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09.03.2015 | Produktmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Verpackungslose Lebensmittel sind "in"

Autor:
Annette Speck

Die Verbraucher halten die Lebensmittelbranche mit vielen Wünschen auf Trab. Der neueste Trend heißt Verpackungsverzicht. Auch ein einheitliches Mehrwegsystem wäre eine Alternative.

Acht von zehn Kunden in Deutschland würden Lebensmittel auch lose kaufen, wenn die Möglichkeit bestünde. Mehr als ein Drittel der Verbraucher würde sogar extra ein Geschäft aufsuchen, das ausschließlich verpackungsfreie Lebensmittel verkauft. Diese Ergebnisse liefert die Verbraucherumfrage "Verpackungsfreie Lebensmittel" von PricewaterhouseCoopers (PwC), für die 1.000 Bundesbürger im Dezember 2014 befragt wurden.

Umweltschutz durch Verpackungsverzicht

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Hauptmotiv für den Kauf unverpackter Lebensmittel in mitgebrachten Transportbehältern ist der Umweltschutz. 64 Prozent der Befragten glauben, dass dadurch Verpackungsmüll reduziert und die Umwelt geschont wird. Weitere Gründe für den Verpackungsverzicht sind die maßgeschneiderte Portionierbarkeit der Waren sowie der Ausschluss von Mogelpackungen.

Am ehesten würden Lebensmittelkäufer bei Obst und Gemüse sowie Backwaren (92 bzw. 89 Prozent) auf Umverpackungen verzichten. Doch rund 70 Prozent der Befragten wären auch bereit, Trockenprodukte wie Reis, Mehl oder Nudeln lose einzukaufen. Für den verpackungsfreien Einkauf von Molkereiprodukten, flüssigen Nahrungsmitteln und Getränken begeistert sich dagegen weniger als die Hälfte der Befragten.

Marktpotenzial für Spezialgeschäfte und regionale Erzeuger

Der Trend zum Verpackungsverzicht zeigt sich besonders in Großstädten. Wie der Supermarkt "Original unverpackt" im vergangenen Herbst in Berlin, eröffnen zunehmend Lebensmittelgeschäfte, die ihre Produkte ausschließlich lose anbieten. Der verpackungsfreie Einkauf sei keineswegs ein Nischenthema für eine ökologisch bewusste Elite, sondern habe die breite Bevölkerung erreicht, meint PwC-Partner Gerd Bovensiepen. Er sieht hier auch für kleine regionale Erzeuger Marktpotenzial: "Für diese Art des verpackungsfreien Einkaufs besteht eine große Offenheit unter den Kunden, wie unsere Studie zeigt: 63 Prozent bestätigten, dass sie bei verpackungsfreien Lebensmitteln zugreifen würden, wenn es in herkömmlichen Geschäften oder Supermärkten ein entsprechendes Angebot gäbe."

Die imug-Konsumstudie „Nachhaltiger Konsum: noch Nische oder schon Mainstream?“ kommt darüber hinaus zu dem Schluss, dass nachhaltiger Konsum für Kunden transparent und einfach sein sollte und nachhaltige Produkte am Point of Sale leicht erkennbar sein müssen. Letzteren Aspekt erfüllt verpackungsfreie Ware zweifellos. Aber einfach ist der Einkauf angesichts mitzubringender Transportgefäße nur bedingt. Und für Produktinformationen müssen Hersteller und Händler praktische Alternativen zum Verpackungsaufdruck finden.

Einheitliches Mehrwegsystem als Alternative

Auch Gegenkonzepte zur Verpackungsindustrie, wie Wochenmärkte und Biokisten, "setzen den informellen und zeitlichen Einsatz des Verbrauchers voraus", beschreibt Eva Kristin Stein das Verpackungsmüll-Dilemma aus Kundensicht. In dem Buchkapitel "Voll Huhn, voll teilstückig - Strategien und Taktiken am Schnittpunkt Food- und Packaging-Design" plädiert die Springer-Autorin für ein einheitliches Mehrwegsystem. Dies könne "für verschiedene Anwendungen und Größen als Gesamtlösung dienen, die durch eine hohe Systemdichte von jedem individuell, einfach und mühelos praktiziert werden kann. Eine Deklaration und Markeninszenierung auf dem Produkt könnte durch Displays auf der Verkaufsfläche, in öffentlichen Räumen und in Internetshops abgelöst werden." (Seite 226)

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