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Über dieses Buch

Sabrina Schöttle untersucht, inwiefern das Internet dazu beiträgt, die Lücke in der politischen Partizipation zu schließen und ob Männer und Frauen unterschiedlich partizipieren. Es wird empirisch überprüft, wie sich die bislang Inaktiven von jenen unterscheiden, die zu Online-Partizipation motiviert sind. Die Ergebnisse zeigen einerseits eine generelle Aufgeschlossenheit gegenüber elektronischer politischer Beteiligung, andererseits liegen nach wie vor soziale und geschlechterspezifische Unterschiede vor.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Politische Online-Partizipation von Frauen und Männern

Zusammenfassung
Die digitale Revolution verändert nicht nur zahlreiche Bereiche der Wirtschaft, der Forschung und des täglichen Lebens, sondern auch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an für sie relevanten Entscheidungen. Politische Partizipation im Internet, die alle sozialen Gruppen adäquat einschließt und geschlechtergerecht stattfindet, stellt ein zukunftsweisendes Anliegen in einer so modernen und hochindustrialisierten Nation wie der Bundesrepublik Deutschland dar. Und doch ist nach wie vor unklar: Wer partizipiert online politisch, und warum? Als Teil der Inklusion verschiedener sozialer Gruppen ist die Geschlechtergerechtigkeit in der Politik, so zumindest der allererste Blick, in der Bundesrepublik mehr als erfüllt: Die Anfang des Jahres 2019 amtierende Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Merkel, gilt laut des renommierten Forbes Magazine aus den USA zum siebten Mal in Folge als die mächtigste Frau der Welt (Forbes Magazine 2018a).
Sabrina Schöttle

Kapitel 2. Politische Partizipation – Eine Begriffsbestimmung

Zusammenfassung
Nicht nur im Sinne der partizipatorischen Demokratietheorie stellt politische Beteiligung einen wesentlichen Bestandteil von Demokratien dar, weil ohne sie das Regieren durch die Bürgerinnen und Bürger gemäß der Herrschaft des Volkes undenkbar ist. Der Wahlgang als demokratischer Akt schlechthin war neben der Parteiarbeit lange eine der wenigen legitimen Partizipationsformen in der Bundesrepublik (vgl. van Deth 2003: 168). Mit der Ausweitung der politischen Beteiligung wurden Definition und Forschungslandschaft differenzierter. Eine Begriffsbestimmung ist daher für die weitere Erforschung politischer Partizipation, online als auch offline, unumgänglich.
Sabrina Schöttle

Kapitel 3. Erklärungsmodelle politischer Partizipation

Zusammenfassung
Verschiedene Theoriestränge haben sich bezüglich der Erklärung von Voraussetzungen und Einflüssen politischer Partizipation etabliert. Um im weiteren Verlauf eine Übertragbarkeit der möglichen Einflussfaktoren auf Online-Partizipation überprüfen zu können, werden die diesbezüglich relevanten Theorieansätze erörtert. Die Erklärungen dieses Kapitels gehen hauptsächlich auf die Mikroebene und individuelle Erklärungsfaktoren ein.
Sabrina Schöttle

Kapitel 4. Das Geschlecht als Wissenskategorie

Zusammenfassung
Den bewährten Erklärungsmodellen der politischen Partizipation zufolge sind also unterschiedliche Faktoren für politische Offline-Partizipation relevant. Eine Erörterung von Geschlechtergerechtigkeit in politischer Partizipation im Internet bedarf demzufolge einer Verknüpfung dieser möglichen Erklärungsfaktoren mit dem Geschlecht. Das Geschlecht kann einen Faktor von Ressourcenungleichheit darstellen.
Sabrina Schöttle

Kapitel 5. Stereotype, Doing Gender und politische Partizipation

Zusammenfassung
Nach dem sozialkonstruktivistischen Ansatz sind Geschlechterverhältnisse und - differenzierungen nicht nur Ergebnis sozialstruktureller Ungleichheiten, sondern auch durch Emotionen, Erwartungen und stereotypische Vorstellungen geschaffen. Das soziale Geschlecht, gender, wird durch soziale Interaktion und Wahrnehmung, durch Doing Gender konstruiert. Dies kann bestimmte Auswirkungen mit sich bringen, auch bezüglich politischer Partizipation.
Sabrina Schöttle

