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Über dieses Buch

Alle reden von Strategie, aber kaum jemand fragt, was dahinter steckt. Dieses Buch verschafft politischer Strategieanalyse endlich ein Fundament, von dem aus sie weiter entwickelt werden kann. Adressaten sind die praktische Politik und die Politikwissenschaft. Eingehend und mit Verweisen auf praktisch-empirische Beispiele werden die drei zentralen Bausteine des gesamten Strategy-Making entfaltet: Strategiefähigkeit, Strategiebildung, strategische Steuerung. Dem schließen sich Fallstudien zu strategischer Politik in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an, die die systematischen Zusammenhänge illustrieren und zugleich das weitreichende Potential von Strategieanalysen unter Beweis stellen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung: Aufgaben politischer Strategieanalyse

Sicher, ein Wort, das wir in diesem Strategie-Buch – in einem affirmativen Sinne – nicht wiederholen werden, sicher kann man nur über den zunehmenden

Bedarf

an politischer Strategie sein. Nicht dagegen über ein weit verbreitetes

Bedürfnis

von Politikern nach Strategie. Es gibt Nachfrage, aber eine, die nicht wirklich weiß, was sie eigentlich will und deshalb ihren Adressaten nicht erreicht.

Joachim Raschke, Ralf Tils

2. Kontexte

Die Ausgangslage unseres wissenschaftlichen Beitrags haben wir beschrieben. Wenig unterstützt durch Politikwissenschaft und Politikberatung versuchen politische Akteure, Strategie in ihr Tätigkeitsfeld zu integrieren. Allerdings ist auch in praktischer Hinsicht vor Illusionen zu warnen: die empirisch beobachtbaren Strategieversuche politischer Akteure beruhen keineswegs auf einem einheitlichen Strategieverständnis und eingeführten Strategiepraktiken. Es handelt sich mehr um implizit-intuitives als explizit-systematisches strategisches Denken und Handeln.

Joachim Raschke, Ralf Tils

3. Grundmodell der Strategieanalyse

Das Grundmodell zeigt den inneren Zusammenhang der einzelnen Komponenten des hier entwickelten Strategieansatzes. Mit ihm kommt zugleich der (auch) praktisch orientierte Zuschnitt politischer Strategieanalyse zum Ausdruck. Anschlusssuche in Wissenschaft und Praxis gehen der analytischen Konzeption von Strategie voraus. Die Ergebnisse des Forschungsprozesses, so der Wunsch, sollen Wissenschaft und Praxis wiederum Anschlüsse ermöglichen.

Joachim Raschke, Ralf Tils

4. Strategie: Politische Praxis

Womit muss man rechnen, will man politische Strategie nicht am Reißbrett entwerfen, sondern an Denk- und Praxisgewohnheiten der Politik anschließen?

Joachim Raschke, Ralf Tils

5. Strategie: Begriff und Elemente

Eine Definition von Strategie sollte zugleich offen und spezifisch sein. Offene Definitionselemente sind gerade beim weichen Gegenstand politischer Strategie notwendig und sinnvoll; nur so kann der Begriff für viele mögliche Formen strategischer Orientierung und Praxis – für das, was wir als strategisches Kontinuum beschreiben – angewendet werden. Spezifisch sollte die Definition sein, um nicht in Allgemeinbegriffen zweckrationalen oder instrumentellen Handelns unterzugehen.

Joachim Raschke, Ralf Tils

6. Orientierungsschema

Wie orientieren sich Akteure im strategischen Feld? Nachdem in Kapitel 4 versucht wurde, einige Grundzüge strategischer Denkweise und entsprechender Praxis zu skizzieren, soll in diesem Abschnitt idealtypisch ein allgemeines Orientierungsschema umrissen werden, das empirisch gestützt ist (Interviews, Hintergrundgespräche, Biographien bzw. Autobiographien von Politikern etc.), hier aber systematisiert und zu Ende gedacht wird.

Joachim Raschke, Ralf Tils

7. Strategische Kalkulationen

Das Eigentümliche strategischer Kalkulationen ist, dass sie mit vielen Unbekannten und vergleichsweise einfachen Rechenmitteln angestellt werden und dennoch folgenreiche Handlungen tragen müssen.

Kalkulation

ist mehr als eine Metapher für den strategischen Rationalisierungsprozess. Sie ist zwar kein betriebswirtschaftliches Instrument im strategischen Geschäft. Trotzdem kann, auch ohne verbindliches Rechensystem, die „Berechnung“ und „Rechenhaftigkeit“ strategischer Politik präzisiert werden.

