten die verschiedenen Teilbereiche jeweils aus Sicht beider Disziplinen. Damit wird in diesem Handbuch erstmals ein explizit integrativer Ansatz verfolgt. Im ersten Teil geben die interdisziplinären Autorenteams einen Überblick über grundlegende Frage- und Problemstellungen, die das Nachdenken über Politik und Wirtschaft sowie insbesondere die Reflexion über das Zusammenspiel dieser beiden Gesellschaftsbereiche seit Jahrhunderten geprägt haben. Der zweite Teil bietet eine Einführung in zentrale Aufgabenbereiche der Wirtschaftspolitik, während im dritten Teil die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beteiligten Fachdisziplinen bei der Analyse verschiedener Politikfelder aufgezeigt werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Frontmatter

Politik und Wirtschaft analysieren: Ein integrativer Ansatz

Zusammenfassung
Zum Themenkomplex „Politik und Wirtschaft“ liegt eine umfangreiche Literatur vor, zu der Ökonomen, Politikwissenschaftler und andere Gesellschaftswissenschaftler zahlreiche Bücher und Aufsätze beigetragen haben. Diese Beiträge wurden zumeist aus der Perspektive einer Wissenschaftsdisziplin verfasst: d. h. in der Regel entweder von Ökonomen oder Politikwissenschaftlern. Das vorliegende Handbuch „Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium“ verfolgt daher explizit einen integrativen Ansatz. Die einzelnen Beiträge zu verschiedenen Aspekten des Verhältnisses von Politik und Wirtschaft wurden gemeinsam von interdisziplinären, aus Politik- und Wirtschaftswissenschaftlern bestehenden Autorenteams verfasst. Dieses Einführungskapitel gibt einen Überblick über das Handbuch und dessen Einzelkapitel.
Karsten Mause, Christian Müller, Klaus Schubert

Ideen – Ordnungen – Theorien

Frontmatter

Politische und ökonomische Theorie- und Ideengeschichte

Zusammenfassung
Dieser Beitrag befasst sich zunächst mit der disziplinären und epistemologischen Bedeutung der Theorie- und Ideengeschichte in der Ökonomie und der Politikwissenschaft, um daran anschließend die historische Entwicklung des ökonomischen und des politischen Denkens von der Antike bis in die Gegenwart anhand exemplarischer und paradigmatischer Theorien und theoretischer Strömungen darzustellen. Leitender Gesichtspunkt ist dabei neben der Rekonstruktion einflussreicher und in diesem Sinne ‚klassischer‘ Positionen innerhalb der ökonomischen und politischen Theorie- und Ideengeschichte die Frage nach der hierin sich artikulierenden semantischen Reflexion des Verhältnisses von Wirtschaft und Politik, und nach den Wechselbeziehungen zwischen ökonomischer und politischer Theoriebildung.
Fritz Söllner, Alexander Stulpe, Gary S. Schaal

Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen

Zusammenfassung
Die Analyse der Zusammenhänge zwischen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ordnung hat in Politik- und Wirtschaftswissenschaft nicht nur eine lange Tradition, sondern erlebt derzeit auch eine lebhafte Renaissance. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die früheren und heutigen Beiträge zu dieser Thematik. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Forschungen an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Politikwissenschaft. Darüber hinausgehend bemühen wir uns, eine Erklärung dafür zu finden, warum das Interesse an dem hier behandelten Thema im historischen Zeitablauf auffälligen Schwankungen unterliegt. Unsere diesbezügliche These lautet: Immer dann, wenn das Verhältnis von politischem und ökonomischem System dynamischen Veränderungen unterliegt, steigt das Interesse am Zusammenhang zwischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen; immer dann, wenn das Verhältnis der beiden gesellschaftlichen Subsysteme relativ stabil ist, beschäftigen sich Politikwissenschaftler und Ökonomen eher damit, was innerhalb „ihres“ jeweiligen Systems vor sich geht.
Martin Brusis, Joachim Zweynert

Varianten des Institutionalismus

Zusammenfassung
Als gemeinsamer Kern aller wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Definitionen des Institutionenbegriffs werden Institutionen als formelle und informelle Regeln verstanden, die ökonomisches und politisches Handeln strukturieren, das heißt, begrenzen und ermöglichen. In der Analyse von Politik und Ökonomie lassen sich verschiedene Varianten des Institutionalismus voneinander unterscheiden. Dieser Beitrag diskutiert die epistemologischen und ontologischen Besonderheiten des Soziologischen Institutionalismus, des Historischen Institutionalismus und des Behavioralen Institutionalismus. Diese Gegenüberstellung wird dabei anhand der folgenden Fragen strukturiert: Wie werden Institutionen definiert? Wie und warum entstehen Institutionen? Wie wirken Institutionen auf Akteure, Interaktionen sowie politische und ökonomische Entscheidungen? Wie und warum wandeln sich Institutionen? Der Beitrag zeigt, dass die verschiedenen Institutionalismen diese vier Fragen in der empirischen Analyse politischen und ökonomischen Handelns auf jeweils spezifische Weise beantworten. Die jeweilige selektive Vorgehensweise erweist sich als nützlich und notwendig, um den Wandel von Politischen Ökonomien in seiner Gesamtheit verstehen und erklären zu können. Mit anderen Worten: Die unterschiedlichen Institutionalismen stehen nicht notwendig in einem Konkurrenzverhältnis zueinander, sondern können sich ergänzen.
Agnes Orban, Jan Sauermann, Christine Trampusch

Aufgaben der Wirtschaftspolitik

Frontmatter

Allokation: Marktversagen und Staatstätigkeit

Zusammenfassung
Die Frage, welche Güter eine Regierung bereitstellen sollte und welche nicht, beschäftigt die Politik- und Wirtschaftswissenschaft gleichermaßen. Der Beitrag gibt einen integrativen Überblick über diese Diskussion. Neben der standardmäßig in der Ökonomik angewendeten Marktversagenstheorie wird auch auf Alternativkonzepte zur Legitimation allokationspolitischer Eingriffe (u. a. öffentliche Daseinsvorsorge) eingegangen. Es wird deutlich werden, dass unter Ökonomen, Politikwissenschaftlern und anderen Sozialwissenschaftlern häufig nicht unumstritten ist, wo genau die Grenze zwischen Markt und Staat zu ziehen ist.
Karsten Mause, Christian Müller

Distribution: (Um-)Verteilungspolitik

Zusammenfassung
Dieser Beitrag diskutiert zentrale Fragen der Verteilungspolitik aus einer integrativen Perspektive, die sowohl wirtschafts- als auch politikwissenschaftliche Konzepte und Erkenntnisse berücksichtigt. Dazu wird zunächst ein Überblick über verschiedene sozialwissenschaftliche Gerechtigkeitstheorien gegeben. Anschließend gehen wir auf Aspekte der Einkommens- und Vermögensverteilung ein und illustrieren diese am empirischen Fallbeispiel der Wirtschafts- und Sozialordnung der Bundesrepublik Deutschland. Zudem werden Ansatzpunkte und Instrumente der Verteilungspolitik vorgestellt und diskutiert.
Jörg Althammer, Tanja Klenk

Stabilisierung: Konjunktur- und Wachstumspolitik

Zusammenfassung
Dieser Beitrag gibt einen Überblick über konkurrierende Ansätze der Stabilisierungspolitik. Dazu werden zunächst Grundlagen der wirtschaftswissenschaftlichen Konjunkturtheorie erläutert sowie Formen stabilitätspolitischer Eingriffe vorgestellt. Anschließend wird auf die Schwierigkeiten eingegangen, in der wirtschaftspolitischen Praxis konjunkturelle Schwankungen des Bruttoinlandsprodukts von strukturellen Entwicklungen des Produktionspotenzials zu unterscheiden. Am Beispiel der wirtschaftlichen Entwicklung in der Folge der Finanz- und Eurokrise wird gezeigt, wie der Wettstreit um die „richtige“ makroökonomische Theorie häufig von politischen Interessen und Weltanschauungen überlagert wird.
Albrecht F. Michler, Till van Treeck

