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Über dieses Buch

Der Begriff des Postfaktischen hat den öffentlichen Diskurs durchdrungen und taucht in verschiedensten Diskussionen auf. Dieser Band beleuchtet daher, in welcher Weise die Sicherheitspolitik durch diesen Zeitgeist geprägt wird und mit ihm umgeht. Dabei stehen zum einen die Konstruktion von (Un)Sicherheit und zum anderen die Fragen der Wahrnehmung sowie Vermittlung von Sicherheitspolitik für die Demokratie im Fokus.

Der Inhalt

Mit Beiträgen von Hans-Jürgen Lange, Michaela Wendekamm, Sascha Kische, Malte Schönefeld, Patricia M. Schütte, Frank Fiedrich, Maren Zangerle, Martin Schwarz, Christoph Busch, Andreas Werner, Verena Schmied, Martin Kagel, Jana-Andrea Frommer, Judith Hauber, Ramian Fathi, Anne-Marie Brixy und Marie-Loretta Boose.

Die Zielgruppe

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Dozierende und Studierende der Politikwissenschaft, Soziologie und Rechtswissenschaft Politische Akteurinnen und AkteureAngehörige von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

Die Herausgebenden

Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange ist Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster.

Dr. Michaela Wendekamm ist Wissenschaftliche Referentin des Präsidenten der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Postfaktische Sicherheitspolitik
Zusammenfassung
Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn die gemeinsame Basis (common sense) zugunsten von gefühlten Wahrheiten verlassen wird? Und was sagt dies über eine Gesellschaft aus?
Hans-Jürgen Lange, Michaela Wendekamm

Konstruktion von (Un)Sicherheit in unserer Gesellschaft

Frontmatter

‚Die gefühlte (Un)Sicherheit‘ am Beispiel des Entwurfs des Landes Baden-Württemberg zu einem Gesetz zur Erweiterung des Umfangs der Untersuchung von DNA-fähigem Material (BR-Drucks. 117/17)

Zusammenfassung
Es ist ein Fakt, dass die Entdeckung der forensischen DNA-Analyse vor über 30 Jahren die Strafverfolgungspraxis revolutionierte. Was zunächst zufällig durch den britischen Molekulargenetiker Alec Jeffreys im Jahre 1984 entdeckt wurde, ist heutzutage bei der Verbrechensaufklärung nicht mehr wegzudenken: der schnelle Vergleich des Erbmaterials verschiedener Menschen.
Sascha Kische

Veranstaltungssicherheits und -ordnungsdienste als wahrnehmungsbeeinflussende Akteure bei der Sicherheit von Großveranstaltungen – ein Werkstattbericht

Zusammenfassung
In einer „eventisierten“ und erlebnisorientierten Gesellschaft wie der unseren sind Besuche von Großveranstaltungen wie Rockkonzerte, Kirchentage, Volksfeste, Musikfestivals oder Sportveranstaltungen selbstverständlicher Bestandteil des Lebens bzw. der individuellen Freizeitgestaltung. Leider sind Großveranstaltungen nicht ohne Risiken. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Einbettung in natürliche, technische und soziale Rahmenbedingungen sind sie grundsätzlich anfällig für Störungen aus diesen Richtungen.
Malte Schönefeld, Patricia M. Schütte, Frank Fiedrich

Aus der Geschichte gelernt

Zur Relevanz geteilter Erinnerung im Diskurs um den Einsatz der Bundeswehr im Innern
Zusammenfassung
Im Jahr 2016 entbrannte die Debatte um den Bundeswehreinsatz im Innern erneut und häufiger, als in den Jahren zuvor. Vor allem das im Juli erschienene Weißbuch der Bundesregierung trug dazu bei, dass sich die öffentliche Diskussion wieder stärker mit dem Thema auseinandersetzte. Kontrovers diskutiert werden dabei die im Grundgesetz festgelegten Regelungen zu einem Einsatz der Bundeswehr im Inland und inwiefern diese ausreichen bzw. einer Änderung bedürfen.
Maren Zangerle

Der objektivierte Mensch und die Sicherheitskultur in Deutschland

Zusammenfassung
Die sog. Flüchtlingskrise des Jahres 2015 hat ganz unterschiedliche Reaktionen und Konsequenzen für die Sicherheitskultur in Deutschland gezeitigt, die nach wie vor nicht als abgeschlossen gelten können. Rationale Begründungsmodelle wie die vom BKA erstellte Polizeiliche Kriminalitätsstatistik sind nicht mehr ausreichend, wo sie auf ethische Gesichtspunkte treffen, die im Normenkatalog des Grundgesetzes wurzeln. Für Zygmunt Bauman (1925–2017) bedeutete die Flüchtlingskrise daher vor allem eines: Der den westlichen Wertemustern verpflichtete Sicherheitsstaat sieht sich längst in die Routine einer Normalität gezwungen, um so dem öffentlichen Sicherheitsgefühl gerecht zu werden.
Martin Schwarz

Rechtsextremistisches Framing von (Un)Sicherheit in Zeiten der „Flüchtlingskrise“

Zusammenfassung
Die Flüchtlingssituation in Deutschland ist seit 2015 das bestimmende Thema im gesamten Rechtsextremismus. Die aggressive Agitation gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte ist Konsens und Topthema im ansonsten heterogenen rechtsextremistischen Spektrum. Wie Einstellungsuntersuchungen zeigen, verfügt diese Agitation auch in der Mitte der Gesellschaft über ein Anschlusspotenzial.
Christoph Busch

Alles nur noch Fake!?

