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Über dieses Buch

Dieses Buch gibt sowohl Kapitalgebern als auch kapitalsuchenden, innovativen Unternehmen praxisorientierte Hilfestellung bei der Entwicklung individueller Finanzierungslösungen. Damit wird die Grundlage dafür gelegt, dass intelligente und mutige Gründer*innen ihre Ideen, die Fortschritt und Nutzen für weite Bevölkerungsteile bedeuten, bestmöglich realisieren. Dazu zählen beispielsweise Medikamente zur Krebsbekämpfung, innovative Mobilitätskonzepte oder Technologien im Bereich erneuerbare Energien.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Seed Phase

Frontmatter

Kapitel 1. Business Angels – Eine Investorensicht

Finanzierung und Entwicklung von Start-ups durch aktive Privatinvestoren

Das Kapitel „Business Angels“ definiert und beschreit zunächst die Rolle privater Kapitalgeber und Unterstützer im Vor-/Gründungsprozess (Pre-Seed-, Seed-Stage) sowie in der typischen ersten Entwicklungsphase von Start-ups (Early-stage), die i. d. R. die ersten ein bis drei Jahre umfasst. Anschließend werden die Business Angels im Kontext vor- und nachgelagerter Finanzierungsstufen entlang der gesamten Finanzierungskette dargestellt, insbesondere im Hinblick auf ihre förderliche Wirkung der Start-up Professionalisierung, Skalierung und Unternehmensentwicklung. Mögliche Konfliktpunkte, Interessensungleichheiten, aber auch standortbedingte Nachteile werden erwähnt. Wir gehen auf die unterschiedlichen Marktteilnehmer in Deutschland, DACH, Mitteleuropa, aber auch in den führenden globalen Start-up Ökosystemen ein. Auch wird ein historischer Bezug hergestellt, der Perspektiven für Deutschland aufzeigt. Mit den unterschiedlichen Marktteilnehmern verbunden sind verschiedene Finanzierungsprodukte, die entlang üblicher Kriterien, Ausgestaltungen, Konditionen national wie international eingeordnet und ein gewertet werden und auch in Verbindung mit weiteren (Co-) Finanzierungspartnern beschrieben werden. Es schließen sich die relevanten Beteiligungs- und Finanzierungsprozesse an mitsamt investorenseitiger Entscheidungskriterien. Abschließend soll auf die Marktstruktur, d. h. die Entwicklung bezogen auf diese Teile des Start-up Ökosystems eingegangen werden. Insbesondere in Deutschland holen wir seit Ende der 90er international auf und das Kapitel soll Kapitalgebern, Gründern sowie öffentlichen, politische Entscheidungsträgern und daneben Family Offices, Unternehmern und Firmenlenker als Orientierung und Motivation dienen.

Andreas Lukic

Kapitel 2. Finanzierung durch Business Angels aus der Gründerperspektive

Für wen macht eine Finanzierung durch Business Angels Sinn und für wen nicht? Welche Vorteile und Chancen bietet sie? Welche Nachteile und Risiken birgt sie? Wie lange dauert eine Business Angel Finanzierung? Was gibt es organisatorisch und rechtlich zu beachten? Welches sind die wichtigsten Bestandteile eines Term Sheets und einer Gesellschaftervereinbarung? Was ist aktuell Marktstandard? Dieses Kapitel dient zukünftigen Gründern als Entscheidungshilfe und Ratgeber rund um die erste Finanzierungsrunde. Dabei schauen wir durch die „Gründerbrille“ und geben viele Praxis-Tipps, z. B. zu Fördermitteln, Pitch Decks, der Investorenansprache oder konkreten Verhandlungstechniken.

Oliver Mickler, Marcus Erken, Stefan Mader

Kapitel 3. Inkubatoren und Acceleratoren – Mehr als nur Wachstumskapital

Ist ein Inkubator- oder ein Accelerator-Programm die richtige Wahl für mich? Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Programmformen? Welche Alternativen gibt es? Wie wichtig ist der Aspekt Finanzierung in diesem Kontext und wie viele Anteile sollte ich abgeben? Die Vielfalt an Programmen ist groß und Gründerinnen und Gründer haben ihre eigenen, individuellen Bedürfnisse und Vorstellungen an ein solches Programm. Wir zerlegen die vielschichtigen zu berücksichtigenden Aspekte, die mit der Wahl eines Programmes einhergehen und bieten einen strukturierten, systematischen Weg zur Evaluation der Alternativen. Unser 2-stufiger Prozess dient als Entscheidungshilfe und entkoppelt die Bewertung der eigenen Prioritäten und Bedürfnisse von der Evaluation der Programminhalte und -angebote. Ergänzt wird diese Entscheidungshilfe von einer Case Study zum Start-up Localyze.

Tim Dieckmann, Steve Janner, Anne-Kathrin Hinze, Christoph Haß, Jannis Grube

Kapitel 4. Öffentliche Förderprogramme – nicht sexy aber hilfreich

Gerade in der Pre-Seed und Seedphase eines Unternehmens können sie dazu beitragen den Proof-of-Concept und den Proof-of-Market zu erreichen, ohne Venture Capital Partner oder Business Angel einbinden zu müssen. Aber nicht nur Start-ups profitieren von öffentlichen Fördermitteln – auch Bestandsunternehmen können in den verschiedenen Phasen des Unternehmens (Wachstum, Innnovation, Festigung, Nachfolge oder für Energie und Umweltaufgaben) Fördermittel in Anspruch nehmen.

Wolfgang Dykiert

Kapitel 5. Marketplace Lending und Crowdfunding

Marketplace Lending und Crowdfunding als technologiegestützte Finanzierungsoptionen haben insbesondere seit dem Jahr 2007 an Bedeutung gewonnen. Eine Auswahl relevanter digitaler Plattformen ermöglicht es Innovatoren, Finanzierungen online zu finden, oftmals schneller und unkomplizierter als über traditionellere Finanzierungsquellen. Für Investoren auf der anderen Seite wurde somit eine neue Anlageklasse für Direktinvestitionen geschaffen. Sowohl Privatanleger als auch institutionelle Investoren haben direkten Zugang zur Anlage in eine Bandbreite aus Eigen- und Fremdkapitalprodukten. In diesem Kapitel wird zunächst skizziert, welche rechtlichen Rahmenbedingungen für Marketplace Lending und Crowdfunding in Deutschland eine Rolle spielen können. Es wird aufgezeigt, wie der typische Prozess einer Finanzierung mittels digitaler Plattformen ablaufen kann und welche Faktoren hierbei zu berücksichtigen sind. Anschließend wird dargestellt, welche Vorteile und mögliche Nachteile mit den verschiedenen Finanzierungsformen verbunden sein können. Abschließend werden die Perspektiven für Investoren im Rahmen dieser Finanzierungsformen umrissen und mögliche Risiken eines solchen Investments aufgezeigt.

