Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Dieser Band erläutert anschaulich die Produkte, die Systeme und den regulatorischen Rahmen im computergestützten Börsenhandel. Er ist damit die konsequente Fortsetzung und Vertiefung des ersten Bandes "Analyse, Strategien, Perspektiven". Inzwischen ist der Anteil des Hochfrequenzhandels auf mehr als 80 Prozent der gesamten Börsenumsätze gestiegen. Eine nicht mehr aufzuhaltende Entwicklung, die alle Marktteilnehmer, seien es private Investoren oder professionelle Trader, betrifft. Die Diskussion des Themas Hochfrequenzhandel ist hochaktuell und allgegenwärtig. Es wird deutlich, dass dieses Phänomen auf unterschiedlichste Art beschrieben werden kann. Eines ist sicher – der Hochfrequenzhandel ist unvermeidbar und hat die Anlegerwelt völlig und nachhaltig verändert, nichts ist mehr so wie zuvor. Gefragt sind nun klare Entscheidungsalternativen und Verhaltensregeln. Das Buch gibt darauf alle notwendigen Antworten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Produkte und Konzepte des Hochfrequenzhandels

Frontmatter

Chapter 1. Konzeption und Entwicklung des Hochfrequenzhandels

Ein Missverständnis in der Wahrnehmung des Hochfrequenzhandels besteht darin, dass er fälschlicherweise als eigenständige Handelsstrategie verstanden wird. Dies entspricht weder im Hinblick auf seine Umsetzung noch in Bezug auf die strategische Konzeption den realen Tatsachen in der Praxis. Der Hochfrequenzhandel ist als eine Technologie zu verstehen, die sich primär auf eine geschwindigkeits- und latenzoptimierte Datenübermittlung bzw. -verarbeitung von Data Feeds von und zu den Börsen bzw. Alternative Trading Systems (ATS) fokussiert. Moderne Datentechnologien sind sowohl an den Börsen als auch an alternativen Handelsplätzen wie Dark Pools die wesentlichen Komponenten des Hochfrequenzhandels.
Uwe Gresser

Chapter 2. Definition und Charakterisierung des Hochfrequenzhandels

Der Hochfrequenzhandel ist keine eigenständige Strategie, sondern ist zu verstehen als eine Technologie, die es ermöglicht, Börsendaten wie Kurse oder Gebote aus den Orderbüchern in hoher Geschwindigkeit und geringer Latenz zu empfangen und diesen Zeitvorsprung gegenüber den anderen Marktteilnehmern strategisch auszunutzen. Man konzentriet sich somit primär auf technologisch bedingte Latenzzeiten und Geschwindigkeitskomponenten der Systeme. Die Geschwindigkeitsoptimierung ist die entscheidende strategische Anforderung eines profitablen Hochfrequenzhandelssystems. Dies bedingt den hieraus abzuleitenden höchstmöglichen Technologisierungsstandard in Form von Infrastrukturtechnologien und algorithmischen Technologien, mit der primären Zielsetzung, die Geschwindigkeit des gesamten Analyse- und Orderprozesses zu maximieren.
Uwe Gresser

Chapter 3. Tendenzen und Perspektiven des Hochfrequenzhandels

Der Hochfrequenzhandel domiert den weltweiten Börsenhandel und muss als Teil des heutigen ökonomischen Systems akzeptiert werden. Zudem befanden sich zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte des Kapitalmarktes die Finanzmärkte in einem derartigen strukturellen und technologischen Wandel, wie es aktuell der Fall ist. Der Hochfrequenzhandel ist genau aus diesem sich verändernden strukturellen Wandel und insbesondere neu aufkommenden technologischen Rahmenbedingungen entstanden. Der Hochfrequenzhandel und die dort zur Anwendung kommenden Strategien zeichnen sich durch einen hohen Innovationsgrad und eine ausgeprägte Innovationsdynamik aus, die letztendlich die zukünftige Entwicklung an den Finanzmärkten bestimmen werden.
Uwe Gresser

Chapter 4. Wahrnehmung und Kritik des Hochfrequenzhandels

Der Hochfrequenzhandel sollte objektiv kritisch wahrgenommen werden. Trotz bestehender negativer Auwswirkungen auf die Marktqualität existieren durchaus unbestreitbare Vorteile, insbesondere für Privatanleger. Der Hochfrequenzhandel ist aufgrund seiner technologischen Voraussetzungen und des hohen Grades der Automatisierung im Wesentlichen dafür verantwortlich, dass sich die Gebotsstrukturen in entsprechend hoher Frequenz innerhalb kleinster Zeiteinheiten und permanent aktualisieren. Befürworter des Hochfrequenzhandels argumentieren in diesem Zusammenhang mit der durchaus zutreffenden Tatsache, dass Hochfrequenzhändler den aus wettbewerbstechnischer Sicht bestmöglichen Kurs aus der hochfrequenten Bid- und Ask-Platzierung erzeugen und damit im Hinblick auf die Marktqualität und Informationseffizienz einen entscheidenden positiven Beitrag leisten.
Uwe Gresser

