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Über dieses Buch

Mit diesem handlichen Band werden Ihnen schnelle und zuverlässige Informationen in knapper übersichtlicher Form über alle mitteleuropäischen Amphibien- und Reptilienarten geboten.

Frösche, Kröten, Unken, Molche, Salamander, Echsen und Schlangen in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden behandelt. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Gefährdung der Arten, deren Ursachen und besonders auf praktische Schutz- und Hilfsmaßnahmen gelegt.

Studierende, freiberufliche Biologen, Landschaftsplaner und Naturschützer werden mit Gewinn dieses Nachschlagewerk bei Ihrer Arbeit nutzen. Interessierte Laien werden es gern in die Hand nehmen.

Ziel der Maßnahmen soll sein, ein intaktes Netz in Verbindung stehender Populationen aufrecht zu halten oder dort, wo dies nicht der Fall ist, aufzubauen.

Der Amphibien- und Reptilienschutz wird eingebettet in den Gesamtkomplex Naturschutz, wozu ein vorangestelltes allgemeines Kapitel dient. Verdeutlicht wird auch, dass diese Tiere einen wichtigen Stellenwert im Naturhaushalt (Stoffkreislauf) haben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen

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1. Warum Amphibien- und Reptilienschutz?

Vor dem Hintergrund der spürbar gewordenen Umweltkrise erlebt der Arten‐ und Biotopschutz eine zunehmende Beachtung. Dies ist gut so, denn eine Reihe von Gründen sprechen zwingend dafür:
  • Der von einer technisch gestalteten Umwelt umgebene Mensch sucht zur Entspannung und Erholung einen vielfältigen, landschaftlich intakten Ausgleich.
  • Die Umwelt funktioniert nur durch Artengemeinschaften und deren Vernetzung untereinander, z. B. durch Räuber‐Beute‐Beziehungen, und mit ihrem Standort (Biotop).
  • Eine Reihe von Arten hat dabei eine Schlüsselfunktion. Ihr Erlöschen würde bestimmte Ökosystemtypen verschwinden lassen. Ein aktuelles Beispiel ist der Biber und die von ihm geschaffenen Stauteiche.
  • Viele Tier‐ und Pflanzenarten bilden Ressourcen für den Menschen, die er nutzt, um zu überleben. Oft ist ihr Wert noch gar nicht erkannt. Es gilt ein Ressourcenpotenzial für die Zukunft zu erhalten.
  • Viele Arten haben Indikatorfunktion. Sie zeigen bestimmte Qualitäten der Umwelt, in der sie leben an. Fehlen sie in Biotopen, in denen sie zu erwarten wären, sollte dem nachgegangen werden.
  • Eine wachsende Zahl an Tier‐ und Pflanzenarten muss als gefährdet eingestuft werden, sowohl lokal als auch national und international. Dies betrifft auch die Amphibien und Reptilien. Einmal ausgestorben, sind sie für immer verloren!
  • Für den Landschafts‐ und Raumplaner sind Arten und Lebensgemeinschaften grundlegende Ausgangsgrößen bei der Entwicklung konkreter Planungen.
Dieter Glandt

2. Jahreslebensräume und Raum-Zeit-Verhalten

Zu den auffälligsten Verhaltensweisen der Amphibien gehört die häufig massenhafte Wanderung zu ihren Laichgewässern. Viele Menschen werden hierdurch überhaupt erst auf Kröten und Frösche aufmerksam, vor allem, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind und Hinweisschilder („Achtung Krötenwanderung!“) auf die frühjährlichen Laichwanderungen hinweisen.
Amphibien begeben sich aus sehr unterschiedlichen Gründen auf Wanderschaft. Die oft sehr auffällige Erdkrötenwanderung, mit der wir jedes Frühjahr auf den Straßen und dann auch in den Medien konfrontiert werden, ist eine Laichplatzwanderung. Andere Gründe für einen Ortswechsel sind:
  • Abwandern vom Laichgewässer in geeignete Sommerlebensräume,
  • Umherstreifen im Sommerlebensraum, um nach Nahrung zu suchen,
  • Aufsuchen spezieller Winterquartiere im Herbst.
Aufs ganze Jahr bezogen pendeln Amphibien zwischen verschiedenen Teillebensräumen. Der gesamte Lebensraum wird auch als „Jahreslebensraum“ (Abb. 2.1) bezeichnet.
Aber auch bestimmte Reptilien wandern. Besonders ist dies von der Ringelnatter bekannt. Im Frühsommer sind die Männchen unterwegs, um nach Weibchen zu suchen. Im Herbst werden Winterquartiere aufgesucht, die manchmal nur durch längere Wanderungen zu erreichen sind.
Manche Arten weichen in ihrem Ortsverhalten von dem geschilderten ab. Gelbbauchunken z. B. führen von Frühjahr bis Herbst unregelmäßige, meist kleinräumige Ortswechsel innerhalb ihres Jahreslebensraumes durch. Auffällige Massenwanderungen sind für diese und viele andere einheimische Arten nicht bekannt.
Dieter Glandt

3. Landschaftskorridore und Biotopvernetzung

Die in Kap. 2 geschilderten Wanderungen der Amphibien und Reptilien sind von zentraler Bedeutung für die Vernetzung der Populationen in der Landschaft. Besondere Bedeutung kommt dabei den Vagabunden zu; das sind die Individuen, die den angestammten Jahreslebensraum verlassen und neue Biotope besiedeln oder in ältere benachbarte aus‑/einwandern. Es kommt deshalb darauf an, die Wanderungen der Vagabunden zu fördern. Angesichts der zunehmenden Straßen‐ und Verkehrsdichte steigt allerdings das Risiko, beim Querungsversuch überfahren zu werden.
Dieter Glandt

4. Amphibienschutz an Straßen – ein komplexes Thema

Über keine andere Thematik des praktischen Amphibienschutzes ist derart viel geschrieben und diskutiert worden. Man könnte ein eigenes Buch darüber schreiben. Nachfolgend werden lediglich die wichtigsten Punkte zusammengetragen. Wer sich genauer einarbeiten will, muss sich mit der Spezialliteratur beschäftigen (Auswahl siehe Literaturtipps).
  • Angesichts zunehmender Straßen‐ und Verkehrsdichte sind viele Amphibien, vor allem die Weitstreckenwanderer unter ihnen (besonders die Erdkröte), negativ betroffen (Abb. 4.1). Es ist jedoch unmöglich alle Amphibien vor dem Straßentod zu bewahren, man muss Präferenzen setzen.
  • Vorrangig sollten massive Tierkontingente, die Straßen überqueren wollen, durch Maßnahmen geschützt werden.
  • Die effizienteste Form der Vermeidung von Straßentod ist die zeitlich befristete Sperrung einer Straße für den Verkehr nach § 45 der Straßenverkehrsordnung (STVO) über einen Antrag bei der zuständigen Behörde: Gemeinde, (Land‑)Kreis, Land, Bund. Diesen Antrag kann grundsätzlich jeder stellen. In der Regel lässt sich diese Maßnahme nur durchführen, wenn eine Ausweichmöglichkeit für die betroffenen Anwohner vorhanden und möglich ist. Diese sollten in die Maßnahme einbezogen und rechtzeitig über die Sperrung informiert werden.
Dieter Glandt

5. „Schlüsselelemente“ – unverzichtbar für den Artenschutz

Unter Schlüsselelementen werden hier die für den Artenschutz, speziell Amphibien und Reptilien, bedeutsamen Biotoptypen in Mitteleuropa verstanden. Die große Zahl erfordert eine Klassifizierung.
  • Stehende Kleingewässer
    • unterschiedlicher Größe (von wenigen m2 bis ca. 1 ha, Abb. 5.1),
    • unterschiedlicher Tiefe (von wenigen Zentimetern bis ca. 2 m),
    • unterschiedlicher Wasserführung (temporär, regelmäßig austrocknend, Abb. 5.2; permanent, ganzjährig wasserführend, Abb. 5.1),
    • mit unterschiedlichem Chemismus (z. B. pH‐Wert). Saure Heideweiher (Abb. 5.3) sind zu sichern und zu fördern.
  • Fließgewässer und ihre Uferbereiche einschließlich Ausbuchtungen (Kolke) oberhalb der Forellenregion (Feuersalamanderlarven). Für Reptilien (Ringelnatter, Zauneidechse) sind auch renaturierte Flüsse im Mittellauf interessant, wie die Ems mit ihren Sandufern.
  • Küsten‐ und Binnendünen
  • Strukturreiche Laub‐ und Mischwälder
  • Bruchwälder
  • Feuchtgrünlandflächen
  • Kleinlichtungen und Schneisen
  • breite, gegliederte Waldränder und nährstoffarme Wegränder
  • Hecken und andere Verbindungselemente
  • Bracheflächen
  • Almwiesen
  • Stein‐ und Geröllhaufen
  • unverfugte Mauern
  • Mulchhaufen und Genist
Die Bedeutung für die einzelnen Arten Mitteleuropas sind in Tab. 5.1 und 5.2 zusammengestellt.
Eine weitergehende Charakterisierung der verschiedenen Biotoptypen erfolgt in den Artkapiteln.
Dieter Glandt

6. Schutz- und Hilfsmaßnahmen im Siedlungsraum (Dorf und Stadt)

Der Siedlungsraum ist in ständiger Ausbreitung begriffen. „Zersiedelung der freien Landschaft“ ist ein kritischer Begriff. Andererseits sind viele neue Lebensräume in den Städten entstanden. Es sind Modifikationen ursprünglicher Biotope. In ihnen „gibt es eine unerwartete Artenfülle an Pflanzen und Tieren“ (Tischler 1980). Jedoch ist kennzeichnend, dass bestimmte Arten, die sich besonders gut mit dem Menschen arrangieren konnten, zur Massenvermehrung neigen, andere dagegen verdrängt wurden. Für Amphibien kommt Scoccianti (2001) zu dem Fazit: „Urbane Areale bieten selten geeignete Lebensräume für Amphibien“. Für verschiedene Vögel sieht der Autor gute Chancen, aber Amphibien geraten durch die zunehmende Expansion der Städte in isolierte Lagen. Letztlich sterben sie lokal aus. Es kann deshalb im Folgenden nur darum gehen, diese Effekte zu minimieren. Unter den Reptilien sind vor allem Ringelnatter, Mauereidechse (örtlich), Blindschleiche und Waldeidechse negativ betroffen.
Dieter Glandt

7. Naturnahe Gärten und Gartenteiche – ein Beitrag zum Artenschutz

Gärten umfassen ein weites Spektrum von meist hausnahen Grünflächen. Es gibt steril anmutende Dauerrasen‐Mähflächen mit ein paar Büschen oder Hecken, meist als Abgrenzung, z. B. Thujas, andererseits sehr naturnah belassene Gärten. Großstädter weichen oft auf wohnungsferne Gärten (Kleingärten, „Schrebergärten“) aus.
Nach dem deutschen Bundeskleingartengesetz gilt:
Ein Kleingarten soll nicht größer als 400 Quadratmeter sein. Die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege sollen bei der Nutzung und Bewirtschaftung des Kleingartens berücksichtigt werden.
Naturnahe, gut gestaltete Gärten können für den Amphibien‐ und Reptilienschutz sehr hilfreich sein.
Dieter Glandt

8. Neuanlage von Kleingewässern

Hierüber sollte Klarheit bestehen, bevor eine Detailplanung erstellt wird. Ziele können sein:
  • Verdichtung des Kleingewässernetzes (Biotopverbundsystem),
  • Förderung selten gewordener Typen von Kleingewässern, z. B. temporärer Gewässer und Waldgewässer,
  • Lebensraum für ausgewählte Tier‐ und Pflanzenarten oder ganze Lebensgemeinschaften schaffen,
  • Ausgleichs‐ oder Ersatzmaßnahmen für Gewässer anlegen, die im Rahmen einer Überplanung verloren gegangen sind.
Wünschenswert wäre die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für ein Gemeinde‐ oder Kreisgebiet, z. B. im Rahmen eines Landschafts‐ oder Ortsentwicklungsplanes, in welchem neben vorhandenen auch zukünftige Kleingewässerstandorte ausgewiesen werden.
Dieter Glandt

9. Pflegemaßnahmen an kleinen Stillgewässern

Grundsätzlich könnte man Kleingewässer sich selbst überlassen, d. h. keine Pflegemaßnahmen durchführen. Je nach Nährstoffsituation führt dies früher oder später zum Zuwachsen und Verlanden, am schnellsten bei Nährstoffreichtum. Rechtzeitig müssten dann neue Gewässer in der Nachbarschaft geschaffen werden, sodass Organismen in die neuen Lebensräume überwechseln könnten.
Entscheidet man sich jedoch für Pflegemaßnahmen, ist zunächst die Zielsetzung zu definieren. Solche Ziele können sein:
  • In Anlehnung an die frühere Nutzung ehemaliger, mittlerweile aufgegebener Feuerlöschteiche oder Weidetümpel bietet sich eine regelmäßige Reinigung an. So wird einer Verschlammung frühzeitig vorgebeugt.
  • Bei stärker vorangeschrittener Verschlammung und raschem Zuwachsen ist eine aufwendigere Entkrautung und Entschlammung erforderlich.
  • Schwierig kann der Schutz spezieller Arten (Zielarten) oder bestimmter Entwicklungsstadien sein, weil immer wieder eingegriffen werden muss.
Dieter Glandt

10. Amphibien- und Reptilienschutz im Wald

Der Naturschutz entfaltet seine Aktivitäten besonders in der wenig bewaldeten (offenen) Landschaft, vor allem in der Agrarlandschaft. Er sollte sich aber unbedingt auch im Wald betätigen. Hierzu zählt besonders ein naturnaher Waldbau.
Dieter Glandt

11. Umgang mit neuartigen Erkrankungen

Feldherpetelogie und Terraristik sehen sich seit einiger Zeit verschiedenen neuartigen Erkrankungen gegenübergestellt. Der Umgang mit ihnen ist in der Diskussion und nicht immer zufriedenstellend geklärt (Übersicht siehe Duffus und Cunningham 2010).
Nachfolgend wird das Problemfeld an zwei Beispielen beleuchtet.
Dieter Glandt

12. Kein Allheilmittel: Nachzucht, künstliche Ansiedlung, Rettungsumsiedlung

Die Basisstrategie des Artenschutzes sind die Sicherung, der Schutz und die Pflege bestehender Lebensräume (Biotope) und ihrer Lebensgemeinschaften (Biozönosen). Durch komplexe Wechselbeziehungen entstehen Ökosysteme. Ihre Vernetzung mit dem Umland, z. B. anderen Ökosystemen, ist von zentraler Bedeutung. Die Entwicklung und Sicherung von landschaftlichen Korridoren ist deshalb eine zentrale Forderung des Naturschutzes, der Landschaftsplanung und der Landschaftspflege.
Vor allem am Rande von Verbreitungsgebieten lässt sich diese Forderung häufig nicht erfüllen. Deshalb gibt es Initiativen, Arten in Gefangenschaft nachzuzüchten und in ehemals besiedelten Gebieten auszusetzen. Dies wurde z. B. mit dem Europäischen Laubfrosch und der Westlichen Knoblauchkröte durchgeführt. Solche Maßnahmen werden nicht nur begrüßt, sondern auch kritisch gesehen. Sie sind kein Allheilmittel, vielmehr der letzte Versuch einer Rettung am Rande der Verbreitung.
Dieter Glandt

13. Erfolgskontrollen – oft vernachlässigt

Alle praktischen Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz der Amphibien und Reptilien (wie auch anderer Arten und ihrer Lebensräume) sollten einer Erfolgskontrolle unterzogen werden, auch wenn diese ergibt, dass die gesetzten Ziele nicht erreicht wurden. Es ist dann zu überlegen, welche Änderungen der Maßnahmen vorgenommen werden sollten, um die Ziele doch noch zu erreichen.
Erfolgskontrollen (umfassende Darstellung siehe Usher und Erz 1994) sollten bereits im Planfeststellungsbeschluss und in Projektanträgen oder ‐beschreibungen verankert sein. Auf freiwilliger Basis finden sie kaum oder gar nicht statt. Dabei haben die Maßnahmen meist viel Geld gekostet, z. B. der Bau von Kleintierdurchlässen an einer neuen Autobahn oder Rettungsumsiedlungen von Eidechsen an Bahnanlagen. Erfolgskontrollen machen demgegenüber nur einen geringen Teil der Gesamtkosten eines Projektes aus.
Dieter Glandt

14. Rechtliche Instrumente des Artenschutzes und Rote Listen

Alle genannten Rechtsvorschriften (FFH‐Richtlinie, Gesetze, Verordnungen) können über das Internet abgerufen werden.
Bei vielen Planungen und Projekten werden nur die FFH‐ bzw. planungsrelevanten Arten kartiert, sodass andere vernachlässigt werden. Wünschenswert wären aber umfassendere Kartierungen der Vorkommen und Bestandsgrößen unter Einbeziehung auch anderer, nicht unbedingt gesetzlich geschützter Arten.
Dieter Glandt

15. Gesamtartenlisten und Gefährdungsgrad der Amphibien und Reptilien – Deutschland, Österreich, Schweiz

Nachfolgend werden für Amphibien und Reptilien Gesamtartenlisten für die drei behandelten Länder kombiniert. Dabei wird der Gefährdungsgrad gemäß der aktuellen staatenbezogenen Roten Listen aufgeführt. Außerdem wird der Status gemäß der Fauna‐Flora‐Habitat‐Richtlinie der EU (FFH‐RL) angegeben. Letztere gilt nur für Deutschland und Österreich, nicht für die Schweiz, da sie kein EU‐Mitglied ist.
Dieter Glandt

Artkapitel – mit besonderer Berücksichtigung praktischer Schutz-, Hilfs- und Fördermaßnahmen

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16. Schwanzlurche (Urodela)

Der deutsche Artname für den Alpensalamander (Salamandra atra) weist auf das schwerpunktmäßige Vorkommen in den Alpen hin, der wissenschaftliche Artname auf die einheitliche schwarze Färbung (lat. atra = schwarz).
Dieter Glandt

17. Froschlurche (Anura)

Der deutsche Name weist darauf hin, dass das Männchen während der Laichübernahme mithilft, die Laichschnüre aus der Kloake des Weibchens zu ziehen. Auch „Glockenfrosch“ genannt, da Stimme wie ein helles Glasglöckchen klingt. Heute würde man von einem kurzen, hellen Funksignal sprechen. Es gibt noch den Namen „Fesslerkröte“, womit darauf abgehoben wird, dass sich das Männchen die Laichschnüre um die Hinterbeine wickelt und dann wie gefesselt aussieht.
Dieter Glandt

18. Schildkröten (Testudines)

Der deutsche Name leitet sich vom Vorkommen in Europa und dem Aufenthalt in sumpfigen Lebensräumen ab. Hierauf verweist auch der aus dem Griechischen stammende Gattungsname, während der wissenschaftliche Artname aus dem Lateinischen stammt und „rundlich“ bedeutet.
Dieter Glandt

19. Echsen (Sauria)

Der deutsche Name „Westlich“ weist auf die Verbreitung hin. Die Art ist keineswegs blind, hat zwei wohlentwickelte Augen und bewegliche Augenlider, womit die Augen geschlossen werden können. Das Wort „Blindschleiche“ stammt vom Althochdeutschen „Plintslicho“ und bedeutet „blendende oder glänzende Schleiche“, vermutlich wegen der bleiglänzenden Färbung. Der hohe Schuppenglanz kann zudem je nach Lichteinfall zu einer kurzzeitigen Blendung des Beobachters führen. Aus Blendschleiche könnte durch Lautverschiebung (e zu i) Blindschleiche entstanden sein. Der wissenschaftliche Name (lat. fragilis = zerbrechlich) weist darauf hin, dass die Tiere bei Ergreifen leicht einen Teil ihres Schwanzes abwerfen.
Dieter Glandt

20. Schlangen (Serpentes)

Die deutschen Namen verweisen auf das Umschlingen der Beutetiere beim Fressakt (Schlingnatter) bzw. die glatten ungekielten Schuppen (Glattnatter). Der wissenschaftliche Gattungsname (lat. coronella = Krönchen) bezieht sich auf die dunkle Zeichnung auf der Kopfoberseite. Der Artname stammt aus dem Lateinischen (austriaca = österreichisch, die Art wurde erstmals aus Wien beschrieben).
Dieter Glandt

21. Neubürger (Neozoen) in der Herpetofauna Mitteleuropas

In den vorangegangenen Kap. 16 – 20 wurden die einheimischen, bodenständigen (= autochthonen) Arten der Amphibien und Reptilien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz behandelt. Es sind die Arten, die sich langfristig in den Ländern halten und erfolgreich reproduzieren. Sie sind – von Sonderfällen (z. B. Seefrosch, Mauereidechse) abgesehen – nicht durch unmittelbares oder mittelbares Zutun des Menschen dorthin gekommen.
Leider gibt es immer mehr Fälle, in denen zusätzliche Arten oder Fremdpopulationen durch Zutun des Menschen in die genannten Länder geraten. Diese werden als „Neubürger“ oder „Neozoen“ bezeichnet. Im Internet (Lexikon der Biologie, Spektrum der Wissenschaft, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg) werden sie wie folgt definiert:
Neozoen [neo‑, griech. = neu, zōia = Lebewesen, Tiere], invaders, intruders, exotic species, eine praktische, aber so gut wie nur im deutschen Sprachraum verbreitete Bezeichnung für in einen Lebensraum (Biotop) direkt oder indirekt über anthropogene Aktivitäten eingeführte, eingeschleppte (Einschleppung) oder eingewanderte (Immigration) Tierart. Der Begriff wurde in Anlehnung an die Bezeichnung Neophyten (Adventivpflanzen, Neubürger) kreiert, welche sich in Mittel‐Europa auf Pflanzen bezieht, die nach ca. 1500 n. Chr. (als die Überseeschifffahrten, speziell nach Amerika, stark zunahmen) eingeführt oder eingeschleppt worden sind.
Dieter Glandt

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