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Über dieses Buch

In diesem Sammelband beschäftigen sich renommierte Autoren aus Forschung und Praxis mit sämtlichen strategisch-konzeptionellen Aspekten und Erfolgsfaktoren des Eventmarketings. Sie berücksichtigen neben der prozesskostenorientierten Perspektive auch das Eventcontrolling sowie rechtliche und sicherheitsspezifische Sachverhalte wie Haftung und Risikominimierung oder die Rechte und Pflichten von Agenturen. Konkrete Hinweise wie Kriterien für die Auswahl von Event Locations sowie zahlreiche Beispiele erfolgreicher Events bieten hohen Praxisbezug. Ein Ausblick auf aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen wie z.B. Digitale Events, Green Events oder Eventpsychologie runden das Buch ab.Praxisorientiertes Eventmanagement richtet sich gleichermaßen an Wissenschaftler und Studierende mit dem Schwerpunkt Marketing sowie an Management-Praktiker und Führungskräfte aus den Bereichen Eventmarketing und -management.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Status quo des Eventmanagement in Theorie und Empirie

Frontmatter

1. Grundlagen des Eventmarketing

Abstract
Die wichtigsten Rahmenbedingungen für das Kommunikationsinstrument Eventmarketing sind wirtschaftliche, gesellschaftliche und kommunikative Rahmenbedingungen. In Anlehnung an Bruhn, Nufer und Zanger bezeichnet Eventmarketing aus Sicht der Autoren die Planung, Vorbereitung, Umsetzung und Nachbereitung von Events und beinhaltet alle interaktiven, dialog‐ und erlebnisorientierten Arten der Kommunikation mit den Zielen Information, Emotion, Motivation und Aktion. Die Erfolgsfaktoren des Eventmarketing, also die Faktoren, die bewirken sollen, dass die erwünschten Ziele erreicht werden, sind die Eventkonzeption, die Eventkommunikation, die Eventorganisation/Eventproduktion und die Eventevaluation.
Uwe Eisermann, Marcus Dodt, Thore Roßbach

2. Status quo, Perspektiven und Erfolgsfaktoren des Eventmarketing

Abstract
Aus Analysen der größten deutschen Unternehmen geht hervor, dass zwischen 90 % und 100 % der Unternehmen Eventmarketing betreiben. Die zentralen Ziele des Eventmarketing sind Kundenbindung, Steigerung/Intensivierung des Zielgruppenkontakts und Verstärkung der Bindung an das Unternehmen/Produkt, die zentralen Zielgruppen Geschäftskunden, potenzielle Kunden/Interessenten und Mitarbeiter. Die zentralen Arten von Events sind ökonomische/wirtschaftliche und gesellschaftliche Events. Die Mehrzahl der Unternehmen arbeitet mit Agenturen zusammen. Den Angaben der Unternehmen zufolge sind die zentralen Erfolgsfaktoren des Eventmarketing die Eventkonzeption und die Eventorganisation. Zusammenfassend betrachtet, betreiben die 300 größten deutschen Unternehmen Eventmarketing sehr professionell.
Uwe Eisermann, Jan Heckmann, Christian Güth

3. Going Public: Eventmarketing in der Wirtschaftskommunikation

Eventmarketing auf dem Weg von der Einmal-Maßnahme zur integrierten Maßnahme in der direkten Wirtschaftskommunikation
Abstract
Marketing‐Events haben sich im Laufe der letzten Dekade von Einmal‐Veranstaltungen im B2B‐Bereich zu integrierten Live‐Kommunikationsmaßnahmen mit hoher Relevanz im B2B‐ und B2C‐Marketing entwickelt. Dies belegt nicht nur die Tatsache, dass sich im Zeitraum von sieben Jahren die Ausgaben für Live‐Kommunikation fast verdoppelt haben. Unternehmen wissen um die Qualität und den Nutzen von Live‐Kommunikation im Zeitalter immer stärkerer Digitalisierung und setzen daher auf medienübergreifende integrierte Event‐Kampagnen. Das Wieso belegen erfolgreiche Beispiele genauso wie Ergebnisse der Hirnforschung. Und es findet sich im Beitrag „Going Public“ von Elfie Adler und Uta Goretzky.
Elfie Adler, Uta Goretzky

