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10.07.2013 | Produktion + Produktionstechnik | Im Fokus | Onlineartikel

ThyssenKrupp investiert in industrielle Biotechnologie

Autor:
Dieter Beste
1 Min. Lesedauer

In Leuna wird heute die europaweit erste Mehrzweck-Fermentationsanlage zur kontinuierlichen Produktion biobasierter Chemikalien eingeweiht. Mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro baut ThyssenKrupp damit seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich biotechnologisch hergestellter Chemikalien auf Basis nachwachsender Rohstoffe weiter aus.

Mit der neuen Mehrzweck-Fermentationsanlage ist ThyssenKrupp in der Lage, seine im Labor entwickelten Fermentations- und Aufbereitungsverfahren im industriellen Maßstab zu testen: Mehr als 1.000 Tonnen Biochemikalien wie zum Beispiel Milchsäure oder Bernsteinsäure können hier nun pro Jahr produziert werden. Diese Chemikalien dienen unter anderem als Ausgangstoff für biologisch abbaubare Kunststoffe wie Polymilchsäure (PLA) oder Polybutylsuccinat (PBS).

Biokunststoffe eignen sich hervorragend für die Verarbeitung zu Verpackungsmaterialien, Folien oder Textilien. Rund 4,5 Millionen Tonnen Polyethylen (PET) sollen in den kommenden Jahren jährlich durch Biokunststoffe ersetzt werden. Umweltschutz und ein schonenderer Umgang mit Ressourcen stehen hierbei im Vordergrund. Dr. Heinrich Hiesinger, ThyssenKrupp Vorstandschef, sieht erhebliche Marktpotenziale: „Die industriell genutzte Biotechnologie ist Teil unserer Wachstumsstrategie. ThyssenKrupp verfügt hier über umfassendes Know-how – von der Grundlagenforschung bis zum Betrieb von Versuchsanlagen im industriellen Maßstab.“

In fünfjähriger Arbeit hatte ein interdisziplinäres Team aus Ingenieuren und Wissenschaftlern der Anlagenbausparte von ThyssenKrupp ein lizenzfähiges Verfahren zur Herstellung von Milchsäure entwickelt. Der Umzug des Technikums zur Erforschung biotechnologisch hergestellter Chemikalien erfolgte im August 2012 von Leipzig nach Leuna.

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