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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorwort

Zusammenfassung
Eine Fülle tiefgreifender und zugleich weit reichender Wandlungsprozesse im politischen, soziokulturellen und — nicht zuletzt — im medialen Umfeld politischen Handelns hat, so die gängige Annahme, in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass politische Akteure und Organisationen in zunehmendem Maße auf eine „moderne“, professionelle, medien- und adressatengerechte Politikvermittlung angewiesen sind, um bei den Bürgern, im doppelten Wortsinn, „anzukommen“. Doch nicht nur der politischer Erfolg einzelner Akteure, sondern auch die Politikdarstellung durch die Massenmedien sowie die Wahrnehmung und das Verständnis von Politik seitens des Publikums politischer Öffentlichkeit scheinen immer stärker davon abzuhängen, dass spezifische Verfahren, Institutionen und — nicht zuletzt -professionalisierte Akteure zur Verfügung stehen, die den steten Fluss der politischen Kommunikation fortwährend speisen, kanalisieren und — mitunter auch -helfen einzudämmen.
Jens Tenscher

1. Einleitung

Zusammenfassung
Nur selten kommt es vor, dass Kommunikationsphänomene und -Veränderungen zur selben Zeit sowohl auf wissenschaftliche als auch auf publizistische Resonanz stoßen. Noch seltener sind aber die Fälle, in denen sich beide Systeme dann auch noch derselben Begrifflichkeiten bedienen. Die so genannte „Amerikanisierung“der politischen Kommunikation ist — mit all ihren oft beschriebenen (und kritisierten) Teilphänomenen wie „Eventisierung“, „Talkshowisierung“und „Entertainisie-rung“1 — eine dieser Fälle; wenn auch mit deutlich unterschiedlichen Halbwertszeiten. Denn während sich die deutschsprachige politische Kommunikationsforschung spätestens seit Mitte der neunziger Jahre in kontinuierlicher Weise mit einer Vielzahl unter dem Begriff der „Amerikanisierung“subsummierter Veränderungen beschäftigt (vgl. u.a. Pfetsch/Schmitt-Beck 1994; Radunski 1996; Pfetsch 1999a; Holtz-Bacha 1999a-b, 2000a; Kamps 2000a; Donges 2000; Niedermayer 2000; Plasser 2000a; Sarcinelli/Schatz 2002),2 ist die mediale und öffentliche Debatte gekennzeichnet durch periodisch wiederkehrende, kurzfristige „Aufmerksamkeits-Wellen“. Diese schaukeln sich vor allem zu Zeiten nationaler und (weniger) regionaler Wahlkämpfe auf, wie ein Blick auf die Berichterstattung der Medien im Rahmen der vergangenen drei Bundestagswahlkämpfe der Jahre 1994, 1998 und 2002 sowie im Verlauf des nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampfes 2000 verdeutlicht (vgl. u.a. Kamps 2000b: 9ff; Prantl 2002; Knaup et al. 2002).
Jens Tenscher

2. Politik — Massenmedien — Öffentlichkeit

Zusammenfassung
Voraussetzung jedweder wissenschaftlichen Analyse sind eindeutige, präzise und konsistente Begrifflichkeiten, die Benennung sachlich, sozial und zeitlich definierter Einheiten sowie das Offenlegen des gewählten theoretischen Zuganges. In Anbetracht dessen soll im Folgenden zunächst das der Untersuchung zu Grunde liegende Verständnis von Politik skizziert werden, aus dem sich die zentrale Bedeutung von Politikvermittlung für die politische Öffentlichkeit nicht (nur) normativ, sondern vor allem funktional ableiten lässt. In diesem Zusammenhang rückt das für das Funktionieren moderner Demokratien elementare Verhältnis von Politik und Massenmedien in den Mittelpunkt des Interesses, das vor dem Hintergrund zunehmender Komplexitätssteigerungen in Politik, Medien und Gesellschaft diskutiert werden soll (vgl. u.a. Zolo 1997: 23ff.; Saxer 1998: 46ff.). Dadurch wird ein makroanalytischer Untersuchungsrahmen aufgespannt, auf den im Anschluss auf der Mesoebene der involvierten Organisationen (vgl. Kapitel 3) sowie auf der Mikroebene der handelnden und interagierenden Akteure (vgl. Kapitel 4) zurückgegriffen wird.
Jens Tenscher

