Produktionskulturen audiovisueller Medien
Neuere Perspektiven der Medienindustrie- und Produktionsforschung
- 2023
- Buch
- Herausgegeben von
- Stefan Udelhofen
- Dennis Göttel
- Aycha Riffi
- Buchreihe
- Produktionskulturen der Medien
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Als eine der wenigen, deutschsprachigen Überblicksdarstellungen zum interdisziplinären Feld der Production Studies bzw. der Cultural Studies of Media Industries, versammelt der Band aktuelle Beiträge der sozial- und kulturwissenschaftlichen Erforschung von audiovisuellen Medienindustrien in Geschichte und Gegenwart. Neben der Präsentation neuer Erkenntnisse liegt der Schwerpunkt der Beiträge insbesondere auf der theoretischen, methodischen und forschungspraktischen Reflexion, um eine weitergehende Verankerung dieses Forschungsfeldes im deutschsprachigen Raum voranzutreiben.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Einleitung: Produktionsforschung treiben
Dennis Göttel, Aycha Riffi, Stefan UdelhofenDer Fachbeitrag untersucht die Entwicklung und Bedeutung der Produktionsforschung im Kontext der Medienindustrie, insbesondere im deutschsprachigen Raum. Seit den 2000er-Jahren hat die Digitalisierung und die Transformation audiovisueller Produktionskulturen zu einer wachsenden Institutionalisierung der Produktionsforschung geführt, die unter Bezeichnungen wie Production Studies und Media Industry Studies bekannt ist. Der Beitrag analysiert die Rolle der Medienproduktionsforschung in der Selbstverortung und Erneuerung des Forschungsfelds, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Sichtbarmachung unsichtbarer Arbeit und die kritische Reflexion der bestehenden Forschungsmethoden gelegt wird. Die interdisziplinäre Herangehensweise, die sowohl historische als auch aktuelle Perspektiven berücksichtigt, bietet eine umfassende und kritische Betrachtung der Medienproduktionsforschung und ihrer Bedeutung für die Medienindustrie.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Production Studies oder die kritische Auseinandersetzung mit Medienindustrien gehören mittlerweile zum erweiterten Repertoire der Film- und Medienwissenschaften im deutschsprachigen Raum. Der vorliegende Band versammelt neuere Positionen medienindustrieller Produktionsforschung in geschichtlicher und gegenwartsbezogener Perspektive, die auf unterschiedliche Art und Weise diskutieren, wie Produktionsforschung verstanden und praktiziert werden könnte. Medien-, sozial- und kulturwissenschaftliche Produktionsforschung ermöglicht und intensiviert nicht nur den Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und Medienpraxis, sondern führt auch zur Reflexion darüber, was wir eigentlich tun, wenn wir Produktionsforschung treiben. -
Kartieren
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Production Studies Ethics: Human Subjects Protections in Predatory Creative Industries
John Thornton CaldwellDas Kapitel vertieft sich in die komplexe ethische Landschaft produktionskultureller Studien und betont die Notwendigkeit des Schutzes menschlicher Subjekte im Kontext räuberischer Kreativindustrien. Er untersucht kritisch die Rolle der Ethik in den Forschungsmethoden des Autors und im gesamten Ökosystem der Industrie und konzentriert sich dabei auf drei Schlüsselthemen: industrielle Täuschung, Zwang und Gewinnung. Der Autor argumentiert, dass diese unethischen Praktiken innerhalb der Branche normalisiert sind und einen tieferen, reflexiveren Forschungsansatz erfordern. Das Kapitel diskutiert auch die Herausforderungen der Durchführung ethischer Forschung in einem Umfeld, das von mächtigen Konzernen dominiert wird, und die Notwendigkeit von IRBs an Universitäten, um Forscher und Fächer zu schützen. Überall betont der Autor die Bedeutung der Kultur bei der Gestaltung des Verhaltens in der Industrie und die Notwendigkeit kritischer, fundierter Forschungsmethoden, um diese Probleme zu lösen.KI-Generiert
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AbstractThis chapter flips the traditional academic research scheme of human subjects protections on its head, and urges scholars: first, to acknowledge the actual power imbalance between researcher and their corporate media research subject; and second, to locate and detail where the most fundamental ethical problems may be habitually employed in film and media production. It urges production studies to shift perspectives, outlining frameworks that allow us to more effectively study media production industries that use predation, coercion, and dissembling as forms of bureaucratic rationality and routine managerial schemes intended to promote creativity, disruption, and innovation. The author reappraises the “inverse credibility law,” responds to Vonderau’s disciplinary ethical critique of “media industry studies,” and questions the ill-fitting Anglo-American imposition of ethical protocols from the physical and social sciences into film and media studies research directed at habitually litigious production corporations and media conglomerates. -
What Is Production Studies Anyway?
