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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Biologische Abluftreinigung: Anwendungsbeispiele, reaktions- und verfahrenstechnische Grundlagen

Zusammenfassung
Die biologische Abluftreinigung findet immer breitere Anwendung in verschiedenen Industriezweigen. Dieses zeigten das VDI-Kolloquium “Biologische Abluftreinigung“ in Heidelberg und die Tagung “Abluftreinigung“ in Innsbruck sowie die VDI-Richtlinien Biofilter (1991) und Biowäscher (1994). Wesentliche Apparate sind das Biofilter und der Biorieselbettreaktor, die mit fixierten Bakterien arbeiten, und Biowäscher, die mit suspendierten Bakterien arbeiten. Die genannten Veranstaltungen ergaben, daß der Biorieselbettreaktor zunehmend an Interesse gewinnt.
Am Beispiel des Rieselbettreaktors werden reaktions- und verfahrenstechnische Grundlagen der biologischen Abluftreinigung an Hand geeigneter Modellsysteme und Reaktoren aufgezeigt. Die Untersuchungen ergaben, daß analog zu konventionellen Katalysatoren, die Biokatalysatoren je nach Betriebsbedingungen im stofftransportlimitierten, im diffusionslimitierten oder im kinetischen Bereich arbeiten. Wesentliche Einflußgrößen sind die Löslichkeit und die biologische Abbaugeschwindigkeit der Schadstoffe.
K. Kirchner

Verfahrenstechnische Grundlagen der biologischen Abluftreinigung mit Festbettreaktoren

Zusammenfassung
Biologische Abgasreinigungsverfahren erlangen immer größere Bedeutung. Während anfänglich die Anwendungen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelbereich überwogen, werden zunehmend die Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Industrie zur Abscheidung massiver Massenströme bearbeitet. Dabei steht die Untersuchung der Abbauvorgänge in mikrobiologisch-verfahrenstechnischer Hinsicht immer mehr im Mittelpunkt. Durch die Forderung nach Betriebssicherheit und Automatisierung der Systeme nimmt die Zahl der Arbeiten über den Einsatz von Tropfkörperreaktoren (Rieselbettreaktoren) deutlich zu.
Im vorliegenden Artikel werden Arbeiten über die verfahrenstechnischen Aspekte von Festbettreaktoren, speziell hinsichtlich der Beschreibung des Stoffüberganges und der Strömungsform, Limitierungen der Reaktion und Modellbildung zusammengefaßt.
A. Windsperger, M. Sotoudeh

Abluftreinigung mit Biofiltern — Stand der Technik und Perspektiven

Zusammenfassung
Abluftreinigungsverfahren auf biologischer Basis gewinnen aufgrund steigender Anforderungen an die Abluftqualität verschiedenster Industrie- und Gewerbebetriebe, aber auch kommunaler Entsorgungsanlagen immer mehr an Bedeutung. Da zu erwarten ist, daß im Rahmen gesetztlicher Auflagen Grenzwerte für Abluftschadstoffe weiter abgesenkt werden, wird sich das Marktpotential biologischer Abluftreini-gungssysteme (BAR) erhöhen, da gerade diese besonders gut für die Behandlung geringer Schadstoffkonzentrationen geeignet sind und die Einhaltung selbst kleiner Grenzwerte bei vergleichsweise niedrigen Invest- und Betriebskosten gewährleisten können.
In diesem Beitrag wird insbesondere auf Grundlagen des Betriebes sogenannter “Biofilter“ eingegangen, deren Namensgebung irreführend ist und fachunkundigen Personen, zu denen auch Anwender dieses Reinigungsverfahrens zählen können, ein inkorrektes Wirkprinzip suggeriert. Mit besonderem Augenmerk werden abschließend sogenannte “Rieselbettreaktoren“ angesprochen, die einerseits alternativ als innovative Konkurrenzsysteme klassischer Biofilter und andererseits auch für die biologische Behandlung höherer Schadstoffkonzentrationen seit mehreren Jahren vermarktet werden und somit die Lücke zum klassischen “Biowäscher“ schließen sollen.
F. Wittorf

