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Über dieses Buch

Ziel des Buches ist es, Handlungsoptionen von menschengerechter Arbeitsgestaltung in der digitalen Transformation zu identifizieren. Um die Potenziale zu nutzen und die Arbeitsbedingungen im Zuge der Integration smarter Technologien in Arbeitsprozessen gesundheitsgerecht und produktiv zu gestalten, müssen alle Akteure sensibilisiert und handlungsfähig sein. Das Buch enthält zahlreiche Beispiele und praxisnahe Empfehlungen zur menschengerechten Gestaltung der intelligenten Vernetzung von Mensch, Maschine und Organisation.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen

Frontmatter

1. Betriebliche Prävention 4.0

Die Arbeitswelt befindet sich mitten in einer tief greifenden digitalen Transformation, die mit dem Begriff „Industrie 4.0“ beschrieben wird, die sich aber auf alle Arbeitsbereiche und Branchen erstreckt. Die Betriebe stehen vor einem umfassenden Wandel der Arbeit mit vielfältigen Chancen und Gefahren, der eine hohe Lern- und Innovationsbereitschaft erfordert. Die Mehrheit der Beschäftigten steht vor erhöhten oder veränderten Komplexitäts-, Abstraktions- und Problemlösungsanforderungen, die bei guter Gestaltung eine Unterstützung bieten können. Von vielen wird ein hohes Maß an selbstgesteuertem Handeln, kommunikativen Kompetenzen und Fähigkeiten zur Selbstorganisation erwartet. Die Art der Führung und die Unternehmenskultur in den Betrieben werden sich von analogen zu digitalen Handlungsmustern, von hierarchischem zu vernetztem Verhalten verändern. Eine aktivierende betriebliche Präventionskultur entscheidet wesentlich über die Qualität der Gestaltung der digitalen Transformation. Der Beitrag definiert grundlegende Begriffe zur Industrie 4.0, cyper-physische Systeme, 4.0-Prozesse etc. und zeigt zentrale Handlungsfelder der betrieblichen Prävention auf.
Anja Baumann, Oleg Cernavin, Martina Frost, Arno Georg, Klaus Große, Oliver Hasselmann, Annette Icks, Welf Schröter, Katrin Zittlau

2. Technologische Dimensionen der 4.0-Prozesse

Die Kenntnis der technologischen Dimensionen der 4.0-Prozesse ist hilfreich, da sie die Basis für das Internet der Dinge und Leistungen bilden (für die cyber-physischen Systeme (CPS)). Dieses Wissen ist nicht zuletzt deswegen notwendig, da sich die 4.0-Prozesse in den Betrieben und im Arbeitsalltag nicht revolutionär, sondern evolutionär etablieren werden. Die Kenntnis der technologischen Dimensionen hilft, die 4.0-Prozesse besser zu durchschauen und Kriterien zum Einschätzen der Prozesse zu entwickeln.
In dem Beitrag identifizieren die Autoren die folgenden fünf technologischen Dimensionen für die 4.0-Prozesse und beschreiben sie umfassend:
  • Erfassen (Sensoren) und sammeln. Die unterschiedlichen Arten von Sensoren und ihre Möglichkeiten Daten zu erfassen werden vorgestellt außerdem Kriterien für das Sammeln der Daten.
  • Verarbeiten, vernetzen und integrieren. Beschrieben werden die unterschiedlichen Möglichkeiten der Vernetzung der Daten wie Insellösungen oder Systemlösungen.
  • Agieren (Aktoren). 4.0-Technologoien ermöglichen es den Dingen eigenständig zu agieren. Beschrieben werden die unterschiedlichen Arten der Aktoren und ihre Möglichkeiten Prozesse auszulösen.
  • Assistieren (Assistenzsysteme). Die 4.0-Prozesse unterstützen den Menschen auf unterschiedlichen Ebenen. Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Assistenz werden dargestellt wie kognitiv-unterstützende, psychisch-unterstützende, physisch-unterstützende oder Interaktion-unterstützende Assistenzsysteme sowie Service- und Assistenzroboter
  • Gestalten, lernen, steuern (Software 4.0/CPS). Von einem reifen 4.0-Prozess kann erst gesprochen werden wenn die Dinge, Prozesse und Menschen verbunden sind mit autonomer und selbstlernender Software – in Form von CPS. Die Autoren stellen umfassend die Grundlagen der CPS sowie ihre Funktionen Prozesse zu erkennen, zu verarbeiten und zu lernen, zu unteragieren sowie zu steuern.
Oleg Cernavin, Gordon Lemme