Eventkonzeption, -produktion und -evaluation

Frontmatter

4. Konzeption: Das Briefing

Das Briefing im Eventmarketing: Leitfaden und Kontrollinstrument zugleich
Abstract
Eventmarketing bzw. Erlebnismarketing ist in einer Zeit, in der Erfolge möglichst in jeder Hinsicht messbar gemacht werden sollten, kein Selbstzweck mehr. Das „schöner“, „größer“ und „teurer“ war gestern. Heute zählen messbare Kriterien, um Eventmarketing erfolgreich darstellen zu können. Um Messbarkeit im Eventmarketing durchführen zu können, müssen schon bei der Planung einer Eventmaßnahme die Messkriterien feststehen, um erfolgreich bewerten zu können. Um dies zu gewährleisten, ist ein Briefing unerlässlich. Denn in dem Briefing werden Anforderungen und Inhalte der Veranstaltung fixiert sowie ergänzende Kommunikationsinstrumente aufgeführt, die flankierend zu der Eventmaßnahme eingesetzt werden sollen.
Jan Untiedt

5. Konzeption: Eventmarketing in der Sales Promotion

Abstract
Sales Promotion dient Unternehmen vor allem zur Steigerung des kurzfristigen Verkaufs. Wird Eventmarketing mit der Kreierung einer erlebnisorientierten Atmosphäre zur Unterstützung des Sales‐Promotion‐Prozesses eingesetzt, so hat dies über die intensive Auseinandersetzung mit Produkt und Unternehmen sowie die hierbei erzeugten Emotionen eine absatzsteigernde Wirkung.
Michael Denninghoff

6. Konzeption: Eventmarketing unter sozialpsychologischer Betrachtung

Gruppenerlebnisse in der Live-Kommunikation
Abstract
Was veranlasst uns, Erlebnisse in der Gemeinschaft zu erfahren? Welche Wirkung geht von Gruppenerlebnissen aus? Die Sozialpsychologie erforscht den Einfluss sozialer Interaktionen auf das Verhalten und Erleben von Individuen. Es gehört zum Grundverständnis der Sozialpsychologie, dass die Gruppenzugehörigkeit ein angeborenes Bedürfnis darstellt. Die Instrumente der Live‐Kommunikation ermöglichen Gruppenerlebnisse, die sich aus der direkten Teilnahme der Zielgruppen am Kommunikationsprozess ergeben. Insbesondere Erlebnisse im Rahmen von Events sind dazu geeignet, den Menschen das Gefühl von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit zu bieten. Darüber hinaus erhält der Teilnehmer durch die Gemeinschaft eines Events die Chance zur Selbstinszenierung der eigenen Individualität und der sozialen Anerkennung. Soll dieses sozialpsychologische Potenzial des Eventmarketing genutzt und bei der Konzeption und Umsetzung von Eventmaßnahmen berücksichtigt werden, müssen die wesentlichen Prozesse, die sich innerhalb einer Gruppe abspielen, verstanden werden. Im vorliegenden Beitrag beschreiben die Autorinnen ausgewählte sozialpsychologische Faktoren und stellen diese in den Kontext des Eventmarketing. Anhand von Beispielen wird aufgezeigt, wie die Effekte der Gruppenkohäsion, sozialen Aktivierung, Deindividuation und Gruppenpolarisation Gruppenerlebnisse im Rahmen von Events beeinflussen und erklären. Die Ausführungen machen deutlich, dass sozialpsychologische Erkenntnisse dazu beitragen können, die Wirksamkeit von Live‐Maßnahmen weiter zu verbessern.
Antje Wolf, Ulrike Jackson

7. Produktion: Das Campus Symposium

Von einer studentischen Initiative zu einer der größten Wirtschaftskonferenzen in Deutschland
Abstract
Studenten holen Bill Clinton, Tony Blair oder Condoleezza Rice für eine Wirtschaftskonferenz ins Sauerland. Eine 4.000 m2 große und eigens errichtete Zeltstadt, 200 ehrenamtliche Helfer, jeweils 800 Gäste aus der Wirtschaft an zwei Tagen und rund 20 Studenten, die etwa ein Jahr lang Vorbereitungen für einen solchen Event treffen. In unterschiedlichen Abteilungen werden im Vorfeld alle notwendigen Planungs‐ und Umsetzungsschritte erledigt. Der Beitrag gibt nicht nur einen Überblick über die organisatorischen Abläufe der Veranstaltung, sondern erzählt auch aus Sicht der studentischen Projektleiterin über Herausforderungen der Planung.
Matthias Thelen, Malin Schlömer

8. Evaluation: Controlling realer Interaktion und Kommunikation in der digitalen Welt

Abstract
Dass Events wirken, ist wenig umstritten. In welcher Weise Events ökonomisch nachvollziehbar und messbar Nutzen stiften, darüber kann kontrovers diskutiert werden. Ein zweckmäßiges Event‐Controlling kann aus analytischer Perspektive von einem Methodentransfer profitieren. Im vorliegenden Beitrag wird die Anwendung der Prozesskostenrechnung zur systematischen sowie erfolgsorientierten Planung, Steuerung und Beurteilung von Events diskutiert.
Thomas Burgartz, Jens Müller

9. Evaluation: Economic and Social Effects of Mega Events

Abstract
This chapter deals with selected economic, social and complementary aspects of “the Races”, an established and recognized sporting event of an international sporting association. In conclusion, the Races must be defined as a significant and sustainable factor within the local economy as well as an image bearer for the host city and the region. The economic effects are considerable and should even increase if additional target groups, such as partners/ sponsors, team representatives and media representatives are taken into account. It is very fortunate that the social and complementary aspects were evaluated positively almost without exception. The organizational committee has obviously developed an event format comprising a mix of sports, show and party that delights spectators.
Uwe Eisermann, Jörg Kickenweitz, Elisabeth Kickenweitz

10. Eventevaluation: Event‐Controlling mit Facebook Fan‐Seiten

Eine quantitative Analyse anhand eines Praxisbeispiels
Abstract
Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Facebook Fan‐Seiten im Rahmen der Vermarktung öffentlicher Tanzveranstaltungen als Controllinginstrument sinnvoll eingesetzt werden können. Die von Facebook bereitgestellte Excel‐Export‐ Funktion für Fan‐Seiten kann hierbei für statistische Auswertungen zum Nutzerverhalten einen großen Mehrwert bieten. Die empirischen Untersuchungen anhand eines Fallbeispiels einer Eventagentur zur Bewerbung öffentlicher Events zeigen, dass mit zunehmender Kommunikation mit den Facebook‐Nutzern ein deutlicher Anstieg des Fanwachstums zu verzeichnen ist. Ferner kann empirisch gezeigt werden, dass die Facebook‐Einladungsfunktion für Veranstalter öffentlicher Events einen echten Wettbewerbsvorteil bieten kann. Die virtuellen Zusagen zu einem bei Facebook angelegten Event stehen in einem starken Zusammenhang zu den realen Besucherzahlen. Die Nutzung der Einladungsfunktion bietet daher eine geeignete Prognosemöglichkeit zur erwarteten Besucherzahl.
Lothar Winnen, Alexander Wrobel, Marcel Colley

Eventrecht und -sicherheit

Frontmatter

11. Haftungs‐ und Risikomanagement im Eventbereich

Eine haftungsrechtliche Analyse
Abstract
Der Beitrag beleuchtet aus rechtlicher Sicht das Haftungs‐ und Risikomanagement im Eventbereich. Als Veranstalter unterliegt man einer Vielzahl von Rechtspflichten, welche konkrete Anforderungen an die Organisation und den Ablauf der Veranstaltung stellen. Die Rechtsvorgaben folgen aus dem Zivilrecht, öffentlichen Recht und dem Strafrecht. Anhand aktueller Rechtsprechung werden die wichtigsten Leitlinien im Haftungsbereich erörtert.
Mandy Risch‐Kerst

12. Compliance im Eventbereich

Eine Darstellung der einschlägigen Rechtsvorschriften zur Korruptionsprävention bei Veranstaltungen zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft
Abstract
Der vorliegende Beitrag stellt den zu beachtenden Rechtsrahmen zur Korruptionsprävention bei Events zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft dar. Dieses Veranstaltungsformat wird in der Veranstaltungsbranche aktuell unter dem Themenkomplex Compliance diskutiert. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die einschlägigen beamten‐ und strafrechtlichen Vorschriften. Die Grenze zwischen zulässiger Kontaktpflege und strafbarem Anfüttern durch kostenlose Bewirtung und Eventleistungen wird ausführlich beleuchtet.
Andreas Kerst

13. Was muss die Agentur alles leisten?

Abstract
Mit der Planung und Durchführung einer Veranstaltung gehen viele Pflichten der Beteiligten einher. In diesem Beitrag werden die Aufgaben der Agentur beleuchtet, die vom Veranstalter für die Planung einer Veranstaltung beauftragt wird.
Thomas Waetke

14. Risikomanagement und Krisenkommunikation

Veranstalter und Eventplaner stehen vor neuen Herausforderungen
Abstract
Die Organisation von Veranstaltungen wird stetig komplexer und die Anforderungen an die Beteiligten bzw. die Erwartungshaltungen der Besucher steigen. Das bei flüchtiger Betrachtung relativ simple Produkt Event entpuppt sich bei näherem Hinsehen als hochindividuelles System mit teilweise gewaltigen logistischen Anforderungen und zahlreichen Schnittstellen zum Umfeld. Das gilt keineswegs nur für Mega‐Events oder die immer wieder genannten Großveranstaltungen im Freien, sondern kann auch in bescheidenerem Rahmen extreme Herausforderungen nach sich ziehen. Daher steigen auch die Anforderungen an Planer und Veranstalter, was nicht nur aus einem sich stetig verändernden Regelwerk begründet werden kann. Sondern Risiken sind real und ganzheitlich zu bewerten, einzudämmen und zu kontrollieren, denn Besuchersicherheit ist eine grundrechtlich gesicherte Freiheit. Etablierte Methoden der Risikoanalyse stoßen jedoch an ihre Grenzen, somit ist ein geändertes Vorgehen erforderlich. Doch nicht nur die planerischen Anforderungen wandeln sich, in Zeiten von Social Media und einer immer schnelleren Nachrichtenwelt verändern sich die Erwartungen an die Kommunikation. Auf diese Herausforderungen müssen sich die Verantwortlichen vorbereiten und ihre Organisation ertüchtigen.
Harald Scherer

15. Sicherheit auf öffentlichen Tanzveranstaltungen

Ergebnisse einer explorativen Studie zur Sicherheit auf kleinen bis mittleren Tanzveranstaltungen
Abstract
Das Loveparade‐Unglück hat in der Öffentlichkeit zu zahlreichen Diskussionen über die Sicherheit öffentlicher Großveranstaltungen geführt. Dabei wird aber oft vergessen, dass gerade kleinere und mittlere öffentliche Tanzveranstaltungen in ihrer Häufigkeit und Durchführung ein ebenso großes Risiko darstellen können. Die diesem Artikel zugrunde liegenden explorative Studie verfolgt daher das Ziel herauszuarbeiten, inwieweit Veranstalter kleinerer bis mittlerer öffentlicher Tanzveranstaltungen Vorgaben der Sonderbauverordnung NRW (Versammlungsstättenverordnung) einhalten. Hierzu wurden sieben Experten interviewt sowie 23 öffentliche Tanzveranstaltungen in Nordrhein‐Westfalen (NRW) zwischen 200 bis 3.000 Besuchern anonym evaluiert. Die Experteninterviews und quantitativen Ergebnisse zeigen, dass ein nicht wesentlicher Anteil der Events Sicherheitsmängel aufweist. Auf Basis der Prinzipal‐Agenten‐Theorie wird in diesem Kontext hergeleitet, dass vor allem Informationsdefizite in den Beziehungen Behörde‐Veranstalter sowie Besucher‐Veranstalter ein moralisch fragwürdiges Verhalten des Veranstalters erklären können. Als Lösungsansatz stellen die Autoren die Einführung eines Fachkenntnisnachweises für Veranstalter öffentlicher Events zur Diskussion.
Lothar Winnen, Alexander Wrobel, Jens Malkus, Hendrik Wiesner, Lisa Behrens

Trends und Perspektiven im Eventmanagement

Frontmatter

16. Eventisierung von ehemaligen Industriestandorten

Eine Mode oder langfristige Entwicklung unter den Einflüssen der Kampagne Kulturhauptstadt RUHR.2010
Abstract
In ganz Deutschland gibt es ehemalige Industriestandorte, die mit ihrem Charme, ihrer Geschichte und ihrer Einzigartigkeit Eventanbieter, Eventnachfrager und Dienstleister begeistern. Die ehemaligen Arbeitsstätten entwickeln sich – mit einigen technischen und infrastrukturellen Änderungen – zu Eventlocations. Die Eventisierung hat eingesetzt, wobei Eventbesucher und Eventagenturen die Attraktivität dieser Locations bestätigen. Industrielle Eventlocations scheinen nicht nur ein Hype oder eine Mode zu sein, sondern ein Trend.
Lena Geilenbrügge, Uwe Eisermann

17. Digitale Events – Erfolgsfaktoren & Potenziale

Abstract
Digitale Events stecken noch in den Kinderschuhen. Die Verfasser des Beitrags erkennen erste Ansätze, einen Aufbruch, aber keinen Umbruch. Reale Events haben die Kommunikationswelt schnell erobert, digitale Events benötigen aufgrund der erforderlichen technischen Voraussetzungen und der erforderlichen Auseinandersetzung der Eventanbieter, Eventnachfrager und Eventdienstleister mit den vielfältigen Optionen, die digitale Events bieten, mehr Zeit. Eventdienstleister sollten sich dennoch mit diesem neuen Eventformat befassen und erste Ideen entwickeln und umsetzen.
Daniel Brugger, Uwe Eisermann

18. Green Events

Konzeptionelles Selbstverständnis – strategische Ziele – anwendungs-orientierte Perspektiven
Abstract
In den letzten Jahren konnten sich im Eventmanagement – analog zu anderen Bereichen in der Freizeit‐ und Tourismusindustrie – verstärkt Nachhaltigkeitsaspekte durchsetzen. Gleichwohl steckt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der entsprechenden Thematik – zumindest im deutschsprachigen Raum – noch immer in den Anfängen. Vor diesem Hintergrund setzt sich der vorliegende Beitrag mit so genannten Green Events auseinander, die sich seit geraumer Zeit sowohl auf der Angebots‐ als auch auf der Nachfrageseite immer größerer Beliebtheit erfreuen. Zunächst erfolgt eine konzeptionelle Einführung in Green Events, die nach wie vor mit etlichen – vorwiegend negativ konnotierten – Klischees etikettiert werden. In diesem Kontext wird nicht nur ein vom Green Meeting Industry Council (GMIC) entwickelter Maßnahmenkatalog zur Umsetzung von Green Events vorgestellt, sondern es werden auch wichtige nachhaltige internationale Eventstandards aufgerollt, die Eventmanagern ein ungemein vielschichtiges Spektrum an nachhaltigen Eventmanagementsystemen, Eventkriterien sowie Best‐Practice‐Beispielen erschließen. Im Anschluss daran werden sowohl zentrale strategische Managementschritte zur Umsetzung von Green Events als auch ausgewählte Checklisten zur Umsetzung von Green Events präsentiert. Eine primär anwendungsorientiert ausgerichtete Überblicksdarstellung soll schließlich mit den wichtigsten Kernzielen und Nachhaltigkeitsindikatoren von Green Events vertraut machen. Die Vorstellung des Falls Festivals in Australien erschließt zu guter Letzt ein konkretes Fallbeispiel, das vielfach als Benchmark für nachhaltige Events gilt.
Dirk Reiser, Nicolai Scherle

19. Gruppenerlebnisse im Spannungsfeld virtueller und Live‐Kommunikation

Abstract
In zunehmendem Maße wird diskutiert, welche Wirkung Gruppenerlebnisse auf den einzelnen Teilnehmer haben und welche Rahmenbedingungen zu möglichst intensiven, positiven Erfahrungen führen. Fest steht, dass Gruppenerlebnisse durch die Beziehungen der Teilnehmer untereinander geprägt werden. In welcher Form sich Menschen zusammenfinden – live oder virtuell –, bestimmt die Art ihrer Beziehung. Anhand verschiedener Faktoren lassen sich starke von schwachen Bindungen bzw. Beziehungen unterscheiden; im Ergebnis unterstützt das Internet schwache soziale Bindungen, starke Bindungen brauchen physische Präsenz. Basierend auf der Netzwerktheorie von Granovetter beschreiben die Autorinnen, dass nicht nur die starke, sondern gerade die schwache Beziehung von großer Bedeutung ist. Der vorliegende Beitrag zeigt, dass die Stärken dieser schwachen Beziehungen für die Live‐Kommunikation gezielt genutzt werden können, da sie die Entstehung von Gruppenerlebnissen in allen Phasen einer Veranstaltung unterstützen und fördern.
Antje Wolf, Ulrike Jackson