Systeme und Strategien des Hochfrequenzhandels

Frontmatter

Chapter 5. Typisierung und Struktur der Strategien des Hochfrequenzhandels

Basis der präsentierten Systematik und Klassifizierung der Strategien des Hochfrequenzhandels sind die rein praktischen Aspekte im Handel und in der Entwicklung von Systemen. In Zusammenhang mit der aktuellen Regulierung und im finanzmarktrechtlichen Kontext wird nach folgenden Strategietypen klassifiziert: Manipulationsstrategien, Market-Making-Strategien, Arbitragestrategien, Latenzstrategien und Momentumstrategien. In der präsentierten Strategiematrix werden die Gesamtheit aller Strategien, die aktuell im Hochfrequenzhandel in Europa und in den USA praktiziert werden, vollkommen systematisiert.
Uwe Gresser

Chapter 6. Systematisierung und Konzeption von Manipulationsstrategien des Hochfrequenzhandels

Bei den Strategieformen der gezielten Kursmanipulation wird ein bestimmtes Kursmomentum generiert, welches seinen Ursprung nicht im Kursbildungsprozess hat, sondern allein auf gezielten stimulierenden Order Routings basiert. Die prinzipielle Vorgehensweise bei den Algorithmen der Manipulationsstrategien ist eine gezielte Stimulation des Orderbuchs mit einer in der Regel hohen Frequenz an Order.Es werden die in der Entwicklung von Algorithmen üblichen Bezeichnungen zur Klassifizierung der einzelnen Strategien verwendet. Basisstrategien der Manipulationsstrategien des Hochfrequenzhandels sind Layering, Spoofing, Price Fade, Venue Fade, Quote Matching, Sniffing out, Quote Stuffing und Pinging.
Uwe Gresser

Chapter 7. Systematisierung und Konzeption von Market-Making-Strategien des Hochfrequenzhandels

Zum Verständnis der grundlegenden Vorgehensweise und strategischen Funktionalität der Market-Making-Strategien erfolgt zunächst eine Erläuterung der unterschiedlichen Liquiditätsmotivationen. Darauf aufbauend wird eine praxisrelevante Strategiematrix der Market-Making-Strategien präsentiert.Die Market-Making-Strategien beinhalten konkrete orderbuchbezogene Strategien wie Spread Capturing, Spread Trading und alle Varianten der Liquidity Rebate, wobei die Profitabilität als gemeinsame Charakterisierung dieser Strategien primär auf asymmetrischen Kursinformationen basiert.
Uwe Gresser

Chapter 8. Systematisierung und Konzeption von Arbitragestrategien des Hochfrequenzhandels

Bei der Kategorie der Arbitragestrategien im Hochfrequenzhandel wird unterschieden nach Statistical Arbitrage, Cross Market Arbitrage und Cross Asset Arbitrage und es wird insbesondere strategiespezifisch grundsätzlich differenziert nach Marktebene und Produktebene. Bei der Begrifflichkeit der einzelnen Strategien wird klassifiziert nach Latenzarbitrage und Korrelationsarbitrage, wobei die Latenzarbitrage als eigenständige Kategorie präsentiert wird.
Uwe Gresser

Chapter 9. Systematisierung und Konzeption von Latenzstrategien des Hochfrequenzhandels

Bei der Kategorie der Latenzstrategien wird unterschieden nach Latency Arbitrage, Market Latency Arbitrage und Order Routing Latency Arbitrage. Bei den Latenzstrategien des Hochfrequenzhandels versucht man eine strategische Vorgehensweise zu nutzen, die allein auf der technologischen Überlegenheit basiert. Man versucht bei dieser Form der Latenzarbitrage den Geschwindigkeitsvorteil beim Bezug der Marktdaten vorteilhaft gegenüber denjenigen umzusetzen, die im Markt verlangsamt agieren.
Uwe Gresser

Chapter 10. Systematisierung und Konzeption von Momentumstrategien des Hochfrequenzhandels

Die Basisstrategien der Momentumstrategien des Hochfrequenzhandels sind Order Anticipation, Liquidity Detection, Momentum Ignition, Momentum Trading, News Reading und News Trading. Die Momentumstrategien fokussieren sich auf punktuelle Kursbewegungen, wobei primär extrem kurzfristige Kursbewegungen gehandelt werden, die in der Regel nur punktuell auftreten und nicht Komponenten eines langfristigen Trends sind. Die Haltedauer bei diesem Strategietyp beträgt in der Regel wenige Sekunden.
Uwe Gresser