Patrick VonderauDas Kapitel vertieft sich in die Debatten rund um die Methoden und Perspektiven, die in Studien der Medienindustrie verwendet werden, insbesondere die mikro- / makrobinäre. Sie argumentiert, dass Produktionsstudien als eigenständiges Feld betrachtet werden sollten, das sich von der Forschung in der Medienindustrie im weiteren Sinne unterscheidet. Der Autor stellt die herkömmliche Anwendung der Mikro- / Makrounterscheidung in Frage und schlägt einen alternativen Ansatz vor, der von der Mikrogeschichte inspiriert ist, und betont die Verwobenheit kulturellen und wirtschaftlichen Handelns in der Produktionsarbeit. Durch die Fokussierung auf Prozesse und nicht auf Strukturen bietet Production Studies ein differenzierteres und historisch bedingteres Verständnis der Medienindustrie. Das Kapitel schließt mit der Hervorhebung der Bedeutung der Vertrautheit mit Perspektiven in der Produktionswissenschaft, die eine tiefere und kritischere Analyse der Branche ermöglichen.KI-Generiert
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AbstractThis chapter takes the micro/macro binary as a starting point to interrogate the broader project of media industries research, and especially the place given to the study of production within it. Over the past decade, "Media Industries Studies" and "Production Studies" have become two prominent labels for research in object areas whose relationship remains unclear. The first part of this chapter elaborates on how media industries and production research are defined in relation to the micro/macro binary. In the second part, the "micro" is traced back to its areas of use in the humanities, and microhistory more specifically, presenting a vision of Production Studies as a separate, although closely related field. -
Sociologies of Cultural Productions in Production Studies
Sara Malou StrandvadDieses Kapitel vertieft sich in die Soziologie kultureller Produktionen und untersucht, wie Kulturgüter hergestellt, verteilt und verwendet werden. Er beginnt mit einer Einführung in das Feld und unterstreicht die Verschiebung von der beschränkten Kategorie der "kanonisierten Kunst" hin zum breiteren Begriff "kulturelle Produktionen". Das Kapitel vergleicht dann die Ansätze der einflussreichen Soziologen Howard Becker und Pierre Bourdieu und konzentriert sich dabei auf Beckers Kunstwelten und Bourdieus Feldanalyse. Becker betont die kollektive Natur des Kunstschaffens, das von gesellschaftlichen Konventionen bestimmt wird, während Bourdieu Machtkämpfe innerhalb kultureller Felder hervorhebt. Das Kapitel stellt auch einen alternativen Ansatz vor, der von der Theorie des Akteurs-Netzwerks inspiriert ist, und schlägt das Konzept der "Vermittlungsketten" vor, um die sich entwickelnden Kulturgüter und ihre Auswirkungen auf Produktionsprozesse zu analysieren. Diese innovative Perspektive ermöglicht ein differenzierteres Verständnis der sozialen und materiellen Aspekte kultureller Produktion. Das Kapitel schließt, indem es diese theoretischen Rahmenwerke mit empirischen Beispielen aus der dänischen Filmindustrie illustriert und eine überzeugende Fallstudie anbietet, die Interesse an den umfassenderen Implikationen dieser soziologischen Perspektiven weckt.KI-Generiert
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AbstractAlongside researchers analysing production spheres in film, television, and media studies, sociologists have been studying and theorising the making of cultural productions for several decades. Aiming to shed light on the potential benefits of interrelating these parallel fields of research, this chapter highlights characteristics of the sociology of art to outline how this field of research provides options for theorising production studies. Starting from methodological differences between the two fields, the chapter focuses on features of sociological approaches to researching cultural productions, illustrated with empirical examples from research with Danish filmmakers. -
Failure Studies
Eva Novrup RedvallDas Kapitel "Failure Studies" befürwortet die Bedeutung der Untersuchung des Scheiterns in der Film- und Fernsehbranche. Sie argumentiert, dass Wissenschaftler und Praktiker durch die Untersuchung gescheiterter Prozesse und Produktionen tiefere Einblicke in die Komplexität kreativer Arbeit gewinnen können. Der Autor greift auf verschiedene akademische Felder und Fallstudien zurück, um zu veranschaulichen, wie Scheitern zu Innovation und Verbesserung führen kann. Das Kapitel diskutiert auch die Herausforderungen und Vorteile der Durchführung von Fehlerstudien und hebt das Potenzial für wertvollen Wissensaustausch und wertvolles Lernen hervor. Indem der Autor den Fokus vom Erfolg auf das Scheitern verlagert, zielt er darauf ab, das Verständnis des kreativen Prozesses zu erweitern und zu besseren Praktiken in der Branche beizutragen.KI-Generiert