3. Politisches Marketing — Politikvermittlung — politische Öffentlichkeitsarbeit

Zusammenfassung
Wie in den vorangegangenen Kapiteln dargestellt, lässt sich die Genese von Politikvermittlung auf der Makroebene vor allem system- und modernisierungstheoretisch erklären. In diesem Zusammenhang konnte Politikvermittlung als Interpenet-rationszone zur dauerhaften Kopplung von Politik und Massenmedien identifiziert werden. Diese Interpretationsweise liegt schließlich auch dem skizzierten Symbiose-Paradigma zu Grunde, das mittlerweile auf weit reichende Akzeptanz in der politischen Kommunikationsforschung stößt (vgl. u.a. Saxer 1992). Um jedoch den Prozess des strukturell gekoppelten politisch-medialen Tauschverhältnisses und die damit verbundenen und schon skizzierten prozessualen und inhaltlichen Veränderungen moderner Politikvermittlung nachvollziehen zu können, bedarf es eines Perspektivenwechsels, der sowohl die involvierten Organisationen (Mesoebene) als auch die Beziehungen und Handlungen der zentralen interagierenden Arenenakteure politischer Öffentlichkeit (Mikroebene) in den Blick nimmt.
Jens Tenscher

4. Politikvermittlungsexperten in der Arena politischer Öffentlichkeit

Zusammenfassung
Nachdem in den vorangegangenen Abschnitten das Verhältnis von Politik und Massenmedien zunächst aus einem makroanalytischen (vgl. Kapitel 2) und sodann aus einem mesoanalytischen Blickwinkel (vgl. Kapitel 3) in Augenschein genommen wurde, rücken nun auf der Mikroebene die Arenenakteure massenmedial vermittelter politischer Öffentlichkeit in den Fokus der Betrachtung, also Politiker, Journalisten und — vor allem — so genannte Politikvermittlungsexperten. Wie zu zeigen sein wird, agieren und interagieren diese im Rahmen bzw. innerhalb von vorgegebenen situationsübergreifenden systemischen und organisationsspezifischen Handlungskorridoren, so genannten Constraints (vgl. Schimank 1988: 622f.). In diesen manifestieren sich zum einen die dargestellten primären Sinnorientierungen von Politik und Journalismus sowie zum anderen die skizzierten spezifischen Handlungsimperative von politischen Organisationen bzw. deren Politikvermittlungsagenturen einerseits und von journalistischen Redaktionen andererseits (vgl. auch Marcinkowski/Bruns 2000).
Jens Tenscher

5. Forschungsdesign und methodisches Vorgehen

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund des aufgespannten theoretischen Rahmens und der skizzierten empirischen Desiderata bzw. Widersprüchlichkeiten, die sich insbesondere auf der Mikroebene politisch-medialer Interaktionen gezeigt haben, ist der explorative Charakter der folgenden empirischen Analysen zu betonen. Vorrangiges Ziel ist es hierbei, das komplexe Handlungsfeld „Politikvermittlung“mit Blick auf neue Arenenakteure politischer Öffentlichkeit — die Politikvermittlungsexperten — zu durchleuchten. Dabei stehen deren subjektive Orientierungen, Verortungen, Per-zeptionen und Handlungen auf den multiplen „Vorder-“und „Hinterbühnen“des politisch-medialen Interaktionsraums im Fokus des Interesses.
Jens Tenscher

6. Empirische Befunde zu Wahrnehmungen und Selbstwahrnehmungen von Politikvermittlungsexperten

Zusammenfassung
Nachdem im theoretischen Teil der vorliegenden Arbeit zunächst die Ausdifferenzierung und Professionalisierung von Politikvermittlungsexperten an den Peripherien politischer Organisationen als Teilphänomen der Modernisierung politischer Kommunikation auf der Makro- und Mesoebene systematisch nachgezeichnet werden konnte, soll nun an die mikroanalytischen Überlegungen zu politischmedialen Interaktionen und Inszenierungen auf den diversen „Vorder-“ und „Hinterbühnen“ der massenmedialen Arena politischer Öffentlichkeit (vgl. Kapitel 4) angeknüpft werden. Dies geschieht mittels einer umfassenden empirischen Analyse der Wahrnehmungen und Selbstwahmehmungen von Politikvermittlungsexperten in ihrer Rolle und Funktion als (neue) Arenenakteure politischer Öffentlichkeit. Damit rückt die politische Kommunikationskultur aus Sicht einer spezifischen Akteursgruppe in den Fokus der Betrachtung.
Jens Tenscher

7. Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Nachdem in den vorangegangenen Kapiteln die vielfältigen und umfangreichen empirischen Ergebnisse zu Wahrnehmungen und Selbstwahrnehmungen von Politikvermittlungsexperten präsentiert wurden, sollen diese abschließend gebündelt und vor dem Hintergrund des im ersten Teil dargelegten theoretischen Gerüsts diskutiert warden. Dazu gilt es, die zu Beginn aufgeworfenen Forschungsfragen wieder aufzunehmen, die verschiedenen „Fäden“ zusammenzuführen und die Perspektiven, die sich aus dieser explorativen, primär mikroanalytischen Studie für die politische Kommunikationsforschung ergeben, aufzuzeigen.
Jens Tenscher

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