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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Nach Jahren des Wachstumspessimismus samt postmaterialistischem Wertewandel erschallt heute angesichts leerer öffentlicher (Sozial-)Kassen und persistenter Arbeitslosigkeit der Ruf nach Wirtschaftswachstum lauter denn je. Nicht mehr die ökologischen und sozialen Grenzen des Wachstums (Meadows u.a. 1980; Hirsch 1980) und schon gar nicht mehr eine „gerechte“ Einkommensverteilung zwischen Nord und Süd prägen heute den politischen Diskurs, sondern vielmehr Strategien zur Erreichung von Wirtschaftswachstum, welches als ubiquitäres Allheilmittel für die Lösung elementarer ökonomischer und sozialer Probleme gepriesen wird (Ranis u.a. 2000; Dollar/Kraay 2002; Artadi/Sala-i-Martin 2003). Welche Rolle die Politik in diesem Zusammenhang spielt und ob die überwiegend dezentral koordinierten Ökonomien überhaupt auf politische Steuerungs- und Störimpulse reagieren, soll in dieser Studie sowohl für die OECD-Demokratien als auch im weltweiten Vergleich untersucht werden.
Herbert Obinger

I. Ökonomische Wachstumstheorien

Zusammenfassung
Innerhalb der wirtschaftswissenschaftlichen Wachstumstheorie können mit der Klassischen Wachstumstheorie, der Neoklassischen Theorie und der Neuen Wachstumstheorie drei große Theoriewellen unterschieden werden (Solow 1994: 45).
Herbert Obinger

II. Politik und Wirtschaftswachstum im weltweiten Vergleich

Zusammenfassung
Ein most dissimilar systems design ist aufgrund der hohen Varianz der politisch-institutionellen Basisstrukturen eine geeignete Untersuchungsanordnung, um den Effekt spezifischer politischer Stellgrößen auf das Wirtschaftswachstum zu untersuchen. Die im weltweiten Vergleich enormen Unterschiede in Bezug auf Regimetyp, Rechtsstaatlichkeit oder die Stabilität von politischen Systemen sollten aus theoretischer Perspektive zusammen mit anderen Umweltparametern unterschiedliche nationale steady states und damit selbst für Länder auf ähnlichem ökonomischen Entwicklungsniveau unterschiedlich hohe Wachstumsraten implizieren (Barro 1997).
Herbert Obinger

III. Politische Grundlagen wirtschaftlicher Entwicklung im weltweiten Vergleich: Eine Zwischenbilanz

Zusammenfassung
Welche Schlussfolgerung zu den Bestimmungsfaktoren der ökonomischen Entwicklung im weltweiten Vergleich kann aus den im letzten Kapitel präsentierten empirischen Befunden gezogen werden? Mit Blick auf die ökonomischen Triebkräfte des Wirtschaftswachstums decken sich die Befunde mit der einschlägigen wirtschaftswissenschaftlichen Literatur. Mit dem ursprünglichen Pro-Kopf-Einkommen und der Investitionsquote üben zwei Faktoren — unabhängig vom Schätzverfahren und der Untersuchungsperiode — einen signifikanten und robusten Effekt auf das Wirtschaftswachstum aus. Die empirisch robuste inverse Beziehung zwischen dem ursprünglichen ökonomischen Entwicklungsniveau und dem Wirtschaftswachstum bestätigt analog zu zahlreichen ökonometrischen Untersuchungen die empirische Tragfähigkeit des neoklassischen Konzepts konditionaler Konvergenz. Konvergenz stellt sich demnach nur bei Konstanthalten relevanter Bestimmungsfaktoren der nationalen steady states ein. Ebenfalls im Einklang mit dem Forschungsstand steht die identifizierte Schubwirkung der Investitionen, die zweifellos die wirtschaftspolitische Mastervariable zur Stimulierung von Wirtschaftswachstum darstellen.
Herbert Obinger