Biologische Abluftreinigung im Biofilter: Mikrobiologische Aspekte

Zusammenfassung
Bei der biologischen Abluftreinigung werden Schad- und Geruchsstoffe durch die Stoffwechseltätigkeit von Mikroorganismen abgebaut und damit aus der Abluft eliminiert. Voraussetzungen des Biofilterverfahrens sind die Wasserlöslichkeit und die prinzipielle biologische Abbaubarkeit der Abluftinhaltsstoffe. Die Natur verfügt über ein breites Spektrum der unterschiedlichsten Mikroorganismen, die in ihrer Gesamtheit zu vielseitigen Abbauleistungen fähig sind, so daß sehr viele Verbindungen der verschiedensten chemischen Stoffklassen mikrobiell verstoffwech selt werden können.
S. Fetzner, M. Roth, H. Schöffmann

Biofilterkonstruktionen

Zusammenfassung
Der Einsatz von Biofiltern ist bei einer geruchsintensiven Abluft mit relativ niedriger Gesamt-C-Konzentration bereits etabliert (z. B. Kläranlagen, Kompostieranlagen, Lebensmittelindustrie). Zwischenzeitlich nehmen die Anwendungsfälle, bei denen das Filter hohe organische Frachten eliminiert, weiter zu (z. B. Druckfarbenherstellung, Lösemittelherstellung).
P. Bernt

Biofilter in korrosionsgeschützter Bauweise

Zusammenfassung
Es werden in vereinfachter Form die Möglichkeiten der biologischen Abluftreinigung beschrieben. Desweiteren werden die Problematik der Korrosion beim Betrieb von Biofilteranlagen und eine umweltfreundliche, flexible Konstruktion zu deren Vermeidung aufgezeigt.
Es gibt in unserer heutigen Volkswirtschaft viele Gewerbezweige, deren Produktions- und Verarbeitungsprozesse zu Geruchsemissionen und damit zu einer starken Belästigung der umliegenden Bevölkerung, aber auch der Beschäftigten führen. Als Beispiele für solche Prozesse, die, meist bedingt durch die zu verarbei-tenden Materialien, sehr geruchsintensiv sind, seien folgende genannt:
  • Tierkörperverwertungsanstalten
  • Speiseresteverwertungsanlagen
  • Kompostieranlagen
  • Kläranlagen
  • Kunststoffrecyclingbetriebe
  • chemische Industriebetriebe, usw.
Prozeßbedingt entstehen Geruchsemissionen meist bei Verfahrensschritten, die in offenen oder teils gekapselten Anlagenkomponenten durchgeführt werden. Werden diese Abluftquellen gezielt erfaßt und über prozeßluft- und/oder raumluft- technische Anlagen abgeführt, so können sie in entsprechenden Abluftreinigungsanlagen behandelt warden.
R. Beutel

Hochleistungsbiofiltersysteme zur Reinigung industrieller Abluftströme — Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten

Zusammenfassung
Es konnte anhand der Entwicklung und des Einsatzes von Hochleistungsbiofiltern gezeigt werden, daß das Biofilterverfahren durchaus auch zur Reinigung kritischer Abluftströme, für die die Biofiltration bisher nur als bedingt einsatzfähig galt, verwendet werden kann. Mit der Entwicklung dieser Hochleistungssysteme konnten große Fortschritte bezüglich der Dauerbetriebssicherheit bei maximalem Anlagenwirkungsgrad erreicht werden.
Diese Anlagen können aus kleineren Einheiten modular aufgebaut werden. Dadurch können nahezu alle verfahrenstechnischen Nachteile, die bei Flächenfiltern auftreten, beseitigt werden.
Durch die Entwicklung eines neuartigen dynamischen Biofiltersystems können durchaus auch Abluftströme mit erhöhten Festpartikel- und Aerosolgehalten effektiv biologisch gereinigt werden, da Verstopfungen des Filtermaterials durch Ablagerungen effektiv vermieden oder verzögert werden können.
F. Sabo, K. Fischer, T. Schneider

Wie bewähren sich Hochleistungsbiofilter unter schwierigen Bedingungen in der Praxis?

