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24.11.2022 | Produktion + Produktionstechnik | Infografik | Online-Artikel

Maschinenbau trotzt Energiepreisen und Unsicherheiten

verfasst von: Thomas Siebel

2:30 Min. Lesedauer
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Die gute Auftragslage stützt den Maschinenbau – ebenso die Trends Dekarbonisierung, Automatisierung sowie Konjunkturprogramme. Im Jahr 2023 dürfte die Produktion allerdings leicht zurückgehen.

Zu Beginn der Corona-Pandemie arg gebeutelt, mittlerweile wieder Zugpferde: Die Automobilindustrie und der Maschinenbau haben die deutsche Industrieproduktion in den ersten drei Quartalen des Jahres 2022 wieder auf Wachstumskurz gebracht. Dabei haben die Branchen insbesondere die schwierige konjunkturelle Lage im ersten Halbjahr weitgehend kompensiert, wie der BDI berichtet. Unter dem Strich sank die Industrieproduktion bis zum Ende des dritten Quartals um 0,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Insbesondere die energieintensiveren Branchen haben ihre Produktion in den Monaten Januar bis September gedrosselt: die Metallerzeugung und -verarbeitung um 2,3 %, die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren um 3,7 % und die chemische Industrie um 8,2 %. Die Produktion im Automobilbau ist infolge abnehmender Lieferengpässe hingegen um 6,5 % gewachsen, auch die Elektronik (4,2 %) und die pharmazeutische Industrie (3,8 %) verzeichnen starke Zuwächse.

Maschinenbau fehlen Lieferungen und Fachkräfte

Kräftige Zuwächse im Maschinenbau stützen insbesondere die EU-weite Industrie. Das produzierende und das verarbeitendes Gewerbe haben in der EU in den ersten drei Quartalen um je 1,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt, wobei der Maschinenbau mit einem Plus von 4,7 % als Leitbranche heraussticht.

In Deutschland wuchsen der Maschinenbau und die Elektronikindustrie laut BDI insbesondere im dritten Quartal stark, und das Wachstum hätte angesichts der guten Auftragslage noch höher ausfallen können, hätten Lieferschwierigkeiten, die Auswirkungen der Null-Covid-Politik in China und der eklatante Fachkräftemangel die Konjunktur nicht gebremst.

USA und China wichtigste Einzelmärkte

Wie der VDMA mitteilt, sind die Maschinenexporte im Jahr 2022 nominell um 4 % gewachsen. Dafür verantwortlich sind laut VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers allerdings vornehmliche Preiseffekte. Preisbereinigt sanken die Exporte in den ersten drei Quartalen im Vorjahresvergleich um 2,8 %.

Wichtigste Einzelmärkte sind dabei die USA und China. In die USA sind die Exporte nominal um 19,4 % auf 18 Milliarden gestiegen, während die Ausfuhren nach China um nominal 2,8 % auf 14,1 Milliarden Euro gesunken sind.

Maschinenbau mit "kleinem Minus" in 2023

Für das kommende Jahr rechnet der BDI mit einem "kleinen Minus" für die Produktion im Maschinenbau. Als Gründe führt der Verband den seit Anfang 2022 abnehmendem Auftragseingang, das verlangsamte Wirtschaftswachstum in China, die unsichere Energieversorgung und die hohen Inflationsraten sowie die stark gestiegenen Zinsen in wichtigen Kundenländern an. Auch Covid-Probleme seien selbst außerhalb Chinas noch nicht vom Tisch.

Allerdings stabilisierten auch verschiedene Aspekte die Produktion mittelfristig. Dazu zählt der BDI neben der hohen Auftragsreichweite auch Trends wie die Dekarbonisierung, Digitalisierung und Automatisierung sowie nationale und supranationale Konjunkturprogramme.

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