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AbstractThis chapter proposes to focus more on thinking about and studying different notions of failure in production studies where there is an inclination to mostly highlight and study notions of success. Based on previous production studies conducted in the Danish film and television industries, the chapter outlines the main challenges related to pursuing this line of research. Some of these challenges relate to getting access to studying problematic or failed processes and productions. Moreover, time is crucial to consider when studying precarious, high risk and ‘nobody knows’ industries where practitioners are naturally hesitant to be connected with any idea of failure. The chapter offers examples of what can be learned from studying different kinds of failure – for scholars as well as industry practitioners – and discusses the value of investigating situations where things have not gone as intended. The chapter also highlights how success and failure are relative terms that can have different meanings in different production frameworks and emphasises the importance of not only focusing on the professional film and media industries when studying these terms, but also on what new talent is being taught as best practice before entering these industries. In conclusion, the chapter stresses the benefits of critically engaging in discussions about what we are putting on the research agenda in terms of thinking about successful or less successful productions as well as remembering to ask questions about what is not being produced and whose voices are not being heard rather than mostly focusing on examples of best practice and stories of success. The chapter also encourages production scholars to be more open about sharing ‘failed research’, since we – similar to practitioners in the film and media industries – can also improve from the experiences of other researchers whose projects did not turn out as originally envisioned. -
Evidenzbasiert, nicht datengetrieben: Herausforderungen beim Einsatz quantitativer und digitaler Forschungsmethoden für die Festivalforschung
Skadi Loist, Zhenya SamoilovaDas Kapitel untersucht die Herausforderungen beim Einsatz quantitativer und digitaler Forschungsmethoden in der Filmfestivalforschung. Es beginnt mit der historischen Entwicklung der Filmfestivalforschung, die zunächst von qualitativen und historisch orientierten Studien dominiert wurde. Die Einführung quantitativer Methoden erfordert eine sorgfältige Operationalisierung von Netzwerkstrukturen und Hierarchien, um bestehende Theorien in quantitative Fragestellungen zu überführen. Die Verfügbarkeit von Daten zur Filmzirkulation und Distribution stellt eine zentrale Herausforderung dar, da kommerzielle Datenquellen rar sind und oft nicht zugänglich sind. Das Projekt 'Filmzirkulation im internationalen Festivalnetzwerk' nutzt digitale und computational methods, um neue Datenquellen zu erschließen und neue Forschungsfragen zu stellen. Es untersucht die Zirkulationsprozesse von Filmen im gesamten Festivalnetzwerk und die Rolle verschiedener Festivals in der Hierarchie des Netzwerks. Das Projekt zeigt, dass große Datenmengen notwendig sind, um die Vielfalt der Festivals im Sektor zu erfassen und Muster sichtbar zu machen. Es hebt die Notwendigkeit hervor, traditionelle und digitale Methoden zu kombinieren, um die komplexen Datenstrukturen zu bewältigen und neue Erkenntnisse zu gewinnen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas Abdecken des gesamten Lebenszyklus eines Films macht das Festivalökosystem für die Produktionsforschung zu einem interessanten Untersuchungsobjekt. Das Forschungsprojekt „Zirkulation“ untersucht die Zirkulationsprozesse von Filmen im gesamten Festivalnetzwerk. Aufbauend auf theoretischen Ansätzen der Festivalforschung werden dabei quantitative Methoden in Anlehnung an die Digital Humanities genutzt. Das Projekt erschließt so neue, digitale Datenquellen, erarbeitet neue Ansätze und wirft neue Forschungsfragen auf. Im Folgenden beschreiben wir die Potenziale und Herausforderungen der Arbeit mit digitalen Daten und quantitativen Methoden im Projekt. -
Das Kapital der Medien. Zur Vermittlung von Produktion und Zirkulation durch das Format am Beispiel des Films
Vinzenz HedigerDas Kapitel 'Das Kapital der Medien. Zur Vermittlung von Produktion und Zirkulation durch das Format am Beispiel des Films' untersucht die zentrale Rolle der Distribution in der Medienindustrie, insbesondere am Beispiel des Films. Karl Marx' Definition von Kapital als unmittelbare Einheit von Produktion und Zirkulation wird dabei als Ausgangspunkt genommen. Die Forschung zu Kulturindustrien hat die Distribution oft als betriebswirtschaftlichen Dreischritt von Produktion, Distribution und Konsum betrachtet, wobei die Distribution wenig Beachtung fand. Das Kapitel füllt diese Lücke und argumentiert, dass die Distribution als Schlüssel zur Marktkontrolle fungiert und die Vermittlung von Produktion und Zirkulation ermöglicht. Die Distribution wird als produktiver Prozess und topologisches Problem verstanden, das Räume der Zirkulation hervorbringt. Besonders hervorgehoben wird der Einfluss der Distribution auf die Wertschöpfungsketten und die Rolle der Distribution in informellen Märkten und Streaming-Plattformen. Die Analyse zeigt, wie die Distribution die Produktion von Räumen der Zirkulation und die Selektion von Content durch das Publikum beeinflusst. Das Kapitel schließt mit der These, dass das Format das Kapital der Medien darstellt, da es die Räume der Zirkulation ebenso wie den Content definiert und die unmittelbare Einheit von Produktion und Zirkulation herstellt.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Production Studies haben Medienproduktion bislang unter dem Gesichtspunkt der Organisation von kreativen Prozessen analysiert, aus denen auch unter industriellen Bedingungen Werke tendenziell noch als „Statthalter der nicht im Tausch verunstalteten Dinge“ (Adorno) hervorgehen. Es kommt aber darauf an, sie unter dem Gesichtspunkt eines Primats der Zirkulation zu untersuchen und ausgehend vom Konzept der Distribution die „unmittelbare Einheit“ von Produktion und Zirkulation zu begreifen. Dieser Beitrag vertritt anhand des Films die These, dass diese Einheit im Format liegt.
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Papiergebundene Pfade. Effizienz, Büroarbeit und Frauen in der frühen Filmbranche
Erin HillDas Kapitel 'Papiergebundene Pfade. Effizienz, Büroarbeit und Frauen in der frühen Filmbranche' untersucht die Veränderungen in der Filmproduktion während der späten 1910er- und frühen 1920er-Jahre, als die Effizienzsteigerung durch Taylorismus die Arbeitsprozesse und -rollen in der Filmbranche revolutionierte. Vor der Einführung des Taylorismus waren Frauen in der Filmproduktion präsenter und hatten vielfältigere Aufgabenbereiche. Die Reorganisation der Studios führte jedoch zu einer stärkeren Geschlechtertrennung und einer Verschiebung von Frauen in feminisierte Arbeitsbereiche, insbesondere in der Büroarbeit. Diese Veränderungen wurden durch die zunehmende Bürokratisierung und die Notwendigkeit einer effizienten Massenproduktion vorangetrieben. Der Beitrag zeichnet ein detailliertes Bild der frühen Filmbranche und analysiert, wie die neuen Organisationsstrukturen die Rolle und die Arbeitsbedingungen von Frauen in der Filmproduktion beeinflussten. Besonders interessant ist die Betrachtung der räumlichen und ideologischen Veränderungen in den Studios, die durch die Einführung von Büroarbeit und die Zunahme von Verwaltungsprozessen geprägt wurden. Der Text hebt hervor, dass die Frauen trotz ihrer Bedeutung in der frühen Filmproduktion zunehmend in weniger angesehene und repetitive Tätigkeiten abgedrängt wurden. Die Analyse bietet einen tiefen Einblick in die historischen und soziologischen Aspekte der Filmproduktion und zeigt auf, wie die frühen Erfolge von Filmemacherinnen letztlich zu einer Verschärfung der Geschlechtertrennung führten.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Beitrag zeichnet ein Bild der frühen US-amerikanischen Filmindustrie vor und nach der Durchsetzung des taylorischen Effizienzmodells. Im Zuge der damit verbundenen Rationalisierung kam es zur Bildung großer feminisierter Arbeitsbereiche in den Studios, die zwischen den 1910er- und 1930er-Jahren eine sowohl räumliche als auch ideologische Geschlechtertrennung in der Studiokultur etablierte. Diese lässt sich anhand einer Vielzahl an Dokumenten und Unterlagen nachvollziehen, die zugleich das erhöhte Aufkommen an Verwaltungsprozessen belegen. -
Space for Filmmaking in 1960s and 1970s Italy: Production Companies and Studios
Andreas EhrenreichDas Kapitel untersucht die räumlichen Bedingungen und Machtdynamiken der Filmproduktion im Italien der 1960er und 1970er Jahre, wobei der Schwerpunkt auf dem Genre des Giallo liegt. Es untersucht die organisatorischen Synergien und Repräsentationslogiken von Produktionsfirmen und Studios und beleuchtet die politischen und wirtschaftlichen Aspekte des Filmemachens. Die Analyse der Unternehmen von Martino zeigt die Entwicklung der Produktionsunternehmen von bescheidenen Untervermietungen zu Immobilieneigentümern und zeigt das ständige Streben nach Synergien, um Kosten zu sparen. Das Kapitel untersucht auch die Nutzung verschiedener Räume und räumlicher Anordnungen im Filmschaffen, von gemeinsamen Büros bis hin zu Privatwohnungen und Studios wie Cinecittà und Cave Film Studio. Abschließend wird auf die widersprüchliche Logik der Ambitionen der Filmemacher hingewiesen, Geld zu sparen und gleichzeitig eine Aura der Macht und des Wohlstands aufrechtzuerhalten, was ein differenziertes Verständnis der Medienproduktion in dieser Zeit bietet.KI-Generiert
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AbstractFocusing on 1960s and 1970s giallo cinema in Italy, this text analyses the production company and the studio as the primary material spaces of filmmaking. The first part of the chapter provides an analysis of contemporary office space, details organisational synergies of interrelated firms and looks at representational logics that underlie the handling of real estate in the media industry. The second part is dedicated to film studios beyond Cinecittà, exploring the producer’s submission to studio management and practitioners’ conflict-laden teamwork within the sound stage. -
Produktionsforschung als Anekdotenwissenschaft: Geschichten aus der Zettelwirtschaft des Fernsehproduzenten Wolfgang Rademann
Sven Grampp, Sophia StiftingerDas Kapitel beleuchtet die Produktionsforschung als Anekdotenwissenschaft, indem es die Arbeitsweise und Produktionsprozesse des Fernsehproduzenten Wolfgang Rademann untersucht. Drei Anekdoten dienen als Einführung und veranschaulichen Rademanns Arbeitsstil und seine Interaktionen mit Schauspielern, Sendern und anderen Beteiligten. Die Anekdoten werden als heuristisches Werkzeug genutzt, um Einblicke in die komplexen Produktionsnetzwerke zu gewinnen, die sonst schwer zugänglich wären. Besonders interessant ist die Analyse der Rolle Rademanns als zentraler Knotenpunkt in diesen Netzwerken und die Einblicke in seine Entscheidungsfindungsprozesse. Die Verwendung von Anekdoten als Findekunst ermöglicht es, auch banale Details zu erfassen, die oft überraschende Erkenntnisse über die Produktionsabläufe liefern. Durch die detaillierte Auswertung von Briefwechseln und Archivmaterial wird deutlich, wie Rademanns Arbeitsweise und seine Beziehungen zu den verschiedenen Akteuren die Produktionsprozesse beeinflussten. Diese Herangehensweise bietet neue Perspektiven auf die Erforschung von Fernsehproduktionen und zeigt, wie Anekdoten als wertvolle Quelle für die Produktionsforschung genutzt werden können.KI-Generiert
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ZusammenfassungVorliegender Text ist ein Plädoyer für die Anekdote. Präziser formuliert: Wir wollen zeigen, dass Anekdoten als methodischer Ausgangspunkt zur Erforschung von Produktionszusammenhängen dienen können, insbesondere in Fällen, in denen Datenknappheit vorherrscht und/oder neue Verständnisoptionen gesucht werden. Anekdoten sind so basale Elemente einer Heuristik zur Erforschung von Produktionszusammenhängen. Anhand einiger Anekdoten aus dem Arbeitsarchiv des Fernsehproduzenten Wolfgang Rademann soll die Produktivität dieses Ansatzes veranschaulicht werden. -
‚Stoff‘ der Filmhistoriografie: Materialisierungen von Filmkostümen durch Die Flamme (1922/23)
Bianka-Isabell ScharmannDas Kapitel beleuchtet die Materialisierungen von Filmkostümen am Beispiel des Films 'Die Flamme' (1922/23) und die damit verbundenen Praktiken und Diskurse. Es wird gezeigt, wie das Kostüm als zentrales Element des Films verstanden werden kann und welche Bedeutung es für die Filmhistoriografie hat. Besondere Aufmerksamkeit gilt der heterogenen Filmkostümpraxis, die filmwissenschaftlich bisher kaum in Erscheinung trat. Die Analyse zeigt, wie das Kostüm durch verschiedene Versionen und Praktiken instabil wird und der Film nur eine Durchgangsstation darstellt. Die Perspektive der Production Studies wird genutzt, um die Materialität des Films selbst in den Vordergrund zu rücken und eine epistemologische Verschiebung der Perspektive auf Film als Gegenstand zu vollziehen. Der Film 'Die Flamme' markiert den Schlusspunkt in Lubitschs deutschem Filmschaffen und wird als Schwellenwerk betrachtet. Die Produktion des Films erfolgte unter der Ägide der EFA und die Verantwortung für die Kostüme wird Ali Hubert zugeschrieben, was jedoch problematisiert wird. Die Analyse zeigt, dass multiple Akteure an der Produktion beteiligt waren und die Kostüme oft aus einem Fundus stammten. Die Verleihfirma Theaterkunst spielte dabei eine zentrale Rolle. Durch die Untersuchung der Kostümpraxis und der paratextuellen Materialien wird die Bedeutung des Kostüms für die Filmproduktion und -rezeption deutlich. Die Erinnerungs-Montage von Ernst Stern, der an der Produktion beteiligt war, wird als einzigartiges Artefakt hervorgehoben, das die Materialität des Kostüms und die Erinnerung an den Film in den Vordergrund stellt.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Beitrag nimmt eine Archivrecherche zu einer Bildcollage von Ernst Stern zum Film Die Flamme (D 1922/23, Ernst Lubitsch) zum Anlass, nach dem ‚Stoff‘ der Filmhistoriografie zu fahnden. Aufgespannt wird das materielle Gefüge und die das Fragment wie auch das Filmkostüm umspannenden Diskurse, um diese mit einer praxeologischen und epistemologischen Perspektive auf das Kostümbild zu verquicken. In Konsequenz erscheint der Film nur als eine Durchgangsstation des Kostüms. -
Öffentlicher Rundfunk und affektiver Kapitalismus: der Drehbericht als audiovisuelle Quelle der Production Studies
Theodor Frisorger, Dennis GöttelDer Beitrag beleuchtet die Bedeutung von televisuellen Drehberichten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk der BRD als historische Quelle für die Erforschung von Filmproduktionskulturen. Diese Drehberichte, die in den 1960er und 1970er Jahren produziert wurden, bieten Einblicke in die Arbeits- und Produktionsbedingungen im Kontext des Postfordismus und der sexuellen Liberalisierung. Der Text untersucht, wie diese Drehberichte die Transformation von Arbeitsbedingungen und die zunehmende Affektivierung der Arbeit widerspiegeln. Besonders interessant ist die Analyse der televisuellen Affektivierung und Ästhetisierung von Arbeit sowie die Rolle des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in der Produktionsöffentlichkeit. Der Beitrag hebt hervor, dass diese Drehberichte nicht nur Werbemaßnahmen waren, sondern auch die Popularisierung kreativer Schaffensprozesse und eine sich verändernde Diskursivierung von Arbeit indizieren. Die historische Aufarbeitung dieser Drehberichte bietet wertvolle Einblicke in die visuelle Kultur des latenten Postfordismus und die Rolle des Fernsehens in der Transformation kapitalistischer Arbeitskulturen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Frühgeschichte des Making-of-Films, der im westdeutschen Kontext mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen seinen bevorzugten Produktions- und Distributionszusammenhang fand, ist bislang im Allgemeinen, für eine kritische historische Filmproduktionsforschung im Besonderen kaum berücksichtigt worden. Anhand von Drehberichten zu Barbarella (1968) untersucht der Aufsatz mit Rekurs auf Analysen zum Postfordismus und auf den Begriff der Produktionsöffentlichkeit exemplarisch popularisierte Darstellungen filmischer Kreativarbeit. -
Offene Maschinen: Die Erfindungen der Rear Projection und das Unbewusste der Filmtechnik in Hollywood
Johannes BinottoDas Kapitel beleuchtet die technischen und psychologischen Aspekte der Filmproduktion im klassischen Hollywood. Es wird gezeigt, wie die Rear Projection, ein Verfahren zur Simulation von Außenaufnahmen im Studio, unvorhersehbare Effekte und ein technisches Unbewusstes hervorbringt. Dieses Unbewusste wird als ein zentraler Aspekt von Technik beschrieben, der die Filme auf innovative Weise prägt. Anhand von Beispielen wie Alfred Hitchcocks Vertigo und Edgar Ulmers Detour wird die Bedeutung der Rear Projection als Mittel zur Metareflexion und zur Erschaffung von Metanarrativen in Filmen untersucht. Die Analyse verdeutlicht, wie technische Geräte und Verfahren nicht nur funktionale, sondern auch kreative und stilistische Auswirkungen auf die Filmproduktion haben.KI-Generiert
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ZusammenfassungIm Gegensatz zu einer funktionalistischen Auffassung technischer Verfahren der Filmproduktion, analysiert dieser Beitrag filmtechnische Verfahren des klassischen Hollywood (ca. 1930–1965) als widerspenstige Akteure, die immer etwas anderes erfinden, als von ihren Ingenieur*innen intendiert. Dabei werden die technikphilosophischen Überlegungen Gilbert Simondons zum „Unbestimmtheitsspielraum“ technischer Objekte und der psychoanalytische Begriff des Unbewussten verbunden, um exemplarisch anhand des Verfahrens der Rear Projection (Rückprojektion) zu zeigen, wie heterogen die Standardverfahren einer vermeintlich ganz auf Kontrolle ausgerichteten Filmindustrie bei genauer Betrachtung sind.
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„Ringelmann, hol’ schon mal das Drehbuch“ – Produktionsorte und deren Akteure als transnationales Erfolgsdispositiv von Der Kommissar
Haydée Mareike HaassDas Kapitel beleuchtet die enge Zusammenarbeit zwischen dem Drehbuchautor Herbert Reinecker und dem Produzenten Helmut Ringelmann bei der Entwicklung der erfolgreichen deutschen Fernsehserien 'Der Kommissar' und 'Derrick'. Es untersucht die Produktionsorte und Akteure dieser Serien und hebt hervor, wie die Serien trotz ihrer Fiktionalisierung gesellschaftliche Werte und Normen der 1960er und 1970er Jahre reflektierten. Die Analyse basiert auf umfangreichem Archivmaterial aus dem ZDF-Unternehmensarchiv und zeigt, wie die Serien nicht nur in Deutschland, sondern auch international erfolgreich vermarktet wurden. Besonders interessant ist die Darstellung der transnationalen Netzwerke und Geschäftsbeziehungen, die zur erfolgreichen Vermarktung der Serien beitrugen. Die Korrespondenzen und Zuschauerbriefe bieten zudem tiefe Einblicke in die Rezeption und die moralischen Diskussionen um die Serien.KI-Generiert
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Zusammenfassung„Ringelmann, hol’ schon mal das Drehbuch“ – Ob dieser Satz tatsächlich einmal zwischen dem Drehbuchautor Herbert Reinecker (1914–2007) und dem Erfolgsproduzenten Helmut Ringelmann (1926–2011) gefallen ist, wissen wir nicht. Doch er steht stellvertretend sowohl für die enge Geschäftsbeziehung zwischen Reinecker und Ringelmann, als auch für den Erfolg der für das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) produzierten Fernsehserien Der Kommissar (BRD 1969–1976) und Derrick (BRD 1974–1998). Obwohl beide Serien zu den auch international erfolgreichsten (west)deutschen Produktionen gehören, wissen wir wenig über den Produktionskontext der Serien der 1960er- und 1970er-Jahre. Dabei wurden die Serien bis in die 1990er-Jahre hinein nicht nur dreißig Jahre vom Zweiten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt, sondern vom immer gleichen Autor und Produzenten Ringelmann gestaltet. Diese Kontinuität stellt eine absolute Seltenheit dar. Im Jahre 1967 gründete Ringelmann die Neue Münchner Fernsehproduktion, 1973 die Telenova-Fernsehproduktion und 1996 die R Production. Auf meine Anfrage bedauerte die Geschäftsführerin der Neue Münchner Fernsehproduktion alle Archivalien zu den Serien weggeworfen zu haben. Ein erster Hinweis darauf, dass deutsche Produktionsfirmen in der jüngeren Vergangenheit noch keine Erfahrungswerte darüber hatten, dass ihre Programmüberlieferungen und Korrespondenzen aus der frühen Bundesrepublik für die Öffentlichkeit und Forschung von Interesse sein könnten. Als alleinigem Drehbuchautor kam Reinecker zudem eine herausragende Rolle im Produktionskontext zu, der ab den 1950er Jahren zu einem der gefragtesten Drehbuchautoren avancierte. Seine nationalsozialistische Vergangenheit tat seinem Erfolg hierbei offensichtlich keinen Abbruch. Erst im Jahre 2010 wurde Reineckers breites Engagement als überzeugter NS-Propagandist öffentlich. Die Serien liefern daher auch neue Quellen für Historiker*innen um die bisher unerforschte Frage zu historisieren, wie ehemalige NS-Propagandisten, Redakteur*innen und Produktionsfirmen das massenmediale Fernsehen am Beispiel der erfolgreichsten ersten Krimiserie geprägt haben. -
Der Produzent und seine Produktionen. Artur Brauner und seine ‚Filme gegen das Vergessen‘ zwischen Produktionsforschung und Filmgeschichtsschreibung
Johannes Praetorius-RheinDas Kapitel beleuchtet die komplexe Rolle des Produzenten Artur Brauner und seine ‚Filme gegen das Vergessen‘ im Spannungsfeld zwischen Produktionsforschung und Filmgeschichtsschreibung. Es wird untersucht, wie die Produktionsforschung die Zentrierung auf einzelne Akteure in Frage stellt und welche methodischen Herausforderungen sich bei der Analyse der Werkgeschichte eines Produzenten ergeben. Besonders interessant ist die Diskussion darüber, wie Brauners Filme über die NS-Verbrechen trotz ihrer künstlerischen und ökonomischen Einbindung in das deutsche Nachkriegskino als eigenständige Werke betrachtet werden können. Die Analyse zeigt, dass die Filme Brauners nicht nur als historische Dokumente, sondern auch als Teil eines umfassenderen kulturellen und historischen Kontexts verstanden werden müssen. Dies führt zu einer tiefgehenden Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen der Werkgeschichtsschreibung und die Rolle des Produzenten in der Filmindustrie.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Beitrag diskutiert am Beispiel des Filmproduzenten Artur Brauner und seiner sogenannten ‚Filme gegen das Vergessen‘ die methodischen Probleme einer werkhistorischen Auseinandersetzung mit Produzent*innen, die sich konzeptionell weder mit den aktuellen Ansätzen der Produktionsforschung noch mit der klassischen Filmgeschichtsschreibung fassen lässt. In Anlehnung an Sylvie Lindeperg wird das Konzept einer Werkgeschichte als Palimpsest skizziert, das der spezifischen Rolle des Produzenten gerecht werden soll, ohne ein einfaches Autorschaftskonzept zu unterstellen. -