Positionen zur Prävention 4.0

Frontmatter

3. Anforderungen der Arbeitgeber an die Arbeit 4.0

Der Prozess der Einführung und Integration der Digitalisierung wird sich nicht von heute auf morgen vollziehen. In den Unternehmen zeigt sich aktuell ein uneinheitliches Bild. Die Zunahme an Differenzierung, Flexibilisierung und auch an Spezialisierung lässt künftig allgemeine Regeln immer seltener eine Antwort auf neue Herausforderungen sein. Eine der größten Chancen der neuen Entwicklungen liegt in der Digitalisierung von Wertschöpfungsketten. Der Beitrag skizziert die Handlungsbedarfe für Führung, Organisation und Personalentwicklung, Gesundheit und Sicherheit sowie für die Beschäftigten aus Sicht der Arbeitgeber auf.
Norbert Breutmann

4. Digitalisierung, Industrie und Arbeit 4.0 aus Sicht der Verbände der Metall- und Elektroindustrie

Digitalisierung, Industrie und Arbeit 4.0 sind in aller Munde. Arbeiten unter 4.0-Bedingungen bedeutet vernetztes, digitales, flexibles, und vermehrt ortsungebundenes Arbeiten. Neben Potenzialen wie eine höhere Produktivität und Flexibilität existieren auf der anderen Seite Unsicherheiten und Ängste vor massiven Veränderungen der Arbeitswelt. Der Beitrag zeigt die konkreten Herausforderungen aus Sicht der Verbände der Metall- und Elektroindustrie anhand einzelner Handlungsfelder auf. Es werden die Potenziale und Herausforderungen für Führungskräfte, für die Arbeitsorganisation als auch die Organisationsgestaltung, die Unternehmens- und Beschäftigtenperspektive sowie für Gesundheit und Sicherheit, wie z. B. Mensch-Roboter-Kollaboration dargestellt. Wer sich nicht mit dem Thema Industrie 4.0 allgemein und den genannten Handlungsfeldern im Speziellen konstruktiv auseinandersetzt, wird über kurz oder lang abgehängt werden.
Mikko Börkircher, Reinhard Walleter

5. Präventionsansätze im privaten Bankgewerbe: Differenzierter Blick

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung verändern sich Jobprofile, Führungsanforderungen, Teamstrukturen und Arbeitsformen in der Büro- und Wissensarbeit. Der Beitrag zeigt am Beispiel des privaten Bankgewerbes, wie sich Arbeitsgestaltung und Prävention schon heute auf die neuen Bedingungen einstellen und wo sich noch Fragen und Handlungsbedarf abzeichnen. Aus umfangreichen Erhebungsdaten lässt sich ablesen, dass es keine pauschalen Lösungen gibt, sondern Prävention 4.0 einen differenzierten Blick erfordert: Es gilt, Führung neu zu denken und Vertrauenskultur zu fördern, einzelne Mitarbeitergruppen stärker in den Blick zu nehmen, schnell und transparent zu kommunizieren, Digitalkompetenz bedarfsgerecht zu vermitteln und Arbeitszeitautonomie zu fördern, wo immer dies möglich und sinnvoll ist.
Carsten Rogge-Strang