Innere Sicherheit und Migration in Zeiten postfaktischer Wahrheiten
Zusammenfassung
In dem vorliegenden Beitrag geht es um die Verknüpfung emotionsgetriebener öffentlicher Äußerungen, Migration und Gewalt im Kontext der Flüchtlingsbewegungen 2015/2016. Emotionalisierte Äußerungen hat es immer schon gegeben, in den vergangenen Jahren sind sie jedoch eine wesentliche Triebfeder öffentlicher Debatten geworden. Rationale und nüchterne Diskussionen sind demgegenüber immer seltener zu finden.
Andreas Werner, Verena Schmied

Wahrnehmung und Vermittlung von Sicherheitspolitik

Frontmatter

Unsicherheit durch Lüge

Sicherheitspolitik im postfaktischen Zeitalter
Zusammenfassung
Der folgende Beitrag, eine etwas erweiterte Fassung eines Redebeitrages zur AKIS-Konferenz an der DHPol vom Dezember 2017, behandelt das Aufkommen neuer Erscheinungsformen politischer Kommunikation und deren Auswirkungen auf die Demokratie, illustriert am Fallbeispiel der Sicherheitspolitik. Im Politikfeld Innere Sicherheit, welches die Situation und das Lebensgefühl der Bürgerinnen und Bürger besonders stark prägt, ist politische Kommunikation von außerordentlich hoher Relevanz. Insofern können Störungen in der Kommunikation und Informationsverbreitung hier auch zu besonders kritischen Konsequenzen führen und somit zu bedeutsamen Herausforderungen für Polizei sowie andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) werden.
Martin Kagel

Die Konstruktion von Migration und Kultur

Über Deutungshoheiten im sicherheitspolitischen Diskurs
Zusammenfassung
Wir leben in unübersichtlichen Zeiten; Migrationsbewegungen, Terrorismus und PEGIDA sind nur drei von einer Vielzahl an Themen, die tiefe Spuren in der öffentlichen Diskussion hinterlassen haben. Die Zusammenhänge, aber insbesondere auch die absichtliche Vermischung, der einzelnen Phänomene zu erkennen und zu verstehen, stellt dabei eine wesentliche Herausforderung dar. Gleichzeitig ist die Loslösung der öffentlichen Diskussion von Fakten in immer mehr Bereichen zu beobachten.
Michaela Wendekamm, Jana-Andrea Frommer

Postfaktizität und Predictive Policing

Zusammenfassung
Auf der BKA-Herbsttagung 2016 wurden bereits die „postfaktischen Zeiten“ im sicherheitspolitischen Kontext thematisiert. Der Vortragende Prof. Dr. Ulrich Wagner führte aus: „Wenn von postfaktischer Politik die Rede ist, ist damit gemeint, dass Schlussfolgerungen aus belegbaren Fakten durch ein Verschwimmen von Meinungen und Tatsachen ersetzt werden. Im Zentrum der politischen Aussage steht also nicht das belegbare Faktum, sondern die Erwartung, dass ein angebotenes Erklärungsmodell eine Nähe zur Gefühlswelt der Adressaten (Wähler) vermuten lässt.
Judith Hauber

Desinformationen und Fake-News in der Lage: Virtual Operations Support Team (VOST) und Digital Volunteers im Einsatz

Chancen und Risiken für den Bevölkerungsschutz
Zusammenfassung
Selten hat eine neue technische Errungenschaft, wie die des Internets, eine solch tiefgreifende Veränderung des kollektiven Zusammenlebens herbeigeführt. Soziale Netzwerke nehmen im Alltäglichen eine immer wichtigere Rolle ein. Zum Beispiel greifen Menschen in Krisenzeiten auf die sozialen Netzwerke als Informationsquellen zurück, die sie auch aus Nicht-Krisenzeiten kennen.
Ramian Fathi, Anne-Marie Brixy, Frank Fiedrich

„Sicherheitsgefühl, Kriminalität und das Internet“

Ein Auszug aus einer studentischen Online-Studie
Zusammenfassung
Das Internet stellt für die meisten Menschen heutzutage einen festen Bestandteil ihres Alltags dar. Schaut man sich etwa in einem Bahnabteil um, wird man feststellen, dass die meisten Menschen mit ihren Smartphones beschäftigt sind. Firmen und Städte richten sich auf den zunehmenden Wunsch der Menschen ein, jederzeit vernetzt zu sein und den Informationsfluss nicht unterbrechen zu müssen.
Marie-Loretta Boose
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