Hollywood in Mexiko: Grenzen und grenzenlose Image-Probleme der Extras
Alexander KarpisekDer Beitrag 'Hollywood in Mexiko: Grenzen und grenzenlose Image-Probleme der Extras' untersucht die prekäre Position von Extras in der Filmindustrie, insbesondere in Mexiko. Vicki Mayer lehnt den Begriff 'background artists' als Euphemismus ab, da Extras oft unsichtbar bleiben und ihre Bilder im Spielfilm schwer nachweisbar sind. Der Beitrag beleuchtet die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich für Extras ergeben, und zeigt anhand von Beispielen wie 'Titanic' und 'Lost', wie Extras in der Filmproduktion behandelt werden. Besonders interessant ist die Analyse der Wahrnehmung und Wahrnehmungsprobleme von Extras, die oft als austauschbare Massen dargestellt werden. Der Beitrag schließt mit einer Betrachtung der Rechtsstreitigkeiten und der Suche von Extras nach Anerkennung und fairen Arbeitsbedingungen.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn Zusammenhang mit der transnational abgewickelten Hollywood-Großproduktion werden im Beitrag unterschiedliche Grenzerfahrungen von Extras (Statisterie) vorgestellt. Mit den verschiedenen Beispielen werden auch Verhältnisse deutlich, die Extras in anhaltendem Konflikt mit ihrer Selbstwahrnehmung zeigen. Maßgeblich hierfür ist nicht zuletzt das ‚Verschwinden‘ ihrer Spielfilmfragmente. -
„[T]rès difficile, cette représentation du ‚beur‘. J’avais du mal!“ – Überlegungen zum Begriff des filmischen Felds anhand des postmigrantischen Werks von Abdellatif Kechiche
Burrhus NjanjoDer Beitrag untersucht die Anwendung von Pierre Bourdieus Feld-Begriff auf die Filmwissenschaft, insbesondere im Kontext der postmigrantischen Werke von Abdellatif Kechiche. Bourdieus Konzept des kulturellen Feldes wird genutzt, um die Konstituierung des Sinngehaltes kultureller Produktionen zu analysieren. Der Text beleuchtet, wie Machtverhältnisse und Anerkennungskämpfe in der Gesellschaft durch das kulturelle Feld repräsentiert werden. Besondere Aufmerksamkeit wird Kechiches Film 'L’Esquive' geschenkt, der als Beispiel für die Distanzierung von stereotypen Darstellungen des 'cinéma de banlieue' dient. Die Analyse zeigt, wie Kechiche durch seine Filme versucht, sich von ethnischen Klassifizierungen zu distanzieren und einen eigenen Platz innerhalb der französischen Filmlandschaft zu erobern. Die Untersuchung verdeutlicht, wie die Ästhetik und Themen von Kechiches Filmen in den Kontext der französischen Gesellschaft und des postkolonialen Diskurses eingebettet sind.KI-Generiert
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ZusammenfassungMit seinem Feldbegriff beschreibt Pierre Bourdieu eine kulturelle Landschaft bzw. eine diskursive Sphäre, in der kulturelle Werke erzeugt werden. Diese Werke werden von Akteur*innen produziert, die verschiedene Positionen vertreten, interagieren und vor allem in Konkurrenz zueinanderstehen. Diese Konkurrenz findet beispielsweise Ausdruck in Kämpfen um den Erhalt des nötigen symbolischen Kapitals oder um die Veränderung der innerhalb des Feldes existierenden Machtverhältnisse. Im Bereich der Filmanalyse bin ich in Anlehnung an Bourdieus Überlegungen darauf aus, jene Grundannahmen auf die Gattungsforschung zu übertragen und dabei die mutierende Positionierung von Regisseur*innen mit Migrationsgeschichte in europäischen Filmfeldern am Beispiel des französischen Filmemachers Abdellatif Kechiche zu umreißen. Dessen Positionierung wird aus seinen Filmen herausgelesen und geht, so meine These, zumeist aus einem bewussten, strategischen Kalkül des Regisseurs hervor. -
Dreharbeiten mit Kleinkindern: Produktionsästhetische Überlegungen zu geschlechtsspezifischen Differenzen
Bettina HenzlerDas Kapitel beleuchtet die spezifischen Herausforderungen und geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Dreharbeiten mit Kleinkindern im französischen Kino. Es wird betont, dass Kinder nicht einfach als Requisiten oder Puppen behandelt werden sollten, sondern dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf einer tiefen Beziehung zwischen Kindern und den am Set Beteiligten basiert. Besonders interessant ist die Untersuchung, wie weibliche und männliche Regisseur*innen unterschiedlich mit Kinderdarsteller*innen umgehen und welche Rolle intergenerationelle Affekte und ein geschlechtlich kodiertes Verständnis von Autorschaft dabei spielen. Der Text analysiert anhand von Beispielen wie 'La Maternelle' und 'Ponette' die verschiedenen Ansätze und Haltungen der Regisseur*innen und zeigt auf, wie diese die filmische Ästhetik und die Darstellung von Kindern beeinflussen. Die produktionsästhetische Herangehensweise des Textes bietet einen tiefen Einblick in die kreativen Prozesse hinter den Kulissen und weckt das Interesse, die dargestellten Filme in einem neuen Licht zu betrachten.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Artikel befragt die Funktion von geschlechtsspezifischen Differenzen in der Arbeit mit Kleinkindern als Darsteller*innen. Inwiefern prägen intergenerationelle Affekte, aber auch ein geschlechtlich kodiertes Verständnis von Autorschaft die Haltung erwachsener Filmschaffender zu Kindern? Anhand von Beispielen des französischen Kinos wird eine produktionsästhetische Herangehensweise vorgeschlagen, die die Wirkungen des Produktionprozesses in den Filmen aufspürt und im Kontext der überlieferten Produktionsbedingungen reflektiert. -
Projektnetzwerk und Screen Idea Work Group: Zugänge zur Fernsehindustrie und Drehbuchforschung
Florian KraußDer Beitrag beleuchtet die aktuelle Fernsehindustrie und ihre Netzwerke, insbesondere die kollaborative Drehbucharbeit an Fernsehserien. Dabei werden die Modelle des Projektnetzwerks und der Screen Idea Work Group vorgestellt, die menschliche Akteure in den Vordergrund stellen. Die Analyse konzentriert sich auf Interviews zur Drehbucharbeit und diskutiert Samplebildungen sowie die Rolle von Experteninterviews als zentralen Forschungszugang. Besonderes Augenmerk wird auf die dynamischen Beziehungen und Hierarchien innerhalb der Projektnetzwerke gelegt, wobei auch ökonomische Rahmenbedingungen und Abhängigkeiten berücksichtigt werden. Die Methodenreflexion und die Betonung des kollaborativen Charakters der Drehbucharbeit machen den Beitrag besonders relevant für die Produktionsforschung.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Beitrag diskutiert, wie sich die Fernsehindustrie und ihre Netzwerke erforschen lassen und konzentriert sich dabei auf die Drehbucharbeit an Fernsehserien. Vor allem zwei Modelle werden fruchtbar gemacht: das Projektnetzwerk und die Screen Idea Work Group. An diese anknüpfend werden Samplebildungen beleuchtet und das Expert*inneninterview als zentraler Zugang erörtert. Neben bestehenden Produktions- und Drehbuchforschungen fließen eigene Erhebungen in die Methodendiskussion ein. -
Die Grimme-Preis-Produktion: Nachdenken über Methoden zur Preis- und Fernsehgeschichtsschreibung
Tanja WeberDas Kapitel beleuchtet die Geschichte und Bedeutung des Adolf-Grimme-Preises, der 1964 erstmals verliehen wurde. Es untersucht die Entwicklung des Preises von seiner Initiierung durch Bert Donnepp bis zu seiner heutigen Rolle als wichtiger Fernsehpreis in Deutschland. Besondere Aufmerksamkeit wird der Methodik der Preisvergabe geschenkt, die sich über die Jahre verändert hat und heute als umfassender Kritikpreis für Fernsehproduktionen gilt. Der Text analysiert auch die kulturellen und politischen Implikationen des Preises, insbesondere seine Funktion als Kritikinstrument und seine Rolle in der Fernsehgeschichte. Die Auszeichnung wird in den Kontext der Fernsehästhetik und -geschichte gestellt, wobei die ästhetischen Kriterien, die zur Preisvergabe führen, oft unreflektiert bleiben. Die Produktionsstudien werden als mögliche Methode zur Erforschung des Grimme-Preises vorgeschlagen, da sie die komplexen Prozesse und Akteure hinter der Preisvergabe beleuchten können. Der Text hebt hervor, dass der Grimme-Preis nicht nur ein Gütesiegel ist, sondern auch ein Spiegel der gesellschaftlichen und politischen Diskurse um das Fernsehen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Artikel sucht nach geeigneten Methoden, um den Grimme-Preis historisch aufzuarbeiten. Ziel ist es, einen Beitrag zur deutschen Fernseh- und Programmgeschichte zu liefern, der auch die historische Ästhetik reflektiert, und diese mit Fragen der Bewertung zu verbinden. Die Produktionsstudien bieten Methoden die vielfältigen Texte rund um die Preisproduktion zu kategorisieren sowie durch die Brille der Produktionen ihren multiplen Funktionen nachzuspüren. Es gilt, die Perspektiven, die die Produktionsstudien bieten, zu evaluieren.
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Erratum zu: „Ringelmann, hol’ schon mal das Drehbuch“ – Produktionsorte und deren Akteure als transnationales Erfolgsdispositiv von Der Kommissar
Haydée Mareike HaassDas Kapitel dient als Erratum für die zuvor veröffentlichten Arbeiten an den Produktionsstandorten und an den Hauptdarstellern der Fernsehserie "Der Kommissar". Aufgrund eines Produktionsfehlers enthielt das Originalkapitel falsche Abbildungen und Bildunterschriften. Diese korrigierte Version geht auf diese Probleme ein und liefert präzise visuelle Hilfsmittel und Beschreibungen, die für ein umfassendes Verständnis der transnationalen Erfolgsfaktoren im Zusammenhang mit der Produktion von "Der Kommissar" unverzichtbar sind. Durch die Korrektur dieser Fehler stellt das Kapitel sicher, dass Leser Zugang zu präzisen und verlässlichen Informationen haben, wodurch die Qualität der Forschung und Analyse im Bereich der Medienwissenschaften insgesamt verbessert wird.KI-Generiert
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- Titel
- Produktionskulturen audiovisueller Medien
- Herausgegeben von
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Stefan Udelhofen
Dennis Göttel
Aycha Riffi
- Copyright-Jahr
- 2023
- Electronic ISBN
- 978-3-658-38412-8
- Print ISBN
- 978-3-658-38411-1
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-38412-8
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