Daniel Drummer

Kapitel 6. Crowdfinancing/Crowdinvesting – Eine Unternehmerperspektive

Das Crowdfunding ist ein sehr dynamischer, sich in stetigem Wandel befindlicher Markt. Konstant bleiben jedoch die (psychologischen) Kernelemente, die Menschen letztendlich dazu bringen, an eine Idee zu glauben und dieser insbesondere zu Vertrauen – kurzum: das Fundraising und Investieren im Allgemeinen. Im Wesentlichen geht es darum die seit Jahrhunderten etablierten Verhaltens-, Denk- und Führungsmuster in eine digitale, skalierbare Form zu bringen, die reproduzierbare Ergebnisse erlaubt. Die geschilderten Ansätze basieren auf mehr als 25 Jahren praktischer Erfahrung im Fundraising und betten die unabdingbaren, konkreten technischen und praktischen Hinweise und Werkzeuge in einen unternehmerischen Gesamtkontext. Dies erfolgt anhand tatsächlicher Fallbeispiele sowie vor dem Hintergrund grundsätzlicher, für jeglichen unternehmerischen Erfolg notwendiger Managementprinzipien.

Yasin Sebastian Qureshi

Kapitel 7. Public Equity Financing – aus Investorensicht am Beispiel des High-Tech Gründerfonds (HTGF)

Vor allem wenn Märkte versagen ist staatliches Handeln notwendig und sinnvoll. Nach dem Platzen der Internet Bubble 2000 war es auch für die allerbesten Tech Start-ups in Deutschland praktisch nicht mehr möglich, die erste Startfinanzierung zu bekommen. Vielversprechende Technologien und Konzepte blieben unrealisiert in der Schublade. Der unternehmerische Nachwuchs blieb aus. Mit einer Reihe von Maßnahmen adressierten Bund und Länder die Lücke bei der Seedfinanzierung. Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) stellte dabei den zentralen Baustein dar: Mit über 600 finanzierten Start-ups war der HTGF direkt und indirekt an dem Aufschwung der deutschen Gründerszene beteiligt.

Alexander von Frankenberg

Kapitel 8. Seed Stage: Die Königsdisziplin der Innovation

Als Seed Investoren und ehemalige Start-up Gründer ist es unsere Überzeugung, dass man in der SeedPhase eines Start-ups nicht alle Probleme mit Geld lösen kann.Wir haben diese Erfahrung selbst am eigenen Leib gemacht in unserem Start-up in den Jahren 2000 bis 2006 und geben diese Erfahrungen nun als Investor an unsere über 170 Beteiligungen weiter. In der Seed Phase – dieser Phase des höchsten Risikos und der größten Unsicherheit – ist es für Gründer und Investoren gleichermassen von entscheidender Bedeutung, dass sie Seite an Seite am gemeinsamen Start-up zusammen arbeiten. Und dies geht nur mittels operativen Engagement. Nichts schafft mehr Nähe und ein besseres Vertrauensverhältnis. Ein solches Engagement muss daher freilich weit über die Wahrnehmung von Investorenrechten und Teilnahme an Boardmeetings hinausgehen. Es muss aktives Recruiting, aktives Business Development und aktives Corporate Development umfassen. Aber nicht als Inkubator oder Company Builder, sondern quasi als „wingman‟, der dem CEO des Start-ups zuarbeitet und auch an ihn berichtet. Die Seed Phase ist definiert als Phase zwischen den zwei Marksteinen „Minimum Viable Product‟ und „Product Market Fit‟. Hier stehen praktische, taktische und operative Problemlösung im Vordergrund. Denn oft müssen Konzepte geändert werden und neue Ansätze gefunden werden. Kapital ist hier zwar ein notwendiger aber keineswegs ein hinreichender Faktor für den Erfolg des Start-ups. Mit Fortdauer des Bestandes eines Start-ups mag sich dies zweifellos weg von operativem Engagement hin zur reinen Bereitstellung des Betriebsmittels Kapital verschieben. Aber in der Seed Phase gilt: „Cash in and hands on!‟

Daniel Keiper-Knorr, Michael Schuster, Markus Lang, Andreas Schwarzenbrunner

Kapitel 9. Seed- und Early Stage Funds

In dieser Phase besteht zunächst eine Idee von einem Produkt, einer Dienstleistung oder ein noch nicht fertig entwickelter Prototyp. Early Stage Finanzierungen dienen der Produktentwicklung und der Markteinführung. Aufgrund der starken Unsicherheiten der unterliegenden Geschäftsmodelle erfolgen Finanzierungen in dieser Phase in der Regel durch Risikokapital, das von Seed- oder Early Stage Funds bereitgestellt wird. In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Ansätze und Schwerpunkte der agierenden Funds aufgezeigt, Auswahlkriterien aufgeführt und Einflussfaktoren für erfolgreiche Finanzierungen dargelegt. Das Kapitel beschreibt dies anhand eines typischen Ablaufs einer Finanzierung, von der Kontaktaufnahme über den Pitch-Prozess und dem Term Sheet bis hin zum Investmentvertrag.