6. Anforderungen des Handwerks an Prävention 4.0

Das Handwerk ist wesentlicher Bestandteil des Mittelstandes und zeichnet sich durch seine große Bandbreite zwischen Hightech-Integration und individueller Maßfertigung aus. Die ökonomischen, gesellschaftlichen und betrieblichen Auswirkungen des digitalen Wandels sind enorm: Er hat weitreichende Konsequenzen in sämtlichen betrieblichen Bereichen, auch in dem der präventiven Arbeitsgestaltung. Das Handwerk ist integrativer Bestandteil des Wandels. Viele Unternehmen und die darin beschäftigten Menschen stehen vor enormen Veränderungen. Dieser Beitrag beleuchtet zahlreiche Möglichkeiten der betrieblichen Gestaltung, aber auch potenzielle Risiken, die der digitale Wandel beinhalten kann. Dabei werden einschlägige, politisch determinierte Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt skizziert, die für eine optimale Nutzung der Digitalisierungspotenziale für den Handwerksbereich Berücksichtigung finden müssen.
Karl-Sebastian Schulte, Alexander Barthel, Anne Dohle

7. Gute (Dienstleistungs-)Arbeit der Zukunft: Anforderungen von ver.di an Prävention 4.0

Bei Prävention 4.0 ist der beteiligungsorientierte Arbeits- und Gesundheitsschutz als Dreh- und Angelpunkt elementar. Ein Grundsatz ist dabei, dass die Maßnahmen primär an der Gefahrenquelle und nicht am zu schützenden Menschen ansetzen. Ausgangspunkt und Anspruch ist hierbei, dass die Bedingungen, unter denen die Arbeit geleistet wird, zu gestalten sind. Ein wichtiges Erfolgskriterium ist die vollständige Gefährdungsbeurteilung als dynamisch-betrieblicher Mechanismus zur Selbstregulation. Als kontinuierlicher Verbesserungsprozess konzipiert, ist sie in allen Betrieben und Verwaltungen verpflichtend zu realisieren. Damit arbeitsbedingte psychische Fehlbeanspruchungen als Phänomen moderner Arbeitsbedingungen erfolgreich angegangen werden können, bedarf es u. a. mehr Mitbestimmung, grundlegender Beteiligung der Beschäftigten und der Berücksichtigung der Eigenheiten von Dienstleistungsarbeit mit Menschen für die Um- und Durchsetzung von Gefährdungsbeurteilungen. Bereits jetzt könnten diese Herausforderungen verstärkt mit den vorhandenen Instrumentarien angegangen werden. Ganz neue Herausforderungen für die zukünftige Prävention wird mobile Arbeit und die Prävention für Erwerbstätige „jenseits der Festanstellung“ sein. Für diesen Quantensprung der Prävention wird eine Weiterentwicklung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes notwendig werden. Innovativ wird Prävention 4.0 dabei nur sein, wenn die bestehenden Grundsätze und Qualitätsstandards auf dem Weg dorthin mitgenommen werden.
Anke Thorein, Horst Riesenberg-Mordeja

8. Arbeitsschutz 4.0: Essentials einer digitalen Humanisierungs-Agenda aus Sicht der IG Metall

Höchst unterschiedliche Szenarien der Arbeits- und Technikgestaltung in der Digitalisierung sind denkbar. Das gilt auch für die Frage, welche Anforderungen und digitale Belastungen auf die Beschäftigten zukommen werden und auf welche Herausforderungen sich der Arbeitsschutz zukünftig einstellen muss. Bei der Suche nach Antworten muss daher die Betrachtung der heutigen Arbeitsbedingungen den Ausgangspunkt bilden. Daher stehen im ersten Kapitel die gegenwärtigen Problemlagen und Herausforderungen der „Arbeit 3.0“ im Zentrum. Darauf aufbauend werden dann mögliche Chancen und Risiken der „Arbeit 4.0“ in einer Art „Extrapolation“ erörtert, um daraus Anforderungen an einen modernen Arbeitsschutz abzuleiten. Hoch technisierte Produkte, komplexere arbeitsorganisatorische und technische Lösungen erzwingen neue Formen der „vorausschauenden Intervention“. Mit prospektiven Gefährdungsbeurteilungen und vorausschauenden Interventionen müssen gesundheitlich riskante Belastungskonstellationen bereits in der Entwicklungsphase antizipiert werden, damit menschengerechte Gestaltungsoptionen bei der Planung von Arbeit und Technik zum Tragen kommen. Die durch die digitale Technik zu erschließenden ergonomischen Verbesserungen müssen genutzt und psychische Fehlbelastungen vermieden werden.
Andrea Fergen

