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27.02.2018 | Private Equity | Im Fokus | Onlineartikel

Buy-outs im Mittelstand auf Rekordhoch

Autor:
Johanna Leitherer

Früher waren sie als "Heuschrecken" verschrien, heute gelten Private-Equity-Investoren auch unter Familienunternehmern als probate Helfer, um die Nachfolge zu regeln. Vor allem die Zahl der Management-Buy-Outs steigt.

Eigentümer kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) haben oftmals Schwierigkeiten, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Auch in Familienunternehmen droht der Inhaberposten unbesetzt zu bleiben, wenn keiner der Verwandten in die Fußstapfen des Alteigentümers treten möchte. Um das Lebenswerk nicht an einen beliebigen Käufer zu übergeben, setzen Gesellschafter zunehmend auf Private Equity (PE) gestützte Buy-Outs, die von nahestehenden Personengruppen getätigt werden. Besonders häufig sind es die eigenen Manager, die im Zuge eines Management-Buy-Out (MBO) Unternehmensanteile vom Alteigentümer erwerben. 

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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Die Finanzierung des Unternehmenskaufs

Das Kapitel zeigt die grundlegenden Begrifflichkeiten einer Akquisitionsfinanzierung sowie Maßstäbe auf, die zum Gelingen einer ökonomisch effizienten Finanzierung in den Blick genommen werden sollten. Die Parameter werden dabei zivilrechtlich erfasst und in den größeren Kontext des Unternehmenskaufs gerückt.


Das Transaktionsvolumen solcher Unternehmensübernahmen hat 2017 ein Rekordniveau im Mittelstand erreicht, konstatiert die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) in einer aktuellen Auswertung. Demnach belief sich der Wert der von Private-Equity-Gesellschaften finanzierten MBO im deutschen Mittelstand auf rund 4,4 Milliarden Euro. Grund für jedes dritte Buy-Out war dabei eine Nachfolgelösung. Nach erfolgreicher Geschäftsübernahme steigerte sich der Unternehmenswert anschließend um durchschnittlich 20 Prozent. "Aufgrund der guten Rahmenbedingungen erwarten wir auch 2018 eine hohe Marktaktivität", sagt DBAG-Vorstandssprecher Torsten Grede.

Insider-Wissen vereinfacht den Prozess

Viele inhabergeführte kleine und mittlere Familienunternehmen haben mittlerweile nicht nur ihr Wissen über Private Equity-Beteiligungen erweitert, sondern auch den Nutzen für das eigene Geschäft entdeckt. Vor allem gegenüber Management-Buy-Outs zeigen sich Gesellschafter zunehmend aufgeschlossen, da ihnen die Käufer gut bekannt sind. Das eigene Management verfügt über das notwendige Know-how, was es dazu befähigt, das Unternehmen nach traditionellem Vorbild weiterzuführen. Die Kunden- und Lieferantenbasis ist den Managern ebenfalls bekannt. Das ermöglicht ein reibungsloses Geschäft auch in der Übergangsphase, bis ein Nachfolger in der Geschäftsführung gefunden ist.

Die Vorteile:  Lange Vertragsverhandlungen entfallen und auch die kaufvorbereitende Zielanalyse ("Due Diligence", DD) beschränkt sich auf das Wesentliche. Da die Manager das Unternehmen aufgrund ihrer Führungsposition bereits vor der Geschäftsübernahme repräsentiert haben, empfinden interne und externe Anspruchsgruppen den MBO meist nicht als harten Schnitt. Damit ist ein hohes Maß an Kontinuität gegenüber den Kunden und der Belegschaft gewährleistet. "Wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Management Buy-Out ist die Schaffung einer Win-Win-Situation für die Stakeholder: das neue Managementteam, die Kapitalgeber, die Alteigentümer und, wenn möglich, auch für die Mitarbeiter", fassen Dr. Christian Schawel und Dr. Fabian Billing im Buchkapitel "Management Buyouts/-ins" zusammen (Seite 200).

PEG tendieren zu Private-Debt-Fonds

Trotzdem ist der Weg zum erfolgreichen Management-Buy-Out mitunter steinig. Denn obwohl die Manager über beste Wissensgrundlagen verfügen, müssen sie ihre persönliche Eignung als Unternehmer erst noch unter Beweis stellen. Auch die Finanzierung ist wegen des meist stark begrenzten Eigenkapitals am Anfang oft noch ungewiss. "Häufig fehlt dem Management zu Beginn der Transaktion eine klare Vorstellung über die Finanzierung der Transaktion einschließlich der aufzubringenden Eigenmittel, was zu Verzögerungen führen kann", schreiben die Springer-Autoren Andy Junker und Jürgen Griebsch in einem Buchkapitel zu den wesentlichen Optimierungspotenzialen bei der Unternehmensnachfolge (Seite 249). 

Neben dem Gang zur Bank sind Private-Equity-Gesellschaften mittlerweile zur zentralen Anlaufstelle für kaufinteressierte Manager geworden. PEG entfernen sich mehr und mehr von der klassischen Bankfinanzierung und greifen stattdessen verstärkt zu Private-Debt-Fonds, die von institutionellen Investoren bereitgestellt werden. Knapp ein Drittel aller Transaktionen wurden 2017 bereits unter Beteiligung eines Kreditfonds finanziert, meldet die DBAG. Dieser Wandel im Bereich der Beteiligungsfinanzierungen befeuert den Wettbewerb zwischen Private-Equity-Fonds und Kreditinstituten. In Folge dessen sind die Gebühren und Zinsmargen für Buy-out-Finanzierungen bereits zurückgegangen. Auch in Zukunft rechnen Investmentmanager damit, dass sich die Konditionen abermals verbessern, was den deutschen Buy-out-Markt weiter vorantreiben dürfte.

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