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06.03.2019 | Produktstrategie | Infografik | Onlineartikel

Gütesiegel genießen Vertrauensvorschuss

Autor:
Johanna Leitherer

Prüf- und Qualitätszeichen beeinflussen die Kaufentscheidungen der Verbraucher entscheidend, das zeigt eine Umfrage. Eine gute Botschaft für Marketer. Doch die genaue Aussage des Siegels ist dabei offenbar weniger wichtig als der Ruf der Institution, die es vergeben hat.

Konsumenten interessieren sich nicht nur dafür, was ein Produkt zu leisten verspricht, sondern auch für die Art des Wirtschaftens der Marke. Umweltschutz, Ressourceneffizienz und fairer Handel beispielsweise haben sich zu einem wichtigen Benchmark in der westlichen Konsumgesellschaft entwickelt. Gütesiegel, die verantwortungsvolles Wirtschaften attestieren, sind für viele Verbraucher deshalb ein wirksames Kaufargument, wie das Verbraucherinformationsportal Utopia feststellt. So gaben drei von vier der Befragten an, dass Prüfzeichen auf Produkten ihre Kaufentscheidung erleichtern. 

Bei genauerem Nachfragen der Studienautoren zeigte sich jedoch auch, dass viele der Umfrageteilnehmer die genaue Bedeutung der einzelnen Qualitätssiegel nicht kennen. Vielmehr kommt es für 45 Prozent darauf an, welche Vergabestelle hinter dem Prüfzeichen steckt. Als besonders vertrauenswürdig gelten laut Utopia:

  • Umweltschutzorganisationen und andere NGOs (91 Prozent Zustimmung)
  • staatliche Institutionen und Testinstitute (71 Prozent Zustimmung)
  • Handel und Hersteller (19 Prozent Zustimmung)
  • Privatwirtschaftliche Testinstitute (15 Prozent Zustimmung)

Gütesiegel sollten selbsterklärend sein

In den Branchen Mode, Kosmetik und Energieversorgung genießen die Gütesiegel grundsätzlich einen weniger hohen Bekanntheitsgrad. Siegel mit selbsterklärender Bezeichnung, besonders aus der Lebensmittelindustrie, stechen den Verbrauchern dagegen sofort ins Auge. So haben sich vor allem Zeichen wie "Bio", "Vegan" und "Fairtrade" einen Namen gemacht. Das haben nun auch die Discounter erkannt und passen ihr Produktsortiment dementsprechend immer mehr an.

Doch auch hier vertrauen Verbraucher offenbar nicht blind. Zwar geben 80 Prozent der Verbraucher an, sich auf Umwelt-Label zu verlassen. 26 Prozent machen jedoch einen Unterschied zwischen den einzelnen Bio-Siegeln, die für verschieden strenge Richtlinien stehen. Mehr als ein Drittel vertritt zudem die Ansicht, dass biologische Landwirtschaft alleine nicht mehr ausreicht, sondern auch die Herkunft der Lebensmittel stimmen muss, damit Gütesiegel auf Produkten glaubwürdig sind. Regionale Produkte gewinnen daher zunehmend an Bedeutung. 

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