Christian Ritosek

Start-up Phase

Frontmatter

Kapitel 10. Venture Capital Financing – An Investor Perspective

Das Kapitel soll Gründern einen Einblick in die Finanzierung durch „Venture Capital“ geben, und zeigen, wie es sich von anderen Finanzierungsformen abgrenzt. Ziele und Prozesse von Venture Capital-Investoren werden dargestellt. Es wird erklärt, für welches Unternehmen in welchem Stadium eine Venture Capital-Finanzierung sinnvoll ist und wie die Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit einem Venture Capital Investor erfolgreich gestaltet werden kann. Dabei werden die verschiedenen Investmentstrategien berücksichtigt. Zudem werden die entscheidenden Phasen des Venture Capitals-Investmentprozesses (Pre-Investment-, Portfolio-, und Exit-Phase) dargestellt. Zum Abschluss wird anhand des Venture Capital-Investors TVM Capital ein konkretes Fallbeispiel aus dem Bereich Life Science-Venture Capital besprochen.

Stefan Fischer, Anton Tyll, Sascha Berger

Kapitel 11. Wachstumsfinanzierung inmitten des COVID-19-Ausbruchs – Die Taxfix Story

Das Berliner Steuer-Start-up Taxfix schloss am 15. April 2020 inmitten der Covid-19-Pandemie seine Series-C Finanzierungsrunde in Höhe von EUR 59 Mio. ab. Dem jungen Unternehmen war es inmitten der COVID-19 Pandemie gelungen, den global renommierten Wagniskapitalgeber Index Ventures von seinem Produkt zu überzeugen und als neuen Hauptinvestor zu gewinnen. Die Bestandsinvestoren Valar Ventures, Creandum und Redalpine beteiligten sich ebenfalls erneut an der Finanzierung. Wie Taxfix der Abschluss dieser Finanzierung trotz einer weltweiten Krise gelang, wird im folgenden Kapitel näher beleuchtet. Erfolgsfaktoren für das Abschließen der Runde zu unternehmerfreundlichen Konditionen waren a) das vielversprechende Wachstum des Unternehmens, b) die frühzeitig aufgebauten persönlichen Beziehungen zwischen den Taxfix-Gründern und potenziellen Investoren, c) der stringent aufgesetzte Prozess, d) die strukturierte Vorbereitung auf die Investorengespräche und e) die Wahl des richtigen Zeitpunkts für die Finanzierungsrunde.

Sebastian Rave, Daniel Kreter, Eymen Ölcer, David Rizor

Kapitel 12. Venture Debt-Finanzierung – Eine Bankperspektive

Investitionen in Innovationsunternehmen werden der Kategorie der Hochrisiko-Assetklasse zugeordnet, wodurch klassische Banken Start-ups oftmals ihre Kreditwürdigkeit absprechen. Im Silicon Valley nutzen Start-ups seit knapp 40 Jahren Fremdkapital zu ihrem Vorteil, ein Trend der sich im Rest der Welt weiter durchsetzt. Das Kapitel untersucht strukturelle Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdkapital, und welche Auswirkungen diese auf die Kapitalstruktur des Start-ups haben. Venture Debt, als spezialisierte Finanzierungsform hat dabei strukturelle Bestandteile, auf die detailliert eingegangen wird. Dabei wird die Beurteilungsweise eines Fremdkapitalgebers, sowie Besonderheiten über die Gesamtlaufzeit einer Finanzierung – vom Implementierungsprozess bis zum Exit – erörtert.

Damian Polok, Sebastian Schnerr, Robin Eyben

Kapitel 13. Venture Debt Financing – Aus Gründersicht

Die Venture Debt Finanzierung erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit bei florierenden Innovationsunternehmen. Diese Finanzierungsform ist durch internationale Kapitalgeber nach Deutschland gebracht worden. Das Angebot hiesiger Finanzinstitute in diesem Feld ist bisher begrenzt. Die Venture Debt Finanzierung ermöglicht Innovationsunternehmen einen effizienten Finanzierungsmix, der sowohl Kapitalkosten als auch Verwässerung von Bestandsinvestoren gering hält. Dieses Kapitel wird den gesamten Venture Debt Prozesses aus Gründersicht schildern und beinhaltet zahlreiche praktische Tipps für eine erfolgreiche Venture Debt Runde.

Akito Suzuki, André Karjoth

Kapitel 14. Corporate Venture Capital

Corporate Venture Capital (CVC) ist als Finanzierungsinstrument seit über zwei Jahrzehnten bekannt, hat sich aber seit 2015 in der DACH-Region besonders dynamisch entwickelt. Fast alle Konzerne und große Mittelständler setzen auf die Zusammenarbeit mit jungen Unternehmen mit digitalen oder disruptiven Geschäftsmodellen und treten hierbei zunehmend als Investor auf. Diese CVC-Einheiten verbinden strategische Ziele mit Renditezielen und stellen ihren jungen Partner- bzw. Portfoliounternehmen zusätzliche Ressourcen zur Verfügung. Aus Sicht der jungen Unternehmens mit Kapitalbedarf beinhaltet dieses Angebot zusätzliche Chancen, wie z. B. bei einem beschleunigten Kunden- oder Marktzugang, erfordert jedoch auch Transparenz und klare Kommunikation über die Arbeitsweise und die Ziele in dieser besonderen Partnerschaft. Erfahrenen CVC-Gesellschaften gelingt es zunehmend, die Erfahrung und die Marktpräsenz von Konzernen mit der Innovationsdynamik und Geschwindigkeit von jungen Unternehmen zu kombinieren und hierbei für beide Seiten Erfolgsgeschichten zu schreiben.

Markus Solibieda, Attila Dahmann, Siddik Turhalli

Kapitel 15. Corporate Venture Capital Financing – Eine Unternehmersicht

Alltäglich investieren Corporates direkt oder über Corporate Venture Capital Fonds in Start-ups. Ein solches Investment wird vordergründig als positiv erachtet, da es für das Start-up zumeist „mehr als nur Kapital“ mit sich bringt. Etwaige Risiken, wie beispielsweise eine strategische Abhängigkeit von Corporates oder das Risiko von Schwierigkeiten im Rahmen von Folgefinanzierungen, werden jedoch nur selten näher betrachtet. Der vorliegende Artikel setzt sich zum Ziel Gründer und Mitarbeiter und Start-ups für Themen rund um Corporate Venture Capital zu sensibilisieren. So werden zunächst die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Corporate Venture Capital Investments, wie Investmentlaufzeiten, näher beleuchtet. Anschließend werden die juristischen Strukturen von Corporate Venture Capital Investitionen erklärt, ehe auf die Prozessschritte hin zur Finalisierung der Transaktion eingegangen wird. Die folgenden Kapitel leiten Kriterien zur Auswahl der Partner ab und beschreiben zudem, inwiefern eine strategische Wahl der Partner von Vorteil im Hinblick auf das strategische Umfeld eines Start-ups sein kann. Abschließend werden Erfolgsfaktoren und Umsetzungswahrscheinlichkeiten einer Corporate Venture Capital Transaktion beschrieben, ehe der Artikel mit einer arrondierenden Betrachtung der Risiken einer Corporate Venture Capital Transaktion abschließt.