20. Erweiterung des Dienstleistungs‐Portfolios in Veranstaltungszentren

Abstract
Veranstaltungshäuser sollen ihr eigenes Dienstleistungs‐Portfolio überdenken und ausbauen. Dabei geht es nicht immer nur darum, die dem Kunden verkauften Leistungen selbst zu erbringen, sondern durchaus Fremdleistungen in allen Veranstaltungsbereichen einzukaufen und gebündelt, dem one face to the customer‐Prinzip gehorchend, anzubieten. Dabei lassen sich die Leistungen externer Professionel Congress Organizers (PCO) ins eigene System einbinden, um an Schlagkraft im Markt zu gewinnen. Dass dies nicht immer mit nur neuen und externen Fachkräften geschehen kann und darf, liegt an den eigenen Mitarbeitern. Sie sind, sie können, sie müssen die entscheidenden Soft‐Skills werden. Gerade diese „mit auf die Reise zu nehmen“, ist das Gebot der Stunde. Im Rahmen eines Kompetenz‐Managements lassen sich die Kern‐ wie auch die weiteren Qualitäten der Mitarbeiter ausloten und in das neue System integrieren. Alle Mitarbeiter, die neuen, die alten und die „dazu gebuchten“ müssen neben strategischen Vorteilen wie Kreativität, Fremdsprachenkenntnissen, Branchenerfahrung und Budgetbewusstsein noch weitere „Schlüsseltugenden“ wie Organisationstalent, Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Problemlösungskompetenz, Leistungsbereitschaft und permanente Verfügbarkeit, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Zuverlässigkeit, Durchsetzungskraft, Konfliktbewältigungspotenzial, Selbstbewusstsein und Mobilität mitbringen.
Jörn Raith

21. Live‐Kommunikation im Kontext des Behavioral Brandings

Markenstärkende Interaktionserlebnisse zwischen Mitarbeitern und Kunden am Point of Interaction
Abstract
Unternehmen können das Verhalten ihrer Mitarbeiter mit Hilfe des Behavioral Brandings gezielt steuern, um sie zu aktiven Markenbotschaftern zu machen. In ihrem Beitrag machen die Autoren deutlich, dass die Instrumente der Live‐Kommunikation aufgrund der persönlichen, interaktiven und direkten Vermittlung von Inhalten und Botschaften besonders geeignet sind, diesen Branding‐Prozess zu gestalten. Im Rahmen des Mitarbeiter‐ Branding‐Prozesses werden Live‐Kommunikations‐Instrumente wie Markenschulungen und ‐workshops eingesetzt, um Markenwissen aufzubauen, das Commitment zur Marke zu stärken, markenorientierte Fähigkeiten zu entwickeln und damit das Brand Behavior der Mitarbeiter gezielt zu fördern. Um Kunden zu aktiven Markenbotschaftern zu machen, muss das markenkonforme Verhalten von Kundenseite am Point of Interaction, beispielsweise am Messestand, wahrgenommen und erlebt werden. Die Live‐Kommunikations‐Instrumente bilden in diesem Kontext die Plattform für die markenstärkenden Interaktionserlebnisse zwischen Mitarbeitern und Kunden.
Ulrike Jackson, Antje Wolf

22. Eventpsychologie

Psychologie bei Events nutzen
Abstract
Events jeglicher Art sind komplexe Systeme, in denen Menschen in diversen Rollen agieren. Wo Menschen agieren, ist auch die Psychologie nicht weit. Der vorliegende Beitrag bietet eine Einführung in die Eventpsychologie, indem er relevante Grundlagen der Psychologie auf das Eventmanagement überträgt und durch Beispiele veranschaulicht. Somit werden psychologisch fundierte Argumentationshilfen und Theorien für Eventmanagement‐Entscheidungen aufgezeigt. Der Beitrag zielt daher auf eine Professionalisierung des Eventmanagements ab, indem die beiden Themenfelder verzahnt werden. Der Beitrag liefert abschließend eine konkretisierende Definition der Eventpsychologie und schafft so eine fundierte theoretische Ausgangslage für zukünftige wissenschaftliche wie praktische Themenstellungen im Feld der Eventpsychologie.
Alexander Wrobel, Lothar Winnen
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