9. Anforderungen der DGUV an eine Arbeit 4.0

Arbeit 4.0 ist ein bunter Blumenstrauß: Manches ist seit Jahrzehnten bekannt, anderes präsentiert sich aber zunehmend in neuem Gewand. Ambient Intelligence, Wearables mit in die Bekleidung integrierten Sensoren oder Augmented Reality ermöglichen virtuelle Kooperationen zur Fernwartung, eine unbegrenzte räumliche und zeitliche Flexibilisierung und eine neue Vielfalt der Beschäftigungsformen durch weltweites Crowdworking und ergebnisorientierte Projekte. Die neue Komplexität der Interaktion zwischen Mensch und Maschine erfordert allerdings neue Sicherheitskonzepte. Dabei geht es vor allem um die Zuweisung von Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit, aber auch um die Frage, wie Erwerbstätige für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung erreicht werden können. In diesem Beitrag werden sieben zukunftsweisende Prinzipien für die Arbeit 4.0 dargestellt, die dazu beitragen sollen, dass eine nachhaltige Kultur der Prävention etabliert und Arbeit auch in Zukunft menschengerecht gestaltet werden kann.
Walter Eichendorf

10. Prävention 4.0 aus der Perspektive der Gesetzlichen Krankenkassen

Digitalisierung und Arbeit 4.0 werden die Organisation und die Rahmenbedingungen der Arbeit der meisten Beschäftigten grundlegend umwälzen. Ihre Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten lassen sich aktuell nur grob abschätzen. Viele Entwicklungen zeichnen sich durch eine ausgeprägte Ambivalenz aus. Ziel der GKV ist es, auch im Zeitalter der digitalen Transformation qualitativ hochwertige und nachhaltige BGM- und BGF-Prozesse insbesondere in KMU und KKU anzustoßen, zu begleiten und zu einer guten Unternehmenskultur beizutragen. Präventionsberaterinnen und -berater sollten an der Entwicklung dieser digitalen Tools aktiv teilnehmen, um die Potenziale zu erkennen und sie nutzbringend anwenden zu können. Ebenso sinnvoll ist es, bei der Planung von Produktionsprozessen, Workflows und Maschinenentwicklungen Prävention und Gesundheitsförderung von Beginn an mitzudenken und in Strategien zu integrieren. Aus Sicht der GKV wäre das ein zukunftsweisender Schritt für die Förderung von Beschäftigungsfähigkeit sowie motivierte und produktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Volker Wanek, Jens Hupfeld

Prävention 4.0 im Betrieb

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11. Führung und Organisation in der Arbeitswelt 4.0

Das folgende Kapitel gibt einen Überblick über die technischen Neuerungen („Treiber“), welche sich durch die fortschreitende Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ergeben. Basierend auf den Ergebnissen einer Literaturrecherche sowie Meinungen von Digitalisierungsexperten verschiedener Betriebe werden die Potenziale und Konsequenzen für die Führung und die Unternehmensorganisation erläutert. Hierzu werden erste Handlungsfelder für eine gesunde und produktive Führung und Organisation in der Arbeitswelt 4.0 festgelegt.
Martina Frost, Sebastian Terstegen, Ufuk Altun, Sibylle Adenauer, Tim Jeske

12. Unternehmens- und Präventionskultur in der Arbeitswelt 4.0

Die Qualität der Unternehmenskultur sowie die Lern- und Innovationsfähigkeit des Unternehmens bedingen sich gegenseitig. Die digitale Transformation stellt besondere Anforderungen an die Lern- und Innovationsfähigkeit von Unternehmen. In der Art der Unternehmenskultur entscheidet sich, welchen Stellenwert betriebliche Prävention im Alltagshandeln hat und wie die cyber-physikalischen Systeme (CPS) in den Betrieb integriert werden. Gleichzeitig beeinflussen die CPS mit ihrer autonomen und selbstlernenden Software die Unternehmenskultur. Originäre Funktionen, die bisher ausschließlich von Personen und Organisationen erfüllt wurden, werden nun von autonomer Software beeinflusst oder sogar übernommen. Es kommt zu ganz neuen Formen der Interaktion zwischen Mensch und Technik, in denen die Software sogar die Handlungsträgerschaft übernimmt. Die kulturellen Deutungsmuster des Betriebes werden sich durch diese Eingriffe der Software in die sozialen Interaktionen erheblich verändern. Die Autoren gehen auf die Werte der Technik- und Softwaregestaltung ein sowie auf die unternehmensethischen Aspekte der Integration intelligenter Software in soziale Beziehungen im Betrieb. Die Unternehmenskultur eines Betriebes beeinflusst wesentlich, wie die Software 4.0 im Betrieb eingeführt, eingesetzt und genutzt wird. Der Beitrag endet mit konkreten Vorschlägen für Maßnahmen zur Gestaltung einer Unternehmenskultur, die CPS menschengerecht in die Arbeitsprozesse integriert.
Oleg Cernavin, Stefan Diehl

13. Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0

Der Artikel beleuchtet das Handlungsfeld Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0. Psychische Erkrankungen nehmen seit Beginn der 2000er Jahre kontinuierlich zu, Muskel-Skelett-Erkrankungen bleiben auf konstant hohem Niveau. Beschäftigtenbefragungen und Studien zeugen von einer zunehmenden Arbeitsbelastung durch einen Anstieg von Arbeitsdichte und Komplexität, Multitasking-Anforderungen, Termin- und Leistungsdruck sowie einem Bedarf an (Weiter-)Qualifizierung. Die Autoren gehen vor diesem Hintergrund der Frage nach, welche Auswirkungen die zunehmende digitale Transformation auf Arbeitsbedingungen, Gesundheitsförderung und das Wohlbefinden der Beschäftigten haben wird. Sie zeigen Handlungsfelder auf, die ein zukunftsfähiges BGM berücksichtigen sollten und Konzepte, die es Unternehmen ermöglichen, mit gesunden, zufriedenen und motivierten Beschäftigen produktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben. Abschließend wird diskutiert, wie BGM selbst die Digitalisierung nutzen kann, um an Qualität und Reichweite zu gewinnen.
Oliver Hasselmann, Christina Meyn, Julia Schröder, Corinna Sareika

14. Sicherheit in der Arbeitswelt 4.0

Die Entwicklung hin zur Arbeitswelt 4.0 hat Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten. Demnach müssen die neuen Techniken und veränderten Arbeitsbedingungen hinsichtlich neuer oder veränderter Gefährdungen und Belastungen beurteilt werden. Dann sind geeignete Maßnahmen zu finden, die Unfälle und gesundheitliche Beeinträchtigungen der Beschäftigten vermeiden. Neue Techniken und Möglichkeiten der Arbeitswelt 4.0 können jedoch auch zu einer verbesserten Sicherheit und neuen Maßnahmen im Arbeits- und Gesundheitsschutz beitragen. Einen wesentlichen Beitrag muss dabei die Forschung leisten. Unternehmen sind angehalten, den Arbeits- und Gesundheitsschutz bereits in ihren Planungen zu berücksichtigen. Ziel muss es sein, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung neue und veränderte Gefährdungen und Belastungen zu ermitteln und entsprechende Maßnahmen schon in der Entwicklung von neuen Techniken und Prozessen umzusetzen. Der vorliegende Beitrag trägt die aktuellen Erkenntnisse des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in der Arbeitswelt 4.0 zusammen.
Katrin Zittlau

Spezielle Zielgruppen der Prävention 4.0

Frontmatter

15. Von der „nachholenden Digitalisierung“ zu „autonomen Software-Systemen“

Der Autor teilt auf der Basis der Erfahrungen des arbeitsweltlichen Netzwerkes „Forum Soziale Technikgestaltung“ die betrieblichen Wandlungen in die übergroße Anzahl von „Prozessen der nachholenden Digitalisierung“ und der erst langsam und vereinzelt beginnenden Nutzung „autonomer Software-Systeme“ (ASS) auf. Statt einer technikzentrierten Einführungsstrategie digitaler Assistenzwerkzeuge plädiert der Beitrag für eine starke Betonung weicher nicht-technischer Gestaltungsfaktoren. Die Argumentation unterscheidet vertikale und horizontale Wertschöpfungsketten. Insbesondere Aspekte der präventiven vorausschauenden Arbeitsgestaltung sollen bereits in der Technikentwicklung verankert sein. Den Schwerpunkt des Beitrages bilden Handlungsempfehlungen für eine kooperative Gestaltungskultur in KMUs und im Handwerk ohne Beschäftigtenvertretung einerseits sowie in mittelständischen Betrieben mit gewähltem Betriebsrat andererseits.
Welf Schröter

16. Handwerk und Prävention 4.0

Das Handwerk verkörpert den Kern des Mittelstands und ist ein wesentlicher Teil der KMU in Deutschland. Mit der für unsere Arbeits- und Lebenswelt an Bedeutung gewinnenden digitalen Transformation gehen umfassende Veränderungen auch für die Handwerksbetriebe einher, die viele Möglichkeiten der betrieblichen Gestaltung beinhalten, aber auch viele Risiken mit sich bringen. Dieser Beitrag beleuchtet die Rahmenbedingungen einer präventiven Arbeitsgestaltung unter Berücksichtigung vorherrschender soziokultureller Strukturen im Handwerk und zeigt spezifische Faktoren der Nutzung neuer Technologien. Auf Basis von Untersuchungen, der Belastungssituation und präventiven Arbeitsgestaltung im Handwerk sowie Erkenntnissen aus der Praxis führt der Beitrag Perspektiven einer Prävention 4.0 im Handwerk auf.
Anja Baumann, Andreas Ihm

17. Mittelstand und Prävention 4.0

Die digitale Transformation wirkt sich auf Organisations- und Arbeitsformen von Unternehmen aus. Diese Entwicklungen zeigen sich auch in mittelständischen Unternehmen. Charakterisiert wird der Mittelstand durch die Einheit von Eigentum und Leitung sowie durch besondere strukturelle und prozessuale Merkmale. Trotz der Gemeinsamkeiten handelt es sich beim Mittelstand um eine heterogene Gruppe. Diese Vielfältigkeit spiegelt sich auch im Digitalisierungsgrad mittelständischer Unternehmen wieder. Einige Unternehmen setzen bereits CPS-Systeme im gesamten Wertschöpfungsprozess ein, hingegen sind andere Unternehmen kaum oder nicht digitalisiert. Im dynamischen Prozess der zunehmenden Digitalisierung ist es wichtig, dass mittelständische Unternehmen sich frühzeitig mit Chancen und Gefahren der Digitalisierung auseinandersetzen und entsprechende Präventionsmaßnahmen umsetzen. Eine gute Präventionskultur ist im Unternehmen erreicht, wenn die Sicherheit und Gesundheit der Erwerbstätigen im Rahmen des betrieblichen Handelns einen eigenständigen Wert hat.
Annette Icks, Teita Bijedić, Jutta Große

18. Interessenvertretungen und Beschäftigte in der digitalen Transformation

Wie Arbeiten 4.0 konkret aussehen wird, ist ein viel diskutiertes Thema. Die möglichen Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Beschäftigten werden zunächst kurz auf der Makro-, Meso- und Mikro-Ebene diskutiert und gefragt, inwiefern neue ‚digitaler‘ Arbeitsstandards bzgl. kooperativer Interaktionskompetenzen, Arbeitsgestaltung, Zeitdispositionen, Qualifikationen und Erfahrungswissen vorliegen. Aus den empirischen Erhebungen v. a. von Interviews mit Betriebsräten wird eine Typologie des Betriebsratshandeln zur Digitalisierung nach deren Formen der Wissensaneignung und Mitbestimmungsverhalten erarbeitet. Dort, wo gestaltungsorientierte Betriebsräte stabil in der Belegschaft verankert sind, haben sie eigene Lösungsvorschläge eingebracht und versucht das Erfahrungswissen der Beschäftigten zu nutzen.
Arno Georg, Kerstin Guhlemann und, Olaf Katenkamp
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