Der Faktor „Führung“: Unternehmerische vs. politische Führung

Zusammenfassung
In Politik und Politikwissenschaft wie auch in Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften wird dem Faktor „Führung“ eine hohe Bedeutung beigemessen. Dabei handelt es sich um ein vielgestaltiges Phänomen, dessen theoretische wie empirische Erfassung mit erheblichen Herausforderungen einhergeht. Der vorliegende interdisziplinäre Beitrag nähert sich dem Gegenstand „Führung“ aus beiden Wissenschaftsperspektiven, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von in modernen, demokratischen und marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaften anzutreffenden Konzeptionen unternehmerischer und politischer Führung herauszuarbeiten.
Manuela Glaab, Jochen Koch

Politikfelder

Frontmatter

Finanzpolitik

Zusammenfassung
Dieser Beitrag liefert einen Überblick über die politik- und wirtschaftswissenschaftliche Forschung zur Erklärung staatlichen finanzpolitischen Handelns. Dabei wird gezeigt, dass die durch den politischen Prozess erzeugten finanzpolitischen Entscheidungen sich häufig von jenen Maßnahmen unterscheiden, welche eine rein an Effizienzkriterien ausgelegte ökonomische Analyse empfehlen würde. Die Untersuchung der politik-ökonomischen Determinanten der Finanzpolitik erlaubt ein besseres Verständnis staatlichen Handelns und ermöglicht die Formulierung wissenschaftlich fundierter Reformvorschläge. Einige davon werden am Ende des Beitrags diskutiert.
Oliver Pamp, Jan Schnellenbach

Geldpolitik und Finanzmärkte

Zusammenfassung
Finanzmärkte und deren Entwicklung stehen seit Jahren im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Auch ist die Geldpolitik Gegenstand wirtschaftspolitischer Diskussionen – spätestens seit den jüngsten Krisen im Euroraum. Diese Diskussionen reichen von Nachrichtensendungen bis hin zum Stammtisch. Dieser Beitrag unterlegt diese Debatten mit fundierten Betrachtungsweisen aus der Wissenschaft und macht sich zur Aufgabe, diese gut verständlich darzulegen. Zunächst werden das Geld und die Finanzmärkte ausführlich beleuchtet, um hiervon ausgehend die Internationalisierung von Finanzbeziehungen und die europäische Integration näher zu betrachten.
Ulrich Hamenstädt, Dirk Wentzel

Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik

Zusammenfassung
Dieser Beitrag gibt einen Überblick über den Themenkomplex Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik aus politik- und wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive. Arbeitsmarktpolitik verbindet ökonomische mit sozialpolitischen Zielsetzungen: Einerseits soll die Funktionalität des Arbeitsmarktes verbessert werden, andererseits soll den Bürgern Schutz vor marktinduzierten sozialen Risiken geboten werden. Ökonomische und politikwissenschaftliche Analysen der Arbeitsmarktpolitik untersuchen die Erreichung dieser Ziele aus unterschiedlichen, aber komplementären Blickwinkeln, und bieten gemeinsam ein breites Erkenntnisspektrum.
Silke Bothfeld, Werner Sesselmeier

Wettbewerb und Regulierung

Zusammenfassung
Wettbewerb und Regulierung werfen sowohl aus einer wirtschafts- als auch aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive interessante Fragestellungen auf und haben daher in beiden Disziplinen umfangreiche Beachtung gefunden. Während die Wirtschaftswissenschaften zwischen den Subdisziplinen Wettbewerbs- und Regulierungsökonomik scharf trennen, begreift die Politikwissenschaft die marktschaffende als auch marktkorrigierende ‚regulative Politik‘ weitgehend als Einheit (Abschn. 2). Der Hauptbeitrag der Wirtschaftswissenschaften liegt im Bereich einer wettbewerbsökonomischen Wirkungsanalyse (Abschn. 3), während die politikwissenschaftliche Domäne in der Analyse von Institutionen und Prozessen der regulativen Politik zu verorten ist (Abschn. 4). Aus einer interdisziplinären Perspektive kommen wir zu dem Ergebnis, dass beide Sichtweisen in erster Linie komplementär sind und sich gegenseitig befruchten können.
Oliver Budzinski, Sandra Eckert

Umweltpolitik

Zusammenfassung
Seit Beginn der 1970er-Jahre ist Umweltpolitik in Deutschland als eigenständiges Politikfeld etabliert und darüber hinaus seit 1994 im Grundgesetz als grundlegende Staatsaufgabe verfassungsrechtlich verankert. Davon ausgehend werden in diesem Beitrag zunächst die ökonomischen Strukturmerkmale von Umweltproblemen und die damit verbundenen politischen Interessenkonflikte betrachtet. Es schließt sich eine Darstellung wichtiger umweltpolitischer Regulierungsprinzipien sowie eine Analyse der ökologischen und ökonomischen Wirkungsweise umweltpolitischer Instrumente an, die auch deren Durchsetzungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Eigendynamik umweltpolitischer Prozesse betrachtet.
Thomas Döring, Annette Elisabeth Töller

Energiepolitik

Zusammenfassung
Der Beitrag zeigt anhand einer entwicklungsgeschichtlichen Darstellung der Energiepolitik die wechselvolle Geschichte volkswirtschaftlicher und politikwissenschaftlicher Analysen auf. Die Dynamik energiepolitischer Herausforderungen prägt bis heute das energiepolitische Forschungsinteresse beider Disziplinen. Durch das Ziel der nachhaltigen Energieversorgung gewinnt die Komplementarität wirtschaftswissenschaftlicher und politikwissenschaftlicher Analysen wieder an Sichtbarkeit, da Allokations- und Verteilungswirkungen energiepolitischer Maßnahmen und Instrumente auch immer Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens berühren.
Cornelia Fraune, Andreas Löschel

Verkehrs- und Infrastrukturpolitik

Zusammenfassung
Das Kapitel vermittelt eine Einführung in die Verkehrs- und Infrastrukturpolitik aus einer Kombination der politikwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive heraus. Im Zentrum dieses Kapitels stehen die Klärung der Bedeutung von Verkehrspolitik als Public Policy sowie die Darlegung der Gemeinsamkeit zwischen dem Anliegen der Politik- und Wirtschaftswissenschaft, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Verschiedene Beispiele aus der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik werden herangezogen, um die Komplementarität zwischen beiden Disziplinen zu verdeutlichen und die Wirkungsmechanismen hinter gesellschaftlichen Problemen, die durch Verkehr entstehen, zu veranschaulichen.
Sonja Rinne, Lyn Pleger, Fritz Sager

Verbraucherpolitik

Zusammenfassung
Die Idee der Konsumentensouveränität stößt in der Wirklichkeit auf Grenzen. Zwischen Anbietern und Konsumenten gibt es vielfältige Asymmetrien, zum Beispiel in puncto Informationen, Verhalten und Macht. Die Verbraucherpolitik versucht, diese Asymmetrien zu verringern. Die jüngeren Erkenntnisse der Verhaltensökonomik rücken dabei wesentliche Modellannahmen der neoklassischen Wirtschaftswissenschaften zurecht. Für die Verbraucherpolitik ergeben sich daraus zwei Konsequenzen. Zum einen wird die Forderung laut, mehr Evidenz für die Wirkung verbraucherpolitischer Maßnahmen zu schaffen. Zum anderen zeigt die Verhaltensökonomik, dass eine „sanfte“ Verhaltensbeeinflussung (nudges) sinnvoll sein kann. Die Politikwissenschaft kümmert sich stärker um die kollektiven Interessen von Verbrauchern. Neue Formen der Interessenvermittlung, die Gestaltungsoptionen sozialer Netzwerke sowie Varianten der kollektiven Rechtsdurchsetzung, können kollektive Verbraucherinteressen und damit auch die Konsumentensouveränität stärken.
Christoph Strünck, Lucia A. Reisch