Regulierung und Überwachung des Hochfrequenzhandels

Frontmatter

Chapter 11. Ansätze und Maßnahmen der Regulierung des Hochfrequenzhandels

Der Hochfrequenzhandel ist aus regulatorischer Sicht als Technologie und nicht als eine isolierte strategische Konzeption oder als eine auf einer bestimmten Strategie basierende Handelsweise zu beurteilen und damit zu reglementieren. Die strategische Vorgehensweise des Hochfrequenzhandels beinhaltet aufgrund seiner technologischen Konzeption durchaus aggressive und unter Umständen marktschädliche Praktiken, die jedoch im Wesentlichen technologisch bedingt sind. Die Herausforderung einer effektiven Regulierung besteht in diesem Zusammenhang zwangsläufig und in erster Linie in einer Implementierung von international gültigen Vorschriften und geltenden Standards mit der wesentlichen Zielsetzung einer effizienten Reglementierung und wirkungsvollen Kontrolle von etwaigen destruktiven oder in den meisten Fällen auch manipulativen Praktiken.
Uwe Gresser

Chapter 12. Zielsetzung und Relevanz von MiFID II und MiFIR im Hochfrequenzhandel

Primäre Zielsetzung der Markets in Financial Instruments Directive II (MiFID II) und der Markets in Financial Instruments Regulation (MiFIR) ist eine Harmonisierung der Finanzmärkte in Europa. Die Richtlinien werden oft fälschlicherweise im Zusammenhang mit dem Hochfrequenzhandel und dessen Reglementierung gesehen, es stehen jedoch weder konkrete restriktive Maßnahmen im Fokus noch wird ein direktes Verbot bestimmter Techniken des Hochfrequenzhandels vorgeschlagen.
Uwe Gresser

Offenlegung Hochfrequenzhandelssystem Order Routing Latency Arbitrage NASDAQ, NYSE

Frontmatter

Chapter 13. Strategische Einordnung und Systematisierung der Order Routing Latency Arbitrage NASDAQ, NYSE

Die Strategie der Order Routing Latency Arbitrage im Hochfrequenzhandel ist grundsätzlich technologiebasierend und entspricht somit dem Grundprinzip der Latenzstrategien im Allgemeinen. Man kann sich die Strategie der Order Routing Latency Arbitrage bildhaft wie einen Supermarkt vorstellen, den der Anleger mit einer Einkaufliste betritt. Und sobald er einen Fuß in den Laden gesetzt hat, steigen exakt zu diesem Zeitpunkt die Preise der Produkte, die sich auf seiner Einkaufsliste befinden, weil der Hochfrequenzhändler wenige Milliardstel Sekunden bevor der Anleger den Supermarkt betreten hat, über dessen Einkaufsliste informiert war. Und sobald er den Supermarkt wieder verlässt, fallen die Preise wieder auf ihren eigentlichen Börsenpreis bis der nächste Kunde den Laden betritt. Eine Geschäftspraktik, bei der es nur die Hochfrequenzhändler als Gewinner gibt.
Uwe Gresser

Chapter 14. Rahmenbedingungen und Prämissen der Order Routing Latency Arbitrage NASDAQ, NYSE

Der Hochfrequenzhandel in den USA muss im Hinblick auf seine strategische Vorgehensweise und technologische Konzeption als Besonderheit des weltweiten Hochfrequenzhandels gesehen werden. Die Existenz des National Best Bid and Offer (NBBO) und der Trade Through Rule ist eine im internationalen Vergleich spezielle Ausgangssituation in den USA und letztendlich die entscheidende strategische Basis der Order Routing Latency Arbitrage im US-amerikanischen Hochfrequenzhandel.
Uwe Gresser

Chapter 15. Konzeption und Funktionsweise der Order Routing Latency Arbitrage NASDAQ, NYSE

Es werden die realen Fakten über die Konzeption und Funktionsweise der Order Routing Latency Arbitrage in den USA offengelegt und insbesondere die Dimension und damit auch die extrem hohen Gewinnpotenziale dieser Strategie erläutert. Es existiert eine Zweiklassengesellschaft des digitalen Kapitalismus an den Börsen. Die einen zahlen Millionen von US-Dollars für einen Zeitvorsprung von kleinsten Bruchteilen von Sekunden und die anderen wissen nicht einmal, dass Geschwindigkeit einen Wert hat.
Uwe Gresser

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Blockchain-Effekte im Banking und im Wealth Management

Es steht fest, dass Blockchain-Technologie die Welt verändern wird. Weit weniger klar ist, wie genau dies passiert. Ein englischsprachiges Whitepaper des Fintech-Unternehmens Avaloq untersucht, welche Einsatzszenarien es im Banking und in der Vermögensverwaltung geben könnte – „Blockchain: Plausibility within Banking and Wealth Management“. Einige dieser plausiblen Einsatzszenarien haben sogar das Potenzial für eine massive Disruption. Ein bereits existierendes Beispiel liefert der Initial Coin Offering-Markt: ICO statt IPO.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise