Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

In diesem Buch werden Aspekte einer praxeologisch ausgerichteten und empirisch fundierten Medienbildungstheorie skizziert, die das Zusammenspiel von Menschen und medialen Artefakten in Bildungsprozessen eingehend beleuchten. Medienbildung wird hierbei als ein Transformationsprozess verstanden, der sich durch das Wechselverhältnis von personalem Habitus und ‚Quasi-Habitus’ medialer Artefakte auszeichnet. Anhand einer fallübergreifenden Perspektive auf Grundlage der dokumentarischen Analyse biografisch-narrativer Interviews sowie medialer Artefakte werden drei Varianten sozio-medialer Habituskonfigurationen identifiziert, die Bildungsprozesse in jeweils spezifischer Weise prägen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Die hohe Bedeutung von Medien für die Gesellschaft und den individuellen Menschen bedarf seit geraumer Zeit keiner besonderen Hervorhebung mehr. Der rapide Wandel von Medientechnologien und die gegenwärtige Verbreitung digitaler und vernetzter Endgeräte hinterlässt deutliche Spuren in den unterschiedlichsten Bereichen des alltäglichen Lebens. Unser Denken und Handeln, oder anders ausgedrückt: Unser Verhältnis zur Welt und zu uns selbst ist heute ein anderes als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Patrick Bettinger

Kapitel 2. Bildung als Subjektivierung unter den Bedingungen reflexiver Modernisierung und gegenwärtiger Mediatisierung – Entwurf einer zeitdiagnostischen Rahmung

Im Folgenden wird der Zusammenhang von gesellschaftlichem Wandel und Medienwandel aufgegriffen, um einen zeitdiagnostischen Ausgangspunkt darzulegen, der verdeutlicht, dass menschliches (Zusammen-)Leben konstitutiv mit Medien verbunden ist. Darüber hinaus soll gezeigt werden, dass sich aufgrund gegenwärtiger sozialer und medialer Veränderungen neue Anforderungslagen für den Menschen ergeben, die tief greifende biografische Veränderungen nach sich ziehen können. Im Zuge dieser Feststellung wird auch die Annahme untermauert, dass die Erziehungswissenschaft besonders das Verhältnis von Bildung und Medien verstärkt in den Blick nehmen muss.

Patrick Bettinger

Kapitel 3. Das bildungstheoretische Feld: Sondierung und Positionierung

Eine fundierte Auseinandersetzung mit ‚Medienbildung‘ auf erziehungswissenschaftlicher Basis erfordert eine analytische Dekomposition und theoretische Fundierung der beiden begrifflichen Bestandteile ‚Medien‘ und ‚Bildung‘. Für beide Begriffe kann auf den ersten Blick eine unüberschaubare Vielzahl an heterogenen Definitions- und Deutungsmustern festgestellt werden, zumal in beiden Fällen nicht nur wissenschaftliche Auseinandersetzungen die Grenzen der Diskurslandschaft markieren, sondern auch alltagssprachliche Begriffsverwendungen semantische Spuren hinterlassen. Zunächst widmet sich diese Arbeit dem Bildungsbegriff, dessen Klärung nicht nur einen zentralen theoretischen Kern des hier zugrunde gelegten Medienbildungsverständnisses ausmacht, sondern auch entscheidende Setzungen für die empirische Rekonstruktion von Medienbildungsprozessen nach sich zieht.

Patrick Bettinger

Kapitel 4. Medien in Bildungsprozessen – Akteur-Netzwerk- und medientheoretische Grundlegung im Anschluss an die praxeologische Bildungstheorie

Wie bereits mit Verweis auf den Mediatisierungsansatz nach Krotz (2001; 2007) erläutert, legen gegenwärtige gesellschaftliche und medientechnologische Entwicklungen nahe, Bildungsprozesse in ihrem Zusammenhang mit gegenwärtigen medienkulturellen Umbrüchen eingehender zu untersuchen. In diesem Sinne merkt auch Wimmer (2002, S. 119) an, dass ein aktueller Bildungsbegriff kaum ohne Berücksichtigung der jeweiligen technisch-medialen Bedingungen auskommen kann, die den Kontext für Veränderungen der Selbst- und Welthaltungen darstellen. Die Frage, wann und weshalb ein Bildungsprozess als Medienbildungsprozess bezeichnet werden kann, lässt sich je nach Auffassung des Medienbegriffs unterschiedlich beantworten.

