Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Kapitel dieses Buchs durch Wischen aufrufen

2002 | OriginalPaper | Buchkapitel

Probleme und Differenzierungen von Prognosen

verfasst von: Prof. Dr. Manfred Amelang, Prof. Dr. Werner Zielinski

Erschienen in: Psychologische Diagnostik und Intervention

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

share
TEILEN

Bestimmte Situationen engen den Verhaltensspielraum in einem Maße ein, dass interindividuelle Unterschiede nahezu verschwinden. Damit aber droht der Ansatz sinnfrei zu werden, auf der Basis von Eigenschaftsmaßen Vorhersagen und Varianzaufklärung vornehmen zu wollen. So stellt z.B. Rotlicht bei Verkehrsampeln für alle Kraftfahrer einen „starken“ Stimulus mit hohem Uniformitätsdruck dar. Ähnlich verhält es sich mit dem Erscheinen des Pfarrers in der Kirche oder dem Heben des Taktstocks durch den Dirigenten, was i.allg. alle Unterhaltungen binnen kurzem verstummen lässt. Diese Erwartung konformer Verhaltensweisen kann auch zum Konzept von prototypischen Situationen gewendet bzw. verallgemeinert werden (s. Schufte et al., 1985), die ganz spezifische Verhaltensmuster nahelegen bzw. mit unterschiedlich starkem Nachdruck verlangen (Abb. 7.1a-c). Wenn dabei allerdings der situative Druck soweit geht, traitgeleitete Unterschiede in Handlungstendenzen obsolet zu machen (Stagner, 1977), schwindet die individuelle Variabilität und damit die Aussicht, diese durch Testmaße aufklären zu können. Vielmehr verlangt der eigenschaftstheoretische Ansatz außerhalb des Leistungsbereiches zwingend solche Situationen, die eher schwach oder uneindeutig strukturiert sind und für verschiedene Individuen eine unterschiedliche Bedeutung aufweisen. Diese Forderung gilt gleichermaßen für die Erhebung von Prädiktor- wie von Kriteriumsmaßen.

Metadaten
Titel
Probleme und Differenzierungen von Prognosen
verfasst von
Prof. Dr. Manfred Amelang
Prof. Dr. Werner Zielinski
Copyright-Jahr
2002
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-09578-2_7

Premium Partner