Rene Griemens, Nicolas Burkardt

Kapitel 16. Working Capital Lines of Credit for Technology Companies

As businesses mature, their daily flow of funds become more stable and predictable. Where they would have previously used equity or venture debt to extend cash runway, working capital facilities help companies optimize short term capital needs.A line of credit is effectively a financing solution that can be readily tapped at the borrowers’ discretion providing flexible and revolving low-cost capital as a cushion to cover regular business operations, bridge gaps in cash flow or boost revenue. In practice, the outstanding balance is limited to the sum of a borrowing base which fluctuates according to the amount of eligible collateral, subscription revenue or cash flow. Company’s business needs, its working capital profile, as well as its spending strategy will determine which type of credit line will be the most suitable.

Marta Czekaj, Bailey Morrow

Kapitel 17. Wandeldarlehen als wirkungsvolles Investitions-Instrument in Frühphasen Start-ups

Wandeldarlehen stellen ein wirkungsvolles und immer beliebteres Instrument der Frühphasenfinanzierung für Start-up Investoren und Gründer dar. Situationsbedingt ermöglichen diese Darlehen schnelle und flexible Investitionsentscheidungen, oft ohne notarielle Beurkundung und wochenlange Verhandlungen. Dieser Hybrid zwischen Eigenkapital und Fremdfinanzierung wird mit der Absicht vereinbart, eine Darlehenssumme zu einem späteren Zeitpunkt in Anteile am Eigenkapital zu konvertieren. Die Rahmenbedingungen sind hierbei fest definiert und bemessen sich am Umfang einer noch nicht bekannten zukünftigen Kapitalerhöhung. In diesem Kapitel stellen wir die unterschiedlichen Elemente einer möglichen Vertragsgestaltung, und deren Vor- und Nachteile aus Sicht des Unternehmers, als auch aus der des Investors vor.

Julian Collin, Simon Schmincke

Kapitel 18. Leasing – Eine Kapitalgebersicht

Dieses Kapital behandelt Leasingarten, Einsatzmöglichkeiten und Vorteile, gerade bei Start-ups. Dabei werden sowohl die Blickwinkel der Leasingnehmer, als auch der Leasinggeber betrachtet. Hierzu greifen die Autoren auf Best Practice Fälle aus ihrem Berufsleben zurück.Sowohl junge und innovative Unternehmen als auch Leasinggesellschaften, scheuen den Kontakt zu einander, da beide davon ausgehen, dass Leasing nur ein Produkt für langjährig im Markt etablierte Unternehmen sei. Die Voraussetzungen sind verhältnismäßig einfach: liegt ein erster Jahresabschluss vor und verfügt das Unternehmen über ein belastbares Geschäftsmodell, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen seinen Finanzierungsmix, um Leasing zu erweitern.

Yvonne Heß

Kapitel 19. Mit Factoring und Ratenkauf die Investitionen anlageintensiver Start-Ups finanzieren

Wie können Start-ups ihre Anlageinvestitionen finanzieren? Gibt es genug Kapital wenn Anlagen zum Skalieren angeschafft werden müssen und wer stellt es zur Verfügung? Mit Eigenkapital geht natürlich alles, aber für ein klassisches Fremdkapitalprodukt der Banken sind Start-ups aufgrund ihres Alters und der regulatorischen Vorgaben meist ungeeignet. Doch es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten Anlagevermögen auch mit einem geringen Eigenkapitaleinsatz zu finanzieren. In diesem Kapitel zeige ich, welchen Lösungsansatz wir bei everphone durch die geschickte Kombination der beiden klassischen Finanzinstrumenten Factoring und Ratenkauf entwickelt haben.

Alexander Ziegler

Kapitel 20. Public Equity Financing

Öffentliche Venture Capital Fonds in Deutschland in der frühen Wachstumsphase am Beispiel von coparion

Die Marktlücke in der Seed Finanzierung gilt als nahezu geschlossen und der Bedarf wirtschaftspolitischer Unterstützung verschiebt sich immer mehr in Richtung Start-up- und Wachstumsfinanzierung. Dafür haben einzelne Bundesländer Wachstumsfonds aufgelegt, und der Bund hat 2016 coparion als Co-Investment Fonds gegründet. Was bedeutet es für einen Start-up, sich über Public Equity bzw. einen öffentlichen Venture Capital Investor zu finanzieren? Gibt es Unterschiede zu privaten Equity Investoren im Hinblick auf die Konditionen, die Compliance-Anforderungen oder Reporting? Auch der „Impact“ der öffentlichen Beteiligungsfinanzierung sowohl auf die Start-ups als auch auf die Venture Capital Industrie ist Gegenstand dieses Beitrags.

Isabelle Canu, Sabine Ohm, Elizaveta Shcherbakova

Kapitel 21. Media-4-Equity als alternative Finanzierungsform für Start-ups

Media-for-Equity (M4E) hat sich in den letzten Jahren im Bereich der Wachstumsfinanzierung von Business-2-Consumer Unternehmen als wichtige Säule der Unternehmensfinanzierung etabliert. Als spezielle Form des Venture Capital werden dabei Medialeistungen im Austausch für Gesellschaftsanteile erbracht. Primären Fokus nehmen dabei schnellwachsende Unternehmen in der Growth Phase ein, bei denen ein Geschäftsmodell skaliert oder eine Marke neu etabliert werden soll. M4E-Investments bringen steuerliche und rechtliche Besonderheiten mit sich, die es jeweils genau zu betrachten gilt. Vorteile bringt zudem die Nähe zu Corporates und deren spezialisierten Unternehmensbereichen.