Zusammenfassung
Die Forschung auf dem Gebiet der Biofilter-Technologie erbringt immer wieder neue Verfahrensvarianten und berichtet über den Abbau von Schadgas-Typen, die man vor wenigen Jahren noch nicht mit einem Biofilter in Verbindung gebracht hätte. Ob sich die erwarteten Erfolge jedoch auch dann einstellen, wenn das Filter die “sichere Umgebung“ des Labors verläßt, wird oft in Frage gestellt. In einem Forschungsvorhaben (Engesser et al. 1994) zur Reinigung der Abluft eines glasfaserkunststoff(GFK-)verarbeitenden Betriebes mit einem Hochleistungsbiofilter sollte das Scaling-up einer solchen Anlage untersucht werden. Es zeigte sich dabei, daß das Auftreten von starken Konzentrationsschwankungen und technischen Defekten, wie z. B. der Ausfall der Befeuchtung, aber auch Kurzarbeit im Betrieb, sich negativ auf die Leistung des Biofilters auswirkten. Insgesamt konnte jedoch auch gezeigt werden, daß trotz dieser Schwierigkeiten sehr hohe Eliminationsleistungen und gute Wirkungsgrade erzielt werden können. Begleitende Untersuchungen des Filtermaterials ergaben außerdem, daß Styrol nicht im Filter angereichert, sondern tatsächlich biologisch abgebaut wird.
Die Untersuchungen lassen den Schluß zu, daß es auch bei industrieller Abluft durchaus sinnvoll sein kann, Biofilter im Hochlastbereich zu betreiben.
M. Reiser, K. Fischer

Biofiltersystem: BIOTON®-Verfahren

Zusammenfassung
Die wesentliche Bedingung, die bei der Planung eines Biofilters von Bedeutung ist, ist das Filtervolumen. Dieses hängt von einer Vielzahl verschiedener Parameter wie der Art der Verunreinigung, der Konzentration, der Temperatur des Abluftstromes, dem gewünschten Wirkungsgrad und dem verwendeten Filtermaterial ab.
C. van Lith

Formaldehydentfernung aus der Abluft in einer Biofilteranlage im technischen Maßstab

Zusammenfassung
In diesem Beitrag wird eine großtechnische Anlage beschrieben, in welcher seit über 1,5 Jahren im Dauerbetrieb ca. 30.000 Bm3/h mit Formaldehyd belastete Abluft gereinigt werden.
Die Anlage besteht aus einem Befeuchter und drei Biofiltermodulen mit jeweils 25 m2 Biofilterfläche. Trotz einer sehr hohen spezifischen Filterbelastung von 400 m3/m2·h zeichnet sich die Anlage durch extrem geringe Druckverluste aus, welche ca. 700 Pa betragen. Die Abscheidewirkung von Formaldehyd liegt bei ca. 90% und erfüllt somit den von den lokalen Behörden verlangten Grenzwert von 0,6 mg/m3 im Reingas.
J. Mackowiak

Biologische Reinigung CKW-kontaminierter Abluft

Zusammenfassung
Es gibt genügend Produktionslinien, deren Abluftströme Beimengungen von Chlorkohlenwasserstoffen enthalten, obwohl die CKWs auf dem Index stehen und immer weniger produziert werden.
D. Jäger

Reinigung von Lackiererei-Abluft mit einem Gitterträger-Biofilter

Zusammenfassung
Mittels einer lackierereitypischen Rohluft wurde ein unkonventionelles biologisches Verfahren zur Abluftreinigung entwickelt, das folgende Merkmale aufweist:
  • Der Einsatz selektierter Startkulturen ermöglicht Anfahren in 1-2 Tagen und höchstmögliche spezifische Aktivität der Biomasse.
  • Durch die Verwendung von gitterförmigem, tangential angeströmtem Trägermaterial sind extrem niedrige Gasdruckverluste und Hochbauweise oder Kreuzstrombauweise möglich.
  • Es tritt keine Verpilzung, Verstopfung oder Versäuerung ein.
  • Das Gittermaterial sorgt durch sehr feine und gleichmäßige Verteilung der Flüssigphase für optimale Befeuchtung des Biofilms, der zwischen den Stegen aufgespannt ist.
  • Die Zufuhr von Nährsalzen sichert reproduzierbare, hohe und stabile Aktivität des Biofilms.
  • Periodische Abreinigung des Trägermaterials verhindert starke Eigengeruchsentwicklung und hohes Schlammalter. Auch Staub aus der Rohluft wird bei der Abreinigung entfernt.
  • Das Trägermaterial ist langlebig und muß nicht innerhalb weniger Jahre mit hohem Kostenaufwand entsorgt, bzw. neu beschafft werden.
  • Das Verfahren ist reif für die Vermarktung.
R. Bronnenmeier, P. Fitz, H. Tautz

