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17.04.2020 | Produktion + Produktionstechnik | Infografik | Onlineartikel

Maschinenbau darf trotz Corona-Krise optimistisch sein

Autor:
Thomas Siebel
1:30 Min. Lesedauer

Trotz Corona-Krise blickt Josef Auer von Deutsche Bank Research mit Zuversicht auf den Maschinenbau. Deglobalisierung und klimafreundliche Technologien dürften mittelfristig wieder zu Wachstum führen.

Josef Auer von Deutsche Bank Research sieht den deutschen Maschinenbau für die Zukunft gut gerüstet, auch wenn die gegenwärtige Situation dramatisch ist. Infolge der Corona-Krise hält der Analyst für Energie- und Maschinenbauthemen in diesem Jahr einen Produktionsrückgang von 25 Prozent für möglich. Zusätzlich wird die Branche durch die Neuausrichtung der Automobilindustrie und den infolge von Handelskonflikten wegbrechenden Zulieferungen aus China belastet, wie er in einem Kommentar erläutert. Für seine Analysen stützt sich der Experte auf Umfragen des ifo-Instituts und des VDMA. So berichte das ifo-Institut von stark abnehmenden Geschäftserwartungen bis Ende des laufenden Quartals, während laut einer VDMA-Umfrage 84 Prozent der Maschinenbauer ihren Betriebsablauf beeinträchtigt sehen. Kapazitätsanpassungen, Einstellungsstopps und Kurzarbeit sind die Folge.

Mittelfristig Produktionszuwächse von zwei Prozent

Dennoch erwartet die Deutsche Bank in ihrem Positivszenario eine wirtschaftliche Belebung der  Branche ab der zweiten Jahreshälfte 2020. Das liege zum einen an der Struktur des deutschen Maschinenbaus, der eine international einzigartig breite Produktpalette aufweise und zugleich sehr hohe Qualitätsstandards biete. Zudem handele es sich bei deutschen Maschinen zu circa 70 Prozent um Einzelfertigungen oder Kleinserien, die international besonders stark nachgefragt werden. Dass die Globalisierung nun zurückgedrängt und Wertschöpfungsketten stärker heimatnah verankert werden könnten, sieht Auer als Chance, von der deutsche Maschinenbauer zusätzlich profitieren könnten.

Weiterhin wird die Branche laut Auer Schub durch Energie- und Klimathemen erfahren. Deutsche Maschinenbauer seien gut gerüstet für die weltweite Modernisierung von Kraftwerken, das kostengünstige Erschließen alternativer Energiequellen und die Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion. Wenn es auch Jahre dauern werde, den Corona-bedingten Produktionsrückgang aufzuholen, so rechnet Auer und die Deutsche Bank auf mittlere Sicht doch wieder mit jährlichen Produktionszuwächsen um die zwei Prozent.

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier.

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