Philipp Rouenhoff, Anne Meckbach, Florian Hirschberger, Stefan Mayer

Kapitel 22. Media-for-Equity (M4E) Finanzierungen – Analyse aus Unternehmenssicht

Media-for-Equity (M4E) ist eine besondere Form der Wachstumsfinanzierung, bei der Medienhäuser oder auch spezialisierte Fonds Medienleistungen (wie beispielsweise TV, Print, Radio oder Out-of-Home) zur Verfügung stellen, um durch Erbringung dieser Medienleistungen Anteile am Eigenkapital eines Unternehmens zu erhalten. In diesem Beitrag werden neben der Funktionsweise auch die Vor- und Nachteile sowie Besonderheiten von M4E aus Unternehmensperspektive beleuchtet.

Simon Baldus, Felix Müller, Christoph Samwer

Kapitel 23. Alternative Lending am Beispiel der Warenfinanzierung

Klein- und mittelständige Unternehmen (KMUs) machen über 99 % aller deutschen Unternehmen aus. Insbesondere E-Commerce- und Digitalunternehmen haben oft keinen Zugang zu einer geeigneten Finanzierung durch traditionelle Banken. Deshalb haben sich in den letzten zehn Jahren immer mehr bankenunabhängige Kreditgeber, sogenannte Alternative Lenders, gebildet, um den Bedürfnissen der heutigen KMUs gerecht zu werden. Dieses Kapitel gibt einen Überblick darüber, was man überhaupt unter Alternative Lending versteht, wie alternative Kreditanbieter auf den Markt gekommen sind und welche verschiedenen Finanzierungslösungen sich über die Zeit entwickelt haben. Außerdem wird aufgezeigt, welche Vorteile eine Finanzierung über Alternative Lenders im Gegensatz zu klassischen Bankkrediten hat. Zum Ende dieses Kapitels wird ein Blick in die Zukunft der FinTech Branche geworfen und welche Potenziale sich durch neue Technologien und die fortschreitende Digitalisierung ergeben.

Nathan Evans

Grown-up Phase

Frontmatter

Kapitel 24. International Venture Capitalist

In der Skalierungsphase hat die Firma einen gewissen Reifegrad erreicht: man hat Kunden gefunden, die das inzwischen marktreife Produkt kaufen, das Führungsteam ist gewachsen und hat sich spezialisiert und das Erreichen der Profitabilität zeichnet sich auch bereits am Horizont ab. Dementsprechend wird ein potenzieller Investor auch genau diese und weiter Merkmale der Skalierungsphase überprüfen wollen. Die gute Nachricht ist, dass das Unternehmen nun bereits eine belastbare Historie hat, die dieser Überprüfung („Due Diligence“) und der weiteren Zusammenarbeit in der Portfoliophase zu Grunde liegt.

Jens Düing

Kapitel 25. Warehouse Financing: Neue Finanzierungsform für die Sharing Economy

Die Entscheidung für die passende Finanzierungsstruktur und die Wahl der Finanzierungspartner ist eine der größten Herausforderungen und gleichzeitig entscheidender Erfolgsfaktor für Start-up Unternehmen. Stark skalierbare Geschäftsideen erfordern einen intelligenten Mix aus Eigenkapital- und Fremdfinanzierung. Der Zugang zu klassischen Bankdarlehen ist jungen Unternehmen ohne langjährige Historie zunächst verwehrt. Der Beitrag erläutert, für welche Unternehmen sich Warehouse Finanzierungen bzw. Asset Base Lending Strukturen eignen und wie die Strukturierung und Umsetzung gelingt.

Dietmar Helms

Kapitel 26. Factoring – Finanzierung für Unternehmen in der Growth Phase

Alternativen zur konventionellen Bankfinanzierung

Growth Unternehmen benötigen in der Wachstumsphase zur Vorfinanzierung ihres wachsenden Geschäftsbetriebs häufig auch eine Working Capital Finanzierung. Konventionelle Instrumente wie der klassische Betriebsmittelkredit der Hausbank sind aufgrund der noch nicht nachhaltigen Cashflow Situation oder fehlender Besicherungsmöglichkeiten häufig nicht realisierbar. Ein alternativer Ansatz besteht in einem regresslosen Forderungsverkauf, auch als Factoring bekannt. Hier haben in den letzten Jahren einige FinTech Unternehmen die Entwicklung von Factoringplattformen vorangetrieben. Eine interessante Option, insbesondere für Growth Unternehmen, die neben Liquidität und Preistransparenz eine gute Skalierbarkeit bei fortgesetztem Wachstum bietet. Abgerundet werden diese Angebote durch eine einfache Integration in die ERP-Systeme sowie innovative Datenmodelle.

Michael Piel

Kapitel 27. Growth Equity Funds: Unlocking Value for Both Innovators and Investors

Young enterprises seeking capital often have a choice among various sources – from business angels to government grants to private equity. The picture changes when companies have reached a phase where they have grown and plan to expand organically (e.g., grow into new markets) or inorganically (through acquisitions), which also means facing new challenges. Then, financing tends to be much more difficult to come by – despite the fact that growth-stage investing can be particularly rewarding. Specialized growth equity funds fill this gap. In addition to organizing the capital so urgently needed by growth-stage companies, they work closely with management teams to further develop their business. Leveraging their expertise and contact network, they make decisive contributions to ensuring that the value creation potential is captured, and growth is put on a solid footing. Management receives practical support and investors benefit from high returns with an attractive risk profile.

Patrick Beitel, Felix Freudenberg, Julian Mattes

Kapitel 28. Venture Growth Capital – Kurzer Leitfaden für Start-ups

Hat ein Start-up erst einmal erfolgreich seine Anfangsphase (Seed- & Early Stages) durchlaufen – seine Idee also erfolgreich in ein Produkt umgesetzt und erste Kunden gewonnen – geht es in der jetzt folgenden Wachstumsphase um die Skalierung. Neben der systematischen Erschließung von Märkten und damit Vergrößerung der Kundenbasis liegt der Fokus nun auch auf der Erhöhung von Produktionskapazitäten, Optimierung von Abläufen und Entwicklung operativer Exzellenz. Möglicherweise stehen anorganische Maßnahmen wie Zukäufe von Unternehmen oder Anwerbung ganzer Teams an. Diese Phase ist kapitalintensiv, sodass potenzielle Investoren eine entsprechende Finanzkraft aufbringen müssen. Im Gegenzug stellen sie zusätzliche Anforderungen und sichern sich entsprechend ab.

Jeno Schadrack

Kapitel 29. Secondary Direct Financing

Seit dem Jahr 2000 hat die mittlere Haltedauer bei Technologieinvestments deutlich zugenommen und liegt stabil bei etwa sieben Jahren. Daher ist im Markt eine starke Nachfrage für Liquidität vor dem ultimativen Exit entstanden und wird durch sogenannte Secondary Direct Transaktionen bedient. Diese Art der Transaktion ist heute weit verbreitet und macht ca. 30 % des Growth Equity Investitionsvolumens aus. Wir unterscheiden drei Transaktionstypen: a) Portfolio of Directs, b) Minority (secondary) Buyout und c) Secondary Buyout. Abschließend geben wir einen Überblick der wichtigsten Investoren.

Roland Dennert

Kapitel 30. European Public Venture Debt

Für Wachstumsunternehmen jenseits der Series B ist der Zugang zu weiteren Kapitalquellen essenziell. Dabei spielen nicht nur Eigenkapitalfinanzierungen eine wichtige Rolle, sondern auch Fremdkapital wird für Wachstumsunternehmen in Europa immer mehr zugänglich und kann eine sehr attraktive Alternative darstellen. Das Anbieterspektrum reicht dabei von unabhängigen Debt Fonds, über Venture Debt Arme von privaten Geschäftsbanken bis hin zur European Investment Bank. Letztgenannte hat über große Finanzierungsvolumina zu attraktiven Konditionen viel Momentum bei Wachstumsunternehmen gewonnen. Wichtig ist aber zu realisieren, dass keine Bank etwas zu verschenken hat und dass man genau analysieren sollte, welches Angebot am besten in die eigene Unternehmens- und Finanzierungsstrategie passt.

Patrick Meininger

Kapitel 31. Revenue-Based Financing: Eine neue Alternative und ein Komplement zu Venture Capital

Revenue Based Financing (RBF) ist eine neue Finanzierungsform, welche sowohl als Alternative als auch als Erweiterung zu klassischem Wagniskapital eingesetzt werden kann. RBF-Fonds investieren sechs- bis siebenstellige Beträge in wachsende Unternehmen ohne Unternehmensanteile oder operativen Einfluss dafür zu bekommen. Stattdessen erhalten sie einen kleinen Prozentsatz der zukünftigen Umsätze bis ein im Vorhinein festgelegter Rückzahlungsbetrag erreicht ist. Gewinne muss das Unternehmen dafür nicht erzielen. Die Besonderheit der Finanzierungsform liegt darin, dass eine Eigenkapitalähnliche Interessenangleichung zwischen Unternehmen und Investor mit einer Fremdkapitalähnlichen Rendite-Methodik verknüpft wird.

Michael Aring, Christian Stein

Kapitel 32. Corporate Financing

Corporate Financing bedeutet für junge Unternehmen das Vertrauen eines Fremdkapitalgebers zu erhalten und von verschiedenen Vorteilen zu profitieren. In diesem Kapitel werden die verschiedenen Corporate Financing Instrumente mit einem besonderen Schwerpunkt auf Fremdkapitalfinanzierung durch Kreditinstitute erläutert. Auf einen Überblick der unterschiedlichen Kreditinstitutsarten folgt die Aufgliederung der grundsätzlichen Finanzierungsformen sowie die Darstellung der Besonderheiten bei Unternehmensfinanzierungen durch mehrere Kreditinstitute. Im Anschluss wird der Weg zur Fremdkapitalfinanzierung über die Bestandteile der Kreditwürdigkeitsprüfung sowie der Corporate Financing Prozess dargestellt. Im Rahmen der anschließenden Erläuterung zur Dokumentation werden auch gängige Sicherheiten und Covenants beschrieben. Abschließend erfolgt eine kurze Darstellung weiterer Corporate Financing Instrumente sowie der Veränderungen von Corporate Financing für Unternehmen, die eine Krise erfahren.

Jan Bewarder

Kapitel 33. In welchen Fällen kann ein Convertible Bond ein sinnvolles Wachstumsfinanzierungsinstrument darstellen?

Convertible Bonds stellen ein Instrument aus dem Tool Kit potentieller Finanzierungsalternativen von öffentlichen quotierten Unternehmen dar. Sie erfreuen sich gerade bei Wachstumsunternehmen auch in Europa zunehmend an Popularität. So haben wir bei HelloFresh zum Beispiel circa zweieinhalb Jahre nach unserem IPO, als erste Anschlusskapitalmarkttransaktion, einen Convertible Bond begeben. Im Folgenden beschreibe ich, warum ein Convertible Bond gerade für stark wachsende Unternehmen interessant ist und gehe auf ein paar eher technische Aspekte (Investorengruppen und Accounting) ein. Ein wichtiger Punkt vorab: hier wird die Struktur einer Convertible Bond Emission für an der Börse gelistete Unternehmen analysiert. Separat davon, geben auch manchmal private, nicht gelistete Unternehmen Convertible Bonds aus: Diese unterscheiden sich deutlich in den erzielbaren Terms (z. B. Wandelpreis unterhalb des Preises eines zukünftigen Bewertungsereignisses, wie z. B. nächste Bewertungsrunde oder IPO) und Investoren (Venture Capital und/oder pre-IPO Investoren) von einer Convertible Bond Emission eines öffentlich gelisteten Unternehmens und werden hier nicht besprochen.

Christian Gärtner

Kapitel 34. Kapitalmarktfinanzierung von nachhaltigen Start-ups in der Skalierungsphase

Welche Finanzierungsmöglichkeiten haben junge Unternehmen beim Übergang von der Start-up Phase in die Skalierungsphase? Welche Geschäftsmodelle haben die größten Chancen, frühzeitig eine signifikante Fremdkapitalfinanzierung zu erhalten? Welche Rolle spielt dabei das Thema „Nachhaltigkeit“? Welche Unternehmenskonzepte sind besonders interessant für institutionelle Kapitalgeber und wann ist ein Unternehmen „kapitalmarktreif“? Diesen Fragen widmen wir uns in dem folgenden Kapitel.

Frank Ackermann, Lars Hunsche, Stefan Bund

Exit Phase

Frontmatter

Kapitel 35. Initial Public Offering

Die sieben wertvollsten Unternehmen auf der Welt haben zwei Dinge gemeinsam: In der Wachstumsphase profitierten sie vom Zugang zu Wagniskapital und für die globale Expansion bedienten sie sich des Kapitalmarktes. In diesem Kapitel wollen wir uns Letzterem, also der Rolle des Kapitalmarkts als Finanzierungsquelle für Innovatoren widmen: Welche rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen muss ein Unternehmen erfüllen, um erfolgreich „an die Börse“ zu gehen (IPO)? Welche Partner sind für diesen Prozess hilfreich oder gar unerlässlich? Welche äußeren Rahmenbedingungen müssen für einen erfolgreichen IPO erfüllt sein? Welcher Börsenplatz und welches Börsensegment eignen sich für ein Unternehmen? Und welche Rolle und Funktion können Gründer nach einem erfolgten IPO in dem Unternehmen einnehmen? Neben alledem erläutern wir in diesem Kapitel auch die Auswirkungen des „being public“, also die Anforderungen an ein Unternehmen nach dem Börsengang, und stellen dar, wie die Liquidität des Unternehmens langfristig sichergestellt werden kann. Abschließend stellen wir einige aktuelle Trends, insbesondere sog. „De-Risking“ Maßnahmen, dar und analysieren diese anhand prominenter Beispiele.

Peter Fricke, Tobias Kautsch, Matthias von Oppen, Valentin M. Pfisterer

Kapitel 36. Der Börsengang – Ein Leitfaden für Management und Eigentümer

Der Börsengang wird oft als Königsdisziplin der Finanzierungsoptionen gesehen und scheint globalen Konzernen und Unicorns vorbehalten zu sein. Er sollte aber durchaus im Finanzierungsspektrum eines jeden wachstumsorientierten, innovativen Unternehmens berücksichtigt werden – nicht nur zum Exit. Im Kapitel „Der Börsengang – Ein Leitfaden für Management und Eigentümer“ erläutern die Autoren die wesentlichen Grundlagen eines Börsengangs und bieten gleichzeitig einen praktischen Leitfaden zur Umsetzung. Berichtet wird zum einen aus der Sicht eines deutschen Start-ups, welches in Rekordzeit und mit überschaubaren Ressourcen erfolgreich einen Börsengang realisiert hat. Zum anderen wird die Sicht einer Investmentbank geschildert, die eine Vielzahl von Börsengängen innovativer Wachstumsunternehmen in der Rolle als Konsortialführer (Sole Global Coordinator) begleitet hat.

Christian von Dreising, Sven Meyer-Brunswick

Kapitel 37. Leveraged Buyouts aus Bankensicht

Eine Einführung in die wesentlichen Elemente eines Leveraged Buyouts aus der Sicht der kreditgebenden Bank

Das Kapitel befasst sich mit der Finanzierung von Leveraged Buyouts aus der Sicht der finanzierenden Bank. Hierbei werden die typischen Charakteristika eines Leveraged Buyouts (LBOs) beschrieben. Darüber hinaus verschafft das Kapitel einen Überblick in wesentliche Strukturmerkmale unter Berücksichtigung der verschiedenen Finanzierungsformen. Das Kapitel gibt einen sehr praxisbezogenen Einblick, wie Banken einen LBO analysieren – welche Elemente von zentraler Bedeutung sind und somit ist das Kapitel auch als Ratgeber für Unternehmer gedacht, auf welche Themen Banken besonderen Wert legen. Das Kapitel schliesst mit einem Überblick wesentlicher Bestandteile des LBO Vertrags ab.

Mirza Mulic

Kapitel 38. Der Leveraged Buyout als Wachstumsmotor: Erfahrungen aus Sicht eines Private Equity Fonds

Der Artikel handelt von der Finanzierung von Leveraged Buyouts (LBO). Er untersucht aus Sicht des Praktikers, wie Unternehmen durch einen LBO neue Wachstumsmöglichkeiten ausschöpfen können und in welchen Situationen sich dieser anbietet. Der Prozess für die Durchführung und Finanzierung einer LBO Transaktion werden im Detail erklärt und die Konditionen einer solchen Finanzierung erläutert. Der Artikel gibt Unternehmern einen Überblick über den Ablauf und Erfolgsfaktoren eines LBO.

Philipp Stoll

Kapitel 39. Tokenomics – Der vernetzte Weg zur Finanzierung von Innovation

„Wir brauchen ein elektronisches Zahlungssystem, das nicht auf Vertrauen, sondern auf einem kryptografischen Nachweis beruht“. Angetrieben von dieser Vision hatte Satoshi Nakamoto am 31. Oktober 2008, 14:10 Uhr Ortszeit in New York, die Idee hinter Bitcoin und der Blockchain Technologie mittels einer Rundmail mit der Welt geteilt. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2021, die Identität von Satoshi Nakamoto ist nach wie vor nicht geklärt, Bitcoin erreicht eine Marktkapitalisierung von etwa USD 360 Mrd. (Kurs von USD 19.300) und die darunterliegende Blockchain Technologie findet längst Einzug in Unternehmen zur Neuausrichtung von Geschäftsmodellen oder der Finanzierung von Innovationen. Im vorliegenden Kapitel wird der Leser beim Ursprung der Idee abgeholt und in die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten eingeführt.

Paul Kammerer, Philipp Sandner, Friedhelm A. Schmitt, Simon Seiter

Kapitel 40. SPACs – Special Purpose Acquisition Companies

Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPACs, sind börsennotierte Gesellschaftshüllen, die allein zu dem Zweck gegründet wurden, ein Unternehmen zu erwerben und auf diesem Wege an der Börse einzuführen. Die Idee ist nicht neu und hat in den Vereinigten Staaten eine lange Historie. Aktuell sind sie wieder populär und auch in Europa sind SPACs wieder im Gespräch, nachdem der erste Anlauf nicht besonders erfolgreich war. Dabei sind grundsätzlich die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Listing von SPACs in Europa vorhanden. Und auch die gesellschaftsrechtlichen Strukturen des typischen SPAC können mit europäischen Gesellschaftsformen dargestellt werden, wenn die in den Vereinigten Staaten gebräuchlichen Rechtsformen hierzulande als zu exotisch angesehen werden. Eine rein deutsche SPAC wird es aber auf absehbare Zeit nicht geben.

