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Über dieses Buch

Der Band gibt einen Überblick über praxistheoretische Arbeiten im Bereich der Medienpädagogik. Anhand theoretischer und empirischer Beiträge wird das Feld praxistheoretischer Positionen vor dem Hintergrund medienpädagogischer Fragestellungen ausgeleuchtet. Die Beiträge nehmen Bezug auf aktuelle praxeologische Diskurse und Ansätze und stellen das Potenzial dieser Zugänge heraus. An verschiedenen Beispielen werden die vorgestellten praxistheoretischen Positionen hinsichtlich ihrer Möglichkeiten zur Erschließung von erziehungswissenschaftlich relevanten Phänomenen im Kontext der Digitalisierung veranschaulicht.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Praxistheorien in der Medienpädagogik – Einleitung

Zusammenfassung
Begriffe wie soziale Praxis, Praxeologie oder Theorie sozialer Praktiken lassen sich seit einigen Jahren zum festen Inventar sozial- und kulturwissenschaftlichen Denkens zählen und sind dabei, sich dementsprechend auch in der Medienpädagogik zu etablieren. Nachdem bereits vor rund 20 Jahren ein „Practice Turn“ (Schatzki et al. 2001) zeitgenössischer Theoriebildung ausgerufen wurde, hat sich das Feld der Praxistheorien beständig weiterentwickelt. Nicht zuletzt hat Schatzki (2002) mit seinen Arbeiten zu Beginn der Jahrtausendwende einen wesentlichen Grundstein für die jüngeren Praxistheorien gelegt.
Patrick Bettinger, Kai-Uwe Hugger

Digitalisierung und Digitalität im Kontext von medialem Habitus und Feld

Zusammenfassung
Mit dem Konzept des medialen Habitus wurde in der Vergangenheit eine individuelle Perspektive auf das Medienhandeln eingenommen. Der Beitrag greift dies auf und erweitert diese Betrachtung um die Feldtheorie und die Begrifflichkeiten Digitalisierung und Digitalität. Am Beispiel Digitaler Bildung in der Schule wird erläutert, in welchen Bereichen dieses komplexe Konstrukt Anwendung finden kann und worin die Vorteile liegen.
Ralf Biermann

Bildung als kollektive Selbst- und Welttransformation. Eine praxistheoretische Per-Version

Zusammenfassung
Der vorliegende Text besteht in einer theoretischen Befragung praxeologischer Theoriebausteine mit einem Fokus auf Pierre Bourdieus Werk. Zum einen wird gefragt, wie eine Deutung von Bildung als Habitustransformation im bildungstheoretischen Diskurs um eine dezidiert politische Perspektive ergänzt werden könnte, welche die Bildungsprozesse Einzelner in enger Verschränkung mit der Transformation von Feldern und des sozialen Raums selbst in den Blick nimmt. Zum anderen verschiebt sich mit dem Einbezug politischer Praktiken das Interesse von Transformationsprozessen Einzelner hin zu kollektivem Geschehen. Diese in Bezug auf Bourdieu und Praxistheorien zumindest zum Teil verkehrenden (‚per-versen‘) Überlegungen bearbeiten demnach den Zusammenhang von Bildung und kollektiver politischer Praxis mit dem Ziel, Welt zu verändern. Der Beitrag plädiert für die Inklusion einer politischen, gesamtgesellschaftlichen Perspektive in praxistheoretisch orientierten, empirischen und theoretischen Praktiken und tritt damit gegen Positionen an, die einer politischen Neutralisierung von Praxistheorien zuarbeiten.
Valentin Dander

Praxistheoretisch informierte partizipative Mediendidaktik – Erörterung am Beispiel von Open Educational Practice(s) im Sinne eines ‚Doing-mediatizied-participatory-learning‘

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag erörtert, in welcher Weise soziales Handeln unter den Bedingungen von Digitalisierung und Digitalität, hier spezifiziert auf mediatisiertes Lehr- und Lernhandeln, als Praktiken im Sinne einer praxeologischen Perspektive aufgefasst und durch eine (partizipative) mediendidaktische Brille interpretiert werden können. Dafür werden praxistheoretische bzw. praxeologische Begriffe und Grundlagen ausgeführt und aus mediendidaktischer Perspektive betrachtet. Fazit ist hierbei, dass über diese Perspektive eine theoretische Anbindung der partizipativen Mediendidaktik an soziologische Überlegungen möglich ist.
Kerstin Mayrberger

Code As You Are? – Über kreative Praktiken des Codings und deren Bedeutung für Subjektivierungsprozesse

Zusammenfassung
Code und Software strukturieren, transformieren und limitieren die lebensweltlichen Räume, soziale Beziehungen, Kunst und Kultur. Dabei sind es zumeist menschliche Akteure, die Software Code entwickeln und die Umgebungen zur Entwicklung von Software erst bereitstellen, verändern und damit erst jene Handlungsspielräume eröffnen.
Im Beitrag wird der Fokus auf kreativ-ästhetische Praktiken rund um Creative Coding und die daran anschließenden (sub-)kulturellen Bedeutungsebenen gelegt, um so auf den Eigensinn, die Widerstandsfähigkeit und das Kreative innerhalb der relationalen Beziehungen von Code und Subjekt hinzudeuten.
Dan Verständig

Zur Materialität medialer Praktiken

Zusammenfassung
Praxistheoretische Herangehensweisen stellen die impliziten Bildungsprozesse der Medienkultur heraus. Diese zeigen sich im alltäglichen ‚Tun‘, der Materialität und Performativität der Medienpraktiken. Der Beitrag fokussiert auf die Frage nach der Materialität medialer Praktiken. Er diskutiert verschiedene Positionen in der Diskussion um Medienpraktiken, zum einen als menschlicher Gebrauch von Medien und zum anderen in der Herausstellung der materiellen Relationalität von Medien und Praktiken.
Matthias Wieser

Körperpraxis und Körpererfahrung – praxistheoretische und pragmatistische Perspektiven auf Medienbildung und Körperwissen

Zusammenfassung
Mit unserem Beitrag verfolgen wir eine zweifache Zielsetzung. Zum einen soll anhand exemplarischer Phänomene der Digitalisierung die Relevanz inkorporierter medialer Praktiken für die Medienbildung aufgezeigt werden, zum anderen wollen wir den damit einhergehenden praxistheoretischen Implikationen eine pragmatistische Perspektive im Anschluss an John Dewey an die Seite stellen.
Lucia Sehnbruch, Rüdiger Wild

Medien und Sozialisationsforschung – ein praxeologischer Ansatz. Langzeitstudie zur Rolle von Medien bei sozial benachteiligten Heranwachsenden

Zusammenfassung
Ausgehend von einer evidenzbasierten praxeologisch ausgerichteten Perspektive, wie Menschen – auch mit Hilfe von Medien – ihrem Leben Sinn verleihen, diskutiert der Beitrag am Beispiel einer Langzeitstudie zur Mediensozialisation sozial benachteiligter Heranwachsender die Rolle lebensweltlicher Bedingungen und die Bedeutung ihrer darin eingelagerten Praktiken des alltäglichen Mediengebrauchs. Eine solche Perspektive kann als Ausgangspunkt konkreter Praxiskonzepte zur Förderung und Unterstützung von Mediennutzern und Mediennutzerinnen beim Aufbau von Medienkompetenz dienen.
Ingrid Paus-Hasebrink

Doing Culture in Online-Rollenspielen – eine praxistheoretische Perspektive auf Umgehen mit Misserfolg in Gruppen als Teil der Gaming Culture

Zusammenfassung
Schon seit mehr als zehn Jahren sind digitale Spiele in Deutschland als Kulturgut anerkannt und Computerspielen wird im Kontext des medienpädagogischen Diskurses – wenn auch eher vereinzelt – als spezifisch situierte medial-kulturelle Praktik thematisiert, die als „eine kulturell geprägte, aktive und soziale Auseinandersetzung mit dem Spiel als Artefakt, Regelwerk und Geschichte“ zu denken ist. Immer offensichtlicher wird, dass Spielen durchaus nicht alleine Spielen ist und die Auseinandersetzung mit dem Artefakt Computerspiel einen gemeinschaftlichen, einen sozialen und einen kulturellen Aspekt impliziert. So verweisen Begriffe wie ‚Gaming Culture‘ oder auch ‚Videospielkultur‘ darauf, dass sich in und um digitale Spiele Kulturformationen herausbilden, die von Spieler*innen hervorgebracht, gelebt, reproduziert und transformiert werden.
Kerstin Raudonat, Nicola Marsden

Das Smartphone in der berufsvorbereitenden Bildung junger Erwachsener – Empirische Erkundungen aus praxistheoretischer Perspektive

Zusammenfassung
Der Beitrag fokussiert die berufsvorbereitende Bildung von jungen Erwachsenen. Er stellt die Frage, wie im Zusammenhang mit Smartphones pädagogische Ordnungen konstruiert werden und greift hierfür auf Überlegungen der Akteur-Netzwerk-Theorie und der Pädagogik der Dinge zurück. Für die Beantwortung der Fragestellung nutzt der Text videografisches Datenmaterial aus der Berufsvorbereitungspraxis und stellt zwei mit der Objektiven Hermeneutik analysierte Fälle dar, die ein konträres Bild zur Bedeutung des Smartphones für pädagogische Ordnungsbildung zwischen lernförderlichem Nutzen und Ablenkung zeichnen.
Lukas Dehmel, Sebastian Zick

Backmatter

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