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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen der Investor Relations

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1. Investor Relations als Inszenierungs- und Kommunikationsstrategie

Zusammenfassung
Kommunikation spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das Ansehens- und Imagekapital von Unternehmen zu erhöhen. Aus diesem Grund betrachtet der folgende Beitrag Kommunikation als eine investive Aufgabe. Kommunikation hilft, die zentrale Unternehmensidee zu profilieren und zu vermitteln und schafft Vertrauen. Mit Blick auf diese Funktionen sind Investor Relations kommunikative Prozesse aktiver Selbstdarstellung mit dem Ziel, den Unternehmens- und Aktienwert zu steigern, wird doch ein Unternehmen am Aktienmarkt zu einer Art Handelsware. Man kann ein Unternehmen kaufen, Anteile erwerben und verkaufen wie fast jedes beliebige Gut—ein Gedanke, an den man sich erst gewöhnen muss. Für eine erfolgreiche Selbstdarstellung sind spezifische Inszenierungstechniken und -regeln anzuwenden bzw. zu beachten. Der Beitrag plädiert dafür, deutlich und offen zu kommunizieren. Die Deutlichkeit erleichtert die Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen. Die Kommunikationsweise entscheidet über die Glaubwürdigkeit und über den Aufbau langfristiger Beziehungen. Für den Kommunikationserfolg ist eine kritische Selbsteinschätzung des Managements ebenso wichtig wie dessen Fähigkeit der Perspektivübernahme.
Manfred Piwinger

2. Grundlagen der Investor Relations

Zusammenfassung
Der Kurs einer Aktie hängt ganz wesentlich davon ab, in welchem Maße die Finanzwelt über das Unternehmen informiert ist und wie sie sein Informationsverhalten empfindet: offen, umfangreich oder restriktiv, zeitnah oder verzögert? Bereits Mitte der siebziger Jahre ergab eine Studie unter 460 US-Börsenunternehmen, dass rund 40 Prozent des Aktienwerts von der Kommunikation des Unternehmens mit der Umwelt bestimmt waren. Dieser Wert dürfte heute weit höher liegen; durch neue Informations- und Kommunikationsmedien haben sich die Möglichkeiten der umfangreichen und zeitnahen Information stark verbessert. Gleichzeitig ist auch der Anspruch gewachsen, den der Kapitalmarkt an das Kommunikationsverhalten der Unternehmen hat, und damit wiederum der Einfluss, den ein Unternehmen durch eine professionelle Informationspolitik auf den eigenen Aktienkurs und die langfristige wirtschaftliche Entwicklung nehmen kann. Vertrauen und das Gefühl einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen Kapitalgebern und Unternehmen erleichtert den Umgang mit sich stark veränderten Rahmenbedingungen: der verstärkte Wettbewerb um Kapital durch die Globalisierung der Finanzmärkte, die Intensivierung von Kunden- und Lieferantenbeziehungen zur Verbesserung der Wertschöpfungskette, Veränderungen im Anlageverhalten besonders privater Investoren oder die Verwendung der Aktie als Akquisitionswährung.
Klaus Rainer Kirchhoff

3. Rechtsfragen der Investor Relations

Zusammenfassung
Der nachfolgende Beitrag gibt Aufschluss über die beim Börsengang und der Folgezeit wichtigsten Offenlegungs- und Mitteilungspflichten mitsamt einer systematischen Einordnung der diesen Pflichten zu Grunde liegenden Rechtsvorschriften. Einen weiteren Schwerpunkt des Beitrages bilden die Erläuterungen zu den jeweiligen Grenzen der Offenlegungs- und Mitteilungspflichten sowie zu den auf freiwilliger Basis bekannt gemachten Unternehmensdaten. Die pflichtgemäßen und freiwilligen Mitteilungen des Emittenten kollidieren u. a. mit der Verschwiegenheitspflicht des Vorstandes gemäß § 93 Abs. 1 S.2 AktG sowie mit dem Verbot von Insidergeschäften nach §§ 12ff. WpHG. Insoweit findet das Spannungsverhältnis zwischen Offenlegung und Geheimhaltung von Unternehmensdaten im nachfolgenden Beitrag besondere Berücksichtigung.
Axel Zitzmann, Helmut Taubert

4. Entwicklungstendenzen deutscher Corporate Governance

Zusammenfassung
Sowohl in der Wirtschaftspresse als auch in der wissenschaftlichen Literatur häufen sich Beiträge, die sich mit den vielfältigen Aspekten von Corporate Governance beschäftigen. Insbesondere in Deutschland hat sich die Diskussion in den letzten Jahren deutlich intensiviert. International unterscheiden sich Corporate-Governance-Systeme deutlich. Gleichzeitig sind sie nicht statisch und können nicht getrennt von den jeweiligen rechtlichen und kulturellen Entwicklungen gesehen werden.
Alexander Bassen, Christine Zöllner

Betriebswirtschaftliche Fragen der Investor Relations

Frontmatter

1. Bilanzrechtliche Aspekte der Investor Relations

Zusammenfassung
Der Beitrag zeigt, in welcher Form Finanzinformationen üblicherweise kommuniziert und nach welchen Rechnungslegungsnormen sie erstellt werden. Als Rechnungslegungsnormen kommen dabei das deutsche Handelsgesetzbuch (HGB) sowie internationale Standards in Betracht. Sowohl auf Grund der ab 2005 relevanten Vorschriften für kapitalmarktorientierte Unternehmen als auch der zunehmenden Bedeutung für Wpisch mittelständische Unternehmen soll der Schwerpunkt auf die International Financial Reporting Standards (IFRS) gelegt werden. Die Rechnungslegung nach US-GAAP wird nur am Rande gestreift. In welchem Maße bilanzpolitischer Gestaltungsspielraum gegeben ist, um ein möglichst positives Bild des Unternehmens im Rahmen der „Investor Relations“ zu vermitteln, wird zunächst mittels einer kurzen Gegenüberstellung von HGB und IFRS allgemein aufgezeigt und danach anhand von ausgewählten Themen vertieft. Abschließend soll darauf eingegangen werden, welche Voraussetzungen im Finanz- und Rechungswesen sowie im Controlling zur effektiven Unterstützung einer guten „Investor-Relations-Arbeit“ gegeben sein müssen.
Lutz G. Frey, Kathrin Melzer

2. Bewertung immaterieller Vermögenswerte im Rahmen von Investor Relations

Zusammenfassung
Jahresabschlüsse sind wichtige Kommunikationsmittel gegenüber dem Kapitalmarkt. Sie sollen nach § 264 Absatz 2 HGB die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens wiedergeben. Immaterielle Werte sind nur dann Bilanzvermögen, wenn sie einzelverkehrsfähig sind und als solche entgeltlich erworben wurden. Für diese Vermögenswerte sind auf Grund von Änderungen der ab 2005 auch in Deutschland geltenden internationalen Rechnungslegungsregeln (IAS/IFRS) wichtige Fortschritte zur Verbesserung der Kapitalmarktinformation erzielt worden. Allerdings sind weiterhin selbst geschaffene immaterielle Werte und rein wirtschaftliche Güter wie der Ruf, die Organisation, Netzwerke, Humanvermögen u. a. kein Bilanzvermögen. Die Empfehlung des Deutschen Standardisierungsrates zur Aufgabe des Aktivierungsverbots soll dieses Informationshindernis beseitigen. Die Kapitalmarktinformation über Bestand und Veränderung von immateriellen Vermögenswerten durch Jahresabschlüsse ist deshalb (weiterhin) unvollkommen.
Karl-Heinz Maul

3. Investor Relations als Wertsteigerungsmanagement

Zusammenfassung
Die Autoren analysieren im folgenden Beitrag den Stellenwert der Investor Relations in der wertorientierten Führung. Sie dokumentieren, wie Investor Relations gezielt im Sinne des Wertsteigerungsmanagements einzusetzen sind. Ausgehend von den Erkenntnissen der Kapitalmarkttheorie legen sie den Schwerpunkt auf das publizitätsbezogene Investor-Relations-Instrumentarium.
Peter Labhart, Rudolf Volkart

4. Erfolgsmessung von Investor Relations

Zusammenfassung
Erfolg und Wert von Investor Relations (IR) sind noch weitgehend unerforscht. Mit dem vorliegenden Beitrag geht der Autor der Auffassung nach, dass Ausgaben für Investor Relations — vor dem Hintergrund steigender Ansprüche an die Kommunikation und des wachsenden Kostendrucks in Unternehmen — wie Investitionen behandelt werden müssen und somit auch einen Return erwirtschaften sollten.
Victor Porák

5. Risikotransparenz am Aktienmarkt

Zusammenfassung
Im Gegensatz zum Anleihemarkt gibt es für die Risikobeurteilung von Aktien bisher kaum brauchbare Ansätze. Daher ist in letzter Zeit vermehrt der Ruf nach mehr Risikotransparenz am Aktienmarkt laut geworden. Dieser Tatsache soll mit dem vorliegenden Beitrag Rechnung getragen werden. Er ordnet die Risikobeurteilung von Aktien theoretisch ein, stellt ihren Nutzen für Emittenten und Investoren dar und verdeutlicht diesen schließlich anhand eines Praxisbeispiels.
Klaus Linde

Investor Relations wird immer mehr zum Juristenthema

Zusammenfassung
Bis in die neunziger Jahre war Investor Relations (IR) ein mehr oder weniger rechtsfreier Raum. Für gefälschte Bilanzen und für unrichtige Darstellung der Verhältnisse in einigen anderen Unterlagen und in der Hauptversammlung war zwar schon immer der Staatsanwalt zuständig. Für falsche oder irreführende Angaben im Geschäftsbericht oder in einer Pressemitteilung wurde aber nicht gegenüber Anlegern gehaftet, ebenso wenig für den Inhalt einer Analystenpräsentation oder ein Presseinterview. Theoretisch war zwar schon immer eine Haftung aus allgemeinen zivilrechtlichen Vorschriften denkbar; diese wurde aber nie praktisch relevant. Eine Verpflichtung zur Veröffentlichung von Insidernachrichten existierte nicht und Unternehmensinsider konnten sanktionslos ihren Informationsvorteil an der Börse durch Käufe und Verkäufe nutzen, denn es gab nur einen Ehrenkodex, der Insiderhandeln untersagte. Zu einer Verurteilung wegen strafbarer Börsenkursmanipulation kam es erst recht nie.
Manuel Lorenz

Vorbereitung auf den Börsengang

Frontmatter

1. Anforderungen und Ablauf eines Börsenganges

Zusammenfassung
Seit Ende der neunziger Jahre sind die Anforderungen an Börsenkandidaten deutlich gestiegen. Das ist das Resultat des Einbruchs an den internationalen Kapitalmärkten und insbesondere am inzwischen eingestellten Neuen Markt in Deutschland mit zahlreichen Neuemissionen, die den Anlegern wegen mangelnder Börsenreife und der schlechten konjunkturellen Entwicklung hohe Verluste einbrachten. Für Unternehmen, die ein IPO in Erwägung ziehen, ist eine gründliche Vorbereitung daher wichtiger denn je. Dieser Beitrag stellt zunächst aktuelle Rahmenbedingungen für Neuemissionen dar. Börsenkandidaten stehen einem schwierigen Marktumfeld gegenüber und müssen die hohen Maßstäbe, die Investoren an sie stellen, erfüllen. Es folgt eine Beschreibung der drei Phasen — Entscheidung, Vorbereitung, Durchführung — bis zur Notierungsaufnahme. In diesen drei Phasen müssen die Voraussetzungen für einen Erfolg der Gesellschaft am Primär- und Sekundärmarkt geschaffen werden. Dazu gehört eine Abwägung der zur Verfügung stehenden Finanzierungsalternativen genauso wie die Auswahl geeigneter Konsortialbanken. Der Beitrag endet mit den aus unserer Sicht fünf wichtigsten Tipps für angehende Emittenten.
Jens Hecht

2. Due Diligence

Zusammenfassung
Die (finanzielle) Due Diligence beinhaltet eine intensive Analyse der Plausibilität des Konzepts, der Planung und der Qualität des Rechnungswesens eines Börsenkandidaten. Sie konzentriert sich auf die Themen, die für den künftigen Unternehmenserfolg entscheidend sind: Stellung im Markt, Wachstumspotenzial, Qualität der Produkte und Leistungen, Forschung und Entwicklung, Verfügbarkeit von Ressourcen, Managementkompetenz. Die der Emissionspreisfindung zugrunde gelegten Planzahlen werden auf ihre Schlüssigkeit und Glaubwürdigkeit abgeklopft. Die durch einen unabhängigen, von der konsortialführenden Bank beauftragten Wirtschaftsprüfer durchgeführte Untersuchung ist somit eine wichtige Hürde für jeden potenziellen Emittenten.
Wolfgang Russ

3. Nur gutes Management und Vertrauen führen zum Erfolg Die Zusammenarbeit zwischen Beteiligungsgesellschaft und Unternehmen

Zusammenfassung
Die Zusammenarbeit zwischen Beteiligungsgesellschaft und Unternehmen ist langfristig und von intensivem persönlichen Kontakt gekennzeichnet. Eine Beteiligungsgesellschaft verlangt, regelmäßig über die Geschäftsentwicklung informiert zu werden. Zudem bringt sie zumeist eigene Expertise in Form von Managementunterstützung und Kontakten ein. Entscheidend für den Erfolg der Partnerschaft ist, dass die Chemie zwischen den Beteiligten stimmt. Dem Vertragsabschluss geht ein umfangreicher Prüfungsprozess (Due Diligence) voraus. Hier zeigt sich, ob beide Seiten gut zueinander passen und das Unternehmen die Anforderungen der Beteiligungsgesellschaft erfüllen kann. Die Hauptaufgabe des Unternehmens in diesem Prozess ist es, eine Vielzahl von Informationen gut aufbereitet zur Verfügung zu stellen. Selbst wenn kein Vertagsabschluss erfolgt, profitiert das Unternehmen von der neu geschaffenen Transparenz und kann sie für sich nutzen und weiterentwickeln.
Christoph Baumgärtner

4. Der Börsengang im General Standard und im Prime Standard

Zusammenfassung
Der Gang an die Börse ist nach wie vor eine attraktive Form der Unternehmensfinanzierung. Denn er stellt Unternehmen auf eine breite Eigenkapitalbasis. Und das hat immense Vorteile: Börsennotierte Unternehmen wachsen in der Regel schneller, sie können im internationalen Wettbewerb besser bestehen und reagieren stabiler auf konjunkturelle Schwankungen. Die Deutsche Börse bietet Unternehmen Kapitalmarktzugang zu günstigen Eigenkapitalkosten auf einer Handelsplattform, die auf Grund hoher Transparenzanforderungen und niedriger Transaktionskosten im Fokus nationaler und internationaler Investoren steht.
Rainer Riess, Martin Steinbach

5. Zugangsmöglichkeiten zum US-amerikanischen Kapitalmarkt für deutsche Aktiengesellschaften

Zusammenfassung
Investor Relations verfolgen das ambitionierte Ziel, die Kommunikation zwischen Kapitalgebern und Unternehmen zu garantieren. Für deutsche Unternehmen, die im Zuge der Globalisierung den Weg an den US-Kapitalmarkt suchen, ist eine profunde Kenntnis der dortigen Anlegerstruktur notwendig, um das für den Zugang am besten geeignete Kapitalmarktinstrument zu identifizieren. Die Investor-Relations-Arbeit in den Vereinigten Staaten zeichnet sich im Vergleich zu Deutschland durch diverse Besonderheiten aus.
Rainer Wunderlin, Jan Niklas Meise

Investor Relations nach dem Börsengang

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1. Investor Relations — Die unternehmerische Herausforderung nach dem Börsengang

Zusammenfassung
Zu den Kriterien, die das Image eines börsennotierten Unternehmens maßgeblich prägen, zählen transparente Unternehmensstrategie, Wertsteigerungsmanagement, offene Kommunikation und Aktienkursentwicklung. In deutschen Unternehmen wird der IR noch nicht die notwendige Bedeutung beigemessen. Das Potenzial zur Steigerung des Unternehmenswertes wird demzufolge nicht voll ausgeschöpft.
Petra Nix

2. Mächte, Medien, Märkte — die Qualitätsfrage

Zusammenfassung
Über den Kommunikationsprozess muss neu nachgedacht werden. Die Nachteile der Inflation der Information sind noch nicht bewusst. Aus dem Quantitätsproblem ist ein Qualitätsproblem geworden. Wissen ist wichtiger als Vertrauen. Stärker differenzieren bedeutet, Pflicht und Kür zu trennen.
Hermann Kutzer

3. Protokoll und Präsentation — Rollen des Geschäftsberichts

Zusammenfassung
Der Geschäftsbericht ist ein Herzstück der Finanzkommunikation. Geschäftsberichte sind für börsennotierte Unternehmen vorgeschrieben — in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Welt. Sie protokollieren das vergangene Geschäftsjahr und dienen als offizielle Quelle für eine Vielzahl von Zielgruppen: Aktionäre, potenzielle Investoren, Analysten und Fondsmanager, Kunden, Gläubiger, aber auch Mitarbeiter, die Fachpresse und die Öffentlichkeit insgesamt. Zugleich dient der Geschäftsbericht zunehmend als Präsentation. Präsentiert werden vor allem:
  • die Unternehmensstrategie und die Vision des Top-Managements. Beide beziehen sich stark auf die Zukunft.
  • die Stärken und Schwächen, Herkunft, Eigenart des Unternehmens, kurzum: seine Identität.
Kaevan Gazdar, Manfred Piwinger

4. Das Projekt „Hauptversammlung“

Zusammenfassung
Die Hauptversammlung stellt hohe Anforderungen an die Vorbereitungen im Unternehmen. Der Beitrag soll — aus der Praxis heraus — einen Überblick geben, welche Schritte frühzeitig für einen professionellen Auftritt einzuleiten sind, aufzeigen, welche Gestaltungsmöglichkeiten es gibt, und die Verantwortlichen dafür sensibilisieren, die Veranstaltung „Hauptversammlung“ nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, denn: für eine erfolgreiche Veranstaltung ist aufwändige Vorbereitung notwendig — ein komplettes Outsourcing ist nicht möglich.
Peter Schmidt, Ingo Wolfarth

5. Finanzkommunikation als Beziehungskommunikation — Die Praxis des Aktionärsbriefes

Zusammenfassung
In fast allen Geschäftsberichten börsennotierter Wirtschaftsunternehmen wendet sich der Vorstandsvorsitzende persönlich an die Aktionäre, und zwar in einem meist „Aktionärsbrief“ genannten Teiltext. Diese „Briefe“ werden unter sprachstilistischen und imagerelevanten Gesichtspunkten untersucht. Der Aktionärsbrief hat bisher weder von der Briefforschung noch von der Kommunikationspraxis besondere Aufmerksamkeit erfahren. Ein zentrales Anliegen dieses Beitrages ist es, Wege zur Verbesserung der Beziehungskommunikation zwischen Vorstand und Aktionär aufzuzeigen. Denn es hat sich gezeigt, dass die meisten Aktionärsbriefe viel berichten, jedoch wenig sagen. Das heißt, es ist viel von Strategien, Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogrammen, Prozessoptimierung usw. die Rede, aber in inhaltlicher und emotionaler Hinsicht sind die Aktionärsbriefe wenig ansprechend, weil sie zu wenig auf das eingehen, was die Aktionäre als Leser für relevant erachten: Wertschätzung, Empathie und Offenheit, Kursentwicklung und Dividende, finanzielle Stabilität des Unternehmens, Wertsteigerung, Finanzziele, Verantwortlichkeiten und Verstehenshintergründe. Da die meisten Briefe in einem unpersönlichen Berichtsstil geschrieben sind, hinterlassen sie keine bleibenden Eindrücke und sind weitgehend austauschbar.
Helmut Ebert, Manfred Piwinger

Anforderungen an die Investor Relations aus Sicht der Adressaten

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1. Investor Relations aus der Sicht von Akteuren und Adressaten

Zusammenfassung
Die Kommunikation vieler börsennotierter Aktiengesellschaften mit der Financial Community vollzieht sich auch in Deutschland inzwischen auf einem hohen professionellen Niveau. Die Budgets sind in den letzten Jahren gestiegen, bei allerdings gedämpftem Zuwachs in jüngster Zeit. Die Verdeutlichung von Zukunftspotenzialen und Langfriststrategien rückte angesichts turbulenter Börsenzeiten noch prononcierter an die Spitze der Investor-Relations-Ziele.
Dieter Franke

2. Investor Relations aus Sicht eines Finanzjournalisten

Zusammenfassung
Von einigen bemerkenswerten Ausnahmen abgesehen, haben die börsennotierten deutschen Unternehmen erkannt, dass sie weltweit um Kapital konkurrieren, dass sie also beispielsweise ihren Großanlegern aus aller Welt hochwertige Information bieten müssen. Bedauerlicherweise haben nicht alle schon vollständig verstanden, was das für ihre Kommunikation mit der Öffentlichkeit oder der Finanzpresse bedeutet.
Andrew Gowers

3. Investor Relations aus Sicht eines Finanzanalysten

Zusammenfassung
Dieser Beitrag stellt die Bedeutung des Analysten als Bindeglied zwischen Unternehmen und Kapitalmarktfür Investor Relations dar. Dabei werden Anforderungen der Analysten an Investor Relations bezüglich ausgewählter Kommunikationsformen aufgezeigt, ergänzt um die Erläuterung von Sonderaspekten wie Erwartungsmanagement und Flüsterschätzungen, Veröffentlichungszeitpunkt von Informationen im Rahmen der Regelpublizität sowie Sinn und Zweck der Publikation vorläufiger Ergebnisse.
Volker Borghoff

4. Anforderungen an die IR aus der Sicht einer Investmentbank

Zusammenfassung
Im engeren Sinne ist es Aufgabe von Investor Relations, die Initiativen des ShareholderValue-Managements der Financial Community gegenüber zu kommunizieren. Hierzu zählen unter anderem auch die Vorbereitung und Begleitung von M &A-Maßnahmen des Unternehmens, die Mitwirkung bei der Abwehr einer feindlichen Übernahme und die Unterstützung einer vom Vorstand begrüßten freundlichen Übernahme des Unternehmens. Im weiteren Sinne umfassen Investor-Relations-Maßnahmen zur investorengerechten Gestaltung der Titel- und Kapitalstruktur einer Aktiengesellschaft.
Michael Drill, Michael J. Hubmann

5. Investor Relations für institutionelle Anleger

Zusammenfassung
Die institutionellen Anleger sind vermutlich die am meisten umworbene und gewissermaßen die einflussreichste Aktionärsgruppe. Sie bündeln Anlegermittel, und zumindest die großen unter ihnen sind für die Unternehmen direkt ansprechbar — im Gegensatz zu den Kleinaktionären. Die IR-Abteilungen halten jedoch nur selten regelmäßigen Kontakt zu den institutionellen Anlegern. Was auf’s Erste paradox erscheint, hat seinen Grund in dem intensiven Informations- und Meinungsaustausch zwischen Investmentbanken und Kapitalanlagegesellschaften.
Otger Wendt

6. Die Erwartungen der Kleinanleger an Investor Relations

Zusammenfassung
Viele deutsche Aktiengesellschaften unterschätzen nach wie vor die Bedeutung der privaten Anteilseigner. Entsprechend gering ist die Bereitschaft, sich dem Thema „Investor Relations für Privatanleger“ ernsthaft zu widmen. Aus diesem Grund beschränken sich einige Aktiengesellschaften bei ihrer Investor-Relations-Arbeit auf die vorgeschriebenen Instrumente wie Geschäftsberichte oder Hauptversammlungen. Darüber hinaus werden den Anlegern kaum Informationen geboten. Dies reicht bei Weitem nicht aus. Ziel muss es sein, die privaten Anleger genauso schnell und ausführlich mit Informationen zu versorgen wie professionelle Marktteilnehmer. Um dies zu gewährleisten, ist der Einsatz moderner Medien wie Internet und Call-Center sowie der direkte Kontakt über Aktienforen oder Aktionärsmessen in der Investor-Relations-Arbeit unabdingbar.
Ulrich Hocker

7. Online Investor Relations — Gegenwart und Zukunft

Zusammenfassung
Schneller, oft besser und günstiger: Investor Relations im Internet sind ein integraler Bestandteil der Kommunikationsstrategie vieler Unternehmen und ein Wachstumsfeld.
Rupert Spiegelberg, Michael Lindner

8. Creditor Relations als Erfolgsfaktor für die Fremdkapitalfinanzierung

Zusammenfassung
Ebenso wie gute und nachhaltige Investor Relations tragen Creditor Relations zur Steigerung des Unternehmenswertes bei. Ziele sind die Minimierung von Fremdkapitalkosten, Eröffnung des Zugangs zu neuen Finanzierungsmitteln am Fremdkapitalmarkt sowie Rückversicherung für außerordentliche Situationen.
Hans-Jörg Mast

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