Untersuchungen im Rahmen der Erstellung der ÖNORM S2020 für Biofilterkomposte

Zusammenfassung
Die Biofiltertechnologie konnte sich in den letzten Jahren als praktikable Alternative, besonders bei der Behandlung von geruchsbelasteten Abluftströmen, etablieren. Sie zeichnet sich vor allem durch geringe Kosten bei Planung und Bau der Anlagen und einen vergleichsweise minimalen Aufwand bei deren laufendem Betrieb aus. Die Schadstoffe werden dabei nicht nur auf physikalischem oder chemischem Weg in eine andere Zustandsform überführt, welche aus kurzfristigen Überlegungen heraus im Moment leichter zu entsorgen oder zwischenzulagern erscheint; durch die Metabolisierung der Luftschadstoffe im Biofilm werden diese im optimalen Betrieb vielmehr zu biologisch unbedenklichen Produkten wie Kohlendioxid und Wasser umgewandelt.
W. Rieneck, G. Gstraunthaler

Reinigung von kohlenwasserstoffhaltigen Abluftströmen mit biologischen Verfahren

Zusammenfassung
Kohlenwasserstoffhaltige Abluftströme wurden lange Zeit durch physikalische Verfahren, wie sie auch aus der chemischen Verfahrenstechnik bekannt sind, etwa der Kondensation und Adsorption, gereinigt. Biologische Verfahren, deren Potential bis heute unterschätzt wird, wurden im wesentlichen zur Desodorierung von Abluftströmen sowie in späterer Folge zur Elimination leicht wasserlöslicher, leicht abbaubarer Kohlenwasserstoffe herangezogen. In Tabelle 1 sind die wesentlichsten Abluftreinigungsverfahren hinsichtlich ihres Einsatzgebietes, Wirkungsgrades und ihrer Kosten zusammengestellt.
W. Ploder, E. Reithner, R. Braun, Ch. Plas, P. Holubar, K. Moser, H. Binder, A. Friedl, I. Schindler

Biologische Reinigung hochbelasteter Abluftströme

Zusammenfassung
Abluftströme, die nur mit niedrigen Konzentrationen von organischen Schad- oder Geruchsstoffen verunreinigt sind, werden mittels biologischer Abluftreinigung in vielen Fällen zufriedenstellend gereinigt. Dies ist, unter anderem, das Ergebnis einer Studie, die das Institut für Angewandte Mikrobiologie (IAM) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie österreichweit durchgeführt hat (Braun et al. 1994). Bei den erhobenen Anlagen handelt es sich bis auf zwei Ausnahmen um Biofilter. Ein Großteil der Anlagen wird in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt (Tabelle 1).
P. Holubar, R. Braun

Abbau von Ethylacetat in Biofiltern und Tropfkörper-Bioreaktoren

Zusammenfassung
Man kennt heute verschiedene Verfahren zur biologischen Abluftreinigung, die sich im Vergleich zu den alternativen chemisch-physikalischen Verfahren durch geringeren Investitions- und Betriebskostenbedarf auszeichnen. Außerdem werden sekundäre Emissionen und somit die Verlagerung der Abfallproblematik in ein anderes Umweltkompartiment vermieden. Von den biologischen Verfahren konnten sich bislang insbesondere das Biofilter und der Topfkörper-Bioreaktor neben dem Biowäscher großtechnisch durchsetzen. Im Rahmen dieses Beitrages sollen das Abbau- und Druckverlustverhalten von klassischen Biofiltern mit konventionellem Kompostfilterbett, von Biofiltern mit alternativen Füllmaterialien, darunter einem füllmaterialoptimierten Biofilter, und von Tropfkörper-Bioreaktoren betrachtet werden. Es wurde das in Lacken und Druckfarben häufig enthaltene Ethylacetat als Modellsubstanz für einen leicht wasserlöslichen Luftschadstoff verwendet.
R. Reitzig, F. Pröll, I. Schindler, P. Schönduve, A. Friedl

Untersuchungen zum Abbauverhalten und zur Abbaukinetikeiner schwefeloxidierenden Mikroflora in einem Tropfkörperreaktor zur Abgasreinigung

Zusammenfassung
An den experimentellen Werten des simultanen Abbaus von CS2 und H2S in einem Tropfkörperreaktor zur Reinigung der Abluft eines Viskosefaserbetriebes wurde die Annahme einer Parallelreaktion mit unterschiedlicher Abbaugeschwindigkeit geprüft. Die Werte der Abbaukonstante und der Reaktionsordnung wurden ermittelt und die erhaltenen Werte in Gleichungen für Reaktoren mit unterschiedlicher Rückvermischung eingesetzt. Dabei zeigte sich für einen idealen Rohrreaktor die beste Übereinstimmung.
Aus den erhaltenen Ergebnissen konnte gefolgert werden, daß Mischungen von schwerlöslichen Komponenten unterschiedlicher Abbaubarkeit in Rieselbettreaktoren abgebaut werden können, die leichter abbaubare Substanz im untersuchten Fall aber den Abbau des schwerlöslichen Stoffes störte.
Um die getroffenen Annahmen zu erhärten und die Aussagen genauer zu prüfen, wäre die analoge Auswertung von Ergebnissen einer vergleichbaren Anlage, eventuell im Vergleich mit anderen Schadstoffen, günstig.
B. Zwerger, S. Steinlechner, A. Windsperger, M. Sotoudeh

Biologische Abluftreinigung mit dem Zander-Tropf- körperverfahren

Zusammenfassung
Die biologische Abluftreinigung wurde schon in den 60er Jahren erprobt. Hier wurden vor allem Versuche mit geruchsbelasteter Luft aus Tierkörperverwertungen und Kläranlagen durchgeführt. Es handelte sich dabei um Biofilter. Diese funktionieren relativ einfach, dadurch daß die belastete Luft durch eine Kompostschüttung geleitet wird. Im Kompost lebende Mikroorganismen oxidieren die Schadstoffe zu CO2 und H2O.
M. A. Kottwitz

Erfahrungen mit einem neuen Rieselbettreaktor

Zusammenfassung
Die Luftreinigung bildet einen wichtigen Teilbereich des Umweltschutzes. Daher wird kontinuierlich nach Mitteln und Wegen gesucht, um bestehende Luftreinigungsverfahren zu optimieren. In den letzten Jahren zeigte sich dabei immer deutlicher, daß die biologische Abluftreinigung interessante Möglichkeiten bietet.
So hat Tauw Milieu bv in den vergangenen Jahren einen Biotricklingfilter (Rieselbettreaktor), ein System, das eine gute Prozeßbeherrschbarkeit mit niedrigen Kosten kombiniert, erprobt. Im folgenden werden zwei Pilotversuche mit Biotricklingfiltern (BTF) beschrieben. Das erste Projekt betrifft die Entfernung von Löse-mitteln aus der Abluft von Spritzlackieranlagen, das zweite die Optimierung des Klimas in einem Stall mittels Stalluftrezirkulation und Stalluftsäuberung (Ammoniak-und Geruchsentfernung) mit einem BTF. In beiden Fällen hat sich erwiesen, daß der Biotricklingfilter gut funktioniert: Bei der Entfernung von Lösemitteln werden Aromaten und gut wasserlösliche Kohlenwasserstoffe wie Acetate und Alkohole simultan aus der Abluft entfernt; wichtig ist dabei aber, daß die Konzentrationen der Kohlenwasserstoffe nicht zu stark fluktuieren. Bei starker Fluktuation sollte eine Puffertechnik angewandt werden. Bei der Stalluftreinigung hat sich erwiesen, daß ein Biotricklingfilter in Kombination mit einer Rezirkulation der Stallluft die Ammoniakemissionen um 90% vermindern kann. Neben Ammoniak lassen sich auch Geruchskomponenten wie Schwefelwasserstoff entfernen.
R. Oosting, L. G. C. M. Urlings, P. H. van Riel, T. H. Tammes

Biologische Reinigung von NOx- und CO-haltiger Abluft

Zusammenfassung
Das Ziel des vorgestellten Forschungsprojektes bestand in der Entwicklung eines mikrobiologischen Verfahrens zur Reinigung der gasförmigen Schadstoffe Kohlenmonoxid (CO) und der beiden Stickoxide Stickstoffmonoxid (NO) und Stick-stoffdioxid (NO2) aus Straßentunnelabluft. In Laborreaktoren wurden unter chemolithotrophen Bedingungen autotrophe Mischkulturen angereichert, die in der Anreicherungsphase aus synthetischer Tunnelabluft 10% CO bzw. 16% NO abbauen konnten. Auch NO2 wurde weitgehend aus der Abluft eliminiert. Die angereicherten Mischpopulationen wurden daraufhin auf inertem Trägermaterial immobilisiert und die Leistungsdaten in Labor-Biotropfkörpern mit einem Volumen von 161 ermittelt. Hier wurde CO dauerhaft um 99% vermindert. Die maximale spezifische Abbaurate betrug 11 g/(m3·h). Der NO-Abbaugrad betrug maximal 18%. Unter den Bedingungen der kontinuierlichen Abluftbelastung wurde NO2 zu 50% und die in Spuren vorhandenen Kohlenwasserstoffe zu 99% eliminiert. Am Katschbergtunnel wurde eine Pilotanlage aufgrund der Laborergebnisse konzipiert, um die carboxydotrophen Mischpopulationen unter realer Abluftbelastung zu testen. Bei Aufenthaltszeiten von 7,5–11 s und Ablufttemperaturen von 4–10 °C wurden die Laborergebnisse bestätigt.
M. Wellacher, K.-H. Robra

Kombination von Biofiltern mit anderen Verfahren zur Vorabscheidung (Chemowäscher, Aktivkohlefilter, Biowäscher)

Zusammenfassung
Der Wirkungsgrad einer biologischen Abluftreinigungsanlage hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen müssen die Milieufaktoren Temperatur, pH-Wert, Feuchte, Schadstoffkonzentration und Vorhandensein toxischer Substanzen so eingestellt sein, daß die Biologie, d. h. die Mikroflora, existieren und arbeiten kann. Zum anderen müssen die technischen Parameter Druckverlust, Energieverbrauch und Abschlämmrate des Befeuchters so gering wie möglich gehalten werden. Diese Forderungen sind in vielen Anwendungsfällen nur einzuhalten, wenn die biologische Abluftreinigung mit anderen Verfahren — biologisch oder nichtbiologisch — kombiniert wird.
S. Knauf

Verfahrenskombination mit Biofiltern zur Abluft reinigung (Synergiefilter)

Zusammenfassung
Anhand der Problematik konventioneller biologischer Abluftreinigungssysteme werden praxiserprobte Lösungen mittels der Synergiefiltertechnologie der Firma OTTO GmbH & Co. KG, Geschäftsbereich Umwelttechnik aufgezeigt.
Das Biofilter ist ein im absteigenden Gleichstrom von Abluft und Befeuchtungsflüssigkeit durchströmter Bioreaktor. Die für die Schadstoffoxidation erforderlichen Mikroorganismen siedeln in und auf einem weitgehend inerten Biosorbens mit Aktivkohlebeschichtung mit Zumischung begrenzter Mengen organischer Komponenten. Neben verfahrenstechnischen Vorteilen sind mit diesem Biosorbens sehr hohe Standzeiten erreichbar.
Für den Fall der Reinigung mit Lösemitteln verunreinigter Abluft wird als Synergiefilter eine Kombination aus Biofilter und nachgeschalteter Adsorberstufe eingesetzt. Dadurch werden die Dimensionen des Biofilters deutlich reduziert. Darüber hinaus wird bei entsprechender Auslegung des nachgeschalteten Adsorbers, der in regelmäßigen Abständen innerhalb eines Kreislaufs über das Biofilter regeneriert wird, ein praktisch beliebig niedriger Reingaswert erreicht. Das System wird lediglich auf eine mittlere Schadstoffkonzentration ausgelegt und ist dennoch unempfindlich gegenüber in der Abluft auftretenden zeitlichen Konzentrationsspitzen. Durch rein verfahrenstechnische Maßnahmen kann eine Steigerung der Abbaurate im Biofilter und somit eine weitere Volumenreduzierung des Biofilters erreicht werden.
Geruchsstoffe werden mittels eines Synergiefilters aus einer Kombination eines Biofilters mit nachgeschalteter naßchemischer Nachbehandlung aus Abluftströmen beseitigt. In diesem Fall wird ein Großteil der Schadstoffe zunächst bei hoher Konzentration mittels Luftsauerstoff im Biofilter abgebaut, woraus ein niedriger Chemikalienverbrauch zum Abbau der verbliebenen Schadstoffe in der naßchemischen Nachbehandlung resultiert. Diese Nachbehandlungstufe ist nicht als konventioneller Wäscher mit großem kontinuierlich umgepumptem Flüssigkeitsstrom, sondern als regelmäßig, aber diskontinuierlich mit geringen Mengen an Chemikalien befeuchteter Stofftauscher und Reaktor mit porösen Füllkörpern bei niedrigen Investitions- und Betriebskosten sowie minimalem Verbrauch an Chemikalien gestaltet.
N. Thißen

Emissionsminderungsmaßnahmen durch thermische und biologische Abluftreinigungssysteme

Zusammenfassung
Betrachtet man verschiedene Abluftreinigungssysteme, so kann im Vorfeld gesagt werden, daß die thermische Nachverbrennung eine der sichersten und zuverlässigsten Abluftreinigungen ist. Allerdings sind hier die Primärenergiekosten relativ hoch, die sich jedoch durch den Einsatz von Meß- und Regeltechnik und vor allem durch nachgeschaltete Wärmerückgewinnungen in einen erträglichen Kostenrahmen bringen lassen.
Die biologische Abluftreinigung hat den wesentlichen Vorteil eines geringeren Betriebskostenfaktors. Es muß jedoch bedacht werden, daß dieses System für komplexe Abgase mit höheren Rohgasbeladungen, z. B. teeroder fetthaltige Abluft, nur bedingt geeignet ist. Der Wartungsaufwand von notwendigen Vorreinigungssystemen wird zwar durch Meß- und Regeltechniken reduziert, jedoch kann auf Kontroll- und Wartungsarbeiten nicht ganz verzichtet werden. Erfolgt diese nicht, so verliert das Biofilter seine Wirksamkeit.
Die Auswahl des für den Betreiber richtigen Systems muß deshalb im Vorfeld genau analysiert werden.
I. Griesbach

Erhebung des Ressourcenbedarfs und der Umweltbelastungen von, Abluftreinigungsverfahren

Zusammenfassung
Die Auswirkungen der menschlichen Zivilisation auf die Umwelt erfordern eine ganzheitliche Betrachtung des Material- und Energieeinsatzes. Kriterien für die Auswahl technologisch gleichwertiger Verfahrensalternativen haben besondere Bedeutung erlangt.
In dieser Arbeit werden Verfahrensalternativen für die Entfernung von flüchtigen organischen Verbindungen (sogenannte VOCs) aus Abluft gegenübergestellt. Dazu werden für jedes Verfahren der stoffliche und energetische Ressourcenauf-wand bilanziert, der für die Einhaltung einer definierten Reinigungsleistung erforderlich ist.
Die Bilanzierung erfolgt anhand von Daten, die auf der Grundlage eines Richtangebotes (basic engineering) von einschlägigen Anlagenplanern erhoben wurden.
P. Schönduve, A. Friedl, A. Windsperger, A. Schmidt

Alternativen der Abluftreinigung

Zusammenfassung
Im Vordergrund dieses Beitrages steht die biologische Abluftreinigung, eine Verfahrensweise, die sich in den letzten Jahren vor allem bei Vorliegen von Abluftströmen mit niedriger Schadstoffkonzentration oder auf dem Gebiet der mit Geruch in Verbindung zu bringenden Problematik bewährt hat. Vorrangig handelt es sich hierbei um die Abscheidung organischer flüchtiger Komponenten (VOC), Verbindungen, die nachweislich durch photochemische Reaktionen die Atmosphäre nachteilig beeinflussen.
H. Krill

Rechtliche Situation der Zulassung von Anlagen zur biologischen Abluftreinigung in Deutschland

Zusammenfassung
Das Recht der Zulassung von Anlagen zur biologischen Abluftreinigung muß im größeren Zusammenhang gesehen werden, insbesondere im Zusammenhang mit der Zulassung von Anlagen zur biologischen Behandlung von Abfällen.
H. Ludwig

