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18.04.2018 | Private Equity | Infografik | Onlineartikel

Private Equity in Deutschland boomt

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Unternehmen günstig kaufen und mit Gewinn verkaufen. Das ist das Konzept von Private Equity-Gesellschaften. Sie sind in Deutschland nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Wie die Hans Böckler Stiftung in ihrem Private Equity-Monitor berichtet, haben Finanzinvestoren im Jahr 2016 insgesamt 212 Unternehmen übernommen. Das ist ein moderater Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit das höchste Volumen seit dem Rekordjahr 2007 – unmittelbar vor der Finanz- und Wirtschaftskrise. Das finanzielle Volumen dieser Transaktionen lag bei einer Spannweite von 18,9 Milliarden Euro bis 22,9 Milliarden Euro. Die Zahl der von den Unternehmenskäufen betroffenen Beschäftigten lag mit 106.000 auf dem Niveau von 2015. Die Anzahl der Unternehmen, die von Finanzinvestoren weiterverkauft wurden, stieg um mehr als ein Drittel auf 101. 

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2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

§ 68 Private Equity-Fonds

Unter Private Equity-Fonds versteht man Geldsammelstellen, die das eingesammelte Kapital in Beteiligungen an Unternehmen investieren. Die Unternehmen, in die investiert wird – die sogenannten „Zielunternehmen“ – sind in aller Regel (noch) nicht …


Viele Übernahmen laufen offshore

Die 99 in Deutschland aktiven Fonds wickelten knapp zwei Drittel ihrer Übernahmen über so genannte Steueroasen wie Guernsey und Jersey, die Cayman-Inseln oder den US-Bundesstaat Delaware ab, berichtet Dr. Christoph Scheuplein vom Institut Arbeit und Technik (IAT) in der Studie, die er für die Hans Böckler-Stiftung erstellte. Nur 17 Prozent der Fonds hatten ihren rechtlichen Sitz in Deutschland. Das lege nahe, dass "Möglichkeiten der Steueroptimierung und die geringe Transparenz dieser Finanzplätze ein wesentliches Kriterium für die Standortwahl der Fonds darstellen", so Scheuplein.

"Die Unternehmen, in die investiert wird, die sogenannten Zielunternehmen, sind in aller Regel (noch) nicht börsennotiert. Die Beteiligung des Private Equity-Fonds kann unmittelbar erfolgen, also im Wege einer direkten Investition des Fonds in dieses Zielunternehmen", schreibt Springer-Autor Wolfgang Schirp im Buchkapitel "Private Equity-Fonds" in "Deutsches und europäisches Bank- und Kapitalmarktrecht" (Seite 1070). Weit häufiger erfolge die Beteiligung deutscher Private Equity-Fonds aber nur mittelbar, also in der Weise, dass der deutsche Fonds sein Geld an einen oder mehrere Zielfonds weiterleitet, die ihrerseits die Zielunternehmen auswählen und das eigentliche Zielinvestment vornehmen. "Häufig handelt es sich hierbei um US-amerikanische Zielfonds, die ihrerseits weltweit das Private Equity-Geschäft dominieren und sich Investitionsobjekte suchen."

Institutionelle wie private Anleger investieren

Dabei organisieren Private Equity-Gesellschaften den Kauf überwiegend durch Fonds, in denen Institutionelle Investoren und vermögende Privatpersonen Geld anlegen, heißt es in der Studie. Danach übernehmen sie im Namen dieser Fonds meist die unternehmerische Leitung des gekauften Unternehmens. Da die Fonds häufig auf eine Laufzeit von zehn Jahren angelegt sind, bleiben die Engagements der Fonds eher kurzfristig. Verkauften Finanzinvestoren 2016 ein Unternehmen aus Deutschland, geschah das im Durchschnitt sechs Jahre und zwei Monate, nachdem sie dort eingestiegen waren, heißt es im Private Equity-Monitor. Und in diesem überschaubaren Zeitraum soll eine hohe Rendite erwirtschaftet werden.

Unter Gesellschaften, die 2016 in Deutschland Unternehmen kauften, waren bekannte Namen wie KKR und Blackstone aus den USA oder Permira aus Großbritannien. Die meisten Übernahmen tätigten nach Scheupleins Auswertung aber die französische Ardian mit acht Transaktionen sowie zwei deutsche Private Equity-Firmen: Auctus Capital Partners mit sieben und die Deutsche Beteiligungs-AG mit sechs Übernahmen.                         

Industrie- und IT-Unternehmen standen im Fokus

Ein großer Teil der Käufe fand im Bereich der traditionellen Industrie statt, zu der Chemie/Kunststoff, Elektrotechnik, Fahrzeug- sowie Maschinen- und Anlagenbau gehören. Ebenfalls gefragt waren Unternehmen aus dem Software-, IT- und Internetsegment. Viele Finanzinvestoren hätten allerdings keine spezifischen Branchenkenntnisse und setzten auf standardisierte Strategien wie den Verkauf von Vermögenswerten oder Geschäftsbereichen, Outsourcing, Arbeitsplatzabbau, Kostensenkung und Verlagerung ins Ausland, so Finanzexperte Scheuplein.

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