IV. Politik und Wirtschaftswachstum im OECD-Ländervergleich

Zusammenfassung
Nachdem in Kapitel II die politischen Determinanten des Wirtschaftswachstums im weltweiten Vergleich im Mittelpunkt des Interesses standen, fokussiert dieses Kapitel auf ein Subsample, nämlich auf die politisch-institutionellen Grundlagen wirtschaftlichen Wachstums in 21 demokratisch verfassten OECD-Ländern. Im Zentrum der Analyse steht somit der Vergleich einer relativ homogen Staatengruppe (most similar systems design). Diese Länder zeichnen sich durch weitgehend ähnliche politisch-institutionelle Basisstrukturen aus: Es handelt sich allesamt um demokratisch verfasste und rechtsstaatlich eingegrenzte Staaten mit kapitalistisch organisierten und somit dezentral koordinierten Volkswirtschaften. Zudem weisen diese Länder einen hohen Entwicklungsstand von property rights auf und wurden seit 1960 von keinen kriegerischen Ereignissen erschüttert.69 Die Absenz jener politischen Störvariablen, die im weltweiten Vergleich einen Beitrag für die Erklärung der Varianz des Wirtschaftswachstums liefern, nämlich unzureichend entwickelte property rights und schwere Formen politischer Gewalt, lässt erwarten, dass die Marktkräfte jenen ökonomischen Konvergenzprozess entfesselt haben, wie er von der traditionellen neoklassischen Wachstumstheorie postuliert wird. Sind nämlich die politisch-institutionellen Basisstrukturen von Ländern ähnlich, dann konvergieren die Ökonomien zu einem ähnlichen steady state. Die nationalen Wachstumsraten werden dann in erster Linie durch den steady state gap, also die Differenz zwischen dem ökonomischen Startniveau und dem Wachstumsgleichgewicht, determiniert. Je kapitalschwächer (d.h. ärmer) ein Land am Beginn der Untersuchungsperiode ist, desto höher sollte die Wachstumsrate sein und vice versa. Als Resultat müsste daher absolute Konvergenz (im Fachjargon auch als β-Konvergenz bezeichnet) zu beobachten sein. Wie Schaubild 13 zeigt, ist dies innerhalb der OECD-Welt (und im Gegensatz zum weltweiten Vergleich) tatsächlich der Fall. Länder wie Neuseeland oder die Schweiz, die bereits relativ früh zu hohem Wohlstand gelangt sind, verzeichneten ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum als die ökonomischen Spätstarternationen in Südeuropa oder Japan. Das (logarithmierte) BIP pro Kopf im Jahr 1960 erklärt alleine 78 Prozent (!) der Varianz des Wirtschaftswachstums pro Kopf zwischen 1960 und 2000. Die “OECD-Welt” gilt daher heute in der ökonomischen Literatur als exklusiver Konvergenzklub (Dowrick/Nguen 1989; Barro/Sala-i-Martin 1995; Nahar/Inder 2002), sodass sich das neoklassische Wachstumsmodell für diese Ländergruppe als empirisch außerordentlich tragfähig erwist (Vanhoudt 1999; Karras 2001: 73; Naher/Inder 2002:2021).
Herbert Obinger

V. Bilanz: Die politische Dimension der ökonomischen Entwicklung

Zusammenfassung
Diese Studie hat für zwei unterschiedliche Untersuchungsdesigns die politisch-institutionellen Grundlagen der ökonomischen Entwicklung untersucht, indem eine Reihe von politischen Variablen in ein neoklassisches Wachstumsmodell eingebettet und einer empirischen Überprüfung unterzogen wurden. Geprüft wurden im most similar cases design alle drei Dimensionen der angelsächsischen Politikbegrifftrias, während im most dissimilar cases design aus Datengründen in erster Linie die Polity-Dimension im Sinne der Staatsverfassung, der Regimestabilität sowie des Institutionengefüges untersucht wurde und hochaggregierte Policyindikatoren wie die Staatskonsumquote, die Inflationsrate sowie der Grad der Weltmarktintegration lediglich als Kontrollvariablen verwendet wurden.
Herbert Obinger

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