Bildungspolitik

Zusammenfassung
Bildungspolitik ist ein schwer eingrenzbares Phänomen, denn die verschiedenen Teilbereiche wie Schule, Hochschule oder berufliche Bildung situieren in unterschiedlichen politischen Konstellationen. Zugleich tangiert Bildung alle Lebensbereiche und spielt damit eine prominente Rolle in der Politik- und in der Wirtschaftswissenschaft. Fokussiert wird etwa auf Unterschiede der Bildungssysteme im internationalen Vergleich sowie auf Folgen von Bildungspolitiken für Wirtschaft und Gesellschaft.
Josef Schmid, Michael Schuhen

Gesundheitspolitik

Zusammenfassung
Politikwissenschaft und (Gesundheits-) Ökonomik haben mit der Gesundheitspolitik einen gemeinsamen Untersuchungsgegenstand. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber, dass sie unterschiedliche Themenschwerpunkte mit einer unterschiedlichen Methodik und einem unterschiedlichen Instrumentarium bearbeiten. Während der Schwerpunkt der deutschen Politikwissenschaft eher auf der Analyse von (politikfeldspezifischen) Strukturen und (Politik-) Prozessen sowie der Analyse des Wandels von Gesundheitspolitik und Gesundheitssystemen liegt, ist die Perspektive gesundheitsökonomischer Analysen explizit auch normativ ausgerichtet und erfolgt häufig mit der Absicht, gesundheitspolitische Entscheidungen zu fundieren. So werden etwa auf Basis der Untersuchung von Finanzierungs- und Entlohnungssystemen und ihrer (Anreiz-) Wirkungen normative Lösungsvorschläge für die im Wandel der Zeit auftretenden gesellschaftlich und ökonomisch relevanten Probleme im Gesundheitssystem entwickelt. Der Beitrag stellt die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Disziplinen dar, zeigt die im Zeitablauf veränderten Fragestellungen und Untersuchungsschwerpunkte auf und erläutert die Stärken beider Disziplinen bei der Analyse von gesundheitspolitischen Fragestellungen. Es zeigt sich, dass die Analysen und Erkenntnisse der Politikwissenschaft und der (Gesundheits-) Ökonomik komplementär genutzt werden können – sofern ein Wissen und Verständnis über die Besonderheiten der jeweils anderen Disziplinen vorhanden ist.
Thomas Gerlinger, Dirk Sauerland

Sozialpolitik und Wohlfahrtsstaat

Zusammenfassung
Sozialpolitik und Wohlfahrtsstaat sind schwer abgrenzbare, komplexe politische Kategorien solidarischen, gemeinschaftlichen Handelns. Normativ betrachtet ist in der deutschen Debatte bereits der Begriff des Wohlfahrtsstaates begründungspflichtig. Jenseits normativer Diskussionen tangiert Sozialpolitik nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens, bindet sehr große monetäre Ressourcen der Staaten und spielt sowohl in der wirtschaftswissenschaftlichen als auch in der politikwissenschaftlichen Forschung eine bedeutsame, wenngleich jüngst rückläufige Rolle. Der Beitrag fokussiert normative Begründungen der Sozialpolitik sowie empirische Erklärungsansätze der Varianz von sozialpolitischem Handeln im internationalen Vergleich. Ebenfalls werden zeitgenössische Herausforderungen der Sozialpolitik aus den Perspektiven der Wirtschafts- und Politikwissenschaft erörtert.
Lothar Funk, Sven Jochem

Fazit

Frontmatter

Auf dem Weg zu einer „Integrativen Politischen Ökonomie“?

Zusammenfassung
Die einzelnen Kapitel des vorliegenden Handbuchs „Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium“ wurden jeweils gemeinsam von interdisziplinären, aus Politik- und Wirtschaftswissenschaftlern bestehenden Autorenteams verfasst. Die Autorinnen und Autoren geben in ihren Beiträgen jeweils einen integrativen, polit-ökonomischen Überblick zu einem wichtigen Feld innerhalb des Themenkomplexes „Politik und Wirtschaft“. Dieses Schlusskapitel geht zusammenfassend der Frage nach, ob es heutzutage überhaupt noch einen Unterschied macht, ob das Verhältnis von Politik und Wirtschaft aus politik- oder wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive analysiert wird.
Karsten Mause, Christian Müller, Klaus Schubert
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