Joachim Raschke, Ralf Tils

8. Strategiefähigkeit

Strategiefähigkeit meint die Kapazität zu strategischer Politik, die insbesondere durch Strategiebildung und strategische Steuerung verfolgt wird. Entwicklung von Strategiefähigkeit ist kein naturwüchsiger Prozess, sie setzt entsprechendes Bewusstsein, Willen und Ressourcen beim Kollektivakteur voraus. Strategiefähigkeit ist voraussetzungsvoll und prekär, es bedarf großer Anstrengungen, sie aufzubauen und zu erhalten. Diskontinuitäten sind normal. Ausgangspunkt ist die Entfaltung sozialer Gruppen, die – durch bestimmte Vorstellungen und Handlungen abgestuft – Akteurs-, Organisations-, Strategiefähigkeit hervorbringen.

Joachim Raschke, Ralf Tils

9. Strategiebildung

Für welche Handlungsbereiche entwickelt man überhaupt Strategien? Grundsätzlich gilt: Politische Strategie ist ein universelles Konzept, das in allen politischen Kontexten Anwen-dung finden kann. Die Basiselemente unseres Strategiebegriffs – situationsübergreifende Ziel-Mittel-Umwelt-Kalkulationen – eröffnen überall Potentiale erfolgreicher Optimierung. Dennoch bleiben große Teile des politischen Prozesses strategiefrei: man verfolgt dort keine Strategien und man braucht sie oft auch nicht. Breite Bereiche von Alltags- und Routinepolitik folgen diesem Muster. Sie orientieren sich an Aufgaben, die für Funktionsweise und Integration der Gesellschaft unerlässlich sind, aber wenig neue Impulse setzen.

Joachim Raschke, Ralf Tils

10. Strategische Steuerung

Der Handlungsbereich strategischer Steuerung ist der letzte Schritt im Prozessmodell des Strategy-Making. Unser analytisch ausdifferenzierter Steuerungsbegriff schließt an den Aufbau von Strategiefähigkeit sowie den Prozess der Strategiebildung an und bezieht ihn auf die Anwendung von Strategie. Strategische Steuerung kann nur wirksam werden, wenn Strategiefähigkeit aufgebaut worden ist und durch Maßnahmen erhalten bleibt. Auch Stra-tegiebildung, die zu einer Strategie als emergentem oder konzeptionellem Konstrukt führt, ist Voraussetzung für Steuerungsprozesse.

Joachim Raschke, Ralf Tils

11. Kohärentes und fragmentiertes Strategy-Making

Die folgenden Fallstudien zeigen zweierlei: sie belegen, wie verwickelt das Strategy-Making in der Realität ist, und sie demonstrieren, dass die politische Praxis mit unseren Instrumenten in strategischer Hinsicht erschlossen werden kann. Im Zentrum der Fallstudien stehen keine „Enthüllungen“ bisher unbekannter Vorgänge und Ereignisse. Es geht um eine neue Sichtweise auf die in der Regel bekannten Tatbestände.

Joachim Raschke, Ralf Tils

12. Kohärentes Strategy-Making

Der Aufbau von Strategiefähigkeit geht immer auf abgestimmtes und zielorientiertes Elitehandeln zurück. Aber gerade politische Eliten handeln häufig nur unter dem Druck von Krisen. Für Parteieliten zentral sind Wahlkrisen. Die SPD erfüllte die Erfahrungsregel, dass drei Wahlniederlagen ausreichend sind, um den Kurs zu ändern. Die erste Niederlage überrascht, die zweite irritiert nachhaltig, erst die dritte Wahlniederlage lässt für den Großteil der Eliten und Aktiven keinen Zweifel mehr: die Verhältnisse sind andere, deshalb muss die Partei selbst sich ändern. Für die SPD war 1957 die dritte Wahlniederlage in Folge.

Joachim Raschke, Ralf Tils

13. Fragmentiertes Strategy-Making

Zwischen 1982 und 1995 verfehlte die SPD Qualitäten kollektiver Strategiefähigkeit. Erst seit 1995 kam es zu einer Rekonstruktion strategischer Handlungsfähigkeit, die im Vergleich zum ersten Zyklus nicht nur eine wesentlich verkürzte Lebensdauer aufwies, sondern auch von Täuschung und Instabilität begleitet wurde. Instabilität insofern, als Strategiefähigkeit im Regierungsprozess mehrfach neu formiert werden musste, um funktionsfähig zu bleiben. Täuschung, weil das für die Öffentlichkeit hergestellte Bild nicht den inneren Verhältnissen entsprach. „Wir sind bereit“ hieß der erfolgreiche Slogan, der verdeckte, dass Führungs- und Richtungsfrage im Wesentlichen ungeklärt waren.

Joachim Raschke, Ralf Tils

14. Resümee und Perspektiven

Wo stehen wir am Ende dieser Arbeit? Durchaus am Anfang der Forschung zur politischen Strategieanalyse, für die wir versucht haben, einige Trassen zu legen. „So ist denn in der Strategie alles sehr einfach, aber darum nicht auch alles sehr leicht.“ – man sieht die Mühen analytischer Arbeit und die Missverständnisse kommunikativer Vermittlung vor sich, die Clausewitz (1980: 347) in dieser Sentenz verdichtet.

Joachim Raschke, Ralf Tils

Backmatter

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