Skip to main content
main-content

20.03.2017 | Privatkunden | Nachricht | Onlineartikel

Sparkassen verlangen Negativzinsen von vermögenden Kunden

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Zinsspirale dreht sich weiter nach unten. Das historisch niedrige Niveau in Europa trifft jetzt auch die gut betuchten Sparer.

Die Sparkasse Köln-Bonn verlangt von Teilen ihrer Kunden künftig ein Verwahrentgelt. Das Institut gleicht damit die Zinsbelastung in Höhe des Negativzinssatzes aus, den es für geparkte Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zahlen muss. Die Entscheidung betrifft laut einer Mitteilung zum Jahresbericht vor allem institutionelle Kunden, die Einlagen im Millionenbereich bei dem Geldinstitut halten. Für "den überwiegenden Teil der Kundschaft "gelte die neue Regelung jedoch nicht, sagte Artur Grzesiek, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Köln-Bonn, anlässlich der Vorstellung der Geschäftszahlen 2016. "Wir wollen auch weiterhin alles daran setzen, Negativzinsen beziehungsweise Verwahrentgelte von der großen Mehrheit unserer Kunden fernzuhalten". Man könne jedoch nicht unabhängig von der Marktsituation handeln und erhebe derzeit ein Verwahrentgelt für einige größere Einlagen im Millionenbereich. Zudem seien die Niedrigzinsen auch für die Sparkasse "eine Herausforderung ersten Ranges", sagte der Sparkassenchef. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge sollen auch gewerbliche Kunden und vermögende Private ab einem bestimmten Millionenvermögen von den Minuszinsen betroffen sein.

Große Kassen ziehen mit

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), hatte erst kürzlich betont, dass die Sparkassen keine Negativzinsen für Sparer einführen wollen. "Wir stemmen uns mit ganzer Kraft dagegen – auch zu Lasten der eigenen Ertragslage", versprach er Anfang März. Nun erwägen die Hamburger Sparkasse (Haspa) und die Stadtsparkasse München (SSKM) laut Medienberichten, Negativzinsen für Privatkunden beziehungsweise vermögende Sparer einzuführen. 

Nachdem einige Volks- und Raiffeisenbanken bei den Negativzinsen für unterschiedliche Einlagenhöhen ihrer Kunden nachgezogen haben, führte vor Kurzem auch der Online-Broker Flatex als erste Webtrading-Plattform Negativzinsen in Höhe von 0,4 Prozent auf die Guthaben seiner Kunden ein.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

08.03.2017 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

Sparkassen bereiten sich auf Zinswende vor

13.03.2017 | Privatkunden | Infografik | Onlineartikel

Negativzinsen belasten jetzt auch Kleinsparer

Premium Partner

EIZOmicrom

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Zur B2B-Firmensuche

Whitepaper

- ANZEIGE -

Was Bulle und Bär 2017 vorhaben

Die Anlage Praxis informiert über die wichtigsten Entwicklungen an den internationalen Börsen. Aktuell steht Italien aufgrund hoher Staatsschulden und einem bröckelnden Bankensektor eine unsichere Zeit bevor. Der gesamten Finanzbranche stehen 2017 grundlegende Veränderungen bevor. Mit welchen Folgen Anlageberater und Vermittler rechnen müssen, erfahren Sie hier:
Jetzt gratis downloaden!