Stand und Perspektiven der biologischen Abluftreinigung in Österreich

Zusammenfassung
Die biologische Reinigung von Abluft, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile gegenüber chemischphysikalischen Verfahren bietet, hat an Bedeutung gewonnen. In letzter Zeit wurden durch innerbetriebliche Maßnahmen, wie Kreislaufführung oder Substitutionsmaßnahmen, zunehmend hochbelastete Abluftströme vermieden. Für diese niedrig belasteteten Abluftströme sind biologische Abluftreinigungsverfahren meist das Mittel der Wahl.
D. Pettauer

Biologische Abluftreinigung in der Schweiz — Beurteilung und Vollzugsvorgehen bei Geruchsimmissionen nach biologischer Abluftreinigung

Zusammenfassung
Im Kanton Bern werden in einem Extraktionswerk seit rund 25 Jahren Schlachtabfalle verarbeitet. Die Geruchsabluft wird abgesaugt und einem Biofilter zugeleitet. Der Biofilter wurde 1982 aufgrund von Klagen eingebaut. Im Frühjahr 1993 wurden von der Bevölkerung wiederum Klagen über starke und andauernde Geruchsimmissionen vorgebracht.
Es war also abzuklären, ob die Emissionsbegrenzungen eingehalten werden und die verbleibenden Geruchsimmissionen übermäßig sind oder nicht.
Vom Betrieb wurde nach den Vorgaben der Behörde eine private Umweltschutz-Fachfirma beauftragt eine Emissions- und Stoffflußanalyse auszuarbeiten. Es zeigte sich, daß Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Emissionsbegrenzungs-Vorschriften erforderlich sind.
Während zwei Monaten im Herbst 1993 wurde mit Begehungen in Anlehnung an die Richtlinie VDI 3940 von ortsfremden Versuchspersonen die Geruchsbe-lästigung erhoben. Die dabei verwendete Methode der Geruchsermittlung durch Begehungen lieferte brauchbare Ergebnisse und ermöglichte Aussagen über das Ausmaß der Belästigung.
Gleichzeitig wurden in den geruchsbelasteten Gebieten Fragebogen an die Bevölkerung verschickt. Nachdem die nach Zufallprinzip verschickten Fragebogen bei den Adressaten angekommen waren, die Aktion somit bekannt wurde, erhielt die Untersuchungsstelle unaufgefordert weitere Fragebogen einer Bürgervereinigung.
Aufgrund der Untersuchungen werden tatsächlich übermäßige Geruchsimmissionen vom Extraktionswerk verursacht. Interessanterweise, aber nicht unerwartet, werden die Gerüche von den betroffenen Anwohnern als stärker störend bewertet, als von den ortsunabhängigen Versuchspersonen. Am stärksten gestört fühlen sich, ebenfalls wie erwartet, die Mitglieder der Bürgerinitiative.
Die private Umweltschutz-Fachfirma hat daher die Resultate der Begehungen durch ortsfremde Personen zusätzlich nach der Genichsimmissions-Richtlinie Nordrhein-Westfalen ausgewertet. Auch aufgrund dieser Beurteilung steht fest, daß übermäßige Geruchsimmissionen verursacht werden.
Die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen wurden im Frühjahr 1994 größtenteils abgeschlossen. Im Juli und August 1994 wurden in kleinerem Ausmaß als bei der Kampagne im Herbst 1993 erneut Begehungen mit Versuchspersonen durchgeführt, um den vorläufig erreichten Sanierungsstand zu überprüfen.
Eine gleichzeitige Untersuchung sollte abklären, ob mit meßtechnischen Methoden, auf weniger aufwendige Weise und kontinuierlich, dieselben Resultate erhalten werden könnten. An einem ausgewählten Standort wurden mit einem mobilen Gaschromatographen kontinuierliche Immissionsmessungen durchgeführt.
Mit Begehungen und Befragungen können Geruchsbelastungen objektiv und rechtssicher abgeklärt werden. Die Untersuchungen dürfen nicht nur die Betroffenen allein umfassen. Der Aufwand ist verhältnismäßig groß. Er könnte mit meßtechnischen Methoden verkleinert werden. Dieser Sachverhalt wird im Kanton Bern weiterbearbeitet.
P. Matti
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