Kapitel 6. Das Geschlecht als Strukturkategorie

Zusammenfassung
Hierarchische Geschlechterverhältnisse begünstigen die Ausbildung von Geschlechterunterschieden und Geschlechterstereotypen, die sich einschränkend auf politische Partizipation auswirken können. Im Folgenden wird auf das Geschlecht als Strukturkategorie eingegangen, auf einen theoretischen Erklärungsansatz, der potentielle Aspekte der sozialen Ungleichheit zwischen den Geschlechtern aufnimmt. Anschließend werden sozialstrukturelle Geschlechterdifferenzen beschrieben, von denen Einfluss auf politische Beteiligung angenommen werden kann.
Sabrina Schöttle

Kapitel 7. Online-Partizipation

Zusammenfassung
Zu den Optionen des Internets gehört politische Partizipation, die über die bewährten Formen hinausgeht und damit Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich bringt. Um die Forschungslandschaft zu Online-Partizipation näher zu beschreiben und schließlich erörtern zu können, auf welche Weise Online-Partizipation stattfindet, wird eine Zweiteilung in Top-Down- und Bottom-Up-Verfahren vor genommen (Voss 2014). Als erstes wird auf Grundlage des DIID-Monitors „Online- Partizipation“ (2016) auf Top-Down-Online-Verfahren eingegangen.
Sabrina Schöttle

Kapitel 8. Hypothesen

Zusammenfassung
Die dargelegten theoretischen Einsichten bilden die Basis für eine indirekte, kausale Wirkungskette zur Erklärung potentieller Geschlechterdifferenzen im Bereich der Online-Partizipation. Im Folgenden werden diese Erkenntnisse gebündelt und schließlich in Hypothesen sowie ein Kausalmodell, das Motivationsmodell, überführt. Die in Kapitel 2 bis 7 theoretisch hergeleiteten Annahmen sowie diese Erkenntnisse zu den Erklärungsansätzen politischer Partizipation werden nun herangezogen, um ein Analyseschema zu entwickeln.
Sabrina Schöttle

Kapitel 9. Operationalisierung, Datenerfassung und Datenbereinigung

Zusammenfassung
Online-Partizipation stellt ein umfassendes Feld dar, weshalb die Geschlechter(un)gerechtigkeit in diesem Bereich einer differenzierten Messung bedarf. Die Frage nach der Beantwortung des Vorkommens eines Gender-Gaps ist nicht ausreichend, das „wie“ und „warum“ unter Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren, müssen genauso betrachtet werden, um adäquate Antworten auf die formulierten Forschungsfragen geben zu können. Ähnliches gilt für den Vergleich der Nicht-Teilnehmenden mit den Teilnehmenden.
Sabrina Schöttle

Kapitel 10. Analyse von drei Bürgerbeteiligungsplattformen in NRW

Zusammenfassung
Politische Partizipation auf lokaler Ebene bezieht sich unmittelbar auf das tägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger und kann nahe an ihren tatsächlichen Bedürfnissen sein. Um die Motive der Teilnehmenden lokaler Online-Bürgerbeteiligungsplattformen nachvollziehen zu können, wurden Nachbefragungen zu drei lokalen Online-Bürgerbeteiligungsplattformen durchgeführt. Diese Befragungen sollen einen ersten empirischen Einblick geben, bevor auf die via Respondi durchgeführte Studie, im weiteren Verlauf „Online-Survey“ genannt, eingegangen wird.
Sabrina Schöttle

Kapitel 11. Empirische Analysen des Online-Surveys

Zusammenfassung
Um Wirkungszusammenhänge im Rahmen der politischen Online-Beteiligung, mit einem Schwerpunkt auf Online-Bürgerbeteiligungsplattformen, aufzuzeigen, werden zunächst ausgewählte uni- und bivariate Analyseergebnisse des Online-Surveys wiedergegeben. Dabei liegt der Fokus einerseits auf Differenzen zwischen den Geschlechtern, andererseits auf Unterschieden zwischen Partizipierenden und bislang Nicht-Partizipierenden. Sofern geschlechterstereotypischen Einstellungen, betrachtet als ein Kondensat von Doing Gender, auf Basis der theoretischen Erwägungen eine Bedeutung zukommt, werden sie in den Analysen berücksichtigt.
Sabrina Schöttle

Kapitel 12. Diskussion der Ergebnisse und Fazit

Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie sollten zwei elementare Fragen beantwortet werden: erstens, wer aus welchen Gründen online auf Bürgerbeteiligungsplattformen partizipiert. Zweitens, inwiefern Geschlechterdifferenzen in diesem Bereich der Online-Partizipation auftreten. Beide Fragen überschneiden sich.
Sabrina Schöttle

Backmatter

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