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14.01.2020 | Produktion + Produktionstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Automobil- und Motorradkomponenten umweltfreundlich herstellen

Autor:
Nadine Winkelmann
2 Min. Lesedauer

In dem Forschungsprojekt LIFE CRAL wurde eine Pilotanlage realisiert, die Metalllegierungen im halbfesten Zustand für die Automobilindustrie verarbeitet. Dabei kommen Materialien mit verringerten Umweltauswirkungen zum Einsatz.

Im Wissenschafts- und Technologiepark Kilometro Rosso wurde das Ergebnis von Forschungsarbeiten vorgestellt, die im Juli 2016 ihren Anfang nahmen und jetzt zum Bau einer neuen Pilotanlage führten. Diese ist für die Großserienproduktion leichter und hochwertiger Komponenten für Autos und Motorräder ausgelegt. Die Koordination des Projekts LIFE CRAL (CRadle-to-grave Approach to Light alloys), das durch das EU-Programm LIFE 2014-2020 (Programm für die Umwelt und Aktion für das Klima) mitfinanziert wurde, erfolgte durch den Bremsanlagenhersteller Brembo SpA in Zusammenarbeit mit Cannon Ergos SpA, einem Unternehmen der Cannon Gruppe, das auf die Konstruktion und Realisierung von maßgeschneiderten Industrielösungen spezialisiert ist. Im Kilometro Rosso war der Sitz der Forschung und Erprobung des innovativen Systems, bei dem Leichtmetalle im halbfesten Zustand mit besonderen technologischen Eigenschaften verwendet werden.

Das Ziel des Projekts CRAL bestand in der Entwicklung eines vorindustriellen Prozesses für die Produktion von Hochleistungskomponenten für die Automobilindustrie durch die Verwendung von Recycling-Aluminium und sogenanntem Eco-Magnesium (Eco-Mg). Folgendes wurde zertifiziert:

  • Eine Verringerung der CO2-Emissionen um 50 Prozent, die bei der 1. Verarbeitungsstufe des Aluminiums anfallen.Der Verzicht auf die Verwendung von SF6 (Schwefelhexafluorid), einem hochgradig umweltschädlichen Gas (ein Kilogramm SF6 entspricht 22 Tonnen CO2), das während der Produktion von Magnesium verwendet wird.
  • Das gesamte Budget für die Realisierung der Pilotanlage betrug 3.227.341 Euro, von denen 1.850.700 Euro durch die Europäische Kommission bereitgestellt wurden, während der verbleibende Teil durch die beiden Projektpartner übernommen wurde. 

Ökologische Bilanz verringern

Roberto Vavassori, Chief Public Affairs & Institutional Relations Officer Brembo: "Die Pilotanlage CRAL ermöglicht es künftig, die gesamte Produktionskette umzugestalten, um diese innovative Technologie für die Serienproduktion von Hochleistungskomponenten zu verwenden, wobei Materialien mit verringerten Umweltauswirkungen zum Einsatz kommen. In dieser Hinsicht bietet das Projekt CRAL ein enormes Potenzial hinsichtlich der Reproduzier- und Übertragbarkeit auf andere Branchen, die nicht direkt mit dem Automobilsektor in Beziehung stehen. Das Hauptziel von Brembo besteht darin, diesen Prozess zu reproduzieren, insbesondere hinsichtlich einer Verringerung der eigenen ökologischen Bilanz. Viele Unternehmen aus der Automobilbranche und der Luft- und Raumfahrttechnik haben bereits ein starkes Interesse an der Verwendung dieser Technologie für die Produktion ihrer Komponenten zum Ausdruck gebracht. Die Technologie, die im Projekt CRAL entwickelt wurde, entspricht somit einer echten Nachfrage aus der Industrie, wodurch weiteren Entwicklungsszenarien der Weg geebnet wird."

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Quelle:
Werkstoffkunde

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