Patrick Bettinger

Kapitel 5. Medienbildung zwischen Theorie und Empirie: Metatheoretische und Methodologische Reflexionen

An die bildungs-, praxis- sowie medientheoretischen Ausführungen anschließend, soll im Folgenden ein methodologisches Grundgerüst entwickelt werden, aufgrund dessen Medienbildung als Prozessrekonstruktion empirisch erschlossen werden kann. Dabei werden die zentralen Eckpunkte dieser Arbeit, also praxeologische Bildungstheorie, die ANT und deren medientheoretische Implikationen, aufgegriffen und vor dem Hintergrund der qualitativ-rekonstruktiven Bildungsforschung im Hinblick auf methodologische Konvergenzen diskutiert. Um diesen Schritt zu leisten, werden zunächst einige erkenntnistheoretische Facetten der genannten Ansätze näher betrachtet und schließlich im Kontext der paradigmatischen Ausrichtung von Biografieforschung, dokumentarischer Methode und Visueller Stilistik diskutiert.

Patrick Bettinger

Kapitel 6. Zusammenführung der bisherigen Überlegungen: Eckpunkte einer praxeologischen Medienbildungstheorie

Zum Abschluss der theoretischen und methodologischen Auseinandersetzung mit Medienbildung wird ein zusammenfassendes Resümee gezogen, in welchem die wesentlichen Theoriebezüge und die hier nachgezeichneten Verbindungslinien prägnant dargelegt werden. Aus der Zusammenführung der oben dargelegten bildungs- praxis- und gesellschaftstheoretischen Ansätzen, wird ein Konzept von Medienbildung als sozio-mediale Habitustransformation umrissen.

Patrick Bettinger

Kapitel 7. Das empirische Projekt: Zur Forschungspraxis der Rekonstruktion von Medienbildungsprozessen

Dieser Teil der Arbeit legt dar, wie sich Medienbildungsprozesse im zuvor dargelegten Verständnis empirisch erforschen lassen und erörtert die hierbei zugrunde gelegte methodische Herangehensweise. Diese Überführung des oben entworfenen methodologischen Grundgerüsts in den Schritt der Forschungspraxis gilt es im Folgenden zu erläutern und transparent zu machen. Aufgrund des Verständnisses von Medienbildung als prozesshaftes Phänomen wurde die Methodik rekonstruktiv und struktursensitiv angelegt.

Patrick Bettinger

Kapitel 8. Exemplarische Fallporträts und Eckpunkte einer relationalen Prozesstypik als Grundlagen einer praxeologischen Medienbildungstheorie

Zu Beginn der Ergebnisdarstellung werden zunächst die rekonstruierten Medienbildungsprozesse anhand ausgewählter Fälle umrissen, um sowohl die spezifischen Merkmale der Verlaufsformen von Medienbildungsprozessen zu veranschaulichen als auch das methodische Vorgehen der Untersuchung in der konkreten Anwendung transparent zu machen. Damit soll selbstverständlich nicht der Eindruck entstehen, dass die Auswertung und die Typenbildung sich, wie bspw. in der Narrationsanalyse, durch Fokussierung auf Einzelfälle begründet, sondern dass entsprechend der Prämissen der dokumentarischen Methode stets auch fallübergreifende Vergleichshorizonte für die Interpretation relevant waren.

Patrick Bettinger

Kapitel 9. Diskussion der Ergebnisse und Ausblick

Ziel dieser Arbeit war es, einen theoretisch und empirisch fundierten Ansatz von Medienbildung zu entwickeln. Im Anschluss an einen zeitdiagnostischen Ausgangspunkt, der die Notwendigkeit eines Einbezugs von Medien in bildungstheoretische Überlegungen betonte, wurde zunächst ein praxeologisch fundiertes Bildungskonzept erläutert. Daran anknüpfend wurde gezeigt, wie sich ausgehend von der ANT Möglichkeiten ergeben, Medialität sowohl in theoretischer als auch in empirischer Hinsicht als Analysedimension von Bildungsprozessen zu integrieren.

Patrick Bettinger

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

Neuer Inhalt

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Best Practices für die Mitarbeiter-Partizipation in der Produktentwicklung

Unternehmen haben das Innovationspotenzial der eigenen Mitarbeiter auch außerhalb der F&E-Abteilung erkannt. Viele Initiativen zur Partizipation scheitern in der Praxis jedoch häufig. Lesen Sie hier  - basierend auf einer qualitativ-explorativen Expertenstudie - mehr über die wesentlichen Problemfelder der mitarbeiterzentrierten Produktentwicklung und profitieren Sie von konkreten Handlungsempfehlungen aus der Praxis.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise