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11.09.2018 | Produktentwicklung | Im Fokus | Onlineartikel

Agilität und Lean stimmen zufrieden

Autor:
Johanna Leitherer

Disruptive Zeiten zwingen die deutsche, oftmals konservative Industrie zum Umdenken. Moderne Arbeitsmethoden wie Agile und Lean finden ihren Weg deshalb immer häufiger auch in Non-IT-Unternehmen, etwa in Prozessen der Produktentwicklung.

Vor allem die Produktentwicklung in der deutschen Automobil-, Elektro- und Fertigungsindustrie kann mit innovativen First-Movern wie China und den USA kaum noch Schritt halten. Vielmehr gilt sie mittlerweile als langsam, wenig kreativ und träge. Disruptive Kräfte, etwa durch die fortschreitende Digitalisierung, bedeuten für viele Betriebe hierzulande einen einschneidenden Umbruch. Dabei kristallisiert sich immer mehr heraus, dass nur Unternehmen, die lösungsorientiert handeln und vor tiefgreifender Prozessoptimierung nicht zurückschrecken, im Wettbewerb bestehen. Denn: Rückschrittliche Arbeitsmethoden und Wertschöpfung können langfristig keine Leistungen hervorbringen, die zunehmend anspruchsvolle Kunden zufrieden stellen.

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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Modelle der Produktentwicklung

Mögliche Gründe für die Entwicklung neuer Produkte sind veränderte Erwartungen der Kunden, eine Veränderung der externen Rahmenbedingungen oder unternehmensinterne Veränderungen. Produktentwicklung umfasst alle Maßnahmen eines Unternehmens, um mit Hilfe der Entwicklung neuer Produkte bzw. der Weiterentwicklung bestehender Produkte am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.


Unternehmen sind also vor allem im Marketing branchenübergreifend zunehmend gefragt, aktuelle Kundenbedürfnisse über permanente Marktanalysen zu ermitteln und dazu passende Angebote auszuarbeiten. Agile Methoden, die flexibles Reagieren auf sich rasch verändernde Entwicklungen ermöglichen, haben sich im Zuge dessen zum neuen Buzzword unter Managern und Entscheidern entwickelt. Um fortlaufend Anpassungen vornehmen zu können, ist ein Vorgehensmodell wie Scrum und Kanban, das auf agiler Softwareentwicklung basiert, für das Projekt- und Produktmanagement unverzichtbar. 

Agil als Mindset

"Heute sind die agilen Methoden aber nicht mehr nur in der Softwareentwicklung zu Hause, sondern werden in allen Bereichen angewandt", erklärt Springer-Autorin Ursula Kusay-Merkle im Buchkapitel "Das agile Wertesystem und Mindset" (Seite 53). Agilität hat sich deshalb zu einer grundsätzlichen Art des Denkens und Arbeitens entwickelt. Die Basis bildet eine kontinuierliche Feedback-Schleife aller internen und externen Stakeholder. 

In Non-IT-Unternehmen prägen agile Prozesse besonders die Phasen der Produktidee und der Produktentwicklung, wie eine Studie der Hochschule Koblenz unter der Leitung von Professor Dr. Ayelt Komus vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften belegt. 64 Prozent der befragten Unternehmen sind von der positiven Wirkung agiler Methoden überzeugt und halten sich für erfolgreicher als ihre Branchenkollegen, die klassische Produktentwicklung betreiben.

Lean setzt effiziente Standards

Laut der Studie sind Unternehmen dann am zufriedensten, wenn sie beispielsweise während des Produktentwicklungsprozess agile Methoden anwenden, anstatt sich klassischer Herangehensweisen zu bedienen. An zweiter Stelle der beliebtesten Methoden steht der Lean-Ansatz. Damit lässt sich vor allem die Produktion gewinnbringend optimieren, indem sie

  • vom realen Kundenbedarf abhängig in Gang gesetzt wird und
  • ressourceneffizient und 
  • möglichst verschwendungsfrei ausgerichtet ist.

Im Gegensatz zu agilen Methoden zielt Lean also vorrangig darauf ab, Prozesse soweit zu standardisieren, dass sie die größtmögliche Effizienz hervorbringen. Ist "Lean" angesichts dessen für Unternehmen, die agile Methoden anwenden, überhaupt zeitgemäß und erstrebenswert? "Lean ist aktuell und sogar aktueller denn je. Schließlich wurden die neuen Methoden, wie agile Programmierung mit Scrum, aus den Lean-Methoden entwickelt und es stellt sich die Frage, wie etwas digitalisiert werden soll, das "analog" noch nicht optimal läuft?", gibt Springer-Autor Frank Bertagnolli im ersten Kapitel des Buchs "Lean Management" zu bedenken. Bertagnolli ist deshalb sicher: "Wer die Lean-Prinzipien nicht nutzt, der hat einen Wettbewerbsnachteil" (Seite 5).

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