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30.03.2020 | Privatkunden | Im Fokus | Onlineartikel

Old-School-Finanzbetrug kehrt zurück

Autor:
Simon Viney
2:30 Min. Lesedauer

Das Bankwesen hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert. Das gilt auch für die Betrugsmethoden. Schaut die Branche vor allem auf digitale Einfallstore, erlebt der klassische Finanzbetrug eine Renaissance, sagt Gastautor Simon Viney.

Banking-Apps und das kontaktlose Bezahlen mit Karte oder Smartphone die Art und Weise verändert, wie und wo wir Bankgeschäfte tätigen. Aber auch Kriminelle haben mit der Digitalisierung Schritt gehalten. Die Finanzbranche muss schnell und klug handeln, um denjenigen, die versuchen, ihre Branche zu unterminieren, einen Schritt voraus zu sein. Das verstärkte Augenmerk auf die digitale Sicherheit könnte jedoch auch ein Wiederaufleben der Betrugsmaschen der alten Schule fördern.

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Wirtschaftskriminalität

Was versteht man unter Wirtschaftskriminalität und welche Deliktstrukturen verbergen sich dahinter? Diesen Fragen wird nachfolgend nachgegangen und ihre Tatstrukturen anhand von kurzen Beispielen erläutert.

Ponzi-System, Scheckfälschung und CEO-Betrug

Die Kriminellen wissen, dass die heute gängigen Betrugsmethoden bekannt sind und verlassen sich darauf, dass die eher altmodischen Methoden vernachlässigt werden. So könnten clevere Täter die als Ponzi-System bekannt gewordene Betrugsmasche wiederbeleben. Die nach Charles Ponzi benannte Betrugsmasche hat durch die Hilfe des Online-Marketings und der guten Vernetzung von Internet-Nutzern ein Update erhalten. So gibt es zum Beispiel im Bereich der Kryptowährungen nach dem Ponzi-Prinzipg funktionierende Systeme. Dabei werden Kunden meist durch hohe Renditen angelockt.

Gerade in den USA, wo Schecks noch regelmäßig zum Einsatz kommen, liegt der klassische Scheckbetrug nach wie vor im Trend. Mit dem Aufkommen hochwertiger Drucker ist es viel einfacher, Schecks selbst zu erstellen oder Kassenbons zu kopieren. In Großbritannien, wo Kunden die Möglichkeit haben, ihre Schecks online an ihre Bank zu senden, nutzen Kriminellen die Chance, einen legitimen Scheck zu kopieren und dann die Angaben zum Zahlungsempfänger oder zum Zahlungsbetrag zu ändern.

Außerdem gibt es vermehrt gefälschte Stellenanzeigen, die Bewerber dazu verleiten, im Voraus für Arbeitsmittel zu bezahlen oder als Vermittler für illegale Geldtransfers zu agieren. Und auch auf die als CEO-Betrug bekannt gewordene Masche, bei der mit Hilfe gefälschter E-Mails Geld auf Konten des Betrügers überwiesen wird, fallen immer wieder Bankkunden herein. Während große CEO-Betrugsfälle für Schlagzeilen sorgen, finden Fälle mit kleineren Summen häufig aber keine mediale Aufmerksamkeit.

Vor allem junge Bankkunden betroffen

Vor allem junge Menschen, die mit den verschiedenen Spielarten des Online-Betrugs vertraut sind, können auf die altmodischen Methoden hereinfallen. Zwar sind die Digital Natives zwar sehr versiert, wenn es um gefälschte E-Mails oder Online-Kriminelle geht, aber einen gefälschten Scheck ziehen oft nicht in Erwägung.

Eine genaue Kenntnis ihrer Kunden ist für die Banken entscheidend bei der Bekämpfung dieses Problems. Es geht vor allem darum, bestimmte Kundengruppen und ihre Zahlungen, die auf Basis des bisherigen Zahlungsverhaltens als ungewöhnlich gelten, genau zu beobachten. Um ihren Kunden wirksam zu helfen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So hat die Bank of Montreal vor kurzem beispielsweise eine eigene Einheit für Finanzkriminalität gegründet.

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