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Privatinsolvenzen schnellten 2021 in die Höhe

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Bei den Privatinsolvenzen markiert das Jahr 2021 eine Trendwende: Nach einer Dekade stetig sinkender Zahlen gab es mit rund 109.000 Fällen knapp doppelt so viele Pleiten als 2020, zeigt das "Schuldenbarometer 2021". Besonders betroffen sind Männer und ältere Menschen.

Der Informationsdienst Crif rechnet auch 2022 mit steigenden Insolvenzzahlen unter Verbrauchern.


Um rund 94 Prozent ist die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland im vergangenen Jahr 2021 geklettert. Nach 56.324 im Jahr 2020 zählte das "Schuldenbarometer 2021" des Informationsdienstleisters Crif von Januar bis Dezember des vergangenen Jahres 109.031 Fälle. Den bisherigen Rekord gibt der Report mit 139.110 Privatinsolvenzen im Jahr 2010 an.

"Der starke Anstieg an Privatinsolvenzen im letzten Jahr ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass viele Privatpersonen entsprechende Anträge auf eine Insolvenz im Jahr 2020 zurückgehalten haben. Die Betroffenen wollten von einer Gesetzesreform profitieren und die angekündigte Reduzierung der Laufzeit des Verfahrens von sechs auf drei Jahre nutzen und stellten den Antrag folglich erst im Jahr 2021", erklärt Crif Deutschland Geschäftsführer Frank Schlein. 

Auch 2022 ist mit steigenden Privat-Pleiten zu rechnen

Der Report geht auch für das laufende Jahr von steigenden Insolvenzzahlen unter Verbrauchern aus. "Die finanziellen Reserven vieler Betroffener sind aufgebraucht. Dazu kommen die stetig steigenden Miet- und Energiepreise. In diesem Jahr sind erneut bis zu 110.000 Fälle möglich", betont Schlein. Dabei müsse eine Person, die eine Privatinsolvenz anmeldet, nicht zwingend hoch verschuldet sein. Bei einem Großteil der Menschen liege die Summe aller Schulden unter 10.000 Euro. Die mittlere Schuldenhöhe hat sich derzeit bei knapp unter 19.000 Euro eingependelt.

Diese Entwicklungen bei der privaten Zahlungsunfähigkeit treten allerdings in unterschiedlicher Ausprägung auf. So sind die nördlichen Bundesländer stärker betroffen als der Süden Deutschlands. Auf 100.000 Einwohner heruntergerechnet führt Bremen die Statistik mit 247 Privatinsolvenzen an. Es folgen Niedersachsen mit 180 und Hamburg mit 172 Fällen. Die wenigsten Pleiten im vergangenen Jahr verzeichneten Bayern (86), Baden-Württemberg (99) und Thüringen (109). 

Nicht alle Regionen Deutschlands sind gleich stark von steigenden Insolvenzzahlen unter Verbrauchern betroffen.


In insgesamt sieben Bundesländern stellte die Analyse mindestens eine Verdopplung der Insolvenzzahlen fest: Hierzu zählen Hamburg mit einem Plus von 135 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern, wo die Privatinsolvenzen um 132,2 Prozent geklettert sind. Deutliche Anstiege gab es auch in Berlin (122,8 Prozent), Bremen (118 Prozent), Nordrhein-Westfalen (104,6 Prozent), im Saarland (103,9 Prozent) und Thüringen (101,4 Prozent). Den geringsten Anstieg verzeichnete 2021 Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 39 Prozent.

Mehr Männer und ältere Menschen melden Insolvenz an

Bei den Geschlechtern waren Männer 2021 mit insgesamt 160 Fällen auf 100.000 männliche Verbraucher deutlich häufiger betroffen als Frauen, die auf eine Fallzahl von 103 kommen. Auch bei den Altersgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede: Die größten Zuwächse gab es bei Verbrauchern im Alter von 61 Jahren und darüber mit einem Anstieg von 103,3 Prozent. Es folgen die Gruppen der 31-bis 40-Jährigen mit einem Plus von 96,7 Prozent und der Menschen zwischen 51 und 60 Jahren, bei denen immerhin 92,5 Prozent mehr  Privatinsolvenzen gezählt wurden.

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