Philipp Melzer, Jacob Siebert

Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung

Frontmatter

Kapitel 41. Kapitalsuche mit Hilfe von Kapitalvermittlern

Wenn ein Start-up weiter wächst und grössere Geldbeträge sucht, wird es für das Unternehmen je länger je schwieriger diese Mittel aus eigener Kraft und im eigenen Netzwerk zu finden. Es bietet sich in dieser späteren Wachstumsphase des Jungunternehmens daher an, die Hilfe von Kapitalvermittlern hinzuzuziehen, welche nebst Ihrem Netzwerk und Transaktions Know-how das Gründerteam in einem breit angelegten Fundraising Prozess auch zeitlich stark entlasten können. Dieses Kapitel beschreibt die verschiedenen Akteure, die als Kapitalvermittler auftreten, die Form der Zusammenarbeit mit einem solchen Vermittler, das Wirkungsfeld von Kapitalvermittlern, als auch die Vor- und möglichen Nachteile in einer solchen Zusammenarbeit für das Start-up, und gibt praktische Tipps, was bei der Auswahl von Vermittlern zu beachten ist und wie solche Vermittlungsprozesse in der Praxis ablaufen.

Lukas Reinhardt, Jan Lederhausen

Kapitel 42. Die essenzielle Rolle von PR und wie man erfolgreich Kontaktpunkte definiert

Für den erfolgreichen Aufbau eines Unternehmens spielen Marketing und PR eine essenzielle Rolle. Mit einer spannenden Geschichte können Werte transportiert, Interesse geweckt und neue Zielgruppen erreicht werden. Das Beispiel des bekannten Venture Capitals Ben Horowitz zeigt, dass PR nicht nur seine Personal Brand stärken konnte, sondern Storytelling sich insbesondere auch für seine Portfolio-Unternehmen auszahlte. Gute PR generiert Aufmerksamkeit, trägt zur Meinungsbildung bei und stärkt Kundenvertrauen. Im vorliegenden Kapitel wird erläutert, wie Storytelling und Personal Branding auf Wert und Bekanntheit einzahlen, sowie bei der Aktivierung von Investoren unterstützen. Konkrete Maßnahmen, die zum Beispiel Kapitalmarktteilnehmer erreicht und informiert werden sollen, fallen unter die Investor Relations. Eine abschließende Übersicht über die wichtigsten Branchenevents sowie Ideen zur Beteiligung und nicht zuletzt ein Networking-Guide geben ersten Hands-on Advice.

Tilo Bonow

Kapitel 43. Die Rolle der Big 4 in der Start-up Finanzierung

Die „Big 4“ (die vier großen, internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deloitte, EY, KPMG und pwc) agieren für Start-ups mehr und mehr als entwicklungsbegleitender Dienstleister „from Idea to Exit“. Von der operativen Beratung, über die Begleitung bei Finanzierungsrunden bis hin zur Abschlussprüfung, arbeiten die Big 4 mit den Start-ups schon ab der Phase der Unternehmensgründung eng zusammen. Doch welche Phasen durchläuft ein Start-up und wie können diese in den jeweiligen Stadien unterstützt werden? Das folgende Kapitel zeigt auf, in welchen Bereichen die Big 4 im Life Cycle von Start-ups unterstützen und als Dienstleister tätig werden.

Christopher Schmitz, Patrick Kugler, Francesco Pisani

Kapitel 44. Die Macht der Persönlichkeit – zum Einfluss individueller Stärken auf Finanzierungserfolg

Während Schwierigkeiten bei der Erlangung einer externen Unternehmensfinanzierung vielfach auf wirtschaftliche Risiken und Regulatorik zurückgeführt werden, zeigt dieser Beitrag, dass individuelle Faktoren ebenso bedeutsam sind. Persönlichkeitsmerkmale und Auftreten des Finanzierungsnehmers entscheiden vielfach darüber, ob seine Bemühungen erfolgreich sind. Diese Außenwirkung ist kein Zufall, sondern kann gezielt entwickelt werden, um mit Investoren effektiver umzugehen. Der Beitrag zeigt Möglichkeiten auf, wie Unternehmer ihre Persönlichkeit systematisch erkennen können, um ihr Geschäftsmodell an diese Kompetenzen anzupassen und so einen vertrauenswürdigen Finanzierungspartner zu akquirieren. Professionelle berufliche Prozessbegleitung empfiehlt sich als effizienter Ansatz für die unternehmerische Persönlichkeits- und Geschäftsentwicklung.

Johanna von Luckwald

Kapitel 45. „Augmented Reality“ für Geschäftspartner-Daten

Mit Graph Intelligence zu optimalen Analysen, Prozessen und Entscheidungen

Die Wirtschaft ist ein gewaltiges, dynamisches Netzwerk. Im Takt des Markts entstehen darin Tag für Tag neue Knotenpunkte und Beziehungen – oder werden wieder gelöst. Unternehmen werden gegründet oder insolvent, Führungskräfte bestellt oder abberufen, Beteiligungen und andere Verpflichtungen aufgenommen oder wieder beendet. Jeder neue Knotenpunkt sorgt für neue Verbindungen, Anknüpfungspunkte und Kontakte. Und selbst die Information über formal aufgelöste Beziehungen bleibt für viele Fragestellungen interessant. Das Wissen um das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Unternehmen oder deren Entscheidern ist gerade für Investoren von unschätzbarem Wert. Ein systemischer Blick auf Geschäftspartner als Teil eines vielseitig verwobenen Ökosystems eröffnet effiziente Wege zu guten Investments, hilft bei der Prüfung neuer Partner, aber auch bei der Reduzierung von Risiken und Ausfällen.

Tilo Walter
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